Das Klassenbaby (Nicht als Titel, viel zu peinlich!) (3)
Dieser Eintrag ist Teil 3 von 3 der Serie Das Klassenbaby Windelgeschichten.org präsentiert: Das Klassenbaby (Nicht als Titel, viel zu peinlich!) (2)
Kapitel 3: Wackelpudding
Mit meinem Schulranzen auf dem Rücken renne ich vor meiner kleinen Schwester Emma davon. Und ich bin schneller als sie, weil ich fast doppelt so alt wie Emma bin und weil Emma die Pampers voll hat. Und das verlangsamt sie natürlich zusätzlich.
»Mamaaaah!«, rufe ich, als ich sehe dass Mama am Zaun vor der Schule steht und uns bei unserer Verfolgungsjagt zuschaut: »rette miiich!«, kreische ich und renne zu ihr. Ich versuche zu bremsen damit ich meine Mutter nicht umrenne, aber ich habe meine Geschwindigkeit nicht ganz richtig eingeschätzt und renne ziemlich dolle gegen Mama.
Dann knuddeln wir – und dann prallt Emma auf mich drauf, fast genau so stürmisch wie ich. Aber bei ihr ist das nicht so schlimm, denn ihr Kraftvektor lässt sich mit F gleich m mal a beschreiben, also Masse mal Beschleunigung. Und ihre Masse ist eben weniger als meine Masse.
Das ist aber nicht die Masse, über die sich meine Mama grade Gedanken macht.
»Sagtmal, wer von euch müffelt denn hier so?«, fragt sie.
Mit der Hand tastet sie gegen meinen Po. Halloo?!
»Mamahaaa!«, empöre ich mich: »Ich doch nicht! Emma hat Stinkepampers, nicht ich !!!«
»Mann Emil!«, beschwert sich die Fünfjährige jetzt über meinen Verrat und haut nach mir, als ob Mama nicht eh jeden Moment erfahren hätte, wer von uns beiden die Hose voll hat.
»Och Mäuschen …«, realisiert meine Mama enttäuscht und dreht meine Schwester an den Schultern leicht zur Seite. Sie muss gar nicht an ihren Po drücken wie bei mir, man sieht sofort, dass Emma einen großen Stinker in ihre Pampers gemacht hat. Im Gegenteil, es ist vermutlich besser, da jetzt nicht draufzudrücken. Sonst hat man beim Wickeln nachher eine Riesensauerei in der Windel.
Mama kniet sich vor meine kleine Schwester und ich zuppele etwas nervös an den Gurten meines Rucksacks. Das ist echt ein bisschen peinlich jetzt, ich hoffe die anderen Kinder sind alle schon weg. Waarum können wir nicht einfach im Auto darüber reden?
»Wann ist das denn passiert, Mäuschen?«, fragt Mama
Emma legt den Kopf schief und schaut auf den Boden: »Grade eben erst, als wir schon draußen waren, ehrlich!«
Das stimmt, denke ich.
»Hat Jenny dich denn nicht daran erinnert aufs Klo zu gehen im KiHo?«, fragt Mama dann.
»Mh-Mh«, summt Emma und schüttelt mit dem Kopf.
Jetzt schaut Mama zu mir: »Emil, ist das wahr?«
Jetzt klopft mein Herz. Ich habe da nämlich ein Problem: Ich kann nicht lügen! Also ich kann schon lügen, ich hab ja Jenny vorhin auch angelogen. Eigentlich ist das kein Problem. Aber wenn mich jemand fragt ›ist das wahr‹, DANN kann ich nicht lügen.
Das geht einfach nicht.
Etwas ist ja entweder wahr oder falsch. Und nicht irgendwas.
»Ähm …«, antworte ich um Zeit zu schinden. Natürlich weiß Mama, dass ich nicht Lügen kann wenn man mich fragt ob etwas wahr ist und manchmal nutzt sie das aus.
»Äh … Emil … was für eine Rakete haben wir nochmal gebaut, grade?«, plärrt Emma plötzlich. Denn natürlich weiß sie auch, dass ich nicht Lügen kann.
»Oh … Ja … Mama! Wir haben einen Space-Shuttle-gebaut. Mit F-1 Engines von der Saturn V auch wenn … Oh!«, ich stocke kurz: »Mama!! Ich glaub ich hab die falschen Triebwerke an das Shuttle gebaut, das ergibt gar keinen Sinn! Können wir nochmal schnell zurück in den KiHo ???«
Mamas Blick springt zwischen Emma und mir hin und her und ich befürchte sie hat uns durchschaut. Aber immerhin kriegt Emma keinen Ärger: »Na kommt ihr beiden Astronauten! Machen wir uns auf den Weg zu unserem Heimatplaneten.«
Sie nimmt Emma und mich an den Händen. Aber ich protestiere: »Mamaa! Wenn wir einen Spaceshuttle bauen dann sind wir doch keine Astronauten. Die bauen ihre Raumschiffe doch nicht selbst! Dafür gibt es Weltraumingineure und Physiker und …«
»Weiß ich doch, Emil!«, sagt Mama geduldig, während sie Emma die Autotüre aufhält. Auf der anderen Seite des Autos steige ich währenddessen selbst ein und werfe meine Tasche auf den freien Sitz zwischen Emma und mir.
»Ich will nach Hause!«, quängelt meine Schwester, als sie in das Auto steigt. So achtlos wie sie sich trotz ihrer Stinkewindel in den Kindersitz fallen lässt wäre es wohl spätestens jetzt egal gewesen, wenn Mama ihr vorhin auf den Po gepatscht hätte wie bei mir. Das ist jetzt alles bestimmt voll matschig da unten bei ihr. Ihhh.
