Laura (3)
Am nächsten Morgen (es war Samstag) wurden die beiden gegen 8.30 Uhr von Ivar geweckt, welcher aufs Bett geklettert war. Laura wurde dadurch wach, dass er ihr den Schnuller aus dem Mund zog. Ivar hatte mit der Zeit gelernt, dass Laura diesen zum Schlafen braucht. Laura war wie immer nicht böse sondern steckte ihn einfach wieder in ihren Mund und stand auf, wodurch auch Johanna wach wurde.
„Na mein Süßer“, sagte Johanna zum Hund und streichelte ihn lange.
„Ivar, sitz!“, sagte Laura und stellte ihm sein Frühstück hin.
Die beiden beschlossen, in einem Café zu frühstücken. Als sie fertig waren, hatte Laura ihren Schnuller immernoch im Mund, weshalb Johanna fragte: „Willst du wirklich mit Schnuller vor die Tür gehen?“. Laura guckte etwas beschämt und steckte ihn in die Manteltasche. Johanna umarmte Laura daraufhin und die beiden liefen mit dem Hund los.
Die beiden suchten nach einem schönen Café zum Frühstücken. Laura kannte noch keine Cafés und Restaurants in der Stadt, weil sie sich nicht traute, alleine essen zu gehen, obwohl sie gerne in Restaurants ging. Auch machten ihr fremde Gegenden Angst. Viel zu groß war ihre Angst sich zu verlaufen, da Laura auch einen sehr schlechten Orientierungssinn hatte, wobei ihr auch die Karten auf dem Handy nur schwer helfen konnten. In ihrem Dorf im Odenwald war ihr alles so vertraut und sie hatte dort keine Angst, aber hier kannte sich Laura überhaupt nicht aus. Durch die Anwesenheit von Johanna fühlte sich Laura aber viel sicherer in der großen Stadt.
Nach etwa 20 Minuten fanden sie ein liebevoll aussehendes Café und gingen sofort hinein. Dem Hund wurde im Café sofort ein Napf mit frischem Wasser hingestellt. Laura nahm einen Kakao und ein paar Pancakes, was ihr absolutes Lieblingsfrühstück war. Johanna bestellte sich einen O-Saft und Rühreier. Als der gutaussehende Kellner ihnen die Speisen und Getränke servierte, konnte Laura kaum die Augen von ihm lassen und auch Johanna war beeindruckt von seiner Ausstrahlung.
Johanna fragte: „Was denkst du über ihn?“
Laura antwortete: „Er ist bestimmt nett, aber ich weiß es nicht genau.“
Johanna entgegnete: „Mir gefällt er auf jeden Fall. Vielleicht spricht er mich ja nochmal an.“
Nach dem Essen musste Johanna noch aufs Örtchen. Im Vorbeigehen lächelte sie den Kellner, welcher neu im Café war, bedeutungsvoll an. Dieser entgegnete: „Du bist wirklich hübsch mit den dunkelblonden Haaren und der Brille. Bist du öfter hier?“
Johanna erwiderte: „Ich bin nur zu Besuch bei meiner besten Freundin hier.“
Der Kellner sagte: „Ich heiß übrigens Max und hier hast du meine Nummer, falls du doch nochmal kommen möchtest.“
Johanna antwortete: „Ich bin die Johanna und vielleicht komm ich ja wirklich nochmal vorbei.“
Als Johanna wieder kam, sagte sie zu Laura: „Der Max gefällt mir wirklich gut, schade nur, dass ich nicht hier wohne.“
Laura fragte nur etwas verwirrt: „Wer ist Max?“
Johanna antwortete lachend: „Der Kellner natürlich, was hast du denn gedacht?“
Laura meinte peinlich berührt: „Ja keine Ahnung …“
Draußen meinte Johanna: „Ach Laurachen mach dir doch nicht immer so einen Kopf.“
Laura sagte wieder etwas traurig: „Ich will auch endlich mal einen Freund haben.“
Johanna meinte tröstend: „Also erstens kennen Max und ich uns ja gar nicht und zweitens hast du erstmal die Mission, dich mit Viktoria anzufreunden. Das willst du doch, oder?“
Laura sagte: „Ja klar, aber …“
Johanna grätschte sofort rein: „Kein aber. Sie passt bestimmt super zu dir und du willst hier ja auch nicht so alleine sein.“
Laura weinte und drückte sich an Johanna.
