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Die Fußball-Jungs (16)

14/05/2026 0 comments Article Jungs Spargeltarzan
This entry is Teil 16 von 16 in the series Die Fußball-Jungs
Windelgeschichten.org präsentiert: Die Fußball-Jungs (16)

Die Fußball-Jungs – Kapitel 16

Das Suchen im großen Haufen Lego machte einen ziemlichen Lärm und war im ganzen Obergeschoss der Doppelhaushälfte zu hören. Noah und Joris hatten sich, nachdem sie den bereitgestellten Kuchen in der Küche verspeist hatten, im großen Kinderzimmer an den großen Berg an Klemmbausteinen gesetzt und ein großes Raumschiff für die republikanische Armee aus Klonkriegern gebaut. Ihre Ermittlungen hatten sich im Laufe des Tages im Sande verlaufen: Zwar wusste Joris, wo sich Dennis und seine Bande trafen, aber es war doch recht langweilig, die Teenager einfach nur abwechselnd durch das Fernglas beim Rauchen zuzuschauen. Sie hatten noch ein wenig mit den Walkie-Talkies gespielt und hatten auch sehr großen Spaß dabei, doch die Batterien der kleinen Geräte versagte bald den Dienst, wodurch ihr Detektivspiel nur noch halb so viel Spaß machte.

„Wir brauchen hier noch mehr von diesen Computer-Bausteinen!“, merkte Joris an, als er ein paar Feinheiten am Cockpit des Raumschiffes verbesserte.

„Ähh…so einer hier?“, fragte Noah und zeigte dem dunkelhaarigen Jungen einen Stein, der mit einem altmodischen Bildschirm bedruckt war.

„Ja genau! Gib mal her.“

Noah reichte den Stein an seinen Baupartner weiter und schaute interessiert dabei zu, wie er ihn zielsicher platzierte. Nebenbei bemerkte der Achtjährige Lockenkopf, wie es plötzlich in seinem Schritt wieder warm wurde. Die Windel, die er seit dem Morgen anhatte, war bereits völlig aufgeplustert und matschig. Aber Noah mochte dieses Gefühl. Wie ein weiches, warmes Kissen am Po. Und das beste war: Er musste keine nervigen Toilettenpausen machen! Joris war heute schon zwei mal auf dem Klo gewesen, aber durch die Windel unter der Hose konnte Noah sein Pipi einfach laufen lassen. Dieses mal war seine Pampers auch unentdeckt geblieben. Der Pullover, den Noah sich um die Hüfte gebunden hatte, war Joris nicht weiter aufgefallen, hatte den Windelpo des Grundschülers aber sicher versteckt.

„Wann musst du eigentlich nach Hause, Noah?“, fragte Joris beiläufig, als er den Legohaufen durchwühlte.

„Erst um 17 Uhr, wieso?“

„Weil es gleich schon halb sechs ist.“, verkündete der Gastgeber überrascht nach einem Blick auf seine Armbanduhr.

„Was? So spät schon?!“, rief Noah und ließ vor Schreck das Bauteil fallen, welches er gerade in das Raumschiff einbauen wollte, „Ich muss los!“

Er rappelte sich so hektisch vom flauschigen Teppich auf, dass ihm der Pulli von der Hüfte fiel und der Blick auf den ausgefransten Rand seiner Pampers freigab. Glücklicherweise registrierte Joris das nicht, da er viel zu verdutzt dabei zusah, wie Noah aus dem Zimmer stürmte. Der Pullover blieb unbemerkt auf dem Boden liegen. Joris wollte seinem Spielkameraden noch hinterherrufen, aber da hörte er schon die Haustür zuknallen.

So schnell er nur konnte, rannte Noah den Gehweg entlang. Die nasse Windel zwischen seinen Beinen scheuerte bei diesem Tempo fürchterlich an seinen Oberschenkeln und fühlte sich nun gar nicht mehr gemütlich und kuschelig an. Keuchend erreichte er ein paar Minuten später den Hofplatz, wo Jonathan schon mit grimmiger Mine auf ihn wartete.

