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Die Lehre (15)

31/07/2026 0 comments Article Mädchen Soe Lückel
This entry is Teil 15 von 15 in the series Die Lehre
Windelgeschichten.org präsentiert: Die Lehre (15)

Die Lehre

Kapitel XV

Was bisher geschah:

Erinnert Ihr euch noch, wie alles in „Die Lehre“ begann? Jules Reise vom schüchternen Dorfkind zum Lehrling war bis jetzt eine emotionale Achterbahnfahrt. Die Sehnsüchte, die Julian jahrelang nur in Versandkatalogen bewundern durfte, nehmen im bunten Strudel des kleinen Kaufhofableger plötzlich Gestalt an. An der Seite von Frau Schneider, Frau Köhler und Franzi lernt Jule, mutiger zu werden.

Doch der größte Meilenstein wartete in der Umkleidekabine bei Frau Köhler: Das erste eigene Blümchenkleid!

Manchmal muss man erst ganz klein werden, um das große Glück zu finden. Ende der 70er-Jahre schienen Jules Wünsche unerreichbar, eingesperrt in Erwartungen und frühen, unschönen Erlebnissen. Nach dem frühen Tod der Mutter und tiefen Enttäuschung durch den Vater, der Jule einfach zurückließ, war die Welt oft grau. Doch das Schicksal drehte das Gefühls-Karussell weiter: Eine neue Stadt, die Lehre und die Begegnung mit der selbstbewussten Frau Schneider.

Und nun, ist das Unmögliche wahr geworden: Jule steht auf einer kleinen Holzbank und schlüpft in ihr allererstes, echtes Traumkleidchen. Umsorgt von der mütterlichen Frau Köhler verblasst der Schmerz der Vergangenheit. Kapitel 15 öffnet die Tür zu einer Welt, in der Rüschen, weiße Strumpfhosen und ein kleiner Windelpopo kein heimlicher Traum mehr sind – sondern Jules wunderschöne Wirklichkeit.

KAPITEL XV
Neue Gefühlswelt

„Wohlfühlen.“

Das Wort blieb an mir hängen wie eine Klette.

„Kommst du… erst einmal mit mir an die langen Regale für dich, Maus? Wir müssen schließlich eine Auswahl treffen. Ich habe da schon so ein paar süße Ideen, was ein kleines Mädchen ganz entzückend aussehen lässt.“

„Und, bereit loszulegen, Jule?“

Ich nickte ganz zögernd. „Ja, schon gerne.“ Mein Blick flüchtete über meine Schulter zurück zu Frau Schneider, die mir ein stummes Mutmacher-Zwinkern schenkte. Frau Köhler lächelte mir warm zu. Nicht auffordernd, sondern wie eine weiche Decke, die Sicherheit schenkt.

„Du wirst später froh sein, dass wir uns so viel Zeit und Ruhe genommen haben“, versprach Frau Köhler und suchte mit den Augen wieder die Regale ab. Plötzlich ging in ihrem Gesicht die Sonne auf. „Ahhh… da ist es ja.“

Ich schwamm neugierig mit meinen Augen hinterher. Zwischen dem riesigen Meer aus Farben und Mustern angelte Frau Köhler ein Kleid heraus, das aussah wie ein Stück Sommerhimmel. Es war wasserblau, mit winzigen, zarten Ranken und Blüten auf der Brust, die mich schüchtern ansahen. Dazu gehörte ein passendes Höschen und eine Strickjacke, so weiß und weich wie eine Wolke.

„Das sieht… besonders aus“, flüsterte ich, als dürfte ich die Stille um mich nicht wecken.

„Ist es auch“, nickte Frau Köhler sanft. „Sollen wir es uns genauer anschauen?“

„Kommst du bitte ….. erst einmal mit mir an die langen Regale für dich, Maus? Wir müssen schließlich eine Auswahl treffen. Ich habe da schon so ein paar süße Ideen, was ein kleines Mädchen ganz entzückend aussehen lässt. Wie findest du das Jule?“

So richtig wusste ich nicht wirklich, was ich ihr antworten konnte, deshalb blieb ich stumm und kräuselte meine Stirn.

