Windelfreunde (4)
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Kapitel 4:
Scham: Die Sorge vor Entdeckung
Was bisher geschah:
Jakob ist Elf, nicht grade gut in der Schule aber dafür der beste Legobauer in ganz Kleinfeldern. Das sagt zumindest sein neuer bester Freund Fenix, der vor einem Monat aus Hamburg in das kleine Dorf im Nirgendwo gezogen ist. Und auch damit, dass Jakob noch Windeln tragen muss, hat Fenix kein Problem. Ganz im Gegenteil: Er beneidet seinen Freund so sehr um dessen Pampers dass er sich bei einer gemeinsamen Übernachtung selbst welche ausgeborgt hat – und das schon viele Stunden bevor die beiden Jungen ins Bett gehen müssen!
Elf Jahre später ist Jakob selbst nach Hamburg gezogen, studiert Jura, macht ein Praktikum bei der Staatsanwaltschaft und ist so richtig im Erwachsenenleben angekommen. Zumindest abgesehen davon, dass er – mittlerweile freiwillig – Windeln trägt und am liebsten wieder ein kleiner Junge wäre. Doch im Gegensatz zu früher im Geheimen, allein. Jedenfalls bis zu diesem einen Abend, an dem er auf seine erste ABDL-Party geht und dort prompt einen alten Bekannten wiedertrifft …
Freitags um kurz nach 7 Uhr im Dezember 2012
Begleitet vom Quietschen der metallischen Führungsschienen auf dem Backblech schob Fenix das letzte Tablett Kekse in den Ofen. Durch die dicke Scheibe sah er in das von warmem Licht erleuchtete innere des Backofens.
„In einer halben Stunde brauch ich euch dann wieder, zum Verzieren!“, hatte Robin ihnen grade gesagt, bevor sie ihn damit beauftragt hatte die Kekse in den Ofen zu schieben und Jakob damit, die Arbeitsplatte sauberzumachen – immerhin hatte er auch das meiste Chaos angerichtet. Dann war Jakobs große Schwester nach oben in ihr Zimmer verschwunden und telefonierte jetzt mit ihrer besten Freundin Franzi, wenn Fenix das richtig verstanden hatte. Die Küche roch nicht mehr nach Vanille und irgendwie war mit Robin auch ein Großteil der Wärme aus der Küche verschwunden, obwohl der Ofen lief und die Heizung auch.
Jakob wischte grade mit vollem Eifer die Arbeitsplatte trocken, so als würde er einen Wettbewerb gewinnen wollen, bei dem es darum ging wer eine Küche am schnellsten putzen kann.
Fenix knotete seine Schürze auf. Zog sie aus, faltete sie ordentlich zusammen und legte sie in den Schrank aus dem Robin sie vor einer Stunde entnommen hatte. Dann strich er seinen Schlafanzug glatt und wischte die Krümel, die sich trotz Schürze an seinem Schlafanzugshirt verfangen hatten weg. Als seine Hände über seine Hose strichen spürte er das dicke Polster der Pampers unter seiner Hose. Weich umhüllte die Windel seinen Po. Straff aber nicht einkneifend, wie angegossen umschloss sie ihn. Doch Fenix Herbrands wusste das nicht zu schätzen. Zumindest nicht in diesem Moment.
Ewigkeiten hatte er vergeblich versucht in diese verdammte Windel zu pinkeln. Er musste unbeschreiblich dringend, war seit der Schule nicht mehr auf dem Klo gewesen. War mehrfach kurz davor gewesen und hatte es vor wenigen Augenblicken endlich geschafft. Für zwei Sekunden, bis er das Pipi an seiner Haut gespürt hatte und sofort wieder eingehalten hatte, als er merkte, dass er kurz davor war die Kontrolle zu verlieren.
Die Kontrolle verlieren war gar nicht gut.
Kaum hatte er die Schürze verstaut, machte Fenix sich auf den Weg nach oben. „Warte auf mich!“, rief Jakob und rannte seinem Freund hinterher, kaum hatte er seine Bewegung bemerkt. Auch wenn Fenix das nicht unbedingt recht war. Auf der Treppe hatte Jakob ihn eingeholt, im Flur oben überholte er ihn und drückte die Tür zu seinem Zimmer auf. Fenix huschte unauffällig vorbei und hielt auf das Badezimmer zu.
„Wo gehst du hin?“, rief Jakob ihm verwundert hinterher.
„Aufs Klo – ich muss ultra …“
Weiter kam er nicht.
„Du hast doch ne Pampers an!!“, rief Jakob eindringlich.
„Psssssst“, erschrak Fenix. Dann flüsterte er: „Es geht schon die ganze Zeit nicht. Und jetzt … jetzt muss ich viel zu stark für die Pampers …“
„Wie, es geht nicht?“, fragte Jakob, schnell gefolgt von: „Hä?? Zu stark?“
„Erklär ich gleich“, sagte Fenix schnell, drehte sich um und wollte ins Bad sprinten. Doch Jakob griff nach seiner Hand: „Fenix! Warte mal … du bist immer noch trocken? Also deine Windel?“, fragte er.
Fenix nickte.
Jakob war überrascht: „Krass. Die hast du doch schon länger als ne Stunde an! Aber okay … du schaffst es also nicht, in die Windel zu pinkeln?“
„Ja …“, antwortete Fenix.
„Und jetzt musst du schnell auf Klo rennen, weil du dir sonst in die Hose machst?“, vollendete er seine Zusammenfassung.