Bei mir aber nicht! Der Superabsorber in meiner Pampi hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Diese chemischen Wundermolekühle, die im trockenen Zustand so klein wie ein Salzkorn sind, aber wenn sie Flüssigkeit binden plötzlich riesig groß werden, machen ihren Job so gut wie eh und jeh. Wenn ich ein bisschen die Beine zusammendrücke spüre ich dass da etwas ein bisschen glibbriger und wackelpudding-mäßiger ist als bei einer frischen Windel, aber abgesehen davon? Da unten ist alles hundertprozentig trocken. Das ist wirklich krass, wenn man darüber nachdenkt dass es chemisch echt nicht einfach ist, so etwas herzustellen. Also die Polymerketten aus denen der Superabsorber besteht und dann eigentlich auch die Windel selbst, dehnbar, atmungsaktiv und ultra-weich. Wenn man bedenkt, dass Emma und ich jeden Tag sechs bis acht Stück davon vollmachen und die danach einfach weggeworfen werden! Andererseits ist das immer noch viel effizienter als Weltraumraketen. Die Saturn V wurde ja nach ihrem Launch auch achtlos weggeworfen als wäre sie ne‘ stinkende Pampers …
Während Mama losfährt, kuschele ich mich in meinen Kindersitz. Ich weiß, es gibt sogar Neunjährige im KiHo die schon so groß sind, dass sie keinen mehr brauchen. Aber ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich noch viel zu klein bin um ohne Kindersitz Auto fahren zu dürfen. Ich lehne mich an den grauen Filz der Kopfstütze und schaue zu Emma rüber, die genau denselben Kindersitz hat wie ich. Zum einen sind diese Dinger wirklich viel sicherer als einfach so auf einer riesigen Rückbank zu sitzen und bei einem Unfall – F gleich m mal a – durch die Gegend zu fliegen wie der Softball in der großen Pause über den Schulhof. Und zum anderen ist das Sitzen im Kindersitz auch einfach sooo gemütlich und das finde ich fast noch besser.
Die Lehnen links und rechts, die Seitendinger, an die man sich lehnen kann und vor allem die superflauschigen Kopfstützten, die links und rechts an meinem Kopf sind. Ich fühle mich einfach umkuschelt und geborgen. Wie in dem kleinen Zelt in meinem Zimmer, oder in meiner Schlafhöhle, nur eben beim Autofahren.
Außerdem kann man sich vorstellen es wäre ein Raumschiff-Sitz. Oder zumindest ein Sitz in einem Kampfjet, mit Schleudersitz und allem. Wobei das dann wieder nicht so sicher wäre, okay.
Obwohl Mamas Fahrstil bei weitem nicht so schnell ist wie der einer trainierten Kampfjetpilotin sind wir bald zu Hause. Ich schnappe mir meinen Rucksack, Emma ein Kuschelpony, was noch auf der Rückbank lag und dann gehen wir ins Haus hinein. Also zumindest ich, denn Mama greift direkt nach Emmas Hand – Bestimmt um sie direkt mit zum Wickeln zu nehmen. Denn auch wenn Emmas Pamperspo jetzt nicht mehr ganz so tief hängt, weil sich auf der Autofahrt alles breitgedrückt hat … man riecht immer noch, dass sie Stinky-Pie ist.
»Hey …«, begrüßt uns unsere große Schwester Elisabeth, nachdem ich geklingelt habe und sie die Türe aufgemacht hat, noch bevor Mama ihren Schlüssel rauskramen kann. Kaum sind wir durch die Tür durch knuddele ich Eli. Ihr müsst wissen, ich mag meine große Schwester richtig gerne! Okay, ja, meine kleine Schwester auch. Und Mama und Papa ebenso. Aber Eli ist die einzige bei uns in der Familie, die zum Beispiel meinen Herr-Doppler-Witz vorhin in Physik verstanden hätte. Sie weiß auch immer genau, wann sie mich ernst nehmen muss und wann ich … einfach nur geknuddelt werden muss oder ne frische Pampi brauche. Eli ist super.
Noch während ich Eli umarme, rümpft sie die Nase. Sofort möchte ich die Verhältnisse klarstellen: »Ich bin das nicht, Emma hat Kaka gemacht!«
»Boaah Emil!«, verschränkt die Fünfjährige ihre Arme.
Aber ich weiß, dass ich recht habe: »Emma hat richtig viel in die Pampers gedrückt im Kiho!! Das ist bestimmt alles voller Kaka-Matsch da drin!«, kichere ich.
Emma wirft ihr Kuschelpony nach mir: »Sei leise, Emil!!«, kreischt sie empört.
»Selber leise, Stinkeprinzessin!«, grinse ich zu meiner wütenden kleinen Schwester, während Mama sie an der Hand nimmt um mit ihr nach oben zum Wickeln zu gehen.
Kaum sind Mama und Emma weg, dreht sich meine große Schwester zu mir: »Emil, findest du nicht, das war ein bisschen gemein von dir?«
Sie lehnt an der Wand im Flur und schaut zu mir runter, während ich grade meine Schuhe ausziehe. Mit einer Hand fistelt sie an ihrem langen blonden Zopf herum. Das macht sie oft, wenn sie über etwas nachdenkt.
»Aber is doch wahr!«, verteidige ich mich.
»Emil … Wie glaubst du fühlt sich Emma, wenn du so etwas sagst?«, fragt mich Eli lieb. Nicht so, als wäre sie böse auf mich. Mehr so als würde sie mir etwas erklären wollen.