Vollkommen lenkbar, hörig und mit kleinen, tapsigen Schritten in der ungewohnten neuen, dicken blauen Strumpfhose folgte ich ihr. Durch meine Schilddrüsen-Fehlfunktion wirkte ich ohnehin wie ein schutzbedürftiges, sechsjähriges Mädchen, das sich im Körper eines Dreizehnjährigen Jungen befand.

Meine Arme hielt ich schüchtern vor dem Bauch verschränkt, während meine Füße in der dicken Baumwolle ein bisschen über den Boden schlurften. Frau Köhler wanderte mit geübten, mütterlichen Blicken durch die langen Regale der Auslage und zog zielsicher ein Prachtstück nach dem anderen heraus.

Ich starrte auf den Bügel. In mir tobte ein gewaltiger, innerer Konflikt. Jahrelang hatte ich diese Kleider nur in den kiloschweren Versandhauskatalogseiten angehimmelt, mich geschämt, mich versteckt. Ich hatte immer gehofft, dass es irgendwo auf der Welt einen Ort gibt, an dem ich einfach Jule sein darf. Und jetzt war dieser Ort hier.

Simone beobachtete mich dabei ganz genau. Sie bemerkte, wie mein Blick an den Stoffen klebte, wie meine Schultern nachgaben. Als erfahrene Mutter und Verkäuferin wusste sie instinktiv: Dieses Kind brauchte keine langen Erklärungen oder Entscheidungen. Es brauchte eine feste, führende Hand. Je bestimmter sie auftrat, desto mehr fiel die Anspannung von meinen schmalen Schultern ab. Sie sah, wie ich unter ihrer mütterlichen Dominanz regelrecht aufatmete und ruhiger wurde.

Simone wanderte mit geübten, mütterlichen Blicken durch die langen Regale der Auslage und zog zielsicher ein Prachtstück nach dem anderen heraus. „Schau mal hier, Liebes“, jubilierte sie und hielt das erste Kleid hoch. „Das Kurzarmkleid ‚Big Dots‘ in Gelb. Ein so süßes, verspieltes Kurzarmlatz-Hängerchen mit dicken, weißen Punkten. Und schau – im Rücken lässt es sich ganz einfach mit einem Reißverschluss öffnen, damit Mami dir gut hineinhelfen kann, wenn du mal wieder ungeduldig bist und zappelst.“ Sie hängte es mit einem lauten Klack an den fahrbaren Ständer.

„Und für die etwas frischeren Tage nehmen wir das hier mit“, entschied Simone noch ein Stückchen dominanter als zuvor und griff nach dem nächsten Bügel. „Ein wunderschönes Modell in Rauch-Blau. Im Rücken hat es sehr praktische Druckknöpfe, da geht das Anziehen für uns beide ganz ratzfatz.“

Ich wagte kaum zu atmen. In meiner kindlichen Unsicherheit fühlte ich mich von ihrer Bestimmtheit vollkommen gelenkt. Ein Schauer aus wohliger Wärme durchfuhr mich. Ich spürte es in jeder Faser: Ich war auf dem richtigen Weg. Diese Demut, diese Hörigkeit, das vollkommene Abgeben der eigenen Kontrolle – es fühlte sich nicht falsch an. Es fühlte sich an wie das schönste Zuhause, das ich je hatte.

„Ohhh… und das hier ist für ganz besondere Anlässe!“, flötete Frau Köhler und wedelte mit einem cremeweißes Zauberkleidchen vor meine Augen. „Das Trägerkleid ‚Sweet‘ in reinem Cremeweiß. Schau dir nur diese Volants, die feinen Blumenstickereien und das wunderschöne Lochmuster an! Damit kannst du auch ruhig zu einer Taufe, einer Einladung oder auf Hochzeiten gehen. Darin bist du wie eine kleine, niedliche Raupe in ganz weiche Baumwolle eingehüllt.