Jetzt musste auch Fenix lachen. Er verschränkte seine Beine, als würde er versuchen einzuhalten und versuchte sich zu erklären: „Wenn du das so sagst, klingt das voll dumm!“
„Ist es ja auch!“, lachte Jakob.
Fenix schüttelte mit dem Kopf: „Naja, erstens schaff ich es ja trotzdem nicht loszupullern, stattdessen spüre ich die ganze Zeit nur dass ich ganz ganz dringend muss. Das nervt einfach nur noch, Mann! Und zum anderen … wenn ich jetzt lospuller, dann wird so viel kommen dass die Pampers sofort überläuft! Dann wird meine ganze Hose nass und dann muss ich Papa erklären warum und …“
Jakob verschränkte seine Arme: „Die Pampers läuft nicht wegen einem Struller über. Never-Ever!“
Fenix widersprach seinem Freund: „Klar! Ich weiß das noch von früher. Ich kenn die doch auch, meine Nachtwindeln …“
„Das waren ja auch Underjams, keine richtigen Pampers! Das ist voll was anderes, die können gar nix!“, belehrte Jakob seinen Freund
„Hm“, blieb Fenix skeptisch: „Dann setz ich mich gleich einfach mit der Windel aufs Klo, dann ists auch nicht schlimm wenn sie überläuft …“
„Vergiss doch das blöde Klo!“, echauffierte sich Jakob.
„Aber anders schaff ichs nicht in die Windel zu machen …“, verteidigte sich Fenix.
„Als ob!“
Fenix seufzte: „Ja, also, zumindest wenn die Windel noch trocken ist. Das fühlt sich ganz merkwürdig an …“
Jakob nickte zögerlich: „Hm, okay …“, sagte er und atmete nochmal tief durch: „Dann lernst du das jetzt eben. Vergiss das Klo, wir üben jetzt in die Hose machen! Töpfchentraining am Gegenteiltag …“
Fenix lachte mäßig überzeugt und schnitt seinem Freund das Wort ab: „Da kennst du dich immerhin aus …“
Jakob rollte mit den Augen, so wie das seine große Schwester oft machte und setzte sich in den Sitzsack unter seinem Hochbett während Fenix unschlüssig in der Mitte des Zimmers stehenblieb und seine Beine zusammenkniff.
Einen Moment lang dachte Jakob nach und fasste die Situation dabei laut zusammen: „Also zum einen kannst du nicht lospinkeln und zum anderen hast du Angst, weil sonst die Hose nass wird. Okay … warte kurz!“
Der Elfjährige, dessen eigene deutlich nasse Windel schwer in seiner Schlafanzughose spannte, sprang auf, rannte ohne ein weiteres Wort der Erklärung aus seinem Zimmer hinaus und brauchte nur ein paar Sekunden, um mitsamt eines großen Handtuches wieder zurückzukommen. Er legte das Handtuch auf den Boden: „Okay … zieh dir einfach die Hose aus und stell dich auf das Handtuch. Wenn die Windel überläuft – was sie nicht tun wird – dann passiert nix schlimmes …“
Fenix sah erst zu Jakob, dann auf das Handtuch, dann wieder zu Jakob. Überlegte einen halben Moment, dann zog er die Schlafanzughose erst runter, und stieg dann mit beiden Füßen heraus. Zum ersten Mal sah Jakob seinen Freund in einer Pampers. Nein, viel mehr noch: Zum ersten Mal sah er überhaupt irgendjemand anderen außer sein eigenes Spiegelbild in einer Windel. Abgesehen von Kleinkindern vielleicht.
Doch Jakob war grade viel zu fokussiert, um sich dessen bewusst zu werden. Stattdessen leitete er seinen Freund weiter an: „Dann … drück mal die Beine auseinander. Dann kann man besser pullern. Also ich zumindest.“
Zögerlich tat Fenix genau das, was Jakob ihm vorschlug. Sein Freund hatte recht, natürlich hatte er recht. Es fühlte sich an als würde seine Blase jeden Moment kapitulieren und Fenix musste sich zwingen jeglichen antrainierten Einhaltereflex zu ignorieren und völlig dem, was sinnvoll schien, zuwiderhandeln. Langsam drückte er die Beine auseinander, entspannte sich, versuchte locker zu lassen.
Seine Augen sahen in die Ferne, wurden glasig.
Es würde jeden Moment loslaufen …
Jetzt! Nein … aber jetzt … Nein.
„Ähhh …“, schüttelte Fenix nach einer quälenden Minute den Kopf: „Ich glaube ich kann nicht, wenn jemand zuschaut …“
Jakob schnaubte amüsiert und drehte sich um, sodass er auf die Wand sah: „So besser?“
„Glaub schon …“, flüsterte Fenix und versuchte erneut seine Sauberkeitserziehung zu ignorieren. Das war schon komisch. Wie oft hatte er mit Absicht in seine Nachtwindeln gepinkelt? Und dabei nicht das kleinste Problem gehabt. Aber das war irgendwie etwas anderes gewesen. Er hatte nie so stark gemusst wie jetzt und vor allem waren die Underjams morgens eh schon nass gewesen.