»Ich … ich wollte nur nicht, dass du denkst ich bin der, der so stinkt!«
»Hmmm, Emil …«, fragt sie mich und verschränkt ihre Arme: »Wo machst du denn deinen Stinker normalerweise rein?«
Das ist eine rhetorische Frage. Ich seufze während ich meine Schultasche abstelle: »In … auch in meine Pampers …«, sage ich leise.
Elisabeth kniet sich vor mir hin: »Du müffelst dann auch ganz schön, weißt du?«
Peinlich berührt nuschele ich: »Ich weiß …«
»Das ist also keinen Grund, sich so über Emma zu erheben«, macht mir Eli klar.
»Tschuldigung …«
Eli klopft mir auf den Rücken: »Mir musst du das nicht sagen, sondern Emma …«
Hrmpf.
Eli hat Recht.
Ich zucke mit den Schultern.
»Jenny im Kiho hat uns heute was von einem Jungen namens Finn, der Raumschiffpilot ist vorgelesen …«, wechsle ich das Thema, wobei ich mit meinen Händen Anführungszeichen um das Wort ›Raumschiffpilot‹ male: »Aber das war ziemlicher Quatsch … Wollen wir heute Abend wieder Tom Scott schauen?«
Okay, das wirkt jetzt vielleicht wieder wie ein harter Sprung, zwischen Raumschiff-Finn und Tom Scott. Ich glaube das muss ich euch erklären! Am Wochenende, wenn wir Zeit haben, dann kuschelt sich Eli zu mir ins Bett und ich darf mir vor dem Einschlafen ein Tom Scott-Video aussuchen, was wir dann gemeinsam auf dem Laptop schauen. Und danach reden wir darüber, was wir grade gesehen haben. Das ist meistens noch viel cooler als das Video. In den Videos geht es um irgendwelche Erfindungen wie riesige Teleskopen oder um physikalische Gesetze und so. Einige der Sachen sind manchmal etwas oberflächlich erklärt, aber das sind ja auch nur Youtubeclips. Manchmal vollziehen Eli und ich dann die Herleitungen aus den Videos in meiner Formelsammlung nach. Also dem Buch, was Eli mir geschenkt hat nachdem sie Abi gemacht hat, denn eigentlich ist es ihre alte Formelsammlung aus dem Physik-Leistungskurs. Eine Formelsammlung ist einfach ein Buch voller Formeln, auch wenn das Wort so klingt als wäre es so eine Kiste voller physikalischer Formeln, in der man rumkramen müsste um eine bestimmte Gleichung zu finden wie in einer Legokiste. Stellt euch vor Kevin und ich würden im Kiho Formeln bauen … Ich würde mich über eine große Holzkiste voller Buchstaben und Zahlen beugen und ihn fragen: »Verdammt, Kev, hast du irgendwo das Groß-Phi gesehen?? Das rutscht immer so weit runter in die Ecken!!«
»Erde an Emi?!«, schnippst Elisabeth vor mir.
»Hm?«, frage ich sie ganz überrascht. Ich bin wohl in meinen Gedanken versunken.
»Was hast du noch mitbekommen?«, fragt sie mich.
Ich kichere verlegen: »Ähhh … gar nichts?«
Wieder wuschelt Eli mir durch meine Haare. Da muss Mama gar nicht meckern dass ich die so selten kämme. Das wäre eh zwecklos bei so einer großen Schwester!
»Ich bin heute Abend mit den anderen aus der Lerngruppe in der Uni, für den Segway-Roboter«, wiederholt Eli.
»Oaaaah!«, staune ich: »Kann ich mit, bitteeee, bitteeee, biiteeee? Ich … ich wäre auch voll die Hilfe, ehrlich!! Versprochen!!«
Aufgeregt schaue ich zu meiner großen Schwester. Eli lächelt und zwinkert mir zu: »Ich bin nur noch deshalb hier, weil ich auf dich gewartet hab. Aber frag Mama zuerst, okay? Ich glaub das wird heute spät …«
Noch bevor meine große Schwester ihren Satz vollendet hat stolpere ich die Treppe hoch und platze in Emmas Kinderzimmer rein, wo Mama grade vor dem Wickeltisch steht.
Ihh, es stinkt!
Emma liegt auf dem Wickeltisch und wird grade sauber gemacht. Sofort halte ich mir die Nase zu, aber dann fällt mir wieder ein was Elisabeth eben gesagt hat.
»Tut mir leid wegen eben, Emma! Das war gemein von mir …«, platzt es aus mir heraus
Mama dreht sich verwundert zu mir um: »Emi! Gut, ja … aber deshalb musst du doch nicht so hier rein stürmen …«
»Äääh … Nein! Aber …«, antworte ich Mama und erkläre ihr, warum ich eigentlich zu ihr gekommen bin. Dass Elisabeth und die anderen Studenten dringend meine Hilfe brauchen, um ihr Uniprojekt fertig zu bekommen! Und dass ich heute ja schon einen Mittagsschlaf gemacht habe, also nachher auch noch etwas länger aufbleiben kann! Und mit diesen Argumenten habe ich Erfolg: Noch bevor ich erklären kann, warum niemand einen besseren PID-Algorithmus implementieren kann als ich, hat mir Mama schon das Okay gegeben und ich hüpfe vor Freude! Schnell sprinte ich rüber in mein Zimmer, hole meinen Laptop und laufe wieder zu Eli nach unten.
»Wir können looooos!«, verkünde ich stolz.
»Hast du heute in der Schule zu Mittag gegessen?«, fragt mich Elisabeth skeptisch.
Ich überlege kurz: Ja!
