Skip to content
WindelgeschichtenDeine ABDL-Story kostenlos!
  • Gemischt
  • Jungs
  • Mädchen
  • Reale Geschichten
  • Übersetzung
  • KI Geschichten
  • Informationen

Windelfreunde (8)

03/05/2026 1 comment Article Gemischt giaci9
This entry is Teil 8 von 8 in the series Windelfreunde
Windelgeschichten.org präsentiert: Windelfreunde (8)

#8: Papakind

Kleinfeldern – Samstag, den 15. Dezember 2012, Sieben Uhr Abends

Mist, Mist, Verdammter Mist!

Warum war er nur so dumm gewesen?

Vorsichtig öffnete Fenix die Badezimmertüre einen Spalt breit, dann lugte er hindurch. Er wartete kurz ab, vergewisserte sich dass die Luft rein war und huschte durch den Flur in sein Kinderzimmer, wo er sich eine herumliegende Schlafanzughose anzog.

Das war geschafft.

Durch die Wand hörte er die laute Musik, die drüben im Zimmer seines großen Bruders lief. Dave und er waren hoffentlich noch eine Weile lang beschäftigt. Wieder sah Fenix zuerst in den Flur und nahm dann, als alles leer war, die Beine in die Hand und sprintete zur Treppe. Er nahm zwei Stufen auf einmal, war dann im Eingangsbereich und sah sich schon im Hauswirtschaftsraum als er im Flur beinahe mit seinem Vater zusammenstieß.

»Fenix! Was rennst du denn so!«, erschrak sich der großgewachsene Unternehmer, dann sah er die zusammengeknüllte Hose, die Fenix in der rechten Hand hielt.

»Ich … ich …«, stammelte Fenix und wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher als eine große Schwester wie Robin, die ihn jetzt decken und aus der Patsche helfen konnte. Wobei Nick darin auch gut war, aber der konnte grade nicht. Er musste das jetzt alleine klären: Seinem Vater einen einleuchtenden Grund präsentieren, warum er eine nassgepinkelte Jeans in seiner rechten Hand hielt, die er offensichtlich grade in die Wäsche hatte schmuggeln wollen.

Nein, die Windel, die Jakob mir geborgt hat ist übergelaufen, als ich eben im Badezimmer noch ein letztes Mal reinpinkeln wollte war keine gute Antwort, da war er sich sicher.

»Ich hab mir bei Jakob in die Hose gemacht«, flüsterte Fenix und wagte es nicht, seinen Vater dabei anzusehen, sondern sah auf die großen glänzenden Fliesen.

Bemüht um Augenkontakt kniete sein Vater sich vor ihn: »Oh. Und jetzt wolltest du die Hose schnell in die Wäsche bringen, damit ich es nicht mitbekomme?«

Der Zehnjährige nickte.

»Hm, tut mir leid, dass ich deinen Plan durchkreuzt habe. Schau mal Fussel, ich kann verstehen, dass dir das peinlich ist. Klar ist es das. Ist ja auch völlig normal. Aber das ist doch nicht schlimm, das kann doch mal passieren …«

Sein Vater legte ihm eine Hand auf die Schulter und deutete zum Hauswirtschaftsraum: »Na komm, ich wollte eh noch eine Wäsche fertig machen«

Erleichtert folgte Fenix ihm. Sein Vater war manchmal nicht leicht einzuschätzen. Wenn er arbeitete, was meistens war, durfte man ihn nicht stören, denn dann wurde er wütend. Und auch wenn er grade nicht arbeitete, arbeitete er trotzdem in Gedanken, was wiederrum hieß das es dann ebenfalls oft besser war, nichts zu sagen. Manchmal aber war sein Papa richtig lieb und dachte nicht an andere Sachen, sondern nur an ihn, wenn sie redeten. Fenix sah das an seinem Blick. Das waren immer richtig tolle Momente.

»Bei Jakob ist dir das passiert?«, fragte sein Vater, während er den Wäschekorb ausleerte.

»Ja … hab zu lange gewartet«, antwortete Fenix.

»Ehrlich Fussel, dafür bist du doch zu schon zu alt!«

»Ich weiß«, seufzte Fenix und stopfte seine nasse Jeans in die Waschmaschine, bevor er das Bullauge verschloss.

»Naja. Ist ja kein Drama«, entschuldigte ihn sein Vater, während er das Flüssigwaschmittel einfüllte, dann war das Thema für ihn erledigt. Stattdessen bereiteten Vater und Sohn gemeinsam ihr Abendbrot zu, was sie dann ebenso zu zweit vor dem Fernseher verspeisten während Nick und David ihr Zimmer an diesem Abend nicht mehr verließen. Sie schauten Wer Wird Millionär und Herr Herbrands ließ seinen Sohn mitraten und half ihm immer dann, wenn er nicht weiterwusste. Fenix war erstaunt, was sein Vater alles wusste und saugte dessen Aufmerksamkeit geradezu auf. Auch wenn er nach der Übernachtung bei Jakob und dem langen Tag wirklich müde war, schaffte er es, bis zum Ende der Sendung wachzubleiben. Auch wenn das wirklich schwierig war.