„Man Noah, wo bleibst du denn?!“, fauchte der große Bruder, „Wir warten alle auf dich! Oma macht sich schon voll die Sorgen!“

„Ich war bei Joris zum Spielen und…“, wollte der kleine Lockenkopf sich rechtfertigen, als er barsch von seinem großen Bruder unterbrochen wurde.

„Ist doch scheißegal, man! Du solltest spätestens seit über einer halben Stunde wieder hier sein. Denkst du etwa, wir sitzen hier entspannt und warten auf den feinen Herrn Noah, der sich einfach nicht an Uhrzeiten hält?!“

Der Zwölfjährige war stinksauer! Es war mal wieder so typisch für seinen kleinen Bruder, dass er zu spät war. Aber warum sollte er sich auch an Absprachen halten? Für den Nervzwerg gab es doch eh nie wirklich Konsequenzen! Einfach einmal den Hundeblick machen und die Erwachsenen waren nicht mehr sauer auf ihn. Und das hatte der kleine Stinker in den letzten Jahren perfektioniert!

„Noah, da bist du ja endlich!“, rief Oma Ingeborg, als sie die schwere Haustür aufgemacht hatte und ihren verspäteten Enkel sah. Die Rentnerin trat nach draußen und nahm Noah in den Arm: „Du bist spät, junger Mann!“
Böse auf ihren Enkel war sie nicht. Es war deutlich die Erleichterung zu hören, dass er wieder bei der Familie war. Jonathan rollte genervt mit den Augen.
Frank, der Vater der beiden Jungs, hatte bereits beim Packen geholfen und alles in den Hausflur gestellt. Mit dem Schlüssel öffnete er wie von Zauberhand die Klappe des Kofferraums und deutete auf das Gepäck seiner beiden Söhne: „Jetzt musst du aber beim Einräumen helfen, Noah!“

Trotz all der Hektik bemerkte Ingeborg sofort, dass irgendetwas an ihm anders war, als heute Morgen: „Sag mal, wo ist denn dein Pullover, Noah?“

Noah schluckte und schaute an sich herunter. Kein Pullover zu sehen, nur sein verschwitztes T-Shirt.

„Sag jetzt nicht, dass du den verbummelt hast!“, stöhnte Jonathan.

„Upsi, der liegt glaube ich noch bei Joris.“

„Und wo wohnt dieser Joris?“, hakte sein großer Bruder mit sarkastischem Unterton nach.

„Weiß nicht…also…keine Ahnung wie die Adresse ist.“, stammelte Noah und blickte in das grimmige Gesicht seines Bruders, „Aber ich kann Papa ja da hin lotsen.“

Kurz darauf saßen die beiden Jungs im BMW ihres Vaters und leitete ihn durch die schmalen Dorfstraßen zur Doppelhaushälfte, wo er den Großteil des Sonntages verbracht hatte. Frank wies ihn an zu klingeln und freundlich nach dem Pullover zu fragen. Aber noch bevor der geschiedene Vater seinen Satz beenden konnte, hatte Noah sich auch schon abgeschnallt, war von seinem Kindersitz gesprungen und rannte zur Haustür. Nachdem er den Klingelknopf gedrückt hatte, wurde die Tür von Joris geöffnet, der bereits das vergessene Kleidungsstück in seiner Hand hielt.

„Ah Noah, gut das du kommst.“, begrüßte er den Achtjährigen, „Du hast eben was vergessen.“

„Ja genau, deswegen bin ich noch mal hier.“, lächelte Noah etwas verlegen und nahm den Pullover an sich.

„Bauen wir morgen am Raumschiff weiter?“, fragte Joris und schaute Noah erwartungsvoll an.

„Ne, ich fahr jetzt wieder zu meiner Mama nach Fichtenwald. Ich bin übernächstes Wochenende wieder hier bei Papa.“

„Sind deine Eltern geschieden?“

„Ja, ich bin nur alle zwei Wochen hier bei Papa.“

Im Auto ließ Jonathan die Fensterscheibe herunterfahren und rief: „Man Noah, wir wollen los! Komm jetzt endlich!“

Genervt streckte Noahs seinem Bruder die Zunge raus. Natürlich drängelte er wieder, obwohl er sich doch nur von seinem neuen Freund verabschieden wollte.