Und das Beste ist: Der eingearbeitete, breite Windelslip sorgt für eine extra Portion Sicherheit, damit dein Popo auch gut verpackt bleibt und ja nichts verrutscht! Der ausgestellte Rock schwingt so schön beim Drehen, das musst du nachher unbedingt mal ausprobieren.“

Mein Herz klopfte bis zum Hals. Mein tiefstes Geheimnis, meine Zweigeschlechtlichkeit, lag gut verborgen unter dicken Vlieseinlagen und Stoffwindeln – hier schützte mich die Kleinkindrolle vor den Fragen der echten Welt. Ich blickte auf den immer voller werdenden Rollständer und begriff mit einer Mischung aus süßem Schrecken und unendlicher Erleichterung: Der Moment ist da. Ich kann jetzt nicht mehr zurück. Und ich will es auch gar nicht mehr. Die wollgraue Hose und der blaue Jungenpulli gehörten einer Vergangenheit an, in die ich nie wieder hineinpassen würde.

Sie wühlte noch tiefer im Kleidersortiment. Ahhh…….., hier ist eines meiner absoluten Lieblinge!“, rief Frau Köhler mit hoher Stimme und rosa Wangen, als sie sich wieder zu mir umdrehte. „Ein wunderschönes, halblanges Kleidchen aus geblümtem, blauem Cordstoff. Es hat einen ganz klassischen A-Schnitt, einen weißen Bubikragen, verspielte Puffärmel und naturfarbene Spitze am Saum. Auf dem Rücken wird es mit einer verdeckten Knopfleiste geschlossen und hat einen breiten Bindegürtel für eine große Schleife. Das nehmen wir übrigens auch gleich noch in Grün mit den gelben Streublümchen mit! Das steht dir bestimmt ganz toll.“

Ich stand einfach nur da, kaute nervös auf meiner Unterlippe und fühlte mich unendlich klein, hilflos und ihrer mütterlichen Autorität komplett ergeben. Simone spürte meine bedingungslose Unterwerfung. Es rührte etwas in ihrem eigenen Mutterherzen an – die Sehnsucht nach der Zeit, als ihre eigene Tochter noch so vollkommen auf sie angewiesen war. Sie wusste jetzt ganz genau, dass sie dieses Kind führen musste, um ihm Halt zu geben.

„Ich weiß nur nicht, ob das… ein Kleid auch für mich sein darf“, flüsterte ich mit ganz dünner, piepsiger Stimme und blickte unsicher zu Boden.

„Warum denn nicht?“, fragte sie, und ihre mütterliche Stimme war so ruhig und absolut unumstößlich, dass all meine letzten Zweifel ganz leise wurden. Sie trat dicht an mich heran, hob mein Kinn sanft mit zwei Fingern an und strich mir unendlich lieb über die Wange. „Du wirst sehen, mein Schatz, es gehört bestimmt zu dir.

Du bist genau das richtige, kleine Mädchen für diese Sachen. Und deine Mami kann dann ab jetzt dafür sorgen, dass du auch immer ordentlich angezogen bist.“

Bei dem Wort „Mami“ zog sich in meinem Bauch alles zusammen – vor purem, devotem Glück. Jedes Quäntchen Widerstand in mir war verflogen. Ich wollte mich nur noch fügen. Ich wollte mich nur noch von ihr lenken lassen.

Bevor mein kleiner Kopf das nächste „Aber“ jagen konnte, wanderten die Sachen schon an den Rollständer. Ich merkte, wie mir die Hitze wie rote Tinte ins Gesicht stieg, während die Bügel wie ein kleines, aufgeregtes Orchester an dem Rollständer klapperten. Ich war nun schon bald nicht mehr hier offiziell Julian eine eigenständige Person – ich war ein kleines Mädchen, das sich voller Erleichterung in die Arme einer neuen, bunten Welt fallen ließ.

Ich wagte kaum zu atmen. In meiner kindlichen Unsicherheit fühlte ich mich von ihrer Bestimmtheit vollkommen gelenkt. Ein Schauer aus wohliger Wärme durchfuhr mich. Ich spürte es in jeder Faser: Ich war auf dem richtigen Weg. Diese Demut, diese Hörigkeit, das vollkommene Abgeben der eigenen Kontrolle – es fühlte sich nicht falsch an. Es fühlte sich an wie das schönste Zuhause, das ich je hatte.