»Na komm Fussel, jetzt aber ab ins Bett. Dir fallen ja gleich die Augen zu!«, beendete sein Vater ihren Abend zu Zweit und schaltete den Fernseher aus. Fenix lag mittlerweile mehr auf dem Sofa als das er saß und abgesehen von seinem orangenen Skateboardhoodie war er quasi Bettfertig.

»Trag mich hoooch«, quängelte er kichernd.

»Na das hättest du wohl gerne«, lachte sein Vater und knuffte ihn an die Schulter: »Dafür bist du doch schon zu groß, na komm!«

Müde stand Fenix auf und trottete zur Treppe während sein Vater die Schüsseln zusammenräumte.

»Und geh nochmal auf Toilette, bevor du ins Bett gehst, nicht dass dir noch ein Unfall passiert heute«, rief sein Vater aus der Küche.

Ertappt erstarrte Fenix auf der zweiten Treppenstufe und antwortete »Jaja!«

Zehn Minuten später löschte der Zehnjährige die Nachttischlampe an seinem Bett, zog seine Decke über und schloss die Augen. Im Haus war es ruhig geworden. Nick und Dave im Nachbarzimmer gaben keinen Laut von sich, vielleicht schliefen sie auch schon. Papa machte unten den Abwasch, aber das hörte Fenix nur ganz leise und genau wie das toben des Windes draußen war es für ihn irgendwie beruhigend.

Beruhigung war genau das richtige in diesem Moment. Fenix Herz schlug schnell und obwohl ihm zuvor auf dem Sofa fast die Augen zugefallen waren war nun an Schlaf nicht zu denken.

Da war die nasse Windel, die er im Badezimmer versteckt hatte. Die durfte er auf keinen, auf gar keinen Fall vergessen sondern musste sie morgen in den Abfall werfen!

Und dann war da sein Plan.

Er hatte gestern Nacht bei Jakob schon während dem Schlafes eingepullert, das würde er auch heute wieder schaffen! Auch ohne Nachtwindel. Er war optimistisch. Vorausgesetzt er schaffte es, einzuschlafen …

Kleinfeldern – Freitag, den 18. August 2023, kurz nach Acht Uhr Abends

»Und du bist sicher, dass du vorher nicht nochmal auf Toilette musst?«, neckte Fenix seinen zweiundzwanzigjährigen Freund und Jakob warf aus Rache einen herumliegenden Stock nach ihm. »Die sind bestimmt hinten in der Traktorscheune«, vermutete Jakob, nachdem sie durch das große hölzerne Eingangstor des alten Vierseitenhofes gegangen waren. Im Knopphof hatte sich in den letzten Zehn Jahren wenig verändert. Auf dem Dach der Traktorscheune waren jetzt Solarmodule, alles andere war noch wie vor zehn Jahren. Überhaupt, da war dieser Geruch.

Heu, nasser Matsch, Raps.

So roch Kleinfeldern im Sommer. Und damit auch ein großer Teil von Fenix Kindheit.

Fenix verlangsamte seinen Gang und zog die Luft ein.

Dann blieb er stehen und erinnerte sich an die wunderbare Zeit damals.

Die Grillen zirpten und der Wind wehte den Geruch von Lagerfeuer und einen Refrain der Bösen Onkelz herüber.

»Na komm schon …«, sagte Jakob leise und legte einen Arm um Fenix Schulter, was aufgrund ihres Größenunterschiedes eher unbeholfen wirkte und nicht wirklich klappte.

Stattdessen griff er dann nach Fenix Hand.

Jakob ging zielstrebig auf die Traktorscheune zu, dort, wo sie früher mit den Kettcars um die Wette gefahren waren und schon bevor Jakob die wackelige alte Holztüre auf der Rückseite der Scheunenwand öffnete, hatte Fenix verstanden, wo sie hingingen.

Auf der Rückseite der Scheune gelangte man über eine kurze, aus Beton gegossene Treppe direkt an den Waldrand. Man musste nur ein paar Meter weit einem kleinen Pfad folgen, dann war man unterhalb der herrschaftlichen Veranda des alten Gutshofes, dort wo der Wald anfing der Kleinfeldern von Westen her umschloss. Im Prinzip waren sie jetzt genau da, wo Franzi gewesen war als sie damals die Farbbomben auf den Hof geworfen hatte. Schon verrückt, dachte Fenix. An dem Abend hatte er auch Jakob kennengelernt, Halloween 2012.