„Komm vorbei, wenn du hier bist.“, verabschiedete sich Joris mit einem Lächeln.

„Tschüss.“

Die Autofahrt verbrachte Jonathan damit auf seinem MP3-Player Musik zu hören, bis die Batterie in dem kleinen Gerät keine Energie mehr hatte und die coole Rockmusik der Band Rise Against aus den Kopfhörern verstummte. Auf der Rückbank des BMWs schlummerte Noah immer wieder ein. Das monotone Geräusch des Motors, der bequeme Kindersitz und die völlig durchnässte Windel waren einfach eine zu gemütliche Kombination. Das Saugvlies der Pampers war wirklich bis auf den letzten Krümel Superabsorber vollgepullert und nahm jetzt ziemlich viel Platz zwischen Noahs Oberschenkeln ein.

„Hallo Jungs!“, begrüßte Heike ihre Söhne, als diese vor der Haustür standen,“Ihr seid aber spät dran.Kommt schnell rein, das Essen wird kalt.“

Jonathan bemerkte gleich den vertrauten Geruch von Lasagne, der sich seinen Weg aus der Küche in seine Nase bahnte. Seine Laune wurde schlagartig besser. Immerhin war das eines seiner Lieblingsgerichte! Schnell brachte er sein Gepäck in sein Zimmer und lief in die Küche, wo Heike gerade die Auflaufform aus dem Backofen nahm und ihren Söhnen jeweils ein großes Stück servierte.

„Voll lecker, Mama!“, schmatzte Noah, obwohl er genau wusste, dass man mir vollem Mund nicht redete.

„Ja genau!“, pflichtete Jonathan ihm bei, jedoch erst nachdem er seinen Bissen heruntergeschluckt hatte.

„Freut mich, dass es euch schmeckt. Hattet ihr ein schönes Wochenende bei Frank und Oma? “

Noah erzählte seiner Mama ausführlich von ihrem Ausflug in den Spielepark und von seinem heutigen Detektivspiel mit seinem neuen Freund Joris. Das Detail mit den Windeln, die er fast das gesamte Wochenende über auch am Tag getragen hatte, ließ er bewusst aus und auch Jonathan hielt lieber die Klappe. Immerhin hatte er wieder beide Nächte eingenässt und schämte sich ziemlich dafür. Heike hörte ihrem Jüngsten aufmerksam zu und räumte, als alle drei fertig gegessen hatten, den Tisch ab.

„Wir müssen gleich noch deinen Turnbeutel packen, Noah.“, wies sie den Achtjährigen an, “Du hast morgen Sport in der Schule. Holst du den bitte von oben?“

Der Junge mit den langen, blonden Locken nickte und stand auf, worauf Heike etwas entsetzt auf das Polster des Küchenstuhls blickte: Ein dunkler Fleck war auf der Sitzfläche zu erkennen!

„Noah, dein Po ist ja ganz nass!“, rief sie verwirrt.

Jonathan schaute entgeistert zu seinem kleinen Bruder, der kaum wusste, wie ihm geschah. Schon hatte Heike seine Hose genauer unter die Lupe genommen und erkannte sofort, dass sich etwas unter seiner Hose verbarg.

„Hast du eine Windel um, Noah?!“

„Ähh, ja.“, murmelte der Grundschüler und schaute beschämt auf seine Füße.

„Ist das etwa noch die von letzter Nacht? Kein Wunder, dass die ausgelaufen ist!“

„Nein! Die ist von heute.“, jammerte Noah.

