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Lebenskunst – Haus Ledwin (9)

02/09/2026 0 comments Article Gemischt Olaf
This entry is Teil 9 von 9 in the series Lebenskunst
Windelgeschichten.org präsentiert: Lebenskunst – Haus Ledwin (9)

Benjamin 4

 

Die beiden Jungen trafen sich von nun an  häufiger und Arthur wusste auch, wo man sich ein etwas verdienen konnte, um sich das ein oder andere und die Windeln zu kaufen. Nur, dass Benjamin Strumpfhosen sogar freiwillig anzöge konnte er beim besten Willen nicht nachvollziehen und zog ihn auch hin und wieder damit auf. Benjamin verstand aber nun seine Schwester etwas besser, die nämlich nie wirklich Mädchenstrumpfhosen bekam, weil er sie auftragen musste. Für sie zu jungenhaft, für ihn zu sehr Mädchen.

Die Gartenlaube blieb ihr Geheimnis und Benjamin genoss es hin und wieder eine Windel zu tragen. Überhaupt waren die beiden sich gegenseitig eine Stütze.

Im nächsten Frühjahr kam es, wie es kommen musste. Die Eltern verkündeten, dass sie sich trennen würden, Für Benjamin stand fest, er würde zu dem Elternteil gehen, den seine Schwester nicht wählte. Beide Elternteile hatten ihre Vorzüge und ihre Nachteile, so war es für ihn am Ende egal und so ging er mit seinem Vater. Finanziell wurde es jetzt noch enger und Benjamin musste einige Aufgaben des täglichen Lebens übernehmen. Die neue Wohnung lag etwas außerhalb und war erstaunlich geräumig. Auch sein Zimmer war jetzt für ihn alleine größer als das, was er sich mit der Schwester teilen musste.

Zum Kanal war es nicht weit. Auch zu der Kleingartenanlage war es mit dem Fahrrad gut machbar. Hier fand er seinen Ausgleich. Arthur hatte coole Ideen. So arbeiteten die beiden mittlerweile n einem Fitnesscenter, machte sauber oder saßen auch schon mal an der Rezeption. Das wäre heute alles undenkbar, vom Alter, dem Arbeitsschutz usw. Dafür durften sie zudem umsonst trainieren.  Benjamin entwickelte ein besonderes Geschick, in dem kleinen Laden Sportsachen und anderes zu verkaufen. Er eignete sich dabei ein Menge Wissen über Sporttextilien an und war ein kleiner Experte. So gab es für ihn immer, wenn der Laden gut lief auch noch ein zusätzliches Taschengeld. Arthur hatte eher Trainerambitionen war dafür aber noch zu jung. Aber auch für ihn gab es immer mal den einen oder anderen Zehner extra.

Benjamin und sein Vater kamen meistens gut miteinander aus. Er war stolz auf den Jungen, der immer selbstständiger wurde. Als sich in der Schule rumsprach, dass er mit Arthur befreundet war, führte dass zumindest dazu, dass man ihn in Ruhe ließ. Arthur tat das Training im Fitnesscenter gut und die beiden fanden auch Zeit einfach auf Tour zu gehen. Es war ein toller Sommer den zwei Freunde miteinander verbrachten.

Benjamin hatte schon die Veränderung bei seinem Vater bemerkt, als dieser hm eröffnete, dass er wieder eine Frau kennengelernt hätte. Sie hatte auch einen Sohn etwas in seinem Alter und man würde überlegen zusammen zu ziehen. Da sie die größere und preiswertere Wohnung hätten würden die beiden hier einziehen. Benjamin war von der Idee wieder das Zimmer zu teilen zunächst gar nicht begeistert. Fast hätte er in der Nacht darauf wieder in Bett gemacht, wachte aber in letzter Minute noch auf. Nein keine Windel vor dem neuen Bruder.

Es gibt Zeiten, da scheinen die Hiobsbotschaften abreißen zu wollen. Er verabredete sich am nächsten Tag mit Arthur. Als sie sich in der Gartenlaube trafen, blickte Arthur traurig drein. Die beiden nickten sich zu und holten eine Windel aus dem Versteck in der kleinen Kammer. Einfach Kind sein und alle Probleme von anderen lösen lassen. Aber die Gedanken verflogen bei beiden heute nicht, die Probleme blieben im Raum.

Benjamin berichtete von der neuen Entwicklung, aber Arthur schien eher erfreut. „Lern ihn doch erstmal kennen, vielleicht können wir tolle Sachen zusammen machen,“ war seine Reaktion. Er schlug ihm kräftig auf den Rücken. Dann berichtete er allerdings eine echte Katastrophe. Die Gartenanlage samt Laube für den Bauarbeiten der Bahn zum Opfer fallen und seine Großeltern würden keinen Garten in der neuen Anlage mehr übernehmen. Benjamin war doppelt bestürzt. Er hatte gerade gedacht, wenn es mit dem neuen „Bruder“ nicht gut ginge, könnte er öfter hier sein. Er ging an den kleinen Kühlschrank und holte den beiden eine Flasche Bier. Die Stimmung war betrübt. Es war Arthur, der aufstand und Benjamin aufforderte sich neben ihn zu stellen. „Piss drauf!“ war das mit Nachdruck gegeben Kommando. Und die beiden ließen es laufen, merkten die wohltuende Wärme des eigenen Uris und sahen gegenseitig, wie die Windeln aufquollen. Sie nahmen sich gegenseitig in den Arm und begann herzhaft zu lachen. Arthur bemerkte, wir werden es bis zum letzten Auskosten. Du dein Zimmer und wir die Laube. Vielleicht ist es gut so und es gibt einen Endpunkt. „Alles hat seine Zeit.“

Autor: Olaf | Eingesandt via Ticket

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Lebenskunst

Lebenskunst – Haus Ledwin (8)
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Tags: geschichte, präsentiert, lebenskunst, haus, ledwin
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