Skip to content
WindelgeschichtenDeine ABDL-Story kostenlos!
  • Gemischt
  • Jungs
  • Mädchen
  • Reale Geschichten
  • Übersetzung
  • FSK18
  • KI Geschichten
  • Informationen

Die Fußball-Jungs (20)

31/10/2026 1 comment Article Jungs Spargeltarzan
This entry is Teil 20 von 20 in the series Die Fußball-Jungs
Windelgeschichten.org präsentiert: Die Fußball-Jungs (20)

Die Fußball-Jungs – Kapitel 20

„Das macht dann 3,50 €.“, sagte Jonathan und gab der Kundin ihren Kaffee und ein Stück Kuchen.

„Vielen Dank.“, lächelte die Frau, bezahlte passend mit ein paar Münzen und ging zu den Tischen der Mensa.

Jonathan und Simon mussten beim Verkauf die Strohhüte und Sonnenbrillen tragen, was einfach nur übertrieben peinlich aussah. Und ihre Schicht hatte gerade erst angefangen. Aber um sich zu beklagen war kaum Zeit. Die Schlange mit hungrigen Eltern und Kindern nahm kein Ende und so gingen dutzende Stücke Kuchen und Tasse Kakao und Kaffee über die Theke. Nach zwanzig Minuten hatten die beiden Jungs endlich mal die Möglichkeit zu verschnaufen und nahmen sich selbst einen Becher Kakao.

„Wer ist eigentlich nach uns dran?“, fragte Jonathan und sortierte die Münzen vom letzten Verkauf in die Geldkassette ein.

„Saskia und Lisa aus der 7E.“, antwortete Simon und füllte den frisch aufgebrühten Kaffee in eine Thermoskanne um.

„Immerhin haben wir fast die Hälfte von unserer Schicht hinter uns.“, lächelte Jonathan, „Hast du Bock, danach mal zur Chemie-AG zu gehen und mal schauen, was die so machen?“

„Chemie-AG?“, schaute Simon skeptisch, „Ob das so cool ist?“

„Die jagen vielleicht was hoch oder fackeln irgendwas ab.“, grinste Jonathan, „Außerdem haben wir nach den Sommerferien Chemie.“

„Erinner mich doch nicht daran, Junge.“, nörgelte Simon übertrieben theatralisch, „Ich finde Physik schon schlimm genug.“

Jonathan war im Gegensatz zu seinem besten Freund dem Fach nicht abgeneigt. Auch wenn sein absolutes Lieblingsfach natürlich seit jeher Sport war.

„Aber, wenn du willst, können wir da gleich mal hin.“, nickte Simon, „Wie sieht es mit diesem Wochenende aus? Schwimmbad, Pizza und Übernachtung?“

„Klar, machen wir so.“, versuchte Jonathan möglichst normal zu klingen. Im Inneren war ihm nicht wohl bei der Sache. Seit fast zwei Wochen machte er nachts ins Bett und konnte einfach nichts dagegen tun! Und das, wo er doch seinen kleinen Bruder immer damit aufgezogen hatte, dass dieser nachts noch Pampers tragen musste, damit sein Bett trocken bleibt. Simon als sein bester Freund wusste natürlich spätestens seit ihrem gemeinsamen nächtlichen Ausflug in die alte Fabrik, dass Noah nachts noch nicht trocken war. Was würde er sagen, wenn er erfahren würde, dass Jonathan nachts nun auch einfach in die Hose pisste?

„Alles gut?“, fragte Simon, der merkte, dass sein Kumpel irgendwie abwesend war, „Du guckst so seltsam.“

„Ja, ja. Ich muss nur kurz…äh…aufs Klo. Hältst du kurz die Stellung ohne mich?“

„Klar, kein Problem.“

Jonathan nahm den albernen Strohhut und die Sonnenbrille ab und ging los zu den Schülertoiletten. Sein Kopf war voll mit Gedanken, die er erst einmal ordnen musste. Er wollte ja unbedingt am Wochenende bei Simon pennen. Aber wenn er wieder einmal nachts ins Bett pissen würde, dann wäre das eine Katastrophe! Oder würde Simon es vielleicht gar nicht so dramatisch finden? Er hatte doch sicher auch schon einmal ins Bett gemacht, oder? Und wenn er, wie bei Frank und Oma am Wochenende, wieder eine von Noahs Windeln klauen würde? Außerdem hatte Mama diese komischen Bettnässerwindeln gekauft, die ihm auf jeden Fall besser passen dürften als Noahs Pampers.