„Ach mann … Nein!“, gab er frustriert auf und stellte sich wieder normal hin: „Das funktioniert nicht! Ich setz mich jetzt aufs Klo, mit der Pampers!“
Doch Jakob wollte nicht aufgeben: „Warte … Komm schon! Okay, ich hab eine Idee! Schließ die Augen. Keine Sorge, ich schau nicht hin und ich mach auch nix …“
Kurz warf Fenix seinem Freund einen zweifelnden, beinahe schon genervten Blick zu, dann folgte er dessen Bitte. Ein letzter Versuch noch. Nur weil es Jakob war.
Jakob wartete einen Moment, dann begann er zu erzählen: „Stell dir vor, du hättest gar keine Pampers an. Und eine Hose. Und eine Jacke, denn wir sind draußen. Es ist kalt. Wir sind im Wald hinter dem Knopphof und suchen nach Hinweisen auf den Farbbombenattentäter. Weißt du noch?“
„Ja …“, nickte Fenix.
„Laub raschelt an unseren Füßen, wenn wir uns bewegen. Du hast die Karte und ich den Kompass, wir suchen auf dem Weg zur Landstraße. Wir suchen schon lange. Ich hab mir schon zweimal in die Windel gemacht währenddessen. Hab gehofft, dass du das nicht bemerkst …“
Fenix unterbrach seinen Freund: „Klar hab ich das bemerkt!“
„Ich weiß …“, resignierte Jakob: „Aber jetzt musst du auch! Aber du hast ja keine Windel an. Also stellst du dich an einen Baum und pullerst dagegen. Ich warte weiter hinten auf dich und schaue absichtlich weg, weil das peinlich ist. Aber du brauchst ganz schön lange. Wir wollen weitersuchen, aber …“
„Der Wald kann nicht reden, Jakob …“, schnitt Fenix ihm das Wort ab. Jakob stockte und überlegte, was er darauf klug erwidern konnte, da fiel ihm ein Geräusch auf!
Ein Zischen! Nein, vielmehr ein Gluckern. Wie wenn Wasser durch eine Regenrinne floss! War das … hörte sich das so an für andere, wenn man in die Windel machte?
Keiner der Jungen sagte etwas. Jakob hörte das Strömen der Flüssigkeit, das Klopfen der alten Heizkörper, die gedämpfte Stimme seiner Schwester aus dem Nebenraum, die mit Franzi über irgendetwas lachte. Fenix war ganz still und das Geräusch hörte nicht auf.
„Pullerst du immer noch??“, fragte Jakob ungläubig, immer noch auf die weiße Wand starrend.
Von Sekunde zu Sekunde wurde er neugieriger.
„Darf ich gucken??“
Sein Freund antwortete nicht. Klar, der war mit einpullern beschäftigt. Dabei konnte ja nicht mal Jakob gleichzeitig reden und er hatte ja wohl mehr Übung darin als alle anderen Kinder.
Unter der Auffassung, dass Stillschweigen Zustimmung bedeutete, drehte Jakob sich langsam um. Fenix Augen waren auf ihn gerichtet, ganz groß, wässrig, er wirkte wie in Trance.
Sein Freund ließ sich nicht ablenken. Das war gut so. Aber langsam musste er doch mal fertig werden! Jakob winkte mit seiner Hand hin und her.
Fenix sah weg.
Jakob konnte mit bloßem Auge erkennen, wie die Pampers anschwoll. Falten glätteten sich wie von Zauberhand und die Windel sackte ein Stück herab. Ein gelber Schimmer erschien.
„Ähh Fenix?“, sagte Jakob irgendwann in die Stille. Erst zögerlich, dann ganz schnell und aufgeregt: „Stopp mal kurz. Das ist glaub ich wirklich zu viel jetzt!!“
Elf Jahre später in der Hamburger Hafencity,
12. August 2023, kurz nach 10 Uhr abends
Aus dem Schiffsrumpf der MS Stubnitz drang gedämpfte Musik. Venga Boys, ein Party-Klassiker. Neben ihr glitt ein Kohleschiff über die nachtschwarze Elbe, unbeeindruckt von der guten Stimmung, die aus dem ehemaligen Transportschiff zu vernehmen war. Die grünen und roten Positionslichter des großen Frachters leuchteten in die Nacht hinein und spärlich verteilte Neonröhren beleuchteten das menschenleere Deck. Von der nahegelegenen Autobahn drang Lärm herüber, ansonsten war es eine ruhige, windstille Nacht.
Auch das Deck der MS Stubnitz war leer, das bunte Treiben fand gänzlich im Rumpf des Schiffes statt. Die Einlassschlange hatte sich bald nach Veranstaltungsbeginn geleert und nun wurde die Metallbrücke zum Schiff nur noch von vereinzelten Nachzüglern genutzt.
Plötzlich flog die Türe zum Achterndeck mit einem lauten Knall auf. Ein Junge stürmte heraus, sein Alter war auf den ersten Blick schwer einzuschätzen. Teenager, vielleicht schon grade Erwachsen, doch seine Kleidung war wie die eines kleinen Kindes. Sogar eine Windel trug er. Als würde er vor etwas weglaufen stürmte er auf das Deck des alten Schiffes und wurde von der merklich abgekühlten Luft und der hereingebrochenen Dunkelheit überrascht.
An der Reling kam er zum Stehen.
„Jakob, scheiße, warte …“, rief jemand hinter ihm. Blond, breitschultrig, mindestens einen Kopf größer als Jakob. Kurze blonde Haare, eine schwarze Synthetikshorts und ein giftgrünes Tanktop. Jakob hatte ihn sofort erkannt, die Ähnlichkeit mit seinem großen Bruder war frappierend und Nick hatte er schließlich erst zu Weihnachten das letzte Mal gesehen.
