„Wann fahren wir wieder nach Freiburg?“, fragte Laura, als sie sich wieder mit Johanna im Wald traf.
„Nächste Woche kommt Max und bleibt drei Tage hier. Danach fahren wir mit ihm wieder nach Freiburg“, sagte Johanna.
„Sehr schön. Ich fahr nämlich lieber im Auto als im Zug“, sagte Laura.
„Es ist kein großer Umweg für ihn und für mich macht er das natürlich gerne. Mein Max“, sagte Johanna.
„Ja dein Max“, sagte Laura. „Aber du gehörst mir.“
„Jetzt sei nicht eifersüchtig“, sagte Johanna. „Er ist mein König und wir gehören zusammen.“
„Bin ich doch nicht“, sagte Laura.
„Doch bist du“, sagte Johanna. „Auch wenn du ihn magst.“
„Naja“, sagte Laura.
„Meine kleine Laura“, sagte Johanna. „Du musst ein bisschen an dir arbeiten.“
„Aber ich liebe dich und ich bin die Treue in Person“, sagte Laura.
„Weiß ich doch!“, sagte Johanna. „Das meinte ich auch nicht, denn das ist deine beste Eigenschaft. Du sollst nur nicht neidisch sein.“
„Bin ich nicht.“
„Doch, aber schon etwas weniger als am Anfang, weil du ihn inzwischen recht gut kennst.“
Laura drückte sich an Johanna.
„Was meinst du woher das kommt?“, fragte Johanna.
„Vielleicht weil du mit Max zusammenziehen und mich verlassen willst“, sagte Laura.
„Ach meine Kleine. Manchmal hörst du einfach nicht zu und denkst dir irgendwas aus. Ich werde dich nicht verlassen.“
„Aber …“
„Ich sehe nur eine Lösung, um dir diese Angst zu nehmen“, sagte Johanna.
„Und die wäre?“
„Max zieht zu uns“, sagte Johanna. „Dann bleibe ich bei dir und werde nicht zu Max ziehen.“
„Aber dann hat er dich die ganze Zeit über und nicht nur manchmal“, sagte Laura.
„Ihr habt mich dann beide“, sagte Johanna. „Wir werden dann nicht weniger Zeit zusammen verbringen als vorher.“
„Ich weiß nicht“, sagte Laura.
„Wir machen das“, sagte Johanna. „Und jetzt gehen wir zu mir nach Hause.“
Viktoria saß mit Marie am Esstisch, als Laura und Johanna zu Hause ankamen.
„Hallo ihr zwei“, sagte Marie.
„Hallöchen“, sagte Johanna. „Was habt ihr in der Zeit gemacht?“
„Geredet“, sagte Marie.
„Geredet“, sagte Johanna.
„Ja einfach nur geredet“, sagte Marie.
„Schön“, sagte Johanna.
„Jetzt machen wir einen Spieleabend“, sagte Viktoria.
„Ich liebe Spieleabende“, sagte Laura.
Marie holte ein Brettspiel und baute es auf.
„Ich rufe noch eben Alina an, damit sie auch kommt“, sagte Marie.
„Wer ist das?“, fragte Viktoria.
„Meine beste Freundin“, sagte Marie.
„Hallo Marie“, sagte Alina.
„Hallo Alina“, sagte Marie.
„Du bist also Viktoria“, sagte Alina.
„Ja die bin ich“, sagte Viktoria.
„Lasst uns anfangen“, sagte Marie.
„So meine Süßen, es ist Zeit fürs Bettchen“, sagte Johanna.
„Was?“, fragte Alina.
„Nicht für dich“, sagte Johanna. „Für meine beiden Süßen natürlich.“
„Ach ok“, sagte Alina etwas verwirrt. „So früh?“
„Ja wir … müssen morgen früh raus“, sagte Laura und lief hastig in Johannas Zimmer.
„Ist irgendwas mit ihr?“, fragte Alina.
„Sie ist einfach emotional“, sagte Johanna. „Das müsstest du aber auch wissen.“
„Ja schon, aber man kann ja mal fragen.“
„Ja ist gut“, sagte Johanna und ging mit Viktoria in ihr Zimmer.
„Gute Nacht“, rief Marie.
„Gute Nacht.“
„Weiß sie etwas?“, fragte Laura.
