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Daxon (7) : Der Auftrag

21/10/2026 0 comments Article Gemischt Hans_Steam
This entry is Teil 7 von 7 in the series Daxon
Windelgeschichten.org präsentiert: Daxon (7) : Der Auftrag

Kapitel 7: Der Auftrag

Der Rezeptionist hatte nicht zu viel versprochen. Der Weg führte anfangs durch dichten Wald mit verträumten Lichtungen, in denen leuchtende Insekten im Halbdunkel flogen und die ersten Vögel erwachten. Die Insekten waren die berühmten Regenbogenkäfer, die nicht nur leuchteten und blinkten, sondern dabei die Farbe langsam durch das ganze Spektrum wechselten. Wir erreichten einen kleinen Hügel am Waldrand, von dem man einen schönen Blick abseits der Stadt hatte und genau in dem Moment kamen die ersten Sonnenstrahlen hinter den Vulkanen hervor. Wir blieben eine Zeit lang stehen und sahen uns das Naturschauspiel an.

Dann gingen wir ein Stück weiter und setzten uns mit der Picknickdecke auf eine einladende Lichtung und frühstückten ausgiebig. Das Frühstückspaket war so üppig, dass wir gar nicht alles schafften. Die haltbaren Sachen hob ich für später auf. Wir gingen weiter bis zum See. Nachdem wir am See eine Pause gemacht hatten, traten wir den Rückweg an. Keera benahm sich die ganze Zeit über nicht wie ein Kleinkind, wie sonst, wenn sie Windeln und ihre LCS-Sachen trug, aber sie war auch nicht die erwachsene Keera. Sie war wie ein vierjähriges Mädchen und freute sich über jede Blume und jedes Tier und hüpfe mehr, als dass sie lief. Nachdem außer uns so früh am Morgen nur sehr wenig andre Leute unterwegs waren, musste sie sich auch nicht zurückhalten. Wahnsinn wie viel Energie und Freude sie hatte. Ihre Ausgelassenheit war anstecken und so machte mir die Wanderung auch viel Spaß. Irgendwann zog Keera mich am Ärmel und flüstere mir ins Ohr: „Mich kribbelt es da unten.“

„Dann wechsle ich dir besser mal die Windel.“ Peinlich berührt schaute sie zu Boden. „Nicht so schlimm. Das mit dem Trockenwerden lernst du schon noch. Na, komm meine Kleine, dann machen wir dich mal frisch.“

Wir liefen ein Stück abseits des Weges und fanden eine versteckte Lichtung. Ich breitete die Picknickdecke im Schatten eines Baumes aus und Keera legte sich darauf. Langsam begann ich ihr die Windel zu wechseln. In der freien Natur war das für uns beide ein neues Erlebnis. Nachdem ich ihr die nasse Windel ausgezogen und sie zärtlich gesäubert hatte, sagte Keera: „Nicht aufhören, bitte“.

„Na, na, meine Kleine. Das ist nur was für große Mädchen.“

„Aber ich bin jetzt keine Kleine. Schau, ich habe keine Windeln an. Ich möchte jetzt dein großes Mädchen sein. Lass mich bitte nicht betteln.“

Erst jetzt verstand ich endlich, dass Keera nicht mehr in ihrer LCS-Rolle war und was sie wirklich von mir wollte. Ohne weitere Worte küsste ich sie lange und leidenschaftlich. Zwischen vielen Küssen deaktivierten wir die Komputer, zogen uns gegenseitig ganz aus und gaben uns einem langen Vorspiel hin. Keera gab mir zu verstehen, dass sie jetzt mehr, als nur streicheln wollte. Zum ersten Mal kamen wir uns auf eine neue Weise näher. Wir ließen uns Zeit, den Augenblick gemeinsam zu intensiv zu erleben. Ich merkte, wie sehr es ihr gefiel, mich zu spüren. Während wir uns ruhig und im gleichen Rhythmus bewegten, wurde die Verbindung zwischen uns immer stärker. Schließlich teilten wir kurz nacheinander ein Gefühl tiefer Verbundenheit. Den abgedroschenen Spruch ‘Na, hat es dir gefallen?‘ konnte ich mir sparen. Das konnte man vermutlich hunderte Meter weit hören.