Im Gegensatz zu ihm.
Jakob war außer Atem, immerhin war er grade zwei Etagen aus dem Schiffsrumpf hochgesprintet und durch einen langen, engen Flur gerannt. Und er war ihm gefolgt, mühelos.
„Es … es tut mir leid“, sagte er, während er langsam auf ihn zuging. Jakob hasste es, dass er so viel kleiner war als sein Gegenüber.
„Toll Fenix …“, antwortete Jakob und verschränkte die Arme vor der Brust: „Sag das meinem dreizehnjährigen Ich …“
Fenix verzog den Mund, schien etwas erwidern zu wollen doch da polterten zwei weitere Gäste auf das Freideck: Oscar und Eisbär.
Sie liefen zu ihm: „Joshi, alles okay??“
Oscar beäugte Fenix kritisch. Eisbär auch.
„Ich …“, wollte sich Fenix erklären und wich einen Schritt zurück: „Jakob und ich kennen uns von früher.“
„Danke fürs Doxxen“, zischte Jakob in Richtung des Jungen, dem er als Kind so sehr vertraut hatte: „Niemand hier weiß, dass ich Jakob heiße. Also bis jetzt jedenfalls. Wenn du denen jetzt noch verrätst, dass ich noch Pampers brauch ist eigentlich alles wieder wie 2015.“
Oscar und Eisbär wechselten verwunderte Blicke. Dann winkte Jakob sie weg: „Ich … ich komm gleich wieder runter, geht schonmal vor …“
In etwa einem Meter Abstand beugte Fenix seinen Oberkörper über die Reling und sah auf die dunkle Elbe herab. Sein Tanktop rutschte hoch und das darunter zum Vorschein kommende Windelmuster konnte Jakob sofort zuordnen: Little Kings, dieselben Windeln die er auch trug.
„Die Kings sind fast wie meine Pampers früher, oder?“, bemerkte Jakob leise.
Fenix nickte und sah kurz zu ihm, dann wieder auf das Wasser: „Total.“
Dann war es still.
Das Heulen der Autobahn, das Surren einer abfahrenden Sbahn. Der Dancebeat, der aus dem Schiff nach oben hochwummerte.
Jakob musterte seinen ehemaligen Kindheitsfreund: Es war erstaunlich, wie ähnlich er seinem großen Bruder war. Dieselbe Figur, dasselbe Gesicht, nur der Bart fehlte. Ohne Bart gefiel es ihm besser, dachte Jakob unbewusst.
Fenix wurde nachdenklich: „Ich glaube, die Zeit, in der wir befreundet waren, war die beste Zeit meines Lebens“
Jakob spielte mit einem Seil, das um die Reling gewickelt war und konnte nicht verstehen, warum er nicht wütend war. Er hatte so viel Grund, wütend auf seinen ehemaligen besten Freund zu sein und er hasste sich dafür, dass er jetzt einfach nur froh war, dass er wieder da war.
Nein. Nein! Das konnte nicht sein Ernst sein!
Im Winter 2012 im Haus der Familie Kerkwald in Kleinfeldern
„Fenix, stopp jetzt!“, rief Jakob, sprang auf und ging dann auf ihn zu.
Fenix schnaufte, rollte mit den Augen und brachte ein „Mmh!“ über die Lippen von dem er selbst nicht genau wusste, was es bedeuten sollte.
Er hatte seinen Freund ja nicht umsonst gewarnt.
Er hatte gewusst, dass das viel zu viel wäre. Gewusst, wieviel er pinkeln musste und gewusst, dass das die Pampers niemals halten würde können.
„Du musst mal kurz anhalten …“, riet Jakob ihm.
Behutsam drückte Fenix seine Beine noch etwas weiter auseinander. Es war gut, dass er auf einem Handtuch stand, sehr gut. Wenigstens dazu hatte sich Jakob überreden lassen.
Sein Pipi lief immer noch mit Hochdruck. Längst war sein Schrittbereich durchweicht, heiß und klitschnass, alles zwischen seinen Beinen auch und selbst sein Po. Sein ganzer Hintern war nass und warm, der Bereich an seinen Oberschenkeln auch. Es war völlig klar, dass keine Windel der Welt so viel auf einmal aufnehmen konnte.
„Pinkelst du immer noch??“, fragte ihn Jakob entsetzt-erstaunt. Er war langsam auf ihn zugekommen und stand kaum mehr einem Meter entfernt vor ihm. Mit seinen Händen zog er an seiner Schlafanzughose, sein Mund stand ratlos offen. Es war offensichtlich, dass er auch mit dieser Situation überfordert war.
Dann wurde der Druck endlich weniger. Schnell war der Punkt erreicht, an dem Fenix wieder hätte einhalten können, doch diese Chance ließ er ungenutzt. Es war doch eh zu spät jetzt. Stattdessen entkrampfte sich sein Blasenmuskel völlig und während der kräftige Strahl, der unbarmherzig und viel zu lange in die überforderte Windel geprasselt war endlich abebbte, sah Fenix an sich runter.
Die Pampers hatte sich verwandelt wie ein Pokemon in der nächsten Evolutionsstufe. Aus Glumanda wurde Glurak. Die hellblauen türkisen Bündchen lagen immer noch flach an seinem Bauch an und die Klebestreifen waren noch genau so straff und an Ort und stelle wie zuletzt. Doch darunter hatte sich alles verändert.