„Natürlich nicht!“, sagte Johanna. „Ich weiß natürlich nicht was Marie ihr erzählt hat, aber ich hab Marie nur erzählt, dass ich mich gerne um euch kümmere, was ja auch unübersehbar ist.“
„Gib mir meinen Schnuller“, sagte Laura.
„Ja hier ist er“, sagte Johanna und steckte ihn in Lauras Mund.
„Ich liebe dich“, sagte Laura und umarmte Johanna.
„Ich dich auch“, sagte Johanna.
„Ich euch auch und ihr mich hoffentlich auch“, sagte Viktoria.
„Natürlich mein Engel“, sagte Laura.
„Windel!“, rief Viktoria.
„Nicht so laut“, sagte Laura. „Leg dich hin!“
„Ja“, sagte Viktoria mit babyhafter Stimme.
Nach dem Wickeln legten sich die drei ins Bett.
Ein paar Tage später klingelte es bei Laura. Sie machte die Tür auf und sah Johanna mit Max.
„Hallo meine Kleine“, sagte Johanna. „Ist deine Mama da?“
„Ja“, sagte Laura.
„Wunderbar“, sagte Johanna. „Lasst uns uns gemeinsam an den Tisch setzen.“
„Bist du der Max?“, fragte Lauras Mutter.
„Ja wer denn sonst?“, fragte Max.
„Ich bin die Beate“, sagte Lauras Mutter.
Laura, Beate, Viktoria, Johanna und Max setzten sich an den Tisch.
„So meine süße kleine Prinzessin“, sagte Johanna. „Hast du es dir überlegt?“
„Naja“, sagte Laura.
„Worum geht es denn?“, fragte Beate.
„Max und ich wollen zusammenziehen und um bei Laura zu bleiben, wollen wir, dass er in unsere WG zieht“, sagte Johanna.
„Das mach ich aber nur, wenn Laura ihr OK dazu gibt“, sagte Max.
„Und wir konnten sie noch nicht dazu überreden“, sagte Johanna.
„Ich bin halt noch etwas misstrauisch“, sagte Laura.
„Warum denn?“, fragte Max. „Wir verstehen uns doch.“
„Ja aber … ich kann es nicht erklären“, sagte Laura.
„Ich werde dir keine Sekunde Zeit mit Johanna wegnehmen“, sagte Max.
„Und Johanna wird noch glücklicher sein als jetzt“, sagte Beate. „Johanna will immer das Beste für dich und daher musst du auch das Beste für sie wollen.“
„Das weiß ich“, sagte Laura. „Ich liebe Johanna sehr und will das Beste für sie.“
„Und das Beste für Johanna ist, wenn Max zu uns zieht“, sagte Viktoria.
„Jetzt redet nicht alle auf mich ein“, sagte Laura. „Ich überlegs mir noch mal.“
„Du musst aber auch mal Entscheidungen treffen und nicht immer nur überlegen.“
„Ja mei“, sagte Laura. „Morgen sag ich es euch.“
„Aber wirklich morgen und nicht übermorgen“, sagte Johanna.
„Jaja“, sagte Laura.
„Sag das nicht zu Johanna“, sagte Beate.
„Sie meint es doch nicht böse“, sagte Johanna.
Am nächsten Tag ging Laura zu Johanna.
„Und?“, fragte Johanna.
„Also ich habs mir überlegt“, sagte Laura.
„Und?“
„Er kann erstmal zu uns ziehen und ich entscheide dann wie es für mich ist“, sagte Laura.
Johanna strahlte übers ganze Gesicht und drückte Laura kräftig.
„Sehr gute Entscheidung“, sagte Johanna und lachte vor Freude.
„Max!“, rief sie. „Laura will dir was sagen!“
Max kam hinzu und sah Laura erwartungsvoll an.
„Du kannst zu uns ziehen“, sagte Laura.
„Das freut mich sehr“, sagte Max und gab Johanna einen dicken Kuss.
„Lass dich drücken“, sagte er danach zu Laura und umarmte sie.
„Ist gut“, sagte Laura danach und drückte Max ein bisschen weg.
„Wo kann ich euch zum Essen einladen?“, fragte Max.
„Ich weiß ganz genau wo“, sagte Johanna.
„Ich hol noch schnell Viktoria und dann können wir los“, sagte Laura.