Nachdem wir uns hinterher wieder mit Kuscheln und Knutschen erholt hatten, tauschten wir uns doch noch ausgiebig aus, wie sehr es uns gefallen hatte, auch ohne Kristallquellen. Ich säuberte Keera nochmal, verpackte sie mit einer Windel und zog zuerst sie und dann mich an. Wir aßen den Rest des Frühstücks, wobei ich Keera fütterte. Danach kuschelten wir uns aneinander und dösten noch rund eine weitere Stunde im Schatten und hörten dabei den Geräuschen der Tiere zu.

Als ich den Komputer wieder aktivierte, erhielt ich sofort einen Anruf von Lioran: „Hi Daxon. Ich versuche dich schon länger zu erreichen. Was war los? Kannst du reden?“

„Ja, ich kann reden. Wir sind allein mitten in einem einsamen Wald wandern. Ich hatte wohl keinen Empfang.“

„Kein Empfang, na klar. Verstehe, Ausbildung zur Rettung der Menschheit auf einem einsamen Planeten“, sagte er mit einem süffisanten Unterton. „Der Chief will, dass du zurückkommst und ich zitiere ‘wieder richtig arbeitest‘. Ich habe schon ein Wort für dich eingelegt und gesagt, dass du Keera in Rekordzeit ausbildest, aber der Einzelunterricht ist ihm auf Dauer zu teuer. Aber es gäbe da noch eine Option, wie ihr auf Lumora bleiben könnt, wenn du willst. Wir haben aus Lumora eine Anforderung für einen Spezialagenten, der bei Ermittlungen zu einer illegalen Mine helfen soll. Eigentlich nicht ganz dein Gebiet, aber hast du Interesse?“

„Klar. Abgesehen davon, dass es mir hier gefällt, wäre es doch Unfug, wenn jemand extra die lange Reise hierher machen muss, wenn ich schon da bin.“

„Sehr gut. Ich dachte mir schon, dass du den Auftrag annimmst. Dann schicke ich dir das Dossier und den Kontakt. Du sollst dich morgen um elf Sekora mit Chief Oreion, dem Polizeichef von Stellarion treffen.“

***

Wir liefen gemütlich zurück und genossen meinen letzten freien Tag. Abends befasste ich mich eingehend mit dem Dossier und gab Keera eine Zusammenfassung, was uns erwarten würde. Das Dossier richtig auszuwerten war noch zu schwer für Keera. Das lernte sie erst im dritten Abschnitt der Ausbildung.

Als wir ins Bett gingen, genoss Keera wieder, dass ich ihr liebevoll eine Windel und einen Body anzog. Der Tag hatte Keera komplett ausgepowert und sobald sie die Windel anhatte und sich an mich gekuschelt hatte, schlief sie sofort in meinen Armen ein, noch während wir uns zärtlich küssten.

***

Der Treffpunkt, wo ich mich beim Chief vorstellten sollte, war ein Restaurant. Natürlich hatte ich Keera mitgenommen. Wir betraten das kleine Restaurant und ich sagte den Parole-Satz zur Kellnerin: „Hallo. Hier soll ein Tisch auf den Namen Kryx reserviert sein.“

Die Kellnerin führte uns durch eine Tür in den Nebenraum, in dem ein junger Mann allein an einem Tisch saß. Nachdem die Kellnerin ging und die Tür geschlossen hatte, fragte ich: „Bist du Virox?“

Virox war 25, etwas kleiner als ich, aber durchtrainiert und erst seit kurzem vom Polizisten zum Undercoveragenten befördert worden. Also noch unerfahren, aber laut seiner Personaldatei ein fleißiger und clever Kerl nach meinem Geschmack. Er blickte skeptisch auf Keera. Zusammen mit dem Dossier hatte Lioran mir einen Passwortschlüssel geschickt, mit den Agenten verschlüsselt mit einer Person kommunizieren konnten, die den passenden Gegenschlüssel hatte. Per Komputer schickte ich Virox den Gedanken: ‘Das ist Keera meine Partnerin in Ausbildung.‘ So konnte ich gleich testen, ob das wirklich Virox war.

„Ah, ja. Ich bin Virox. Hallo Daxon. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ihr zu zweit kommt. Hallo Keera. Folgt mir bitte.“

Durch eine Geheimtür gingen wir in einen Tunnel, dann durch mehrere Kellergänge und fuhren mit einem Aufzug. Danach waren wir plötzlich im Büro von Chief Oreion. Oreion hatte kurzgeschorene grauschwarze Haare, war Mitte fünfzig und wohl mal ziemlich sportlich gewesen, da er viele Urkunden, Pokale und Medaillen diverser Sportarten in seinem Büro hatte. Durch seinen Chefposten kam er scheinbar nicht mehr viel zum Sporttreiben und von seiner sportlichen Figur war nicht mehr viel zu sehen. Auch Oreion blickte Keera verwundert an.