Die luftige, leicht zerknitterte Windel von der Fenix vorher gedacht hatte, sie wäre dick, war nun … wirklich dick.
Dafür gab es kein anderes passendes Wort.
Anstatt dass die Windel ihn umschloss wie eine dickere und größere Unterhose war sie nun ein heißes, nasses Kissen, dass an ihm haftete. In alle Richtungen hatte sie sich aufgeplustert, jegliche Falte war verschwunden und stattdessen stand die Windel nun weit von seinem Körper ab. Im Prinzip kannte Fenix das von den Underjams, die er in seiner nicht lange zurückliegenden Bettnässerzeit getragen hatte. Wenn er die nasse Nachtwindel Morgens nach dem Aufstehen noch lange hatte tragen können und beim Spielen und Fernsehschauen vorsichtig weiter reingepinkelt hatte, dann war die Underjams vorne auch immer dick und straff geworden, wie jetzt die Pampers.
Aber bei weitem nicht so sehr wie jetzt.
Endlich war alles raus. Fenix seufzte, dann konnte er endlich seinem Freund antworten: „Ja Mann, wie soll ich denn stoppen, wenn ich grade am pinkeln bin? …“
„ … ja ich dachte halt du kannst das …“, verteidigte sich Jakob aufgeregt.
„ Nö!“, unterbrach Fenix ihn wieder: „Toll und jetzt ist hier alles nass“, ärgerte er sich: „Ich hab doch gesagt …“
Doch Jakob schnitt ihm das Wort ab: „Is doch gar nix nass … also, außer deine Pampers.“, kicherte er erstaunlich nonchalant.
„Hä?“, wunderte sich Fenix und tastete mit einer Hand demonstrativ an seinen Po um Jakob zu beweisen, dass seine Windel ausgelaufen war. Nur, dass da nichts war außer eine warme, schwammartig aufgequollene, vollgesogene Windel: „Hä?“, stieß er erneut aus. Mit seiner Hand fuhr er seine Oberschenkel entlang, dann über die Vorderseite der Windel. Das, was seine Hand spürte passte in keiner Weise zu dem Gefühl, was der Rest seines Körpers aus seinem Schrittbereich zurückmeldete. Nass und trocken zugleich. Überhaupt, wo war die ganze Nässe hin? Die Windel fühlte sich nur noch feucht an, überhaupt nicht mehr so nass wie noch vor ein paar Sekunden.
„Hä?“, wiederholte Fenix ein drittes Mal, diesmal ganz leise.
„Nix ist passiert“, antwortete Jakob süffisant: „Du hast einfach nur die Windel voll jetzt. Ich sag doch, die hält das!“, grinste er und hielt seinem Freund dessen eben hektisch ausgezogene Schlafanzughose hin: „Hier, kannst du wieder anziehen, vielleicht glaubst du mir jetzt, dass die Pampers das aushält.“
„Wow“, staunte Fenix, stieg tatsächlich in seine Schlafhose und zog sie über seinen dicken Windelpo. Er spürte, dass die Hose jetzt spannte und spürte die dicke, wulstige Windel zwischen seinen Beinen. Es war krass. Ein warmes, weiches Kissen. Etwas feucht, nicht mal richtig nass. Wo war all das Pipi hingegangen, was er da hatte reinlaufen lassen?
„Sollte ich mir nicht eine frische Windel anziehen?“, fragte Fenix, während er sich langsam wieder zum Lego hockte.
Jakob zog die Augenbrauen nach oben: „Nö, jetzt noch nicht. Also, naja, zumindest vorausgesetzt du pinkelst beim nächsten Mal nicht wieder so viel …“
„Gib zu: Das war viel mehr als du gedacht hast, oder?“, antwortete Fenix.
Jakob nickte ertappt: „Wie kannst du so viel auf einmal pinkeln?“
„Na im Gegensatz zu dir brauche ich keine Pampers, klar kann ich mehr einhalten als du!“
Jakob presste seine Lippen zusammen und nickte.
„Sorry …“, schob Fenix eilig hinterher, doch Jakob schüttelte mit dem Kopf: „Kein Problem. Ich muss ja das ja auch gar nicht können …“, Jakob lächelte seinen Freund an: „ … aber du jetzt auch nicht mehr, also heute. Aber das lernst du noch, versprochen! Wir … äh, wir üben das ja jetzt.“
„Und du bist sicher, dass die nicht gleich ausläuft?“
„Quatsch. Die ist nicht mal so voll wie die die ich in der Schule anhab!“, überzeugte Jakob seinen Freund: „Wenn du die ganze Zeit nur davor Angst hast dann ist das doch kein Wunder dass du es nicht schaffst reinzupinkeln!“
Fenix lachte leise und griff in die Legokiste. Der Zehnjährige war sich nicht ganz sicher, ob er seinem besten Freund in dieser Situation vertrauen sollte. Klar, Jakob kannte sich super gut aus mit Windeln, immerhin trug er seit elf Jahren welche, das konnte wohl kaum jemand von sich behaupten. Aber Jakobs Pampers liefen schon ab und zu mal aus, das letzte Mal … Fenix erinnerte sich nicht daran, wann das letzte Mal gewesen war. Vielleicht war es ja doch nicht so schlimm. Die volle Windel zwischen seinen Beinen fühlte sich auf jeden Fall himmlisch an, die war es schon wert das Risiko einer nassen Schlafanzughose einzugehen.