»Hast du Durst?«
Ich schüttele ungeduldig mit dem Kopf. Ich will los!
»Pampi frisch?«
Ich runzele die Stirn: »Quasi …«
Eli rollt mit den Augen und patscht mir gegen meinen Po, so wie Mama das eben an der Schule auch schon gemacht hat: »Naja, geht scho …«, murmelt sie zu sich selbst. Dann überlegt sie selbst kurz, schaut zur Türe, aber dann nochmal zu mir. Erst nur so flüchtig, aber dann richtig in meine Augen: »Atme mal ganz ruhig aus, Emil.«
Während ich langsam ausatme, lässt sie ihre Hände synchron zu Boden sinken so als würde sie damit meine Atmung steuern. Ich konzentriere mich auf ihre Hände und werde plötzlich wieder ganz ruhig.
Ich spüre den kalten Fliesenboden unter meinen Socken.
Meine Nase juckt.
Mein Mund ist trocken, ich habe Durst.
»Fühlst du dich bereit? Müssen wir vielleicht noch irgendetwas mitnehmen?«, fragt Elisabeth mich langsam.
»Ja, wir können los. Aber ich habe doch Durst!«, antworte ich ganz klar.
Eli rollt mit den Augen und schaut mich dann an, als hätte sie das schon gewusst. Wir gehen schnell zusammen in die Vorratskammer und nehmen eine Apfelschorle für mich mit, dann gehen wir nach draußen.
Als wir um kurz nach siebzehn Uhr an der Uni ankommen, greife ich nach der Hand meiner großen Schwester. Ich war zwar schon ein paar Male hier, zum Beispiel am Tag der offenen Tür, zur langen Nacht der Wissenschaft und sogar zu einer Vorlesung durfte ich Eli schon begleiten. Aber trotzdem ist das noch ziemlich aufregend für mich. Und das Gebäude in dem wir grade sind kenne ich auch noch nicht. An der Uni ist das nicht so wie bei uns an der Schule, wo alles ein zusammenhängendes Gebäude ist und man schnell versteht, wie alles zusammenhängt. Die Uni hingegen besteht zum einen aus total alten Hallen mit Marmorboden, die aussehen wie aus einem Film aber auch aus ganz modernen Gebäuden mit Glasfassaden. Es gibt nicht ein Gebäude sondern die Universität ist über die ganze Innenstadt verteilt. Zwischen den Vorlesungen muss Elisabeth manchmal sogar den Bus nehmen! Das ist schon krass, oder?
Mit ihren Komilitonen – das ist ein echt schwer auszusprechendes Wort, das eigentlich einfach nur Mitstudenten meint – trifft Eli sich heute aber in einem verwinkelten großen Gebäude, das von außen aus Ziegelsteinen gebaut ist und von innen … auch. Aus Ziegelsteinen und Beton, wenn man drin ist sieht es beinahe aus als hätte man es umgekrempelt. Wie wenn man einen Pulli verkehrt herum angezogen hat. Es gibt keine Tapeten, keine Wandfarbe, einfach Ziegelsteine und Beton. Eli hat mir gesagt, dass man das ›Brutalismus‹ nennt, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie sich das Wort nicht ausgedacht hat. Es klingt jedenfalls ausgedacht.
»Eli, endlich!«, begrüßt ein junger Mann meine große Schwester: »Ich glaube wir haben einen Bug mit dem Typecasting vom Algo …«
Dann fällt sein Blick auf mich: »Oh … musst du heute Babysitten?«
Grummel.
Leider traue ich mich nicht, etwas zu antworten.
Elisabeth legt eine Hand um meine Schulter: »Das ist mein kleiner Bruder Emi … Er unterstützt uns heute Abend«, sagt sie.
»Hi Emi«, begrüßt mich der Mann freundlich und hält mir die Hand zum Faustschlag hin: »Ich bin Yasin« Ich verstehe erst nicht, was er mit der Faust machen möchte, aber schlage schnell ein, als ich es checke. Jetzt fühle ich mich cool!
»Freddy«, identifiziert sich sein Nachbar mit den langen lockigen Haaren. »Bin Marc … «, murmelt ein schmaler blonder Student mit langen Haaren, der mit seinen Augen konzentriert auf einen Laptop dessen Rückseite mit lauter bunten Stickern vollgeklebt ist starrt. Ab und zu drückt er energisch die Leertaste.
Freddy schaut zu mir rüber: »Du bist doch bestimmt ein Legoexperte? Vielleicht kannst‘ uns beim Weiterbauen des Roboters helfen!«
»Äh … auch … klar …«, antworte ich und hole meinen Laptop aus der Tasche. Einmal angesprochen fällt es mir gar nicht mehr schwer, etwas zu sagen: »Aber eure Konstruktion sieht doch super solide aus, die hätte genauso gut von mir stammen können. Trotzdem sollten wir uns erstmal den Castingbug anschauen. Ich hab schon gesehen, dass aus eurem Algorithmus immer glatte Floats rausfallen, die dann für die Servos mit zehn multipliziert werden, das macht das ganze Problem natürlich viel schlimmer weil das Ding dann so ruckelt. Wundert mich eigentlich, dass euch das bis jetzt noch nicht auf die Füße gefallen ist …«
Während ich spreche, öffne ich meinen Lieblings-Codeeditor und pulle die neuesten Änderungen an der Codebase mit den Zugangsdaten meiner großen Schwester. Schnell überfliege ich die Änderungen. Das Problem von Freddy, Marc und Yasin ist offensichtlich, dass sie die Stelle nicht finden, an der …
»Ähm, Emil ist anders als die meisten Neunjährigen …«, bricht meine Schwester die Stille und erst jetzt bemerke ich, dass mich alle anderen entgeistert anstarren.