„Hi Chief, ich bin Daxon. Das ist Keera, meine Partnerin in Ausbildung zum Space-Ranger.“

„Freut mich Daxon und Keera. Normalerweise dauert es ewig bis sie uns auf eine Anfrage einen Spezialagenten schicken. Mit jemand mit deiner Qualifikation hatte ich nicht gerechnet und vor allem nicht so bald. Was hat dich nach Lumora verschlagen, dass das so schnell ging?“

„Ich habe einen Waffenhändler gejagt. Dessen Schiff wurde von einem Konkurrenten angegriffen und so musste wir eine Rettungskapsel nehmen. Das Schiff, auf dem wir dann per Anhalter mitdurften, hat uns hierher gebracht.“

„Verstehe, dein Pech ist unser Glück. Hast du dich mit dem Dossier vertraut gemacht?“

„Natürlich. Kniffliger Fall.“

„Okay, Virox. Eine kurze Zusammenfassung bitte! Es war bisher dein Fall.“

„Also. Auf Lumora gibt es Kristalle, die eine energetische Verbindung mit biologischen Lebewesen eingehen können. Die Wissenschaft kann dieses Phänomen noch nicht erklären, aber alle sind sich einig, dass es für den Planeten ein großes Risiko ist, wenn Kristalle von hier weggebracht werden, weil die Auswirkungen auf das Ökosystem nicht abschätzbar sind. Durch das strenge Abbau- und Exportverbot sind diese Kristalle auf dem Schwarzmarkt extrem begehrt und erzielen exorbitante Preise, was unverständlich ist, da sie außerhalb von Lumora ihre besondere Energie verlieren. Die freiliegenden Kristalle werden lückenlos überwacht und Raubüberfälle sind inzwischen selten und noch seltener erfolgreich. Dennoch gibt es immer wieder verborgene, illegale Minen.

Wir hatten schon lange den Verdacht, dass es in der Nähe von Stellarion eine illegale Mine gibt. Aber erst seit kurzem gibt es eine heiße Spur, sodass wir jetzt die Ermittlungen intensivieren. Daher auch die Anfrage für einen Spezialagenten.

Sehr wahrscheinlich ist die Mine durch ein starkes Kraftfeld getarnt, sodass sie nicht gescannt werden kann und keine Geräusche und Vibrationen nach außen dringen, selbst bei Sprengungen. Die Mine im Kraftfeld ist autark, wie ein Raumschiff. Vermutlich hat sie mehrere heimliche und gut geschützte Ein- und Ausgänge über Häuser oder Lagerhallen. Das Einzige, was in die Mine reingeht, sind Ersatzeile, Lebensmittel und Geld in Form von Osmium. Das Einzige, was rauskommt, sind Abraum und Kristalle. Der Boss der Bande lebt ziemlich sicher in der Mine und ist damit genauso schwer zu erwischen, wie die Mine zu finden ist.

Die Spur, die wir seit kurzem haben, sind zwei Männer, die ab und zu in einer Bar auftauchen. Den Rest der Zeit sind sie wie vom Erdboden verschwunden. Nach der Bar gehen sie immer in unterschiedliche leere Lagerhallen und lösen sich dann in Luft auf. Außerdem konnte ich minentypische Rückstande an ihnen scannen. Es gibt im weiten Umkreis keine einzige legale Mine. Nebula-Opale werden auf einem anderen Kontinent abgebaut.“

Oreion sah mich an: „Also, Spezialagent, was denkst du?“

„Was feststeht, kein Undercoveragent oder Lockvogel geht in die Mine. Das Risiko, dass er da nie wieder rauskommt, ist viel zu hoch. Wir müssen es schaffen, einen Wanzen-Scanner in die Mine zu schmuggeln und wieder rauszubekommen, ohne selbst reinzugehen. Der Wanzen-Scanner kann dann die Form der Mine, alle Ein- und Ausgänge und die Sicherheitssysteme scannen. Apropos Sklaven. Im Dossier stand, dass sie vermutlich auch Sklaven für die Arbeit nutzen. Ich dachte auf Lumora gibt es keine Sklaverei?“

Oreion blickte mich böse an, weil ich seine Kompetenz unterschwellig infrage gestellt hatte: „Wir verfolgen das sehr streng mit hoher Erfolgsquote und die Zahl illegaler Sklaven ist sehr gering. Aber genauso wenig, wie wir es verhindern konnten, dass jemand eine illegale Mine gräbt, konnten wir verhindern, dass er dafür illegal Sklaven einsetzt.“

„Aber es ist sehr schwer, auf Lumora an Sklaven zu kommen, oder?“

„Ja, extrem schwer und die Preise sind auch sehr hoch. Aber wer illegal Kristalle verkauft, für den spielt Geld wohl keine große Rolle. Sklaven wollen auch nicht wie Minenarbeiter in eine Bar“, erklärte Virox.