Etwa ein Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene hatten sich auf der Brachfläche unterhalb der Veranda versammelt. Die hohen Fichten des Waldes spendeten Schatten vor der untergehenden Sonne und ein Lagerfeuer sorgte für eine Wärme, die es um diese Uhrzeit eigentlich noch gar nicht brauchte.

»Jakob, Nice!«, begrüßte ihn ein stämmiger Zwei-Meter-Bursche mit blondem Bart: »Schön, dass du schon … oha!«

Der Gastgeber stockte bei Fenix Anblick. Sein gutmütiges Lächeln war dasselbe das er schon als Kind hatte, ansonsten hätte Fenix Max nicht wiedererkannt. Auch Max sah man an, dass er ihn erstmal zuordnen musste.

»Warte Mal … Fenix?«, erkannte Max ihn und war sichtlich überrascht: »Wow, hätte ich nicht gedacht, dass ausgerechnet du Jakobs Überraschung bist!«

Max war dabei so laut wie es in Fenix Vorstellung nur jemand sein konnte der sich bei der täglichen Arbeit mit lauten Maschinen Gehör verschaffen musste.

»Lange nicht gesehen, Junge!«, stellte Max fest und klopfte ihm auf den Rücken, bevor er Jakob umarmte. Währenddessen gesellten sich ein paar weitere junge Männer um sie, von den sich einer als Benni vorstellte und ehe Fenix es sich versah hatte er einen Krug mit frischgezapftem Bier in der Hand.

»Und, was macht’s Studium?«, fragte Maxi seinen Freund.

»Eigentlich ganz okay. Nicht mehr so langweilig. Hab jetzt Praktikum …«

Der Bauernsohn war plötzlich interessiert: »Ohlala, richtig Arbeiten! Erzähl!«

»Bei der Staatsanwaltschaft. Da hab ich auch ihn wiedergetroffen!«, erzählte Jakob und deutete auf Fenix, der bei seiner Erwähnung geistesabwesend nickte. Jakob erzählte zwar nicht ganz die Wahrheit, aber es war definitiv besser nicht preiszugeben, dass sie sich auf einer Windel-Fetisch-Party wiedergetroffen hatten.

Ob Maxi immer noch Bettnässer war?

»Ach, studierst du auch Jura?«, vermutete Maximilian und lehnte sich über den Tisch um seine beiden Gesprächspartner gegen die laute Musik verstehen zu können.

Wieder legte Jakob einen Arm um seine Schultern: »Fenix ist Polizist!«

»Kraass!«, war Maxis Reaktion: »So richtig?«

Fenix nickte.

»Bei der Kripo! Deshalb war er auch bei mir in der Staatsanwaltschaft. Richtig krass, so mit Weste und Waffe und so!«, schwärmte Jakob und irgendwie machte das Fenix stolz, auch wenn ihm die Situation ein wenig unangenehm war.

»Echt jetzt?«, staunte Maxi und schnell ergab es sich, dass Fenix ein paar amüsante Polizei-Anekdoten zum Besten gab, auch wenn er das eigentlich wirklich nicht vorgehabt hatte. Schon gar nicht hatte er zum Mittelpunkt dieser Party werden wollen, eigentlich war er nur wegen Jakob hier.

Er erzählte grade von einer ein Jahr zurückliegenden Observierung, bei der sie ein Bauer, versehentlich hatte auffliegen lassen, als er Gülle ausbringen wollte, da näherte sich ein Mädchen der Gruppe. Fenix nahm sie erst nicht war und erkannte sie nicht. Sie war in etwa so alt wie Jakob und spätestens an ihren rotorangenen, zu einem lockeren Dutt gebundenen Haaren hätte Fenix sie eigentlich sofort erkennen müssen.

Sie setzte sich neben Jakob auf einen der Baumstämme, die als Sitzgelegenheiten um die Feuerstelle herum positioniert waren. Jakob bemerkte sie sofort.

Sie strich sich eine Strähne hinters rechte Ohr: »Na, Bärchen?«

Jakob verstummte kurz, dann antwortete er schnell: »Hey Sarah!«

»Schön, dass du mal wieder da bist«, sagte Sarah sanft und Jakobs Augen sprangen zwischen Fenix und ihr hin und her.

»Wen hast du denn mitgebracht?«, führte Sarah das Gespräch fort.

Bis auf die Soundboks, die im Hintergrund Musik abspielte war es plötzlich still.

»Ähm … okay, das ist jetzt vielleicht etwas random …«, druckste Jakob herum, dann ergriff Fenix das Wort: »Ich bins, Fenix, erinnerst du dich noch?«

Natürlich erinnerte sich Sarah noch.

Und alle anderen auch.

Das war ja das Problem!