»Diggah …«, staunt Yasin.
»Ich bin ja auch schon fast Zehn!«, verbessere ich meine Schwester, auch wenn diese Aussage die Relativität des Wortes ›fast‹ ziemlich strapaziert.
»Ah, klar … ja gut, das erklärts … klaro.«, schüttelt Freddy ironisch mit dem Kopf.
Ich kichere: »Neee … ich weiß …«
»Okay … «, sagt Freddy, nachdem er sich gefangen hat und dreht sein Notebook zu mir um: »Wir haben den Ablauf schon bis hierhin nachvollzogen, aber is kompliziert … nen Debugger können wir ja leider nicht nutzen, weil …«
Ich unterbreche ihn: »… Weil euch der Robo ja einfach umfallen würde wenn er nen Breakpoint hittet« Ich hoffe ihr habt vorhin aufgepasst, als es um Breakpoints ging. »Nen richtig wörtlicher Breakpoint«, kichere ich.
»Ja voll, genau …«, nickt Freddy.
Ich suche auf meinem Laptop schnell die Stelle, die Freddy grade offen hat. Von dort ist das Programm eigentlich einfach zu verfolgen, die Funktion gibt die aktuelle Stellung der Motoren zurück und als nächstes werden nur noch zwei weitere Funktionen aufgerufen, die … »Da!«, rufe ich: »In der gyroWrapper.class returnt ihr einen Int! Und dann passiert halt implizites Casting …«
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, warum die das nicht selbst herausgefunden haben. Das ist echt einfach zu sehen, wenn man das Programm kurz selbst durchgeht. Aber ich will nicht gemein zu den Freunden meiner großen Schwester sein, deshalb sage ich das nicht.
Aber was soll ich sagen, ab diesem Zeitpunkt war ich Teil von Elis Lerngruppe.
Das war eigentlich das coolste an diesem Abend – dass mich die anderen Studis ernstgenommen haben und mit mir geredet haben wie mit einem Erwachsenen und nicht wie mit einem kleinen Kind – naja, zumindest solange wir an dem Roboter programmiert haben jedenfalls. Was danach passiert ist, war halt auch was ganz anderes …
Es fing damit an, dass unser Roboter komplett umgefallen war. Vom einen auf den anderen Moment umgekippt wie ein Flamingo mit Gleichgewichtsstörung. Während die anderen noch im Log gegraben haben, bin ich sofort von meinem Stuhl aufgesprungen und zu dem Roboter rübergerutscht.
»Ja … der Akku ist komplett leer«, befinde ich und hebe den umgefallenen Roboter vom Boden auf und laufe zu unserem Tisch zurück. Marc kramt derweil in seiner Tasche nach einer Powerbank und steckt den Robo dran, nachdem ich ihn ihm gegeben habe.
»Was machen wir jetzt?«, frage ich die anderen ungeduldig, während ich mit meinen Beinen wippe. Die Stühle hier am Tisch sind in den Boden eingelassen, aber sind mit Schwenkarmen verbunden, sodass sie sich frei drehen können. Irgendwie cool. Außerdem sind sie riesig, selbst vergleichen mit denen bei uns in der Schule.
»Also wir müssen noch nen bisschen an der Doku machen …«, sagt Marc und klingt dabei selbst genervt. Die anderen stöhnen auch. »Boah nöööö«, antworte ich, denn ich habe grade auch keine Lust darauf, eine Dokumentation zu schreiben. Viel lieber will ich am Pathfinding des Roboters arbeiten, das macht viel viel mehr Spaß. Wir bringen dem Ding jetzt nämlich bei, im Raum herumzufahren und dabei nicht gegen Hindernisse – wie zum Beispiel unseren Tisch – zu fahren. Daran kann man natürlich schlecht herumdoktern, wenn der Akku grade leer ist.
Gedankenversunken starre ich auf meinen Laptopbildschirm. Kurz versuche ich, den Code im Kopf weiter durchzugehen, aber ich kann mich grade nicht konzentrieren.
Mein Magen knurrt. Und ich muss pinkeln.
»Eliiiiii … ich hab Hunger …«, meckere ich. Meine große Schwester legt einen Arm um mich und knufft mich: »Och, es ist ja auch schon längst Abendbrotzeit für dich … Jemand Lust auf Mensa?«
Wie sich herausstellt, haben alle Lust auf Mensa. Marc steckt den Robo – der immer noch eine Strominfusion bekommt – schnell in seinen Rucksack und dann stehen wir alle auf. Ich erstarre kurz, weil ich grade die Gelegenheit nutze in meine Pampers zu pieseln, das klappt im Stehen halt besonders gut. Die Anderen gehen schon los, aber Elisabeth dreht sich nochmal zu mir um: »Kommst du?«
»Ja-Haa«, antworte ich genervt und greife nach der Hand die sie mir reicht während ich weiterpullere.
»Alles gut?«, fragt Eli mich.
»Mmmh«, summe ich und mein Pipi läuft selbst während wir gehen noch weiter. An meinem Popo bildet sich ein Pipisee und bei jedem Schritt wackelt die Pampers hin und her. Die ist schon wieder so prall wie heut Mittag nach der Schule, das nervt mich grade. Ich denke grade darüber nach, ob Eli wohl eine frische Pampers für mich in ihrer Tasche hat, da fragt mich Yasin, in welcher Klasse ich eigentlich bin. Bisher haben wir uns alle nur über den Roboter und Java-Code unterhalten und ich bin natürlich total stolz, als ich ihm erzählen kann, dass ich schon in der Siebten bin. Meine durchweichte Glibberwindel habe ich zum Glück sofort verdrängt noch bevor wir in der Mensa der Uni ankommen. Also dem Teil davon, der um diese Uhrzeit noch offen ist, denn das ist nicht grade viel. An den meisten Theken sind die Rolläden heruntergelassen, es ist nur noch eine Essensausgabe in der Mitte offen, die komisches Grünzeug, belegte Brötchen und sowas verkauft.