„Wir können also davon ausgehen, dass der Minenbetreiber immer an Sklaven interessiert ist?“

Oreion strahlte plötzlich: „Schlaues Bürschchen, dieser Daxon. Die Idee gefällt mir. Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin? Wir geben uns als Sklavenhändler aus. Virox als Zwischenhändler, quasi der kleine Fisch vor Ort. Daxon als der große Sklavenhändler von außerhalb und Keera als Daxons Sexsklavin. Das könnte tatsächlich das Interesse des Minenbetreibers wecken und ihn zu einer Interaktion mit uns verleiten. Aber wie löst das unser Problem mit dem Wanzen-Scanner?“

Virox kam mir zuvor und hatte dieselbe Idee wie ich: „Makler für gebrauchte Raumschiffe benutzen einen kleinen Holoprojektor als Katalog. Darin könnten wir den Wanzen-Scanner verstecken. ‘Nimm den Katalog mit und suche dir in Ruhe die Ware aus. Morgen gibst du uns den Katalog und eine Anzahlung zurück und ich besorge dann die Sklaven.‘ Oder so ähnlich.“

„Gefällt mir. Gefällt mir gut. Okay, Virox, du machst dich als Sklavenhändler an die zwei Kerle aus der Mine ran. Erst mal allein mit Daxon als Souffleur per Komputer zugeschaltet. Daxon und Keera halten wir noch zurück, falls wir später größere Geschütze auffahren müssen. Daxon, du sorgst dafür, dass unser Rookie die Rolle glaubwürdig spielt. Genau so machen wir es. An die Arbeit.“

Virox als Rookie zu bezeichnen war unter der Gürtellinie. Vor allem da mit Keera ja ein richtiger Rookie im Raum war. Woher Oreions Abneigung gegenüber Virox kam, wusste ich nicht. Vermutlich war er ihm zu schlau und zu ehrgeizig. Ich zeigte Virox mit einem abfälligen Kopfschütteln und Blick Richtung Oreion, dass ich die Bemerkung des Chiefs daneben fand. Virox lächelte mir dankbar zu.

Wir verabschiedeten uns vom Chief und gingen zu dritt zurück zum Restaurant. Auf dem Weg fragte ich Virox: „Kann man in dem Restaurant auch essen oder ist das nur Tarnung?“

„Nein, das ist ganz gut.“

„Dann lass uns doch dort Mittagessen und die nächsten Schritte planen.“

Wir setzten uns wieder in den Nebenraum des Restaurants und nachdem wir bestellt hatten und auf das Essen warteten, erarbeitete Virox einen Plan, wie er sich den Minenarbeitern als Sklavenhändler vorstellen wollte. In der Theorie hatte der die Undercoverarbeit voll drauf. Wenn er das in der Praxis genauso gut umsetzen konnte, war das ein einfacher Fall, für den er meine Hilfe wahrscheinlich gar nicht gebraucht hätte.

Wir aßen noch gut und quatschten über Sehenswürdigkeiten auf Lumora. Virox war sehr neidisch, dass wir schon die Mystara-Sümpfe besucht hatten und dort, wie ich es mit der Diskretion eines Gentlemans ausdrückte, einen angenehmen Abend hatten. Er konnte sich frisch verheiratet einen Besuch der Sümpfe nicht leisten und das war sein größter Wunsch, neben dem Wunsch, dass seine Frau bald schwanger werden würde. Ein Grund mehr ihm zu helfen, denn die Prämie für eine erfolgreiche Ermittlung dieser Größenordnung wurde für den Besuch der Sümpfe sicher ausreichen.

Autor: Hans_Steam | Automatische Veröffentlichung

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Daxon

Daxon (6) : Das Aerokart-Rennen
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Tags: kapitel, auftrag, viel, hatte, rezeptionist
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