„Wie, von heute? Hat Oma dich heute gewickelt?“

Noah nickte nur stumm. Heike versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, dass sie das ganz und gar nicht gut von ihrer Ex-Schwiegermutter fand und wollte eigentlich genauer nachfragen. Doch wenn der Kleine jetzt noch in die Badewanne musste, blieb der alleinerziehenden Mutter nicht mehr viel Zeit. Immerhin hatten sie durch Franks Verspätung später zu Abend gegessen und daher das Abendprogramm schon genug durcheinander gebracht.
Heike brachte ihren Sohn ins Badezimmer. Während er sich seiner nassen Hose entledigte und den Blick auf eine aufgeplusterte und gelblich verfärbte Pampers freigab, ließ sie die Badewanne mit warmen Wasser volllaufen.

„Boah, darf ich das Piratenschiff mit in die Wanne nehmen, Mama?“, fragte Noah aufgeregt und hatte scheinbar schon wieder vergessen, dass seine Mutter überhaupt nicht begeistert von der ganzen Situation war.

„Das muss dann wieder ewig trocknen, Noah. Ein anderes Mal, ja?“, vertröstete ihn Heike und ließ stattdessen eine Gummiente in das schäumende Badewasser. Wie an jedem Morgen machte sie die Klebestreifen der Pampers ihres Sohnes auf und nahm ihm die nasse Babywindel ab. Mit einer Hand voll Feuchttüchern machte sie Noah noch grob sauber, bevor er sich vorsichtig in die Badewanne setzte.

„Ruf mich, wenn was ist.“, verabschiedete sich Heike aus dem Badezimmer.

Unten im Wohnzimmer hatte Jonathan die Gelegenheit genutzt und sich die Fernbedienung geschnappt. Er zappte durch die verschiedenen Programme, fand aber nur eine Wissenssendung auf ProSieben, die einigermaßen interessant war. Es ging um das angeblich größte Schnitzel der Welt, dass ein glatzköpfiger Moderator in Amerika gefunden haben wollte und den Zuschauern die Zubereitung des riesigen Fleischstückes zeigte.

„Kommst du bitte einmal in die Küche, Jonathan?“, fragte Heike, als sie wieder die Treppe heruntergekommen war.

Da ihre Söhne dieses Wochenende bei ihrem Vater waren, hatte sie die Möglichkeit ergriffen, ohne Kinder den großen Wocheneinkauf zu machen. Das machte sie immer so, wenn Frank die Jungs bei sich hatte, da sie sich dann in Ruhe die Zeit nehmen konnte und keine streitenden Brüder im Schlepptau hatte. Gestern im Drogeriemarkt war ihr ein ihr unbekanntes Produkt aufgefallen: Drynites, eine Hochziehwindel für Kinder und Jugendliche im Alter von Acht bis Fünfzehn Jahren. Während sie noch überlegt hatte, ob so etwas überhaupt das richtige für Jonathan wäre, hatte eine Angestellte des Marktes das Produkt dermaßen gelobt, dass Heike eine Packung mit Neun Exemplaren gekauft hatte.

Mit einem leicht genervten Schnauben schaltete Jonathan den Fernseher aus und folgte seiner Mutter in die Küche. Mit einer Handbewegung deutete seine Mutter an, dass er sich mit ihr an den Tisch setzen sollte. Er schaute verwundert in das ernste Gesicht von Heike, die sichtlich Schwierigkeiten hatte, einen passenden Gesprächsanfang zu finden.

„Ich muss etwas mit dir besprechen, Jonathan.“, begann sie nach einem Räuspern, „Es geht um die nächtlichen Unfälle. Ich mach mir Sorgen, dass du plötzlich solche Probleme hast.“

„Boah Mama, wir waren doch schon beim Arzt.“, rollte ihr Sohn genervt mit den Augen.

„Ich weiß, Großer. Die nächsten Tage wird sich Dr. Vogel ja auch mit den Ergebnissen melden.“

„Dann ist doch alles gut, oder?“, fragte Jonathan und war bereits dabei aufzustehen.

Heike räusperte sich erneut. Der Zwölfjährige merkte, dass scheinbar noch nicht alles gesagt war. Verwirrt schaute er seine Mutter an und setzte sich zurück auf den Küchenstuhl.