Johanna sagte noch: „Gib mir doch die Nummer von Viktoria. Wenn du willst, kann ich sie noch ein wenig auf dich einstimmen. Du brauchst wirklich keine Angst zu haben. Aber das mit dem Schnuller musst du ihr selber sagen.“
Laura war sehr dankbar, so eine tolle Freundin zu haben und gab Johanna einen Kuss. Johanna freute sich, ihrer Freundin helfen zu können.
Den restlichen Tag sahen sich die Mädchen die Stadt an und genossen erst bei Helligkeit und dann später noch bei Dunkelheit den Ausblick vom Schlossberg. Auch der Hund genoss diesen langen Spaziergang.
Am Abend gingen sie in ein Wirtshaus und ließen es sich bei badischen Spezialitäten und Wein gut gehen.
Als sie den Hund nach Hause brachten, fragte Johanna: „Willst du noch in einen Metal-Club gehen?“ Sie war normalerweise nicht dafür zu haben, aber sie wollte Laura ein perfektes Wochenende bescheren.
„Ja gut, aber nur, wenn du immer an meiner Seite bleibst.“
„Keine Sorge“, meinte Johanna. „Für dich mach ich alles!“
Im Club lief genau Lauras Lieblingsmusik. Fetziger Metal zum Abrocken. Dennoch traute sich Laura zunächst kaum, Johannas Hand loszulassen. Die Menschenmenge war sehr beängstigend für Laura. Im Gewühl ließ sie schließlich Johannas Hand los. Laura hatte nun so viel Angst, dass sie gar nicht anders konnte, als ihren Schnuller raus zu holen. So fühlte sie sich wieder sicherer. Blöd angemacht wurde sie dafür von niemandem, da alle dachten, sie wäre auf Drogen. Als sie Johanna endlich wiederfand, sah sie, dass sie mit dem Max aus dem Café rummachte. Sie hatten sich hier wohl zufällig wieder getroffen und er war offensichtlich ein Metalfan. Als Johanna von Max ablies, sah sie Laura wieder und zog sie zu sich und Max.
„Ist deine Freundin high?“, fragte Max. „Das erklär ich dir ein anderes Mal.“ sagte Johanna und streichelte Laura. Diese nuckelte nur heftig an ihrem Schnuller, während sie die Musik genoss.
Gegen 2 Uhr fragte Max, ob er die beiden nach Hause begleiten solle. Johanna meinte: „Das ist eine gute Idee. Die Laura ist schon sehr müde und sie traut sich nicht, nachts alleine unterwegs zu sein.“
Auf dem Weg zu Lauras Wohnung wurde Laura von einem Assi blöd angemacht: „Sieh mal, die da hat noch einen Schnuller!“
Laura blickte nur beschämt in eine andere Richtung und Johanna brüllte den Kerl an: „Hast du ein Problem damit?“.
Als dieser nur lachte, ging Max dazwischen, worauf hin der Kerl weg ging.
Die drei gingen daraufhin schnell nach Hause. Dort angekommen meinte Johanna zu Max: „Mein Held, gut, dass nichts passiert ist.“
„Na klar schreite ich da ein, sowas geht gar nicht!“. Max fragte noch: „Willst du noch mitkommen zu mir?“
Daraufhin fragte Johanna Laura: „Ist es ok für dich, wenn du heute Nacht alleine schläfst?“ Laura nickte nur, obwohl ihr das gar nicht gefiel, sie wollte Johanna aber nicht den Abend verderben. „Schön, dann komm ich morgen um 9 Uhr und hol dich zum Frühstück ab“, sagte Johanna und ging mit Max mit.
In der Wohnung wartete Ivar und freute sich, dass sein geliebtes Frauchen wieder da war. Laura gab ihm noch etwas Futter und sagte: „Johanna ist leider nicht da heute Nacht.“
Der Hund bellte nur kurz.
Laura weinte noch kurz im Bett, weil sie sich auf zwei Nächte mit Johanna gefreut hatte. Andererseits erlebte Johanna so eine Nacht auch nicht alle Tage und so konnte Laura sich auch beruhigen und für Johanna freuen. Für eine schöne Nacht hatte sie ja noch Ivar und ihren Schnuller.
Autor: kleineHexe | Eingesandt via Formular
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War wieder ein interessanter Abschnitt der Geschichte. Zum Glück ist allen erstmal nicht’s passiert. Das Johanna den Nucki in der Öffentlichkeit genommen hat war sehr mutig von Ihr! Bin gespannt ob Sie weiterhin so mutig ist und wie es weiter geht.