Aber auch Wackelpudding!
»Mmmh«, summe ich, zupfe an Elis Ärmel und zeige aufgeregt auf eine Schüssel mit grüner Götterspeise.
Meine große Schwester runzelt kurz mit der Stirn, aber stellt dann eine der kleinen Schälchen auf unser gemeinsames Tablett. Bei Mama dürfte ich jetzt so spät keinen Zucker mehr. Die Studenten halten schnell ihre Karten an ein Lesegerät, eine müde Cafeteriafachkraftangestellte – oder wie man das nennt – nickt jedes Mal wenn die Karte piept und bald darauf sitzen wir auch schon an einem großen Hexagontisch und verspeisen unsere Abendmahlzeit. Also in meinem Falle nur den Nachtisch, aber das reicht mir.
Wobei, nicht ganz.
»Was ist denn das??«, frage ich und greife nach der Flasche, die vor Frederick steht. Eine Glasflasche mit blauem Deckel, darin ist eine Flüssigkeit die aussieht wie eine Mischung zwischen Apfelschorle und Fanta. ›Club Mate‹ steht drauf, vermutlich Englisch für ›Clubkumpel‹. Ich will grade probieren, da greift Eli nach der Flasche: »Hee, Emil! Du kannst nicht einfach so Freddys Mate nehmen, du musst ihn vorher fragen! Außerdem ist es viel zu spät für Koffein und ne Mate für dich auf keinen Fall! Damit kannst du die ganze Nacht nicht schlafen!«
»Hä?! Garnicht?!«, antworte ich und verschränke meine Arme, weil Eli mich nicht ernst nimmt. Ich trete vor Wut in die Luft, treffe dabei ein Tischbein und der ganze Tisch rumpelt kurz.
»Diggah, chill …«, raunt Yasin und auch die anderen schauen überrascht, fast ein bisschen schockiert zu mir. Nur Eli liegt ihren Arm um mich.
»Alles gut, Emi …«, sagt sie sanft.
Und ganz kurz will ich meine große Schwester wegstoßen, aufspringen und wegrennen. Weil ich merke, dass mich die anderen nicht ernstnehmen, mich für ein kleines Kind halten und das macht mich wirklich sehr wütend. Ich spüre meine pitschnasse Pampers und sie nervt. Ich will diese coole Mate trinken und … ich will einfach erwachsen sein!
Zum Glück braucht dieser Impuls einen kleinen Moment um durch meinen Körper zu gelangen, sodass ich währenddessen schon Elisabeths Umarmung spüre. Sie legt ihren Kopf auf meinen Kopf, dann flüstert sie: »bist schon ziemlich müde, hmm?«
»Mmmmh«, nicke ich leicht und die großen Studentenjungs grinsen. Ich brauche einen Moment, bis ich verstehe, dass sie wohlwollend lächeln und nicht mich auslachen, weil sie mich für ein kleines Baby halten.
»Sorry«, sage ich kleinlaut und gebe Freddy die Flasche zurück: »Tut mir leid …«
Den Rest des Essens löffele ich still an meiner Götterspeise und höre den Studis beim Quatschen zu. Während mein Kopf sich noch voll um unseren Roboter dreht, sind Freddy, Yasin, Marc und auch Eli gedanklich schon ganz woanders und reden über eine Party, die es morgen Abend »In den Türmen« geben soll. Unter Turm stelle ich mir irgendeinen Burgturm vor, was voll cool ist, da könnte man dann so tun als wäre man Ritter – bis ich erfahre dass es um die zwei Höchhäuser geht, an denen Emma und ich immer mit Mama vorbeifahren, wenn wir zur Schule fahren. Laangweillig!
Umso erfreuter bin ich, als die anderen endlich fertig mit essen sind und aufstehen. Ich glaube nämlich, mir ist während des Essens ein Super Pathfinding-Hack eingefallen, der weniger mit Pathfinding zu tun hat als damit, wie man die Regeln der Aufgabe auslegt. Motiviert und voller grüner Götterspeisenenergie wie Poppeye auf Spinat springe ich auf …
… und friere ein.
Ich muss sooo dolle groß plötzlich!
So dolle, dass mein Körper sofort in einen Automatismus verfällt. Ich gehe leicht in die Hocke, drücke meine Beine ein bisschen auseinander und ich spüre wie meine Augen feucht werden. Das alles passiert im Bruchteil einer Sekunde. Meine Bauchmuskeln spannen sich an und ein richtig großer Stinker will aus mir rausdrücken.
Wieder bin ich zum Glück schnell genug um zu checken wo ich grade bin: Ganz schnell kneife ich meine Pobacken zusammen und drücke mit einer Hand von hinten gegen meine schwammnasse Pampers. Mein Bauch tut weh dabei. Ziemlich sogar. Als ich es geschafft habe einzuhalten sprinte ich schnell zurück zu unserer Sitzgruppe, an den anderen Studis vorbei, Hauptsache ich kann mich schnell hinsetzen, denn dann ist die Gefahr nicht so groß dass ich gleich meinen Stinker in die Windel drücke.