Im Toilettenraum war niemand sonst. Gedankenverloren stellte sich Jonathan ans Pissoir und entleerte seine Blase. Warum musste ausgerechnet er jetzt solche blöden Probleme bekommen? Er war eindeutig zu alt, um noch ins Bett zu pinkeln! Nach dem Händewaschen schob er die Tür vom Jungsklo auf und sah einen kleinen, blonden Lockenkopf eilig durch den Gang flitzen. Ein dunkelhaariger, noch kleinerer Junge, war bei ihm und schaute sich immer wieder suchend um. Kein Zweifel, dass war Noah!

„Warum bist du nicht bei Mama?“, raunzte Jonathan seinen kleinen Bruder barsch an, „Die sucht dich doch bestimmt schon wieder!“

„Tut sie gar nicht!“, quengelte Noah und drehte sich zu seinem Bruder. Die Windelbeule in seinem Schritt war nun wirklich nicht mehr zu übersehen. Der Achtjährige hatte die Drynites, die er eigentlich nur für den absoluten Notfall tragen durfte, so sehr nassgepullert, dass sie am Popo ausgelaufen war und sich zwei dunkle Flecke auf seiner Jeans gebildet hatten. Er hatte nicht bedacht, dass die Bettnässerwindel nicht unbegrenzte Mengen Pipi aufsaugen konnte, sondern schneller an ihrer Kapazitätsgrenze war, als seine Pampers für die Nacht.

„Aber sie will sicher nicht, dass du einfach so hier herumstreunerst! Du kennst dich doch überhaupt nicht hier aus.“

„Darf ich aber!“, konterte Noah, „Hat Mama mir erlaubt.“

Mit seinen Händen fasste er sich auffällig immer wieder an den Po und schien irgendetwas vor seinem Bruder verheimlichen zu wollen. Jonathan musterte den Grundschüler und zog dessen Arm etwas unsanft weg.

„Eyyy, lass das!“, fauchte Noah, als sein nasser Po nun für seinen großen Bruder sichtbar war.

„Oh man, Noah! Dein Hintern ist ja klitschnass! Hast du in die Hose gepisst?!“, zischte Jonathan und drängte Noah in eine Ecke, wo sie wenigstens etwas geschützt vor den Blicken der andere Besucher waren. Jetzt musste er dem kleinen Nervzweg aus der Patsche helfen. Er konnte ja nicht mit nasser Hose durchs Schulgebäude rennen! Doch dann merkte Jonathan, wie dick Noahs Po war und zählte eins und eins zusammen: „Hast du eine Windel an?“

Noah bekam kein Wort heraus und druckste nur undeutlich herum. Warum musste sein großer Bruder das unbedingt vor Emanuel heraus posaunen?

„Die ist wohn übergelaufen? Wo ist Mama?“, fragte Jonathan und erntete nur ein Schulterzucken von Noah, „Ist sie beim Schulorchester?“

„Vielleicht, weiß nicht.“, murmelte Noah.

„Man Noah, reiß dich zusammen!“, fauchte Jonathan und schaute auf die große Uhr, die im Schulflur hing. Das Konzert würde in etwas Zehn Minuten beginnen. Bis dahin musste er Mama verständigen und in der Zwischenzeit seinen Bruder irgendwo unterbringen, wo niemand seine nasse Hose sah. Und eigentlich müsste er schon längst wieder in der Mensa bei Simon sein, um Kaffee und Kuchen zu verkaufen. Er atmete tief durch und legte seine Hand auf Noahs Schulter: „Ich hol Mama. Aber du musst so lange woanders warten, ja?“

„Woanders?“, fragte Noah nervös, „Wo denn?“

„Kommt mit!“, instruierte Jonathan die beiden Jungs und ging voran zu den Klassenzimmern. Am Ende des Ganges öffnete er eine der dunkelblauen Türen, neben der ein kleines Schild mit der Aufschrift „Klasse 7c“ hing.