Frau Köhler stöberte und suchte weiter durch die vielen Kinderregale. „Ein bisschen Alltagschic brauchen wir natürlich auch noch für dich, Maus. Wie wäre es mit diesem tollen, hübschen Schotten-Latzrock? Er hat rot-blaue Karos und zwei aufgesetzte Taschen für deine Taschentücher oder kleinen Schätze. Oben ist er ganz brav gerade geschnitten, und der Rockteil fällt unten durch die großen Kellerfalten und den auffälligen Lackgürtel wunderschön weit aus. Er endet bequem etwas unter dem Po und schwingt richtig süß, wenn du läufst, hüpfst und spielst. Dazu gehört auch noch dieser praktisch abgestimmte, kuschelige blaue Rollkragenpullover und dieses hübsche hellblaue Strickjäckchen. Da frierst du mir bestimmt nicht.“

Die Kombination aus dem rot-blauen Schottenkaro sah unheimlich süß aus. Nur konnte ich in diesem Moment wirklich noch nicht an die kommenden kalten Herbst- und Wintertage denken, auch wenn ich das hellblaue Strickjäckchen mit den azurblauen Ärmelabschlüssen und den farblich aufgesetzten Täschchen mit den kleinen Eskimomädchen darauf wunderschön fand

In mir brodelte eine unheimliche Hitze vom Kopf bis in die Blase, die schon seit vielen Minuten unaufhörlich zwickte und pochte. Mein Körper schrie schon lange nach Entlastung. Meine Augen wurden feucht und glasig. Ohne mich umzuschauen, wich alle Kraft aus meinen Beinen und ich ging hilflos etwas in die Hocke. Zuerst kamen nur einige wärmende Tröpfchen, was noch nicht für Erleichterung sorgte. Doch als ich noch etwas weiter in die Knie ging, brach der aufgestaute Druck endgültig. Mit einem lauten, unaufhaltsamen Püschergeräusch kroch die Nässe tief in die dicken Stoffwindeln. Zwischen meinen Schenkeln bildete sich ein kleiner, heißer Pipisee, der sogar an meinem Popo kitzelte.

Ich dachte in diesem Moment an gar nichts mehr – auch nicht darüber nach, ob meine Stoffwindel alles trocken und sicher hielt. So lange am Stück hatte ich bisher noch nie Windeln getragen, und eine unheimliche Angst stieg auf, dass die nassen Lagen, die ich schon seit sieben Uhr morgens anhatte, nun durchnässten. Hektisch schaute ich mich wegen des ungewöhnlich lauten Geräusches in der Abteilung um. Aber niemand hatte etwas gehört. Selbst Frau Köhler war absolut nichts aufgefallen, weil sie mit ihren Adleraugen schon wieder noch tiefer im Kleidersortiment für Mädchen suchte. Simone spürte in diesem Moment nur, wie der kleine Körper neben ihr plötzlich ganz ruhig und weich wurde; sie bemerkte, wie Jules anfängliche, nervöse Verkrampfung einer tiefen, fast tranceartigen Entspannung wich. Dieses vollkommene Aufgehen in der Hilflosigkeit tat mir so unendlich gut.

Simone spürte in diesem Moment nur, wie der kleine Körper neben ihr plötzlich ganz ruhig und weich wurde; sie bemerkte, wie Jules anfängliche, nervöse Verkrampfung einer tiefen, fast tranceartigen Entspannung wich. Dieses vollkommene Aufgehen in der Hilflosigkeit tat mir so unendlich gut.

Ich stand einfach nur da, kaute nervös auf meiner Unterlippe und fühlte mich unendlich klein, hilflos und ihrer mütterlichen Autorität komplett ergeben. Simone spürte meine bedingungslose Unterwerfung. Es rührte etwas in ihrem eigenen Mutterherzen an – die Sehnsucht nach der Zeit, als ihre eigene Tochter noch so vollkommen auf sie angewiesen war. Sie wusste jetzt ganz genau, dass sie dieses Kind führen musste, um ihm Halt zu geben.