Hemmingen, Gymnasium – Montag, den 17. Dezember 2012, kurz nach Neun Uhr Morgens

»Jetzt erzähl schon, warum hast du heute morgen den Bus verpasst?«, fragte Jakob seinen Freund, während sie sich durch das Gedränge des nasskalten Treppenhauses ihrer Schule kämpften. Seitdem das Hauptgebäude eingestürzt war, war es in den zwei verbliebenen Treppenhäusern nur noch voller geworden, sodass die Kinder manchmal die Hälfte ihrer Großen Pause nur damit zubrachten überhaupt bis zum dem Schulhof durchzukommen.

»Nicht hier, gleich …«, antwortete Fenix nur. Draußen nieselte es und obwohl es schon halb zehn war, dämmerte es grade erst. Jakob klappte seine Kapuze hoch und war froh, unter seiner Jeans eine flauschige Strumpfhose zu tragen und darunter eine dicke Pampers, die ebenfalls dazu beitrug, dass er sich trotz des Wetters warm und eingekuschelt fühlte. Angesichts des Nieselregens verteilten sich die meisten Schüler des großen Gymnasiums entlang des Vordachüberhanges und die große Asphaltfläche aus der größte Teil des Schulhofes bestand war nahezu leer. Doch Fenix griff nach Jakobs Ärmel: »Komm«, sagte er. Jakob war gespannt Angesichts von Fenix Geheimniskrämerei. Sein Freund hatte heute Morgen den Schulbus verpasst und war von seinem Vater zur Schule gefahren worden. Und als Jakob im Bus Fenix großen Bruder Nick gefragt hatte, wo Fenix sei, hatte der nur ausweichend geantwortet.

Für einen kurzem Moment beschlich Jakob die Befürchtung, Fenix würde wieder umziehen und der beste Freund den er je gehabt hatte wäre so schnell wieder weg wie er gekommen war. Aber dann kamen sie bei den Bäumen auf der anderen Seite des Schulhofes an und Fenix antwortete endlich: »Ich hab den Bus verpasst, weil ich heute Morgen noch Duschen musste, weil ich ins Bett gepullert hab heute Nacht …«

»Oh man, du Armer …«, wollte Jakob sagen, doch Fenix Gesichtsausdruck brachte ihn zum Stocken.

Der war gar nicht traurig! Fenix Augen funkelten aufgeregt, beinahe begeistert!

»Mit Absicht!«, unterbrach Fenix ihn: »Richtig viel, mein ganzer Schlafanzug war nass! Und ich hab gar nix gemerkt, das ist einfach passiert weil ich vorm schlafengehen nicht aufs Klo bin sondern stattdessen nochmal was getrunken hab!«

Jakob sah seinen Freund ungläubig an: »Mit Absicht?«

»Jap«, raunte Fenix leise.

»Warum?«, fragte ausgerechnet Jakob.

»Du hattest Recht beim Iglu! Und Robin auch! Und mein Papa findet das nicht so schlimm wie ich dachte!«, platzte es aufgeregt aus Fenix heraus.

Jakob runzelte die Stirn: »Warte, was?«, fragte er verwundert: »Beim Iglu?«

»Als wir unser Schneeiglu gebaut hatten als der Schnee da war. Da haben wir drinnen gesessen und ich hab dir gesagt dass ich bis vor kurzem auch noch ins Bett gepullert hab, weißt du noch?«

Jakob nickte. Klar wusste er das noch.

Fenix redete nun ganz schnell: »Du meintest man, warum hast du damit aufgehört! und jetzt frage ich mich das selbst. Warum hab ich damit aufgehört?«

»Und was ist mit meiner Schwester und deinem Papa?«

»Ach, ja«, erklärte Fenix: »Also Robin meinte am Samstag zu mir, dass deine Mama dir ja auch nur deshalb erlaubt, Windeln zu tragen weil du ansonsten andauernd deine Hosen vollpullern würdest …«

»Eyyy!«, unterbrach Jakob seinen Freund empört.

»Is doch so«, kicherte Fenix und deutete mit der Hand auf Jakobs Schrittbereich, wo man unter der Winterjacke rein gar nichts sah, doch beide Jungen wussten was gemeint war und Jakob protestierte nur noch mit einem hellen, resigniertem »Eeey!«

»Und, ich mein, jetzt hab ich gedacht, das kann ich ja auch wieder machen! Und dann ist meine Pampers Samstagnachmittag total übergelaufen, als ich von Benni zurückgekommen bin …«

Meine auch, aber das war nicht alles, dachte Jakob innerlich an seinen Samstagabend, an dem er mit voller Stinkepampers vor seiner Schwester gestanden hatte, zurück.