Beim Essen war Johanna sichtlich glücklich und fasste Max immer wieder an.
„So glücklich hab ich dich noch nie gesehen“, sagte Viktoria.
„Ich auch nicht“, sagte Johanna. „Alles ist einfach so wunderbar.“
„Du bist einfach diejenige, auf die ich immer gewartet hab“, sagte Max.
„Das wollte ich auch zu dir sagen“, sagte Johanna.
„Natürlich bin ich diejenige.“
„Mann Max, du weißt genau wie ich das meinte.“
„Äh … nein“, sagte er mit ironischer Stimme.
„Du bist ein Holzkopf“, sagte Johanna.
„Und du bist eine Brillenschlange.“
„Manchmal bist du echt doof“, sagte Johanna ironisch und drückte sich an Max.
„Du auch“, sagte Max und streichelte Johanna.
Zwei Tage später fuhren sie wieder nach Freiburg.
„Wie fühlt es sich an, wieder hier zu sein?“, fragte Viktoria in der Wohnung.
„Irgenndwie gut und schlecht zugleich. Ich liebe unsere Wohnung und unser Zusammenleben hier drin, aber ich fühle mich zu Hause einfach wohler“, sagte Laura.
„Verstehe ich“, sagte Viktoria.
„Seid schön brav ihr Kleinen“, sagte Johanna. „Max und ich fahren nochmal zu ihm aufs Haus und holen seine Sachen.“
„Wir sind immer brav“, sagte Viktoria.
„Fast immer“, sagte Johanna.
„Bis nachher“, sagte Max und ging mit Johanna.
„So meine Süße, was machen wir jetzt?“, fragte Viktoria.
„Kuscheln“, sagte Laura.
„Ja machen wir später, aber ich will jetzt irgendwas machen, bei dem man nicht nur daliegt.“
„Und was genau?“
„Wie wärs mit … bei den Nachbarn klingeln und sie kennenlernen“, sagte Viktoria sarkastisch.
„Spinnst du?“, fragte Laura.
„Nein natürlich nicht“, sagte Viktoria. „War ein kleiner Scherz, aber vielleicht sind sie ja wirklich ganz nett.“
„Wir bleiben unter uns“, sagte Laura.
„Ja natürlich“, sagte Viktoria. „Ich habs ja auch nicht so mit dem Aufbauen von Kontakten, auch wenn ich anders als du mit fremden Leuten reden kann und das auch ganz gerne mal mache. Zu ernsthaften Beziehungen führt das aber nie.“
„Also was machen wir jetzt?“
„Ein Geographiequiz“, sagte Viktoria grinsend.
„Nein!“, rief Laura. „Ich weiß nicht mal, wie Deutschland auf der Landkarte aussieht.“
„Was machst du noch sehr gerne?“, überlegte Viktoria.
„Kuscheln.“
„Wir können auch in eine öffentliche Sauna gehen.“
„Viktoria!“
„Oder uns gegenseitig Lieder vorsingen.“
„Fällt dir noch etwas ein, was ich überhaupt nicht gerne mach?“, fragte Laura etwas genervt.
„Computer spielen“, sagte Viktoria. „Mag ich aber auch nicht.“
„Geht auch schlecht hier, weil nur Johanna einen Laptop hat. Ich kenn aber das Passwort“, sagte Laura mit einem leichten Grinsen.
„Wir können eine Runde durch den Park gehen und die Hunde zählen, die wir sehen“, sagte Viktoria.
„Ja können wir“, sagte Laura, während sie traurig wurde.
„Ist es wegen Ivar?“, fragte Viktoria.
„Ja“, sagte Laura. „Er war so ein süßer und lieber Labbi.“
„Ich bin auch traurig, dass er nicht mehr da ist“, sagte Viktoria.
„Dass das auch schon wieder drei Monate her ist“, sagte Laura.
„Er ist jetzt im Hundehimmel“, sagte Viktoria.
„Sehr alt wurde er leider nicht“, sagte Laura. „Trotz meiner Liebe.“
„Man hat es halt nicht immer in der Hand.“
Laura weinte und umarmte Viktoria stark.
„Los wir gehen meine Süße“, sagte Viktoria und ging mit Laura nach draußen.
Laura wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und nahm Viktorias Hand. Viktoria blickte lächelnd auf ihre und Lauras Hand.