Fenix verlagerte seine Position in die Hocke, quetschte dabei noch einmal seine aufgequollene Pampers zusammen und fasste einen Entschluss: Für heute Abend hörte er auf Jakob, was das Windelthema anging. Im schlimmsten Fall würde seine Schlafanzughose nass werden, dann würde er Papa einfach sagen er hätte heute Nacht wieder ins Bett gepullert. Das war vielleicht ein bisschen peinlich, aber hey, vor ein paar Wochen hatte er Nachts noch Windeln tragen müssen, was wäre da schon eine nasse Schlafanzughose?
Hamburg, 12. August 2023, kurz nach 10 Uhr abends
„Hey … warte mal … Jakob!“, rief Fenix ihm hinterher. Doch der war schon auf dem Weg zum Steg, wollte das Boot verlassen. Weg von hier. Das alles war eine richtige Scheiß-Idee gewesen!
Noch auf dem Deck holte Fenix seinen ehemaligen besten Freund ein: „Du kannst doch so nicht rausgehen!“, holte er ihn in die Gegenwart zurück.
Er hatte recht. Kinderkleidung und Windelpo. Das war nur hier oben auf dem Schiff okay, egal wie sehr es ihm selbst gefiel.
Jakob blieb stehen, drehte sich um und Fenix ergriff seine Chance erneut: „Das alles tut mir so leid. … ich kann nicht wieder gut machen, was ich damals getan habe … du weißt, damals war für mich eine Scheiß-Zeit, ohne Nick …“
Jakob unterbrach ihn: „… ja, für mich dann auch, nachdem die ganze Schule von meinen Pampers wusste.“
Fenix Stimme brach: „Ja Mann, ich weiß! Das war so Assi von mir, aber du … du …“, er schluchtzte und seine Augen füllten sich mit Wasser: „Aber du hast mich trotzdem nie verraten, sondern hast mein Geheimnis bewahrt. Ich hatte das nicht verdient!“
„Weißt du warum?“, ergriff Jakob das Wort: „Ich hatte die Whatsapp an die Klassengruppe schon fertig geschrieben. Mit Bild übrigens. Das Foto von dir in der Seni, weißt du noch?“
Fenix war sichtlich überrascht.
„Aber dann ist Robin zu mir ins Zimmer gekommen. Sie hatte gehört, was du in Sport getan hast und wusste genau, was ich jetzt machen würde. Aber sie hat mir gesagt, dass du auch so schon genug Probleme hast und dass es mir nicht besser gehen würde, wenn ich dich auch verraten würde.“
Fenix vergrub sein Gesicht in den Händen: „Deine Schwester ist so ein lieber Mensch …“
„Mhm“, nickte Jakob: „True. Aber dein Bruder auch.“
Noch heute verstand Jakob sich blendend mit Nick wann immer sie aufeinander trafen. Nur das Thema Fenix umschifften beide immer gekonnt. Als wäre sein kleiner Bruder plötzlich verschwunden, dabei war es eigentlich genau andersrum gewesen und Nick wusste das. Jeder wusste das.
„Das wäre alles nie passiert, wenn Nick und Dave damals nicht abgehauen wären“, erinnerte sich Jakob.
Fenix nickte entschlossen: „Fuck ey.“
Jakob sah seinen Kindheitsfreund nachdenklich an, beinahe versöhnlich. Fenix sah aus wie Nick früher, hart, cool, wenig war übrig geblieben von dem schüchternen Jungen der er früher gewesen war: „Vielleicht wärs besser gewesen, wenn du damals zu uns gekommen wärst“, reüssierte Jakob versöhnlich: „ … Dann wärst du mein Windelbrudi gewesen!“
Fenix schnaufte belustigt: „ … dann wären wir zwei wohl nie trocken geworden.“
„Das hätte auch nicht viel geändert“, schmunzelte Jakob und quetschte demonstrativ die nasse Windel zwischen seinen Beinen.
„Ach Jakob …“, schwelgte Fenix in Erinnerungen. Dann umarmte Jakob ihn. Der schmächtige Zweiundzwanzigjährige musste sich auf die Zehenspitzen stellen, denn im Gegensatz zu Fenix war er noch immer klein und schmal für sein Alter.
Jakob legte seinen Kopf auf Fenix Schulter: „Ich hab dich vermisst …“, gab er zu: „Direkt nachdem du weg warst schon. Und dann immer mal wieder. Insgeheim hab ich gehofft, dass ich dich hier Treff, also in Hamburg …“
„Und dann ausgerechnet hier!“, lachte Fenix ungläubig: „Aber eigentlich hätten wirs uns denken können. Aber irgendwie … irgendwie hab ich damals gedacht du hättest die Schnauze voll von Windeln nach der Sache.“
„Das hat nicht lange gehalten“, gab Jakob zu: „Ich glaub ein Jahr lang hab ich gar keine mehr getragen, bevor ich die alten aus dem Keller rausgesucht habe. Aber immerhin brauch ich die Windeln heute nicht mehr.“
Doch nachdem Jakob das gesagt hatte, klopfte Fenix seinem Freund auf den Windelpo: „Bist du dir da sicher, Kleiner?“
Und schon war alles, was vorgefallen war, unwichtig, ob Jakob wollte oder nicht.