» … und als ich meine nasse Hose wegbringen wollte hat Papa mich erwischt! Aber er war garnicht böse oder traurig, er hat einfach gesagt dass das mal passieren kann und schon nicht so schlimm ist. Und das, obwohl ich gesagt habe das mir das passiert ist weil ich zu lange gewartet hab bis ich aufs Klo bin!«

Jakob unterbrach seinen Freund: »DAS hast du deinem Papa gesagt?«

Fenix nickte: »Jap. Ja und dann hab ich halt gedacht, dann ist es auch nicht so schlimm wenn ich wieder ins Bett mache. Und das hab ich Samstag gemacht, und gestern auch, und … vermutlich mach ichs auch heute wieder.«

»Boaaah«, freute sich Jakob: »Aber … hoffentlich verpasst du morgen nicht wieder den Bus dann!«

»Jaaa. Morgen bin ich schneller. Hab ja jetzt Übung! Aber ich glaub, also, ich hoff, wenn ich das ein paar Nächte am Stück mache krieg ich vielleicht meine Nachtwindeln wieder, dann ist das einfacher mit dem Bett«, Jakob wollte grade endlich etwas erwidern, da fügte Fenix noch freudig hinzu: »Oh, stell dir vor dann, wenn ich dann bei dir übernachte, dann kann deine Mama auch nix mehr dagegen sagen dass ich eine von deinen Pampers anziehe in der Nacht! Weil ich die dann ja brauche! Ist das nicht cool??«

Ein paar Stunden später in Kleinfeldern, kurz vor 13 Uhr

»Und du musst jetzt echt Grundschule?«, fragte er genervt, während sie nacheinander als erstes den Bus verließen. Ein, zwei andere Schüler stiegen ebenfalls mit ihnen aus, mehr nicht. Die wenigsten Kinder und Jugendlichen hatten nur Fünf Unterrichtsstunden und daher war der Bus um diese Zeit immer besonders leer.

Dabei waren Tage an denen er nur Fünf Stunden hatte in Fenix Augen immer besonders toll. Man war immer schon richtig früh zu Hause und konnte den Rest des Nachmittages mit seinen Freunden spielen.

Außer man war mit Jakob befreundet, denn der ging nach der Fünften Stunde immer in die Grundschule zur Nachhilfe und anschließend noch in die Nachmittagsbetreuung derselben, also konnte man sich frühestens ab halb Vier mit ihm treffen. Das nervte!

»Mmmh«, nickte Jakob: »Aber ich muss nur noch Mathe und Englisch machen, dann spiel ich mit Benni und Maxi! Du solltest wirklich auch dazukommen!«, versuchte Jakob ihn mal wieder zu überzeugen und wackelte dabei aufgeregt mit seinem Oberkörper, sodass die Schnallen von seinem Schulranzen hin und herschwangen.

»Neee, das ist doch komisch, ich darf da bestimmt nicht einfach so hin …«, antwortete Fenix. Seit dem vergangenen Wochenende kannte er nicht nur Maxi Knopp, sondern auch Benni und konnte schon verstehen, warum es Jakob Spaß machte, mit den beiden Grundschulkindern zu spielen. Aber er konnte doch kaum einfach so mitkommen in eine fremde Schule auf der er nie war, oder? Die würden ihn bestimmt alle komisch anschauen, zumindest die Betreuer und bestimmt auch Jakobs alte Klassenlehrerin. Das traute er sich einfach nicht.

»Moaaaah«, grummelte Jakob und wich im selben Atemzug einem Straßenschild aus, bevor er an der Hauptstraße links abbog, da sich ihre Wege nun trennten.

»Um Drei nach der OGS komm ich vielleicht zu dir, wenn ich ne frische Pampi bekommen hab!«, rief ihm Jakob noch zu, als er schon die Straße überquerte.

Fenix blieb stehen, winkte seinem Freund kurz hinterher und ging dann langsam weiter. Nachdem er fast den ganzen Freitag und Samstag ebenfalls dieselben Windeln wie Jakob getragen hatte, konnte er die Pampers langsam ganz gut einschätzen und wusste, wie sie sich anfühlten, wenn man sie so lange trug wie Jakob heute. Zumindest konnte er es ganz gut abschätzen.

Und das war genau das, was ihn wundere.

Trockene Windeln waren wunderbar flauschig, wie ein Kissen das man sich umgeschnallt hatte. Wenn Fenix dann zum ersten Mal reinpinkelte, wurde das Kissen warm, was nur noch besser war. Dass die Pampers dadurch auch etwas schwerer wurde, war nicht schlimm. Je öfter Fenix am Samstag in die Windel gepullert hatte, desto wärmer war sie geworden. Nicht mehr nur im unteren Schrittbereich, sondern überall war er von kuscheliger, weicher Wärme umgeben gewesen, so beruhigend und geborgen dass er sich fragte, warum er nur jemals aufgehört hatte Windeln zu brauchen.