Ich klappe meinen Laptop wieder auf, aber jetzt ist mein Kopf so abgelenkt wie die anderen aus der Lerngruppe eben bei der Partyplanung. Für Stinker gehe ich nie aufs Klo, noch weniger als für Pipi. Wegen draufsetzen und so. Aber während eine Pipiwindel ja kein Problem ist, mag ich es gar nicht, eine Stinkepampers zu haben wenn andere Menschen dabei sind. Das ist bei mir halt nochmal viel peinlicher als bei Emma. Deshalb mache ich eigentlich immer nur Abends groß in die Windel, wenn ich Zuhause bin und Ruhe habe. Und klar, jetzt ist Abends. Aber normalerweise kann ich das richtig gut einhalten, sonst könnte ich ja nie was länger bei Freunden sein oder so. Das ist nie ein Problem gewesen bis jetzt. Ich sollte das definitiv bis nach zu Hause einhalten können, auch wenn es grade so dringend ist.
Aber dann wird mir alles klar: Das war gestern. Gestern bei Kevin und Lars Zuhause! Da bin ich bis nach dem Abendbrot geblieben und da habe ich mir meinen Stinker verdrückt. Ich muss jetzt so superdolle, weil das der Stinker von gestern und von heute ist. Kombiniert.
Ich habe eigentlich gar keine Chance.
Schnell tabbe ich auf meinem Laptop rüber ins Chatprogramm und wechsele in die Familiengruppe.
,Mama kannst du mich abhohlen? Bitte ganz schnell! Ich werde gleich Stinker in die Windel gemacht haben!!‹, schreibe ich. Kaum habe ich das abgeschickt dreht sich Eli zu mir. Sie schaut auf die fette Pampersbeule zwischen meinen Beinen, als würde sie sich mit Schaudern ausmalen, was ich darin gleich anrichten werde. Dann wechselt auch sie in den Familienchat: ›Wollen wir mal die Klos hier anschauen?‹, schlägt sie vor.
Ich antworte mit Kopfschüttel-Emoji.
Aber dann überlege ich und schaue zu den anderen Studenten. Ich will mir nicht, dass die etwas davon wissen!
Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen: ›Kommst du mit?‹, frage ich.
Anstatt im Chat zu antworten greift Eli nach meiner Hand und steht auf. Als Yasin sie fragend anschaut, antwortet sie schnell: »Ich geh mal schnell mit Emi aufs Klo.«
Yasin schaut überrascht, sein Blick geht rüber zu mir und erst jetzt verstehe ich, dass die anderen vermutlich längst gecheckt haben, dass ich eine Windel umhabe. Die Windel ist pitschnass, entsprechend dick und deshalb ist es eigentlich völlig illusorisch davon auszugehen dass die Anderen das noch nicht gecheckt haben. Ach Mann ey!
Eli zieht mich an ihrer Hand und ich stolpere ein paar Meter an ihrer Hand. Ein paar Meter schaffe ich es noch, dann sagt mir mein Bauch, dass das keinen Sinn mehr hat. Ich lasse die Hand meiner großen Schwester los, sehe noch wie der Roboter an mir vorbeifährt und gebe dann endlich auf. Ich kann nicht mehr.
Es drückt sooo dolle!
Hinter einem der stählernen Tische hocke ich mich hin, balle die Hände zu Fäusten und fange an zu drücken.
Ich weiß, ich bin schon viel zu groß dafür …
Ich spüre, wie mein Stinker sich durch meine aufgequollene Pampers schiebt, drücke weiter und meine Augen werden feucht. Weil das grade so gut tut, aber auch, weil das so peinlich ist … Ich will nicht, dass Alle mitbekommen, dass ich eine Stinkepampers hab!!
Plötzlich sehe ich in meinem Augenwinkel eine Bewegung und schaue erschrocken hoch. Frederick, ein Kommiltone meiner großen Schwester hat mich zwischen den Tischen hocken gesehen und wundert sich natürlich, was los ist.
»Hey Emi, alles okay bei dir?«, fragt er vorsichtig.
»Jaaa …«, presse ich hervor und wische mit der Hand um Freddy zu zeigen dass er einfach weitergehen soll
»Oh …«, versteht Freddy, schaut weg und streicht sich piktiert durch seine langen Strubbelhaare. Fuck! Er weiß es. Eindeutig. Er sagt nichts, aber er weiß es. Natürlich riecht er es. Mein Stinker drückt sich langsam durch meine pitschnasse Pampers und schiebt dabei den aufgequollenen Superabsorber zur Seite. Erst sammelt sich alles an meinem Po und als da kein Platz mehr ist, quillt es langsam zwischen meinen Beinen nach vorne. Aber mein Haufen hört nicht auf, es kommt immer mehr und drückt zwischen meinen Pobacken nach oben fast bis zum Rand. Es ist so viel, dass ich wirklich nicht weiß ob die Pampers das alles aushält. Als ich spüre, dass ich auch noch die ganze Zeit am pullern bin und das Pipi auch noch überall hinläuft, fange ich leise an zu weinen. Nicht, weil ich volle Windeln so schlimm finde – ich bin kein Baby – sondern weil das so, so demütigend ist.