„Ist das dein Klassenraum?“, staunte Noah, als er eintrat und vom Interieur geradezu überwältigt war. Es war in keinster Weise so, wie das Klassenzimmer in seiner Grundschule, sondern strahlte fast schon etwas Erwachsenes aus. Auch wenn es im Vergleich eher kühl und steril wirkte, trotz der Plakate und Poster an den Wänden.

„Warte hier, ja?“, wies Jonathan seinen kleinen Bruder an, „Fass nichts an und setzt dich nirgendwo hin mit deiner nassen Hose!“

Noah nickte und sah seinem Bruder hinterher, wie er mit schnellen Schritten aus dem Raum verschwand. Nun war er mit Emanuel allein, der die ganze Zeit nur stumm und schüchtern dagestanden hatte und immer noch nicht ganz begriffen hatte, was seinem Sitznachbar vom Bastel- und Malkurs eigentlich passiert war. Er hatte sich in die Hose gemacht, klar. Aber anders, als bei ihm, war der Pipifleck nicht vorne auf der Hose, sondern hinten am Po. Selbst, wenn man im Sitzen einpullerte, dass wusste Emanuel aus eigener Erfahrung, war vorne alles nass und nicht hinten! Schüchtern wagte der kleine Junge einen genaueren Blick auf Noah und sein Malheur. Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: „Du trägst eine Windel?“

Der Achtjährige wurde rot im Gesicht und schnaubte: „Jaaa, aber das blöde Ding ist ausgelaufen!“

Emanuel musste sein Kichern zurückhalten und hakte interessiert nach: „Hast du die immer an?“

„Nö, eigentlich nur abends, wenn ich schlafen gehe.“, versuchte Noah, wenigstens noch etwas Würde vor dem Knirps zu bewahren.

„Und du schickst mich auf die Toilette?“, lachte Emanuel nun hell und fand die Situation scheinbar sehr amüsant.

„Halt die Klappe! Du hast doch selber die Hose nass.“ fauchte Noah und griff nach einem Tafelschwamm, um ihn nach dem Knirps zu werfen.

Der wiederum bewaffnete sich mit der Kreide, die er als Wurfgeschoss verwendete und einen Augenblick später jagten sich die beiden Jungs quer durch den Klassenraum und hatten sogar Spaß dabei. Jedenfalls bis plötzlich die Tür aufging und Heike und Jonathan hereinkamen.

„Was ist denn hier los?“, rief Heike schockiert, „Noah, hörst du wohl sofort auf damit!“

Die durchdringe Stimme seiner wütenden Mutter ließ den Jungen sofort stillstehen und brachte sein Herz zum rasen. Jetzt würde es eine saftige Standpauke geben!

„Ich glaub ich spinne! Leg das sofort wieder zurück.“

Auch Emanuel legte die Kreide zurück zur Tafel und setzte ein unschuldiges Gesicht auf. Heike ging auf ihren Sohn zu und inspizierte seine nasse Hose.

„Na toll, Noah! Alles nass. Komm, ab zu Auto!“

„Mama, ich…“, versuchte Noah noch einen Satz der Rechtfertigung hervorzubringen.

„Sofort!“, wurde Heike lauter.

„Ich bring den Kleinen wieder zum Basteltisch.“, verabschiedete sich Jonathan und ging mit Emanuel zurück zum Kunstraum.

Wenig später saß Noah in seinem Kindersitz, der mit einer Plastiktüte von Aldi als Nässeschutz notdürftig ausgelegt war und fuhr schweigend mit seiner Mutter nach Hause.

Simon lehnte lässig an der Wand vom Chemieraum, als Jonathan dort eintraf. Mama und Noah waren mit dem Auto nach Hause gefahren und er sollte nach dem Abbau mit den Eltern seines besten Freundes heimfahren.

„Hey, warst du schon drin?“, begrüßte Jonathan seinen Kumpel und zeigte auf die dunkelblaue Tür. Eigentlich hatten sie sich zu zweit die Show der Chemie-AG ansehen wollen, aber dann hatte Jonathan sich ja um seinen kleinen Bruder kümmern müssen.