Aber dann war die Pampers immer feuchter geworden, natürlich, sie waren ja den ganzen Tag unterwegs gewesen und er konnte ja schlecht im Wirtshaus seine Pampers ausziehen und in den Mülleimer stopfen.

Irgendwann hatte sich die Windel nicht mehr nur dick, warm und schwer angefühlt, , sondern überall nass. Als würde er in einer Pfütze sitzen. Der Zehnjährige hatte deutlich gespürt, dass eine durchnässte Windel an ihm klebte wie ein klammes Handtuch, vorne im Schritt matschig und schwerfällig an seiner Haut reibend, wenn er ging. Das war nicht mehr so toll gewesen.

Um zu verhindern, dass seine Pampers so offensichtlich – und vor allem so offensichtlich als nass erkennbar – wurde wie es Jakobs Windeln oft waren, hatte er ab dem frühen Nachmittag eh nicht mehr weiter reingepinkelt sondern eingehalten. Aber auch ansonsten hätte er das vermutlich gemacht, sonst wäre es ihm langsam zu ungemütlich gewesen. Aber Jakob hatte sich darüber nicht geschert, wie auch, er konnte ja nicht einhalten. Fenix hatte sich Samstags schon gefragt, ob Jakob sich nicht an diesem nassen Gefühl störte und gedacht, dass er das einfach in Kauf nahm weil es viel zu aufwendig gewesen wäre, zum Windelwechsel nach Hause zu gehen.

Aber eben im Bus war Jakob vor ihm aufgestanden und Fenix hatte seinen Windelpo gesehen, der in der Schule sonst immer gut von seinem Pulli oder der Jacke verdeckt war: Schon jetzt war der Pamperspo seines Elfjährigen Freundes richtig dick. Sein Hintern war richtig groß ausgebeult und die Windel formte einen tiefen Wulst zwischen seinen Oberschenkeln. Garantiert fühlte es schon schon jetzt richtig nass an in seiner Windel. Er trug sie ja schon seit heute Morgen, also seit fast sechs Stunden. Und Jakob hatte grade auf der Busfahrt erst seine Apfelschorle ausgetrunken und würde diese Pampers noch zwei Stunden lang anhaben.

War das nicht lästig?

Fühlte sich das wirklich so an, wie er es vermutete?

Am liebsten hätte Fenix seinen Freund gefragt. Gefragt, ob ihn die pitschnasse Windel nicht nervte, ob er sich Sorgen machte, wenn er so vollgepinkelt in die OGS ging, dass er nicht auslief, oder das irgendwer was Komisches dachte. Wie es war, wenn die Windel so supernass war den ganzen Tag.

Das hatte er eigentlich am Samstagabend herausfinden wollen, als er mit seiner deutlich nassen Pampers nach Hause gekommen war und zu seiner Erleichterung bis auf Dave und Nick, die wirklich besseres zu tun gehabt hatten als sich mit ihm zu beschäftigen, niemand zuhause gewesen war. Schon eine Stunde lang hielt er seinen Harndrang nur unter großer Not zurück und sprintete, kaum war er durch die Haustüre getreten, beinahe sofort ins Badezimmer und Schloss die Türe hinter sich.

Anstatt die Klobrille hochzuklappen, erst die Hose, dann die Unterhose runterzuziehen und dann die Pampers zu öffnen hatte er sich einfach nur von innen an die geschlossene Badezimmertüre gelehnt, geseufzt und die Beine breit gemacht. Dann hatte er all das mühsam aufgestaute Pipi laufen lassen und seine Pampers einer unerbittlichen Flut ausgesetzt.

Noch viel mehr als am Tag davor, wo er sich in Jakobs Kinderzimmer vor dessen Augen in die Windel genässt hatte.

Die Erleichterung hielt eine gefühlte Ewigkeit, in der Realität aber nur ein paar Sekunden. Bis Fenix an seinem Oberschenkel einen Pipitropfen herabrinnen spürte. Und dann einen zweiten.

Und dann ein ganzes Rinnsal!

Obwohl er drei Stunden lang mühelos seinem Harndrang standgehalten hatte und wirklich ein Experte im erfolgreichen Aufschieben von Toilettengängen war, hatte Fenix keine Chance, den laufenden Strahl zu unterbrechen. Auch wenn er es verzweifelt versuchte. All das mühsam zurückgehaltene Pipi sprudelte aus ihm heraus, setzte die Pampers völlig unter Wasser und auch sein linkes Hosenbein, seinen Po und den Bereich zwischen seinen Beinen. Statt einer pitschnassen Windel wie Jakob hatte Fenix nun eine vollgepinkelte Hose an, die innerhalb von Sekunden kalt und unangenehm wurde.