„Dein Vater hatte jetzt am Wochenende diese saugfähigen Matratzenauflagen aufs Bett geklebt, oder?“

Jonathan stöhnte auf: „Die sind voll kacke!“

„Nicht solche Wörter, Großer!“, unterbrach ihn Heike tadelnd.

„Man ey, ist doch so! Die knistern voll und am Morgen ist trotzdem alles nass.“, maulte der Siebtklässler, ohne zu merken, dass er Mama damit quasi gebeichtet hatte, dass er am Wochenende bei seinem Vater wieder ins Bett gemacht hatte.

„Ich halte das auch für keine gute Lösung. Vielleicht gibt es da was anderes.“

Jonathan horchte auf. Etwas anderes als die blöden Matratzenauflagen? Doch als Heike aufstand und aus dem Nebenraum eine kleine Plastikverpackung mit einem im Bett liegenden, braunhaarigen Jungen holte, stockte ihm der Atem!

„Was ist das?!“, entfuhr es ihm ungläubig, als Heike das Paket auf den Küchentisch stellte.

„Das sind Nachtunterhosen für…“, setzte die zweifache Mutter an, wurde jedoch von ihrem Sohn unterbrochen.

„Sind das Windeln?! Bist du bescheuert?!“, brüllte Jonathan wütend. Sein Gesicht wurde rot vor Zorn und sein Herzschlag pochte wie wild in seiner Brust.

„Ich weiß, dass das erst mal…“

„Gar nichts weißt du!“, schrie Jonathan seine Mama an, „Gar nichts!“

Der Teenager konnte seine Tränen nicht zurückhalten. Wie konnte Mama nur auf so eine Idee kommen? Er war doch ihr großer Sohn! Nicht der kleine Windelpisser, der immer von allen besser behandelt wurde als er. In seinem Kopf drehte sich alles. Ohne auch nur einen klaren Gedanken fassen zu können, ließ er einer Wut freien Lauf und schmiss die Windelpackung in die Ecke der Küche.

„Leckt mich doch! Ich hasse euch alle!“, brüllte er und stürmte hoch in sein Zimmer. Mit voller Wucht knallte er die Tür zu, was sogar sein kleiner Bruder in der Badewanne hörte. Geschockt starrte Heike auf den Küchenstuhl, der beinahe umgefallen war und brauchte einen Moment um die Geschehnisse zu verarbeiten. Mit zitternden Händen hob sie die Packung Drynites vom Boden auf und verstaute sie vorerst im Wohnzimmerschrank. Oben im Bad saß Noah schließlich in der Badewanne. Der sollte von dem Ganzen nichts mitbekommen, auch wenn er sicherlich mehr wusste, als Jonathan und Heike lieb war.

Wieder und wieder schob Noah die Gummiente durch das schaumbedeckte Badewasser und stellte sich vor, dass sein Badewannenspielzeug von einer Art Fluglotsentower gesteuert wurde. In seiner kindlichen Fantasie machte das total Sinn.

„Leitstelle an Ente, Leitstelle an Ente…“, krähte er mit verstellter Stimme, „Ente, bitte kommen, over!“

Aus dem Schaum hatte er einen großen Berg angehäuft, auf den er mit der Badeente zusteuerte. Im seinem Spiel war das sein Hauptquartier, wo er einen eben erst geborgenen Goldschatz abliefern musste.

„Hier Ente, wie lauten die Anweisungen?“, quietschte er vergnügt in einer höheren Tonlage.

Doch als er seine Ente gerade ins Hauptquartier schicken wollte, öffnete sich die Badezimmertür und Heike kam herein. Mit einem Lächeln schaute Noah sie an und ahnte schon, dass sein Enten-Abenteuer nun ein Ende finden würde.

„Es wird Zeit, Schatz. Lässt du das Wasser ab?“, bat Heike ihren Sohn den Badewannenstöpsel zu ziehen, „Wir müssen auch noch kurz deine Haare waschen.“

Noah schluckte. Wenn er eines hasste, dann war es Haare waschen! Egal wie vorsichtig Mama war, irgendwie bekam er immer Shampoo ins Auge, was tierisch weh tat und einfach nur doof war.