Elf Jahre zuvor
„Jakob, Fenix, kommt ihr zum Plätzchen-verzieren?“, rief Robin, noch während sie das Backblech aus dem Herd zog. Sie stellte es auf der Arbeitsplatte ab, schaltete den Herd aus und lauschte. Nichts. Die beiden Jungen hörten nicht. Aber Robin nahm es ihnen nicht übel. Ihre Mutter wäre jetzt genervt von Jakob gewesen, dass er wieder eine Extraaufforderung brauchte, aber Robin konnte sich nur zu gut vorstellen, wie er mit seinem Freund konzentriert spielte und selbst etwas so spaßiges wie Plätzchenbacken grade wie eine unwillkommene Unterbrechung auf ihn wirkte.
Also rief sie erneut: „Kommt ihr, Plätzchen?“
Nichts.
„Sonst ess ich alle Kekse alleine!“
Kurz darauf hörte sie ein Gepolter wie es nur von übermütigen Kindern kommen konnte. Wenige Sekunden später war Jakob in der Küche: „Ich komm ja schon!“, entschuldigte er sich mit einem breiten Grinsen. Robin wägte kurz ab, ob der Elfjährige sorgsam genug war dass er seinen Schlafanzug beim Verzieren nicht bekleckern würde und entschied sich dann dafür, ihm wieder die Schürze anzuziehen.
Widerstandslos ließ sich Jakob die rosa-glitzernde Einhornschürze überstreifen, die für einen elfjährigen Jungen so unpassend war wie die aufgequollene Pampers unter seiner engen Schlafanzughose. Während sie ihm die Schürze in seinem Kreuz zuknotete, inspizierte Jakob schon die frisch gebackenen Plätzchen und sah gierig zum flüssigen Zuckerguss hinüber.
„Wo bleibt denn Fenix?“, fragte sie, als sie Jakob fertig umgezogen hatte.
Jakob überraschte die Frage: „Der … der hat keine Lust auf Plätzchen jetzt … der spielt bei mir im Zimmer weiter.“
„Ehrlich?“, war Robin überrascht.
Jakob sah verlegen aus dem Fenster, überlege kurz, dann antwortete er: „Ja.“
Jakob war ein schlechter Lügner, Robin hingegen sehr gut darin, Menschen zu lesen.
„Mach schonmal die untere Reihe mit Zuckerguss. Ich schau schnell nach ihm, ja?“
„Aber …“, wand Jakob ein und schien sie aufhalten zu wollen.
„Du machst das schon“, zwinkerte Robin ihm zu und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter.
Im Gegensatz zu sonst klopfte Robin an der Türe zu Jakobs Kinderzimmer. Ihr Bruder hatte ihr mal gesagt, dass sie das nicht bräuchte, und dabei waren sie seitdem geblieben.
Nachdem niemand antwortete, öffnete sie die Türe langsam.
Fenix hockte in der Mitte des Zimmers auf dem Teppich, ein paar Legosteine in den Händen, und rührte sich nicht.
„Alles gut?“, fragte sie den Zehnjährigen.
Fenix legte die Hände in seinen Schoß, schien dadurch etwas verbergen zu wollen. Doch Robin erfasste sofort, was ihm so unangenehm war dass er nicht mal weiter Plätzchen backen wollte.
„Ja“, log Fenix. Das konnte er immerhin besser als Jakob: „Ich will weiterbauen, ich hoffe das ist okay?“
Robin kniete sich an die andere Seite des Legohaufens und sah dem Fünftklässler ins Gesicht: „Klar. Dann müssen Jakob und ich zwar etwas mehr schuften, aber das geht schon.“
„Danke …“, antwortete Fenix sichtlich erleichtert und fummelte nervös an zwei Legosteinen herum.
„Aber dann verpasst du echt das spannendste!“, bemerkte Robin: „Dabei hast du das bis jetzt so toll gemacht …“
Fenix runzelte die Stirn: „Ich weiß …“, gab er zu: „Ich will ja auch … es ist nur …“, platzte es aus ihm heraus, doch dann stockte er wieder.
„Alles gut, ich weiß, was los ist“, versuchte Robin den Jungen zu beruhigen.
Fenix verschränkte verärgert die Arme: „Nein, weißt du nicht!“
Robin atmete tief aus, dann stellte sie erneut Augenkontakt zu dem Zehnjährigen her: „Ich habs dir doch schon gesagt. Ich sags keinem, versprochen. Und ganz ehrlich: Ich find das überhaupt nicht schlimm, wenn du auch Windeln trägst. Dann fühlt sich Jakob nicht so alleine damit, das ist echt toll für ihn.“
„Ja, aber …“, setzte Fenix an.
„Du hast Sorge dass ich bemerke dass du deine Windel benutzt hast“, fasste Robin zusammen.
Fenix sah sie entsetzt an.
„Die Wände hier sind dünn und mein Zimmer ist direkt nebenan. So aufgeregt, wie Jakob eben war, naja, das konnte ich nicht überhören …“, erklärte Robin.
„Fuck …“, ärgerte sich Fenix und bemerkte erst jetzt, dass er mit seinen Händen gar nicht mehr seinen Schrittbereich verdeckte. Schnell drückte er seine Knie zusammen, sodass die Windelbeule zwischen seinen Beinen nicht mehr für Robin zu sehen war.
„Na na na, junger Mann …“, tadelte Robin den Zehnjährigen. Vulgäre englische Flüche, das war unbestreitbar Nicks Einfluss.
„Jetzt findest du mich bestimmt komisch“, resignierte Fenix.