Und als sein Vater ihn mit der nassen Hose erwischt hatte, war er verständnisvoll gewesen, viel gelassener als Fenix es je erwartet hätte. Ausgerechnet deshalb hatte Fenix angefangen, mit Absicht ins Bett zu machen. Und sein Papa nahm sogar inkauf, beim Morning-Standup-Meeting in seiner Firma zu spät zu kommen, nur um ihn zur Schule zu fahren.

Das fand Fenix eigentlich ziemlich toll.

Kleinfeldern – Elf Jahre später am 18. August 2023, kurz nach Acht Uhr Abends

Sarah sah erst Fenix, dann ihn entgeistert an.

»Diggah, ist das dein Ernst? DEN hast du mitgebracht? DEN?!«

Damit meinte sie Fenix, wen auch sonst.

Jakob deutete Sarah mit seinen Händen an, sich abzuregen. Die junge Frau, die neben ihm auf einem zur Bank umfunktionierten Baumstamm saß, war immer noch so temperamentvoll wie zu Pubertätszeiten. Deshalb hatten sie sich ja immer so gut verstanden. Aber jetzt musste Sarah verstehen, dass …

»Nach allem, was er dir angetan hat?«, empörte sie sich und warf Fenix einen bösen Blick zu.

»Chill«, antwortete Jakob, peinlich gerührt von Sarahs Beschützerinstinkt der beinahe an den seiner großen Schwester heranreichte: »Ja. Klar. Aber wir waren doch beide noch Kinder damals. War ultramies von ihm, aber das weiß er selber. Und er hat sich tausendmal entschuldigt jetzt und wir haben echt ne gute Zeit in Hamburg. Komm, er hat eine Zweite Chance verdient …«

Dass Fenix und er auch dank ihrer Windelleidenschaft weiterhin so gute Freunde waren, ließ Jakob lieber unerwähnt.

»Ey Leude, klärt mich mal auf«, warf einer der Jungen auf der anderen Seite des Lagerfeuers ein und deutete mit seiner Bierflasche auf Jakob, Sarah und Fenix.

Doch Stattdessen ergriff der Gastgeber das Wort: »Mecki, das war noch vor deiner Zeit. Jakob kenn ich schon seit dem Kindergarten, wir waren immer gute Freunde. Und Fenix ist irgendwann zu uns gezogen, als ich so Acht war. Und Jakob Zehn. Wegen den Windrädern, die damals im Bau warn …«

Mecki nippte an seiner Bierflasche.

» … und wir haben viel miteinander gespielt. Fenix und Jakob noch mehr als ich, die waren auch in der selben Klasse und super dicke Freunde. Und, okay, dafür muss man wissen …«, er pausierte und blickte auffordernd zu Jakob.

Jakob räusperte sich und erklärte kleinlaut: »Also, ich hab noch Windeln gebraucht, damals mit Elf-Zwölf …«

Mecki verschluckte sich an seinem Bier. Und auch die wenigen anderen Gäste, die Maxis Geschichte lauschten und nicht mit ihnen aufgewachsen waren, waren überrascht.

Max übernahm wieder: »Ja, das wusste halt jeder im Ort, war kein großes Geheimnis. Irgendein Problem mit deiner Blase oder so, richtig Jakob?«

Jakob nickte schnell.

»Für uns war das damals irgendwie normal, auch wenn Jakob natürlich gemobbt wurde deshalb, von vielen der anderen Kids. Aber auf seiner Schule in Hemmingen wars Top-Secret, nur Fenix wusste halt davon. Das hat halt gut funktioniert, Jakob der Streber ist ja nach der Vierten aufs Gymmi und wir anderen auf die Gesamtschule, da gabs keinen ders hätte ausplaudern können, außer welche aus den höheren Klassen. Aber die wussten schon, dass sie nichts erzählen sollten, Jakob hatte halt auch zwei ältere Geschwister die sich nen bisschen darum gekümmert haben«, erläuterte Max.

»Ja, und dann ist Sarah hier hergezogen mit ihrer Mutter«, übernahm Jakob: »In der Siebten. Und hat sich neben mich gesetzt in der Klasse, weil sie sonst Keinen kannte und neben Fenix nichts frei gewesen war. Und ich hab mich voll gut mit ihr verstanden, sie war nicht so gemein zu mir wie die anderen in meiner Klasse, im Gegenteil, sie hat wie Fenix zu mir gehalten, auch wenn ich …«

» … Auch wenn du mir gesagt hast, ich soll mich lieber mit den anderen anfreunden, weil du mich nur runterziehen wirst auf der Beliebtheitsskala«, zitierte Sarah ihn mit einem mitleidigen Tonfall und knuffte seine Schulter.