„Nö, ich wollte auf dich warten.“, schüttelte Simon den Kopf, „Aber die haben da drin schon abgebaut, glaube ich. Was war denn überhaupt los?“

„Ah fuck!“, fluchte der Zwölfjährige, “Alles nur wegen Noah.“

„Was hat er denn angestellt?“, lachte Simon, der Jonathans Bruder natürlich schon eine Ewigkeit kannte und genau wusste, dass er manchmal einfach das absolute Chaoskind war.

„Er hat sich wieder mal…“, setzte Jonathan an und machte eine Pause, „in die Hose gepinkelt.“

„Echt jetzt?“, stöhnte Simon, „Der ist echt so ein Hosenpisser! Und das mit Acht Jahren, voll peinlich!“

Jonathan schluckte. Immerhin hätte er sich den Titel Bettpisser mittlerweile wirklich mehr als verdient. Und am Wochenende würde Simon womöglich davon erfahren.

„Was machen wir jetzt?“, fragte Jonathan, auch um von dem unangenehmen Thema abzulenken, „Ich hab voll Hunger.“

„Draußen auch dem Schulhof gibt es einen Grill. Lass da doch was futtern.“, schlug Simon vor und beide gingen hinaus, wo der Duft von frisch gegrillten Würstchen und Maiskolben sie empfing. Die Schlange war nicht besonders lang, sodass sie bald schon einen gut gefüllten Pappteller vor sich hatten, als sie auf einer Bierzeltgarnitur Platz nahmen. Gierig verputzten die Teenager ihre späte Abendmahlzeit und unterhielten sich über die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika.

„Was meinst du? Gewinnt Deutschland die WM?“, fragte Simon etwas ungläubig.

„Auf jeden Fall! Mit dem Kader kommen wir bestimmt ins Finale dieses mal.“

„Das wäre echt geil! Stell dir das mal vor: Weltmeister 2010!“

„Hätte vor vier Jahren ja nicht mehr viel gefehlt.“, stellt Jonathan fest. Damals, als Deutschland im Halbfinale gegen Italien verloren hatte, durfte er sogar lange aufbleiben und das Spiel in voller Länge ansehen. Seine Grundschullehrerin hatte seiner Klasse das scherzhaft sogar als Hausaufgabe aufgegeben. Gemeinsam schwelgten die beiden Jungs in gemeinsamen Erinnerungen an das Turnier 2006. Erzählten vom Elfmeterschießen gegen Argentinien und vom Eröffnungsspiel gegen Costa Rica. Die Vorfreude machte sich in Jonathans Bauch bemerkbar.

„Ich hatte mich echt auf das Konzert vom Schulorchester gefreut, Noah.“, sagte Heike enttäuscht, als sie zuhause angekommen war und mit ihrem Sohn nach oben ins Badezimmer gegangen war.

„Das war auf einmal nass, Mama.“, versuchte der Achtjährige sich zu rechtfertigen.

„Warst du überhaupt einmal auf der Toilette, wie wir es abgesprochen hatten?“

„Ähh…also…“, stammelte Noah vor sich hin.

„Also gar nicht?“, deutete Heike die Reaktion ihres Sohnes.

„Nein, war ich nicht.“, bekannte Noah wahrheitsgemäß und zog die nasse Hose aus.

„Weist du eigentlich wie anstrengend das ist, dauernd nasse Hosen zu waschen? Es ist noch eine in deinem Schrank. Die anderen sind alle in der Wäsche!“

Noah schluckte. Der Ton seiner Mama war zwar ruhig, aber er wusste genau, dass sie kurz vorm Explodieren war. Also sagte er lieber gar nichts und nickte nur schüchtern. Die Drynites hing schwer an seinen Beinen herunter und war mittlerweile kalt und unangenehm geworden. Nicht so wie seine volle Pampers am Morgen. Heike riss die Seitenteile der Hochziehwindel auf, nahm sie ihrem Sohn ab und rollte sie zusammen, bevor sie im kleinen Mülleimer neben der Toilette entsorgt wurde.

„Das mit der Windel scheint dir ja nichts auszumachen, hm?“, fragte Heike und holte eine Pampers aus der Packung.