Das Pathfinding des kack Roboters versagt mal wieder und er fährt gegen meinen Fuß, grade als ich fertig mit allem bin. Genervt drehe ich den Roboter um, schubse ihn zurück, da spüre ich plötzlich eine Hand, die meinen Rücken streichelt: »Mama ist gleich da …«, beruhigt mich Elisabeth: »Schau einfach ein bisschen Youtube, wenn du willst. Ist schon nicht so schlimm …«
»Was hat Freddy gesagt?«, frage ich ängstlich, aber Elisabeth schmunzelt, so als wäre das alles gar nicht so schlimm: »Das du ein ganz besonderer Junge bist …«, zwinkert Elisabeth mir zu: »Mach dir keine Gedanken. Du hast die alle heute so beeindruckt, die werden die ganze nächste Woche noch von dir reden. Ist schon nicht so schlimm, dein Stinkepo.«
Mit diesen Worten hatte mir Eli meinen Laptop gereicht und noch bevor das erste Video halb durch war, war auch schon Mama da, mit Emma, denn die konnte natürlich nicht alleine Zuhause bleiben. Inklusive Pinky-Pie auf dem Arm, versteht sich. Marc, Yasin und Freddy winkten mir zum Abschied und taten so als hätten sie meine volle Stinkewindel gar nicht mitbekommen, auch wenn ich ziemlich offensichtlich watschelte auf dem Weg nach draußen. Auch Emma sagte nichts zu meiner vollen Pampers, ganz im Gegensatz zu mir heute Mittag. Nichtmal, als ich mich erschöpft in meinen Kindersitz fallen lies und die Matsche sogar vorne bis nach oben quoll. In dem Moment reichte sie mir nur Nuk-Nuk, meinen Schnuller.
Ach, klar, ja. Ich schlafe noch mit Schnulli. Das hab ich vergessen, euch zu erzählen. Aber jetzt wisst ihr ja bescheid.
Ende.
Autor: giaci9 | Eingesandt via Mail
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Sehr schöne Geschichte🙂
Ich hoffe das wahr jetzt nicht schon der Letzte teil und es folgen noch ein paar
Würde mich echt freuen😁
Es war leider der letzte Teil, tut mir leid. Freut mich aber, dass es dir gefallen hat! 😀
Schade das es wierklich schon das Ende war😢
Es ist zwar unwahrscheinlich aber vielleicht hört man ja in anderer Form nochmal von Emil und Emma😉
Bei 2 sooo beliebten Charakteeren wäre eine weitere ( gerne auch längere) Geschichte wierklich was schönes
Sehr schöne Fortsetzung Danke. Freue mich auf mehr
Also Emil muss man echt gerne haben!
Das Kapitel ist an sich aber auch echt toll geschrieben!
Ist ein wirklich interessantes Kapittel, auch wenn ich von dem technischen Abschnitten nicht all zu viel verstanden habe. Aber es ließt ganz interessant, wie sich ein augenscheinlich kleiner Junge seinen Altag meistern muss, erst recht wenn Er einen größeren IQ hat als Gleichaltrige. Bin gespannt ob es weitere Teile gibt!
Hi,
Weitere Teile wird es leider nicht geben, das Motiv ist für mich auserzählt. Natürlich gäbe es noch vieles, das Emil erleben könnte, aber ich will mich lieber anderen Geschichten widmen. Der Erzählstil aus der Ich-Perspektive nutzt sich auch schnell ab, muss ich sagen. 😀
Finde ich cool, wie du hier einen anderen Weg nimmst als bei den Kerkwald-Geschwistern, auch wenn man einige Motive wieder erkennen kann. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ich würde gerne sehen, wie sich wieder eine richtig große Geschichte entspinnt, und ich glaube, da könnte was kommen 🙂 .
Ein kleines bisschen konstruktive Kritik, für die es jetzt wahrscheinlich zu spät ist: Die Namen der Kinder – Eli, Emi, Emma – sind doch sehr ähnlich, was beim Lesen nicht immer angenehm ist. War das Absicht?
Das mit den Namen war so ein Detail was mir eingefallen war: Dass die Eltern ihren drei Kindern den selben Anfangsbuchstaben beim Vornamen gegeben haben. Fand ich irgendwie cool als Idee, auch wenn es der Geschichte nichts beigetragen hat, beziehungsweise sogar eher hinderlich war – Grade Eli und Emi. Ich hätte Elisabeth besser mit Lis abgekürzt oder so … 😀
als Autor schleppt man ja immer seine „Standardmotive“ mit sich rum, da bin ich auf jedenfall schuldig im Sinne der Anklage. Aber ich will auf keinen Fall in die Falle tappen dieselbe Geschichte ständig erneut zu erzählen, das fände ich sehr schade. Und grade Kurzgeschichten sind super cool um mal etwas neues Auszuprobieren. Das heißt natürlich auch, dass die Geschichten schneller wieder zu Ende sind, also an dieser Stelle Sorry dafür, dass es hier nicht weitergehen wird. 😀
Oh, dass die Geschichte schon zu Ende ist, habe ich tatsächlich nicht mitbekommen. Fühlt sich an, als wäre gerade der erste Akt vorbei: Die Charaktere sind alle vorgestellt, jetzt geht’s los. Aber gut, lieber so als eine unvollendete Geschichte oder eine, bei der die Luft raus ist.
Hey Leute, ich wollte nur nochmal auf das „Ende“ am Ende dieses Kapitels hinweisen – es ist das letzte Kapitel dieser Geschichte, Sorry 😃😇😅
Einfach super geschrieben! Toll finde ich auch, dass die Teile so lang sind und man sich gut in die Charaktere reinfühlen kann.
Emil muss man einfach gerne haben. Spitze! Wahrscheinlich braucht er bald andere Windeln und der „Stinker“ geht wahrscheinlich im KiHo in die Windel oder die Schwester nimmt einfach eine oder zwei Ersatz Windeln mit zur Uni.
Hoffentlich gibt es noch viele Teile.
Danke!!!
Lustig und schön, schön lustig. Mir gefiel’s.
Gern mehr.
Danke