»Also, die Beiden haben sich halt richtig gut verstanden und wir haben schon Witze gemacht, dass Jakob jetzt ne Freundin hat«, ergriff Max wieder das Wort: »Und Jakob hat mich, Benni, Lukas und so angefleht, Sarah bloß nichts davon zu erzählen, dass er noch Windeln trägt. Klar, das hätten wir eh nicht gemacht und eigentlich war das ein aussichtsloses Unterfangen, weil die anderen Jungs im Dorf es ihr eh früher oder später erzählt hätten, aber …«

» … Bevor das irgendwer anders konnte, hat Fenix es eh schon getan«, schnitt Sarah Max das Wort ab und wurde lauter: »Er hats welchen aus unserer Klasse erzählt und die haben dann am Anfang der Sportstunde seine Shorts runtergezogen und Jakob stand vor der ganzen Klasse in ner Windel da. Es haben halt wirklich alle gelacht, selbst der Zimmer, unser Sportlehrer. Und das hat halt nicht aufgehört, von da an war Jakob nur noch Windeljunge bei uns. Und Fenix hat halt erst auch nicht zugegeben, dass er so gesnitcht hat, bis Marcel mir das verraten hat und … das war ja wirklich das allerletzte!«

»Er war auch erst Dreizehn damals«, versuchte ausgerechnet Jakob zu vermitteln.

Sarah redete sich in Rage: »Jetzt nimm ihn doch nicht in Schutz, Digga! Er war dein bester Freund und dann hat er sowas gemacht, ey!«

Jakob schwieg.

Fenix eh. Der wollte am liebsten weg.

»Und dazu kam«, ergriff Max in einem ruhigeren Tonfall das Wort: »Dass Fenix selbst Nachts noch Windeln gebraucht hat damals, der war also der letzte, der so ne Aktion hätte fahren sollen …«

Dass das nicht nur auf Fenix, sondern auch auf Max selbst zutraf, das verschwieg der Gastgeber selbst zehn Jahre später noch.

»Und warum haste das dann gemacht?«, fragte Mecki nach einer kurzen Pause in der niemand wusste, was er sagen wollte und in der Jakob schon gehofft hatte, sie würden alle kollektiv das Thema wechseln.

Statt Fenix ergriff sofort Sarah das Wort: »Fenix war eifersüchtig auf Jakob wegen der Freundin-Sache, hat man voll gemerkt«, behauptete sie und Max gab mit einem Nicken verstehen, dass er das ähnlich sah. Fenix warf einen hilfesuchenden Blick zu ihm und Jakob schenkte seinem Freund ein aufmunterndes Lächeln.

Ja, Jakob hatte das damals auch gedacht. Schon seit dem ersten Tag, als sich Sarah neben ihn und nicht neben Fenix gesetzt hatte. Aber wenn er jetzt an Fenix dachte, dann fragte er sich, ob er seinen Freund damals vielleicht falsch verstanden hatte.

Autor: giaci9 | Eingesandt via Ticket

Diese Geschichte darf nicht kopiert werden.

Windelfreunde

Windelfreunde (7)
Post Views: 366
Tags: präsentiert, windelfreunde, samstag, papakind, kleinfeldern
5 6 Abstimmungen
Article Rating
Abonnieren
Anmelden
Benachrichtige mich bei
guest
guest
1 Kommentar
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Toasty
Toasty
Gast
04/05/2026 01:32

Hm oh man. Damit kennt ich mich leider nur zu gut aus. War bei mir und einem guten Kollegen damals genauso, also außer den Windeln xD

0
Antworten

Report

Vorlesen

Weitere Teile dieser Geschichte

  • Windelfreunde
  • Windelfreunde (2)
  • Windelfreunde (3)
  • Windelfreunde (4)
  • Windelfreunde (5)
  • Windelfreunde (6)
  • Windelfreunde (7)
  • Windelfreunde (8)

Archiv

Neueste Beiträge

  • Laura (23)
  • Windelfreunde (8)
  • Laura (22)
  • Das was bleibt (8)
  • Laura (21)

Neueste Kommentare

  • Burli bei Laura (23)
  • Leon bei Die Klassenfahrt
  • Leon bei Die Klassenfahrt
  • Toasty bei Windelfreunde (8)
  • LOL bei Die N-Bande (2)
  • Murad bei Die große Revanche (7)
  • Soe Lückel bei Das was bleibt (8)
  • Soe Lückel bei Die Lehre (14)

zufällige Geschichten

  • Babysitterliebe
  • Der seltsame Fund (1)
  • Trainings Pants
  • Max und Susanne und der Lebensretter Windelpo
  • Luisa

Newsletter

© Windelgeschichten.org 2014 - 2025

wpDiscuz
  • Startseite
  • Autoren Übersicht
  • Index
  • Lesezeichen
  • Informationen
  • Windelgeschichten APP
  • über uns
  • Newsletter
  • Newsletter Archiv
  • Einsendungen
  • Support
  • Nutzerbedingungen