„Wie…wie meist du?“

„Ich meine, dass du kein Problem damit hast, wie ein Kleinkind in Windeln herumzulaufen.“, wurde Heike direkter, „Legst du dich bitte hin?“

Noah wusste keine Antwort darauf und legte sich wortlos auf den kühlen Fliesenboden. Erst jetzt verstand er, dass seine Mama ihm direkt seine Nachtwindel anziehen wollte. Dabei musste er eigentlich noch einmal auf die Toilette. Immerhin hatte er sein Pipi eingehalten, seitdem seine Drynites angefangen hatte, auszulaufen. Aber Mama schien wirklich sauer zu sein und Noah entschied sich, einfach im Bett in die Windel zu pinkeln. Dafür war sie ja schließlich da.

„Popo hoch!“, instruierte Heike ihren Sohn und schob die Pampers darunter, bevor sie Noah mit Penaten-Creme einschmierte. Die Klebestreifen der Babywindel wurden fest zugemacht und der stylische NASA-Schlafanzug darüber gezogen.

„Wenn du sowieso in die Windel pinkelst, dann brauchst du ja keine zum Hochziehen.“

Wortlos stand Noah auf, zog das Oberteil seines Schlafanzuges an und ging zum Waschbecken. Sollte das etwa heißen, dass er jetzt rund um die Uhr Pampers tragen konnte? Oder wollte Mama ihm nur ein schlechtes Gewissen machen? In seinem Bauch machte sich ein unschönes Gefühl breit. Mit seinem erneuten Pipi-Unfall hatte er Mama den ganzen schönen Abend verdorben. War es das Wert gewesen? Die nasse Drynites hatte sich toll angefühlt. Auch das Nicht-aufs-Klo-gehen-müssen war einfach klasse gewesen. Aber am Ende schaute Mama ihn wieder mit enttäuschtem Blick an und legte die nasse Hose in die Wäsche.

Da er ohnehin Fernsehverbot hatte und es schon spät geworden war, schickte Heike ihren Sohn direkt ins Bett. Immerhin durfte er noch sein heißgeliebtes Micky-Maus-Magazin lesen, bevor er um Acht Uhr seine kleine Lampe am Bett ausknipsen musste und seine müden Augen zumachte. Seine Pampers hatte er da schon längst mit warmen Pipi geflutet. Im Wohnzimmer machte seine Mutter es sich mit einer Tasse Tee vor dem Fernseher gemütlich. Im öffentlich-rechtlichen Programm wurde eine Aufführung der Berliner Philharmoniker gezeigt. So hatte sie immerhin noch etwas Klassik an diesem Abend. Aber nach einer halben Stunde öffnete sich die Haustür und Jonathan kam zurück.

„Hallo Großer!“, begrüßte ihn seine Mutter, „Seid ihr fertig mit abbauen und aufräumen?“

„Hallo Mama.“, stöhnte ein sichtlich müder Zwölfjähriger und stellte seinen Schulrucksack ab, „Ja, ist alles fertig. Man, war das viel.“

Erschöpft setzte er sich zu Heike aufs Sofa und schaute skeptisch auf den Fernseher: „Was guckst du da?“

„Ach, nur ein Klassik-Konzert.“, winkte Heike ab und stellte den Ton leiser, um sich besser mit ihrem Sohn unterhalten zu können, „Danke, dass du mir wegen Noah Bescheid gesagt hast.“

„Hatte er wieder eine von diesen komischen Windeln an?“,fragte der Zwölfjährige und erntete ein Seufzen seiner Mutter.

„Ja, hatte er. Eigentlich hatte er die anbekommen, damit seine Hose trocken bleibt. Aber er hat offensichtlich so viel reingemacht, dass sie ausgelaufen ist.“

„Oh man.“, schüttelte Jonathan den Kopf.

„Ich glaube, freiwillig geht er gar nicht mehr auf die Toilette. Immerhin bleibt seine Hose dann in der Schule trocken.“

„Hä, sag ihm doch einfach klipp und klar, dass er verdammt noch mal aufs Klo gehen soll!“

„Hab ich doch versucht! Aber irgendwie findet er immer eine Ausrede, warum er doch lieber eine Windel anziehen sollte.“

Das sah seinem kleinen Bruder ähnlich! Faul, wie er seit eh und je war, machte er lieber dauernd wie ein Baby in die Windel, als wie ein normales Kind auf die Toilette zu gehen! Das war mal wieder so typisch für den kleinen Nervzwerg! Und Mama ließ ihn einfach machen. Das war so unfair!