„Acht Hunde hab ich jetzt schon gesehen“, sagte Laura.
„Ich schon zehn“, sagte Viktoria.
„Wie das?“
„Ich pass halt besser auf“, sagte Viktoria.
„Aber ich doch auch“, sagte Laura.
„Offensichtlich nicht“, sagte Viktoria. „Du bist sowieso nicht immer so aufmerksam.“
„Wie jetzt?“
„Du bist schon öfter mal tagträumerisch und in Gedanken versunken.“
„Naja“, sagte Laura.
„Du bist ein emotionaler Vulkan“, sagte Viktoria. „In dir brodeln sehr viele Gefühle. Du bist zwar oft emotional ruhig, aber manchmal brichst du aus. Natürlich ohne zu schreien.“
„Aber nur dann, wenn mich etwas stört oder wenn man etwas Falsches anspricht“, sagte Laura.
„Ich weiß. Deshalb sollte man dich manchmal nicht ansprechen, denn sonst schreist du wirklich.“
Laura machte ein verlegenes Gesicht.
„Ich beschreibe einfach gerne das, was ich bei dir sehe“, sagte Viktoria.
„Ich finde es nur manchmal etwas seltsam, sowas über mich zu hören“, sagte Laura.
„Ich denke es ist wichtig, mal von anderen zu hören, was sie bei einem wahrnehmen.“
„Ja vielleicht“, sagte Laura.
„Und du weinst ziemlich oft“, sagte Viktoria.
„Ich bin halt empfindlich“, sagte Laura. „Aber ich lache auch gerne.“
„Ich auch“, sagte Viktoria. „Am liebsten mit dir zusammen.“
„Gemeinsames Lachen verbindet“, sagte Laura.
„Ich weiß meine Süße“, sagte Viktoria und lachte.
„Warum lachst du?“
„Damit du auch lachst.“
Laura sah Viktoria ins Gesicht und fing auch an zu lachen.
„Ich liebe dich“, sagte Laura.
„Ich dich auch“, sagte Viktoria und gab Laura einen Kuss.
Wieder zu Hause trafen sie Max und Johanna wieder.
„Wo wart ihr denn?“, fragte Max.
„Nur kurz im Park“, sagte Viktoria.
„Johanna und ich haben Abendessen gekocht“, sagte Max.
„Setzt euch an den Tisch“, sagte Johanna.
„Du musst mich wieder füttern“, sagte Viktoria, als das Essen da war.
„Selbstverständlich“, sagte Laura und begann damit.
„Sehr bezaubernd“, sagte Max.
„Das siehst du jetzt fast jeden Tag“, sagte Johanna.
„Und dich sehe ich jeden Tag“, sagte Max und küsste Johanna.
„Ja“, sagte Johanna lächelnd.
Nach dem Essen setzten sie sich aufs Sofa und Max machte den Fernseher an.
„Bitte kein Fußball“, sagte Laura. „Ich finde das langweilig.“
„Ich auch“, sagte Viktoria.
„Was dann?“, fragte Max.
„Einen Horrorfilm“, sagte Laura.
„Nein“, sagte Viktoria. „Bloß nicht.“
„Mach eine Tierdoku an“, sagte Johanna. „Das mögen die beiden und ich auch.“
„Na gut“, sagte Max.
„So ihr Kleinen, euer Bettchen wartet“, sagte Johanna.
„Bitte noch kurz“, sagte Laura und machte große Augen.
„Nein“, sagte Johanna.
„Du bist aber streng“, sagte Max.
„Ja bin ich“, sagte Johanna.
„Dann will ich aber mit Viktoria in ihrem Gitterbett schlafen“, sagte Laura.
„Das will ich auch, dass du bei mir schläfst“, sagte Viktoria.
„Schön“, sagte Johanna. „Dann auf.“
Viktoria legte sich auf ihren Wickeltisch.
„Endlich kannst du mich wieder hier drauf wickeln“, sagte sie. „Das ist viel besser als auf dem Bett oder irgendwo auf dem Boden.“
„Finde ich auch“, sagte Laura.
Nach dem Wickeln legten sie sich ins Bett.
„Gute Nacht ihr zwei Süßen“, sagte Johanna.
„Gute Nacht.“
Autor: kleineHexe | Eingesandt via Formular
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