„Das wünsche ich mir wirklich schon so lange“, sagte ich schließlich mit leiser, ergebener Stimme. „Ich habe solche süßen Kleidchen so oft schon in den Bestellkatalogen von Otto und Neckermann gesehen“, gab ich schüchtern zu. „Aber ich mag auch andere Kleidchen in fröhlichen Farben.“ Ich nickte, den Blick ganz brav auf meine blaue Strumpfhose gerichtet. Es war hier an der Seite von Frau Köhler viel schöner als zu Hause. Zwischen all den Müttern und Kindern wirkte die Welt so viel freundlicher. Es ließ mich und alles andere… kleiner erscheinen.

Ich wollte für immer dieses gelenkte, hörige Mädchen sein. Simone sah mich an und hielt inne. Ihre Stimme wurde sehr viel leiser, fast feierlich. „Du kannst das tragen, Jule. Und du darfst diese Kleidchen bestimmt auch tragen.“ Es ist nur wichtig, ob du dich darin wohlfühlst.

Ihre Worte klangen tief und lange in mir nach, während Frau Köhler wieder zur Regalwand mit den Kleidchen für Minis ging und mich für einen Moment mit meinen Gedanken und bunten Tagträumen zurückließ.

Den eigenen, langen Wünschen endlich so direkt in die Auge zu sehen, machte mir an der Seite von Frau Schneider und Frau Köhler unheimlich viel Spaß. Es war ein Traum, den ich seit dem Tod meiner Mutter jeden Tag und jeden Abend heimlich im Bett geträumt hatte. Aber im Laufe der Zeit war dieses Verlangen nach meinem wahren ICH immer größer geworden. Ich hatte die Versandkataloge immer als Stütze und Ausgleich benutzt, aber heute, hier in diesem kleinen Kaufhaus, fühlte sich alles zum ersten Mal vollkommen richtig und gut an. Ich brauchte keine Ausreden und keine Entschuldigungen mehr für das, was ich war.

Simone trat urplötzlich wieder an meine Seite. Sie hatte die tiefe Erleichterung in meinen Augen gesehen und spürte instinktiv, dass dieses Kind die führende Hand, die absolute Mutterrolle und das Fremdführen brauchte und suchte, um überhaupt atmen zu können. In den Händen hielt sie wieder einige neue Kleidchen, deren kräftige Farben mit feurigen Schattierungen von Grün über Orange bis Rosa gestreift und gesprenkelt waren.

Der große, bunte Stapel wirkte wie ein lebendiges Gemälde.

„Und zum Toben und Ausruhen brauchen wir noch etwas richtig Kuscheliges für dich Mini“, erklärte Simone mit sanfter Bestimmtheit und steuerte zielstrebig das Regal für die Vier- bis Sechsjährigen an, das perfekt zu meiner schmalen Statur passte.

Sie zog die drei kindlichen Modelle auf den Bügeln heraus: Das froschgrüne mit der Schnecke, das pastellrosane mit dem Teddybärkopf und das marineblaue mit dem roten Matrosenkragen, das durch den elastischen Stoff extra viel Platz für meinen nun frisch eingenässten, dicken Windelpopo bot.

„Und, gefallen sie dir?“, fragte sie mich mit einem forschenden, liebevollen Blick.

„Ja, die sehen wirklich richtig toll aus!“, hauchte ich vollkommen überwältigt und perplex.

„Frau Schneider und ich glauben, dass diese drei Kleidchen besonders gut zu dir passen und viel einfacher für dich anzuziehen sind, wenn du mal alleine da rein schlüpfen musst.“

Ich warf ihr einen überraschten und ungläubigen Blick zu.