„Hm, er will also um jeden Preis eine Windel?“, überlegte Jonathan laut.

„Scheinbar ja. Dabei sind diese Hochziehwindeln ja dafür gemacht, dass man trotzdem normal aufs Klo gehen kann. Aber das scheint Noah ja komplett zu ignorieren. Dabei waren die echt unglaublich teuer!“

„Dann zieh ihm doch auch für die Schule seine Babypampers an!“, schlug der Siebtklässler vor.

„Meinst du? Ich hab langsam das Gefühl, dass ich ihm damit eher seinen Willen gebe.“

„Hmmm.“, murmelte Jonathan, dachte aber schon an etwas anderes und schaute etwas beschämt auf seine Füße. Immerhin hatte Mama die Bettnässerhöschen ja ursprünglich für ihn gekauft. Was die nächtlichen Unfälle anging, war er seinem nervigen kleinen Bruder ja mittlerweile sehr ähnlich. Nur das er im Gegensatz zu Noah nachts keine Windel zum Schutz trug und daher am Morgen sein Bett völlig nass war.

„Dann merkt er bestimmt schnell, dass das gar nicht so toll ist und geht wieder aufs Klo.“, murmelte Jonathan ohne aufzuschauen.

Heike merkte, dass dem Jungen etwas auf der Seele lag. Er war plötzlich leiser geworden und machte einen in sich gekehrten Eindruck. Das passte eigentlich überhaupt nicht zu dem coolen Teenager, der er sonst war. Behutsam legte Heike ihre Hand auf Jonathans Schulter.

„Alles okay, Großer?“, fragte sie mit ruhiger Stimme.

„Ich…“, setzte Jonathan an, „Ach…das ist doch alles unfair!“

Er musste sich zusammenreißen, nicht vor seiner Mutter zu heulen. Heike streichelte seinen Rücken und lies ihn seinen Kopf an ihre Schulter lehnen.

„Was? Was ist unfair?“

„Alles!“, prustete Jonathan heraus und merkte, wie ihm eine Träne die Wange herunterlief.

„Ist es wegen dem…“

„Ja! Simon will, dass ich am Wochenende bei ihm penne und wenn ich das mache, dann pisse ich doch garantiert wieder ins Bett!“

Der Zwölfjährige konnte einfach nicht anders. Er weinte und schluchzte, während er sein Gesicht in Mamas Schulter vergrub. Heike nahm ihn fest in den Arm und sagte erst einmal gar nichts. Hinter dieser coolen, rebellischen Fassade des Zwölfjährigen, schlummerte immer noch der kleine Junge von damals, der durch die Scheidung seiner Eltern sehr gelitten hatte und eben sehr sensibel und verletzlich sein konnte.

„Aber wenn ich ihm absage, dann ist er sauer auf mich!“, schluchzte Jonathan und wischte die Tränen mit dem Ärmel seines Pullovers ab.

Behutsam streichelte Heike den Rücken ihres Sohnes. Sie konnte gut verstehen, wie unangenehm ihm das Thema war.

„Willst du ihm denn lieber absagen, Großer?“, fragte Heike ruhig.

„Nein, er ist doch mein bester Freund!“

„Er würde es sicher verstehen, wenn du es ihm sagst.“

„Niemals! Nie im Leben!“, rief Jonathan und schlug mit seiner Faust auf das Sofa.

„Aber ihr kennt euch doch schon sooo lange. Er hat doch früher hier auch mal in die Hose gemacht. Das ist doch nichts schlimmes.“

„Das ist doch schon ewig her, da waren wir noch im Kindergarten, Mama!“

„Und vielleicht passiert ja auch gar nichts und alles bleibt trocken.“

„Meinst du?“, frage Jonathan mit verheultem Blick.

„Ich weiß es nicht.“, seufzte Heike unsicher.

Eine eigenartige Stille erfüllte den Raum. Natürlich wollte Heike ihren Sohn trösten, aber das Problem so einfach lösen, konnte sie nicht. Nach und nach beruhigte sich Jonathan wieder etwas und hörte auf zu weinen.