„Nööö! Ich will aber nicht Haare waschen, Mama!“, protestierte der Achtjährige, ohne zu wissen, dass Heikes Nerven an diesem Abend schon mehr als strapaziert waren.

„Noah, kein Theater! Wir waschen jetzt deine Haare ohne das ein Staatsakt daraus wird.“, knirschte Heike energisch. Noah verstand die Metapher zwar nicht, sah jedoch am Gesichtsausdruck seiner Mutter, dass mit ihr heute Abend nicht zu spaßen war. Als das Badewasser vollständig den Weg durch den Abfluss gefunden hatte, ließ er sich mit zugekniffenen Augen die Haare abduschen und shampoonieren. Das warme Wasser floss an seinen Ohre vorbei und Mama massierte seinen Lockenkopf, bis schließlich alles heraus gespült war. Einen Augenblick später wickelte Heike ihren Sohnemann in ein flauschiges Handtuch ein und trocknete ihn ab.

Heike schaute auf ihre Armbanduhr. Es war spät geworden, sodass sie Noah eigentlich schon bettfertig machen konnte. Also breitete die zweifache Mutter ein trockenes Handtuch auf dem Fliesenboden als Wickelunterlage aus und holte eine Pampers aus dem Schrank.

„Jetzt schon wickeln?“, fragte der Achtjährige verwirrt und legte sich auf das kuschelige Handtuch, als seine Mama nickte.

Heike faltete die Babywindel auseinander und wies Noah an, seinen Popo anzuheben, damit sie seine saugfähige Nachtunterhose darunter platzieren konnte. Der vertraute Geruch der Penaten-Creme stieg ihm in die Nase, als Heike ihn im Windelbereich eincremte und daraufhin die beiden Klebestreifen der Pampers zuzog.

„Fertig, jetzt brauchst du nur noch deinen Schlafanzug.“, stellte Heike fest und half Noah beim Anziehen des Pyjamas. Der Grundschüler genoss es sichtlich, so sehr von seiner Mama umsorgt zu werden und störte sich ganz und gar nicht daran, dass er seine Nachtwindel heute schon früher angezogen bekam.

„Du Mama?“, fragte er mit unschuldiger Mine, „Darf ich noch Fernsehen gucken? Gerade läuft noch Kim Possible.“

„Noah, für heute ist eigentlich…“, setzt Heike an und wollte ihrem Sohn das Fernsehen für heute streichen, da er zur Ruhe kommen sollte und sich daher lieber mit seinem Playmobil beschäftigen sollte. Aber im Zimmer nebenan war ja Jonathan, der wegen der gekauften Hochziehwindeln stinksauer war. Mit ihm müsste sie gleich noch ein klärendes Gespräch führen und irgendwie die Wogen wieder glätten! Natürlich ohne, dass Noah davon etwas mitbekam.

„Nun gut, aber nur noch die eine Folge, ja? Dann geht es ab ins Bett. Morgen ist ja wieder Schule.“, nickte Heike und schaute in das strahlende Gesicht ihres Sohnes.

Der flitzte mit seinem raschelnden Windelpo die Holztreppe herunter und legte sich bäuchlings aufs Sofa. Blitzschnell hatte er mit der Fernbedienung den Fernseher eingeschaltet und so lange auf die Pfeiltaste gedrückt, bis endlich das Logo von Super RTL am Bildschirmrand zu sehen war. Zufrieden schaute Noah auf den Fernseher und drückte seine Oberschenkel zusammen, sodass er die Windel zwischen seinen Beinen noch mehr spürte. Bald schon würde sie wieder nass und glibberig sein, so wie er es am liebsten hatte! So lange wie an diesem Wochenende hatte er seit vielen Jahren schon nicht mehr dauerhaft Pampers getragen. Vielleicht damals während seiner Kindergartenzeit, wobei ihm keine Erinnerung in den Sinn kam, wo er nicht doch von Mama auf den Kinder-Toilettensitz gesetzt wurde. An das Plastikgestell mit einer kleinen Treppe davor erinnerte er sich noch genau. Vor ihm hatte Jonathan damit den Toilettengang geübt und nach seiner eigenen Einschulung vor drei Jahren hatte Mama es endgültig im Müll entsorgt. Und heute lag der Achtjährige zufrieden mit der nunmehr dritten Windel des Tages vor dem Fernseher und schaute vergnügt eine seiner Lieblingssendungen.