Frau Köhler schaute zurück und lächelte mit unendlich viel Wärme, bevor sie das letzte Kleidchen auf den Ständer zu den ganz anderen hängte. Ich glaube, in diesem Moment war ihr tiefster Wunsch in Erfüllung gegangen: Sie durfte endlich wieder eine echte Mami für ein schüchternes, kleines Kind sein.

Meine Gedanken schwenkten von Frau Schneider mit ihrer zurückhaltenden Übersicht und ruhigen Beständigkeit rüber zu Frau Köhler und ihrer grenzenlosen, mütterlichen Energie. Mit dieser letzten, großen Auswahl hatte ich innerlich vollkommen akzeptiert, dass ich vielleicht nie wieder allein über mich und meine eigenen Gedanken bestimmen musste.

Und das Beste daran war: Ich wollte es auch gar nicht mehr. Frau Köhler und Frau Schneider waren sich in ihren Bedenken und Ausführungen so unendlich sicher, dass jeder eigene Wille von mir abfiel. Dieses grenzenlose Geführtwerden tat mir so unbeschreiblich gut. Es legte mein wirkliches ICH frei, das sich so richtig und geborgen anfühlte, dass ich mir nicht einmal mehr die Mühe machte, so zu tun, als wollte ich ein eigenständiger, dreizehnjähriger Junge sein.

„Du verwöhnst mich viel zu sehr“, flüsterte ich mit viel zu hoher quietschiger Stimme, als ich in meiner dicken, blauen Strumpfhose barfuß neben dem vollgepackten Rollständer herging. Mein Blick wanderte schüchtern rüber zu Frau Schneider und den nahen Umkleidekabinen.

„Du sagst das, als wäre es etwas Schlechtes und dir furchtbar unangenehm, mein Schatz“, erwiderte Simone mit einem breiten Grinsen und funkelnden Augen. „Ehrlich gesagt, ist das einfach meine Art, dir zu zeigen, dass ich dich ganz besonders liebhabe. Hübsche Kleidchen und glückliche, kleine Mädchen sind nun mal meine Liebessprache!“

Ich warf ihr einen überraschten und ungläubigen Blick zu. Frau Köhler schaute zurück und lächelte mit unendlich viel Wärme, bevor sie das letzte Kleidchen auf den Ständer zu den ganz anderen hängte. Ich glaube, in diesem Moment war ihr tiefster Wunsch in Erfüllung gegangen: Sie durfte endlich wieder eine echte Mami für ein eingeschüchtertes, kleines Kind sein.

Meine Gedanken schweiften von Frau Schneider mit ihrer zurückhaltenden Übersicht und ruhigen Beständigkeit rüber zu Frau Köhler und ihrer grenzenlosen, mütterlichen Energie. Mit dieser letzten, großen Auswahl hatte ich innerlich vollkommen akzeptiert, dass ich vielleicht nie wieder allein über mich und meine eigenen Gedanken bestimmen musste.

Und das Beste daran war: Ich wollte es auch gar nicht mehr. Frau Köhler und Frau Schneider waren sich in ihren Bedenken und Ausführungen so unendlich sicher, dass jeder eigene Wille von mir abfiel. Dieses grenzenlose Geführtwerden tat mir so unbeschreiblich gut. Es legte mein wirkliches Ich frei, das sich so richtig und geborgen anfühlte, dass ich mir nicht einmal mehr die Mühe machte, so zu tun, als wollte ich ein eigenständiger, dreizehnjähriger Junge sein.

„Du verwöhnst mich viel zu sehr“, flüsterte ich mit piepsiger Stimme, als ich in meiner dicken, weißen Strumpfhose barfuß neben dem vollgepackten Rollständer herging. Mein Blick wanderte schüchtern rüber zu Frau Schneider und den nahen Umkleidekabinen.