„Und wenn ich…“, setzte der Zwölfjährige nachdenklich an, sprach den Satz aber nicht zu Ende.

„Wenn du was?“, hakte Heike nach.

„Diese Hochziehwindeln…wenn ich…eine von denen anziehen würde.“

Heike schaute verdutzt auf. Hatte ihr Sohn das gerade ernsthaft vorgeschlagen? Die Windeln, die sie ursprünglich für ihn gekauft hatte und die jetzt aber sein kleiner Bruder trug, wollte er anziehen?

„Wir könnten das versuchen, Großer.“

„Nein, wenn Simon das mitbekommt, dann…“

„Jonathan, er ist dein bester Freund! Selbst wenn er davon Wind bekommt, dann wird er dich doch nicht weniger mögen.“

„Aber…ich kann doch nicht bei ihm einfach so eine Windel anziehen!“

„Probier sie doch erst mal aus. Dann schauen wir, ob die für dich überhaupt in Frage kommen. Wenn Noah jetzt sowieso erst mal nur seine Pampers anbekommt, dann kannst du die restlichen ja probieren. Ist das ein Deal?“

Heike hielt ihrem Sohn förmlich die Hand zum Handschlag hin. Nach kurzem Zögern nickte Jonathan und schlug ein.

„Aber wehe du erzählst Noah was davon!“

Autor: Spargeltarzan | Eingesandt via Formular

Diese Geschichte darf nicht kopiert werden.

Die Fußball-Jungs

Die Fußball-Jungs (19)
Views: 197
Tags: präsentiert, fußball, macht, kapitel, jungs
5 4 Abstimmungen
Article Rating
Abonnieren
Anmelden
Benachrichtige mich bei

guest

guest
1 Kommentar
Oldest
Newest Most Voted
Noah
Noah
Gast
01/11/2026 10:36

Tolle Geschichte!

0
Antworten

Report

Vorlesen

Weitere Teile dieser Geschichte

  • Die Fußball-Jungs (2)
  • Die Fußball-Jungs
  • Die Fußball-Jungs (3)
  • Die Fußball Jungs (4)
  • Die Fußball Jungs (5)
  • Die Fußball-Jungs (6)
  • Die Fußball-Jungs (7)
  • Die Fußball-Jungs (8)
  • Die Fußball-Jungs (9)
  • Die Fußball-Jungs (10)
  • Die Fußball-Jungs (11)
  • Die Fußball-Jungs (12)
  • Die Fußball-Jungs (13)
  • Die Fußball-Jungs (14)
  • Die Fußball-Jungs (15)
  • Die Fußball-Jungs (16)
  • Die Fußball-Jungs (17)
  • Die Fußball-Jungs (18)
  • Die Fußball-Jungs (19)
  • Die Fußball-Jungs (20)

Archiv

Neueste Beiträge

  • Das Geheimnis der Drachenburg (2) : Der merkwürdige Besuch
  • Meine Mommy Cassandra
  • Die Fußball-Jungs (20)
  • Ein Traum mit Folgen (6)
  • Ein Traum mit Folgen (5)

Neueste Kommentare

  • Noah zu Die Fußball-Jungs (20)
  • Volker zu Meine Mommy Cassandra
  • Burli zu Geheimnisse
  • Micha zwo zu Windelfreunde (14) Überwindung
  • Hidber zu Kleine Maus mit großen Herz (3)
  • Hans_Steam zu Das Geheimnis der Drachenburg (1) : Der ungewollte Umzug
  • DerEqualizer zu Sommergeschichte (3)
  • DerEqualizer zu Sommergeschichte

zufällige Geschichten

  • Jasmin’s Tagebuch (1)
  • Hass (Eine Liebesgeschichte)
  • Wettschulden
  • Mit Wünschen spielt man nicht (1)
  • Schöne Sommerferien (1)

Newsletter

© Windelgeschichten.org 2014 - 2025

wpDiscuz
  • Startseite
  • Unsere Top 3 Geschichten
  • Informationen
  • Autoren Übersicht
  • Index
  • Lesezeichen
  • Windelgeschichten APP
  • Newsletter
  • Newsletter Archiv
  • Einsendungen
  • Auto-Veröffentlichung
  • Support
  • Nutzerbedingungen
  • über uns