Mit klopfendem Herzen näherte sich Heike der Zimmertür von Jonathan, atmete noch einmal tief durch und klopft an. Keine Reaktion. Aus dem Jugendzimmer war kein Geräusch zu hören. Noch einmal klopfte Heike mit dem Zeigefinger an und hörte es hinter der Tür rascheln.

„Geh weg!“, fauchte Jonathan laut und vergrub sein von Tränen überströmtes Gesicht wieder im Kopfkissen.

„Ich wollte dich doch nicht…“, setzte Heike an und wurde wieder unterbrochen.

„GEH WEG!“, schrie der Zwölfjährige nun, „Lasst mich doch einfach alle in Ruhe!“

Heike schluckte und überlegte, was sie nun tun sollte. Einfach wieder ins Wohnzimmer gehen und dem Jungen etwas Zeit und Raum für seine Wut geben? Nein, dass kam nicht in Frage. Schließlich war es kein typischer pubertärer Wutanfall des Zwölfjährigen. Sie hatte ihn mit ihrem Verhalten verletzt! Er war sauer auf sie und je mehr sie darüber nachdachte, desto eher konnte sie seine harsche Reaktion nachvollziehen! Was hatte sie denn erwartet? Das ihr Sohn ohne zu zögern die Windel anzieht und einfach froh ist, dass sein Bett dadurch trocken bleibt? Vorsichtig öffnete sie die Tür und sah ihren Sohn im Bett liegen. Sein Gesicht hatte er ins Kopfkissen gedrückt, sodass er nicht sah, dass Heike sich auf die Bettkante setzte. Behutsam legte sie ihre Hand auf seine Schulter und streichelte ihn sanft.

„Ich will dich doch nicht dazu zwingen, Jonathan.“, versuchte Heike den aufgebrachten Teenager zu beruhigen, „Du musst die nicht anziehen, wenn du nicht willst!“

„Ich will das alles nicht!“, schluchzte Jonathan, „Das soll einfach wieder aufhören!“

„Wir bekommen das hin, Großer. Das wird alles wieder gut.“, flüsterte Heike, „Das war blöd von mir.“

„Saublöd!“, schnaufte Jonathan.

Der Zwölfjährige rappelte sich auf und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Heike streichelte ihm über den Rücken und reichte ihrem Sohn ein Taschentuch.

„Ich entsorg die Packung gleich morgen, versprochen!“

Jonathan nickte und schnäuzte in das Taschentuch. Die Wut in seinem Bauch hatte sich gelegt und er sprach mit seiner Mutter noch über ein paar weniger wichtige Dinge, die in der nächsten Woche anstanden. So zum Beispiel das Sommerfest des Lise-Meitner-Gymnasiums, für das ein Kuchenbuffet organisiert wurde. Natürlich wollte Heike etwas dazu beitragen und sich auch den Auftritt des Schulorchesters nicht entgehen lassen.

„Ich muss den Kleinen langsam mal ins Bett bringen. Es ist schon viel zu spät für ihn!“, stellte Heike bei einem kurzen Blick auf ihre Armbanduhr fest und machte sich auf den Weg ins Wohnzimmer. So kam das turbulente Wochenende zum Ende: Noah wurde ins Bett geschickte, ohne noch in seinen geliebten Micky-Maus-Heften lesen zu dürfen, Jonathan grübelte noch lange über die Hochziehwindeln, bevor ihn die Müdigkeit übermannte und Heike schlief wie so oft vor dem Fernseher ein, ohne das Ende vom Tatort in der ARD mitzubekommen.

Autor: Spargeltarzan | Eingesandt via Formular

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Die Fußball-Jungs

Die Fußball-Jungs (15)
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Tags: kapitel, jungs, präsentiert, fußball, suchen
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