„Du sagst das, als wäre es etwas Schlechtes und dir furchtbar unangenehm, mein Schatz“, erwiderte Simone mit einem breiten Grinsen und funkelnden Augen. „Ehrlich gesagt, ist das einfach meine Art, dir zu zeigen, dass ich dich ganz besonders liebhabe. Hübsche Kleidchen und glückliche, kleine Mädchen sind nun mal meine Liebessprache!“

Ich senkte beschämt den Blick, konnte aber nicht anders, als Frau Köhler dankbar anzulächeln. Nach dem Verlust meiner eigenen Mutter war mein innerer Kompass völlig zerbrochen. Zu Hause gab es nur noch den täglichen, kalten Kampf mit meiner Stiefmutter, die mich wie eine Last behandelte. Doch hier, an der Seite von Simone, fühlte ich mich plötzlich wieder unbesiegbar – weil sie mir die Last des Erwachsenwerdens einfach abnahm.

Als wir uns den Umkleidekabinen mit dem schweren, klappernden Rollständer näherten, bremste Simone kurz ab. Vor den Vorhängen standen zwei Gestalten, die mit Händen, Füßen und lauten Worten heftig miteinander diskutierten. Ich erkannte sie sofort wieder: Es war das grimmige, kräftige Mädchen mit seiner dominanten Mutter. Die Tochter stand da, die Arme bockig vor der Brust verschränkt, und starrte wütend auf die Auswahl an Kleidern, die ihre Mutter in der Hand hielt. Die Mutter forderte lautstark und erklärte herrisch ihre Sicht der Dinge, doch das Mädchen schenkte ihr nicht die geringste Beachtung und schaute stur weg.

Ich beobachtete das Spektakel mit einem seltsamen Gefühl im Bauch. Dieses Mädchen kämpfte mit aller Macht gegen das Bestimmtwerden an – während ich mir nichts sehnlicher wünschte, als mich genau dieser mütterlichen Führung bedingungslos zu ergeben. Für mich war Simones Dominanz keine Strafe, sondern die reinste Erlösung.

Simone schien meine Gedanken zu erraten. Sie lenkte den Rollständer geschickt an den beiden vorbei. „So, Maus… ich denke, wir haben jetzt wirklich alles, was wir für deinen ersten, richtigen Moment brauchen“, erklärte sie sanft und steuerte zielstrebig die linke Kabine an. „Dann husch doch schon mal vor in die Kabine und warte dort ganz brav auf mich, Jule. Ich bespreche mich nur noch ganz kurz drüben mit Frau Schneider, okay?“

Ich nickte folgsam und schlüpfte hinter den schweren Vorhang. Obwohl diese Kabine viel größer war als die im Erdgeschoss, fühlte sie sich plötzlich ganz eng an. Es war, als ob die Wände näher rückten, um mir still zuzusehen. Als ob sich hinter diesem Stoff heute mein ganzes Leben entscheiden würde. Draußen vor dem Vorhang warteten die Kleidchen. Ich hörte, wie die Stoffe leise miteinander tuschelten und die Bügel sachte aneinanderstießen.

So viele Farben. So viele Möglichkeiten. Und mitten im Raum stand die mütterliche Wahrheit, die mich ab jetzt beschützen würde. Ich setzte mich ganz brav auf die hölzerne Bank, legte die Hände in den Schoß und lauschte mit klopfendem Herzen nach draußen.

Was ich in der Kabine nicht sehen konnte: Simone trat drüben mit ernstem Gesicht vor die Stuhlreihe, an den Kabinen, wo Frau Schneider saß. Sie wollte noch ein paar Informationen über mich einholen, damit sie auch in die richtige Richtung arbeiten und für mich beraten konnte. Frau Köhler brauchte Klarheit und Gewissheit, um ihr Gesicht zu wahren und mich führen zu können.

„Sie ist so unendlich schüchtern und unsicher, Simone“, flüsterte Frau Schneider mit besorgter Stimme und blickte kurz Richtung Kabine. „Ich muss dir etwas erzählen, was ich von der Einkaufsliste ihrer Stiefmutter weiß. Die Frau ist in ihrer Ehe komplett gescheitert und hat Jule damals einfach von ihrem Bruder übernommen. Jule wächst unter furchtbaren Bedingungen auf. Nach den unregelmäßigen Schulbesuchen darf sie das Haus überhaupt nicht mehr verlassen. Sie muss ununterbrochen schwere Aufgaben im Haushalt erledigen und ständig das Baby ihrer Stiefschwester Chrissie hüten.