Robin schüttelte mit dem Kopf: „Warum sollte ich? Ich finde meinen Bruder doch auch nicht komisch.“
„Ja, aber der braucht die Windeln ja wirklich noch …“
„Hm“, gab Robin dem Jungen Recht: „Okay, ja, schon …“
„Also!“
„… aber du bis vor zwei Wochen auch“, erinnerte sie ihn.
Fenix atmete ertappt-schockiert durch die Nase aus: „Ja, stimmt …“
„Dann ist die Pampers heute also nur zur Sicherheit, Großer“, schloss Robin ab und dachte, damit sei das Thema geklärt.
„Toll und warum hab ich dann mit Absicht reingemacht? Das ist doch so strange …“, setzte Fenix stattdessen an.
„Ich finds nicht strange, wie gesagt …“, zuckte Robin mit den Schultern.
„Du lügst!“, rief Fenix.
Robin seufzte.
Schloss kurz die Augen.
Dieser Junge war genau so dickköpfig wie sein großer Bruder. Aber auch genau so lieb. Sie könnte jetzt einfach runter zu Jakob gehen, ohne Fenix backen und alle hätten das, was sie wollten. Sie müsste das jetzt nicht tun.
Trotzdem setzte sie erneut an, den starrsinnigen Zehnjährigen zu überzeugen: „Okay, du hast Sorge, dass ich es komisch finde, dass der Freund meines kleinen Bruders sich von ihm Windeln ausborgt und dann auch noch reinpinkelt. Das kann ich verstehen. Und du glaubst mir auch nicht, wenn ich sage, dass ich das nicht schlimm finde. Kann ich auch verstehen, ehrlich gesagt. Ich erzähl dir jetzt Mal, warum ich das nicht schlimm finde, okay? Aber das darfst du niemals Jemand anderem erzählen, ja?“
Fenix nickte gespannt.
„Also … vor ein paar Wochen, da hab ich gegenüber Jakob etwas wiedergutmachen müssen. Und ich hab ihn aussuchen lassen, wodurch. Was keine gute Entscheidung war, denn er hat sich ausgesucht, dass ich einen Tag lang mit einer Windel zur Schule gehen muss, so wie er …“
Fenix staunte und konnte kaum glauben was die große Schwester seines Freundes ihm grade erzählte. Das war heftig!
„ … und als der Schultag dann vorbei war und ich wieder zuhause war … das darfst du aber wirklich niemandem erzählen, nicht mal Jakob, versprochen?“
Fenix nickte gespannt.
„ … nach der Schule zuhause, da wollte ich wissen, wie sich das wohl anfühlt in eine Windel zu pinkeln, also … also habe ich es getan. Du bist also nicht der Einzige, der schonmal mit Absicht in eine Windel gemacht hat. Und deshalb find ichs auch gar nicht komisch, nicht im Geringsten.“
Ihr wünscht euch etwas für das nächste Kapitel? Habt eine Vermutung, wie es weitergehen könnte? Wollt Feedback abgeben? Ihr kennt das: Wenn euch die Geschichte gefallen hat, hinterlasst doch bitte einen Kommentar, um das zu zeigen! und wenn nicht, dann bitte auch! Feedback ist das, was am meisten motiviert!
Autor: giaci9 | Eingesandt via Ticket
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Bitte unbedingt weiterschreiben
Mach ich, versprochen. Ich bin sogar schon dabei! 😀
Wirklich top
Freut mich sehr! 🙂
Hihi da hat sich das Warten ja mal so was von gelohnt! Erst die Sache mit Fenix und dann noch Robin? Giaci du verwöhnst uns!
Ein bisschen weniger lang hätte das Warten dennoch dauern dürfen, ich weiß … Das nächste Kapitel kommt schneller, versprochen 😀
Frohes neues Jahr! Das Warten hat sich gelohnt es ist ein tolles Kapitel geworden. Ich bin gespannt, wie es bei den jüngeren Fenix und Jakob weitergeht. Und dann bin ich ganz gespannt, was das Verhältnis zwischen den Beiden so verschlechtert hat und was Fenix gemacht hat. Also bitte unbedingt weiterschreiben.
Bin schon dabei! Dauert aber noch ein bisschen, bis das nächste Kapitel fertig sein wird, Sorry … 😀
Und selbstverständlich bin ich gespannt, wie es mit Fenix weitergeht. Wird er weiter Pampers tragen und benutzen? Was wird auch ihm werden? Wie wird sich die Freundschaft zu Jakob entwickeln?
Was diese Frage angeht wird das nächste Kapitel auf jeden Fall spannend, soviel kann ich schonmal verraten! 😀
Ich bin auch sehr neugierig wie es mit Jakob Fenix und ihren Freunden weiter geht ( was ist eigentlich mit den anderen Freunden?, und warum ist bei den Kids kein Mädchen mit dabei?) Und ich möchte auch gerne Wissen wie es bei den „Erwachsenen Jungs“ weiter geht??
Ich fand es eine interessante Fortsetzung der Geschichte. Auch wenn mich der Zeitenwechsel immer etwas durcheinander durcheinander bringt beim lesen. Was spräche dagegen, wenn Robbin im Beisein von Jakob auch mal eine Windel trägt, beim spazieren gehen oder so. Die Aussage gegenüber Fenix, das Sie eine in der Schule tragen sollte, war denke ich geflunkert um Ihn in Sicherheit zu wiegen.