Und das Schlimmste ist: Jule wird zu Hause völlig isoliert. Diese dicken Stoffwindeln und Gummihöschen, die sie trägt – sie gehören seit vielen, vielen Jahren fest zu ihr. Sie sind ihr einziger Schutzraum gegen die Grausamkeit daheim. Auf der Liste steht, dass sie heute Abend mit lauter Mädchenunterwäsche, Nachthemden, Strumpfhosen, Creme, Puder und richtigen Mädchenoutfits nach Hause kommen soll. Die Stiefmutter will sie komplett in diese Rolle drängen, um sie zu demütigen.“

Simone schluckte schwer, und Tränen der Rührung und des tiefen Mitgefühls stiegen in ihre Augen. Als Mutter einer zwölfjährigen Tochter zog sich ihr Herz schmerzhaft zusammen. „Dieses arme, zarte Kind…“, flüsterte sie entschlossen.

„Sie wird bei mir keine Demütigung erfahren, das verspreche ich dir. Wenn sie ein kleines Mädchen sein will, dann werde ich ihr genau die Mami sein, die sie so dringend braucht. Ich werde sie an der Hand nehmen.“

Mit diesem festen, absolut beschützenden Entschluss im Herzen kehrte Simone zurück.
„Jetzt wird aber anprobiert!“, signalisierte mir Frau Köhler mit einem fröhlichen Klatschen in die Hände, als sie vom Gespräch mit Frau Schneider zurück war und den Vorhang schwungvoll beiseiteschob.

Ihre Augen strahlten eine so unumstößliche, mütterliche Autorität aus, dass ich augenblicklich zusammenschreckte. „Und, womit fangen wir denn jetzt an, kleine Maus?!“

Ich holte tief Luft, um etwas zu sagen, aber Frau Köhler nahm mir das Denken sofort wieder ab. Sie duldete keinen Widerspruch mehr, und ich genoss es zutiefst. „Ich finde, du solltest mit deinem rosa Traumkleidchen beginnen. Das hat dich vorhin schon so lieb angesehen. Mhh… einverstanden?“

Mehr als ein schüchternes, absolut devotes Nicken kam bei mir nicht heraus.

„Die Frage ist nur: In Rosa oder Mint?!“

„Darf ich mal kurz darüber nachdenken?“, fragte ich ganz unsicher und blickte wie ein ertapptes Kind von einem Stoff zum anderen, während meine soeben frisch eingenässte, schwere Stoffwindel warm zwischen meinen Schenkeln drückte.

„Kann ich vielleicht mit dem rosanen anfangen?!“

„Oh, sehr gerne, Schätzchen.“

Ich spürte eine wohlige Mischung aus Aufregung und tiefer, glücklicher Zufriedenheit. Inzwischen fühlte ich mich in der mütterlichen Obhut von Frau Köhler absolut sicher. Sie hatte mich mit einer so bemerkenswerten, dominanten Wärme empfangen, dass meine anfängliche Angst einfach im absoluten Nichts verschwand. Ich hatte mein Schicksal ganz in ihre Hände gelegt.

Ganz vorsichtig und mit einer feierlichen Langsamkeit nahm sie das rosa Kleid vom Rollständer, knöpfte es geduldig auf und hängte es griffbereit an einen der Wandhaken. Auf dem Kleiderbügel befand sich noch die cremeweiße Strumpfhose und das passende Höschen mit den dichten, weichen Rüschen. Beides legte sie behutsam neben mich auf die hölzerne Bank.

Ich wartete ganz brav, die Hände schüchtern vor dem Bauch gefaltet, auf ihr nächstes, erlösendes Kommando.

Frau Köhler strich die dicke, weiße Strumpfhose auf der Bank noch einmal ganz glatt. Dann sah sie mich prüfend an. Sie schien die tiefe Erschütterung in mir zu spüren, das Zittern, das durch meinen viel zu kleinen Körper ging.

Autor: Soe Lückel | Eingesandt via Formular

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