Skip to content
WindelgeschichtenDeine ABDL-Story kostenlos!
  • Gemischt
  • Jungs
  • Mädchen
  • Reale Geschichten
  • Übersetzung
  • KI Geschichten
  • Informationen

Windelfreunde (7)

09/04/2026 1 comment Article Gemischt giaci9
This entry is part 7 of 7 in the series Windelfreunde
Windelgeschichten.org präsentiert: Windelfreunde (7)

#7: Nicht alles kann man ewig aufhalten

Kleinfeldern – Samstag, den 15. Dezember 2012, 16 Uhr

»Bis gleich!«, rief Fenix zu seinen Freunden, bevor er die Türe zum Herren-WC der alten Gaststätte aufdrückte. In dem kalten, bis zur Decke mit kleinen hellrosa Kacheln gefliesten Raumes roch es nach Urin und Kloreinigungssteinen. Es war alles andere als gemütlich und Fenix überlegte zweimal, ob er wie geplant in die Klokabine gehen wollte. Aber alles andere wäre zu auffällig, wenn doch noch jemand anderes hier reingehen würde, Maxi oder Benni zum Beispiel. Jakob wohl eher nicht.

Fenix verriegelte die Türe, hockte sich vor das Klo, seufzte und ließ seinem pochenden Harndrang endlich freiem Lauf. Eine wohlige Welle der Erleichterung überrollte ihn und brachte ihn dazu, den ungemütlichen Ort für einen Moment zu vergessen. Im Gasthof konnten sich die Kinder so viel Apfelschorle nehmen wie sie wollten und entsprechend musste Fenix schon seit mehr als einer Stunde sehr dringend pinkeln. Benni war vorhin auch schon auf Klo gerannt und Maxi in der letzten Stunde sogar zweimal. Und Jakob … Jakob hatte vor den Augen der anderen Jungs seine Pampers vollgepieselt, immer wieder. Wobei Benni und Maxi das meistens gar nicht zu bemerken schienen, nur vorhin war es nicht zu übersehen gewesen. Jakob war an der Reihe gewesen und war von ihrem Vierertisch aufgestanden, nur um nach zwei Schritten im Freiraum vor der Kegelbahn stehen zu bleiben und einzufrieren. Plötzlich stand er kerzengrade da und starrte ins Nichts.

Maxi hatte gekichert, sich zu Fenix gelehnt und geflüstert: »Wetten der macht sich grad in die Hose?«

Kaum hatte er das ausgesprochen, griff Jakob nach einer Bowlingkugel und rollte einen Strike als wäre nichts gewesen. Dass sein Blick, nachdem er sich anschließend wieder an ihren kleinen Ecktisch gesetzt hatte, abermals in die Ferne wanderte und seine Augen wässrig wurden, diesmal aber weitaus länger, bekam hingegen nur Fenix mit. Und das war bei weitem nicht das einzige Mal gewesen! Jakob hatte von ihnen allen am meisten Apfelsaft getrunken, Fenix vermutete, dass das entweder daran lag, dass es bei Jakob zuhause nur Wasser gab, oder dass Jakob einfach Spaß daran hatte, seine Windel so richtig vollzupinkeln. Innerhalb der letzten Stunden war seine Pampers nach und nach immer weiter aufgedunsen: In Jakobs Schritt wurde seine Hose jetzt durch eine dicke Beule angespannt und bei jedem Mal, bei dem er von der Sitzbank aufstand, war sein Windelpo praller und tiefhängender. Jakobs Windel war jetzt sehr deutlich zu sehen und zumindest für Fenix war auch völlig klar, dass sie klitschnass war. Spannenderweise schienen Maxi und Benni zumindest dieses Detail nicht zu verstehen, denn sonst hätte Max seinen Kommentar sicherlich schon viel früher abgegeben.

Bennis Mutter Esther hingegen hatte das sofort bemerkt, als die Jungen grade aus dem Kegelbahnanbau zurück in die Gasthofstube gekommen waren. Benni war zum Tresen gelaufen und hatte seine Mama gefragt, ob sie ihm und seinen Freunden Pommes zum Mittagessen machen könne, da war der Blick der alten Frau auf Jakob hängen geblieben.

»Jakob, willst du mal versuchen aufs Klo zu gehen, oder ist es schon zu spät?«, hatte sie ihn etwas gehässig gefragt.

Fenix wunderte sich nicht, dass auch Bennis Mama über Jakobs Windeln bescheid wusste, Kleinfeldern war eben ein kleines Dorf. Jakob war die Frage trotzdem erkennbar peinlich gewesen, er hatte auf den Boden vor seinen Füßen geschaut und schnell den Kopf geschüttelt. Maxi hatte ihm aufmunternd auf die Schultern geklopft und an Jakobs Stelle geantwortet: »Später vielleicht.«

Stattdessen hatte Fenix die Chance ergriffen: »Ich aber!«

Zum einen, weil er sich nicht traute vor den anderen Jungen seine Windel zu benutzen und zum anderen, weil es einfach auffällig gewesen wäre, als Einziger die ganze Zeit nicht aufs Klo zu gehen.

Nun ließ er dem ganzen aufgestauten Pipi freien Lauf, zumindest für eine Weile, denn irgendwann bekam er berechtigterweise die Sorge, seine Pampers könnte jeden Moment überlaufen. Wie auch bei Jakob schwoll seine Windel stark an, allerdings mit einem Mal und nicht über mehrere Stunden verteilt. Fenix spürte, wie die Pampers plötzlich schwer wurde und gegen seine Oberschenkel drückte und als er mit einer Hand über seinen Po tastete, fühlte er auch dort den geleeartig aufgequollenen, dicken Superabsorber. Langsam fuhr er mit seinen Fingern entlang der Mittelnaht bis in seinen Schritt und bildete sich ein, den Strahl durch die Pampers und seine Hose hindurch erfühlen zu können. Die Feuchtigkeit war mittlerweile bis fast zu seinem Bauch hochgekrochen und sein Po fühlte sich an als würde er in einer Pfütze sitzen. Fenix hielt wieder ein. Wenn seine Underjams früher so voll waren, dann hieß das, dass sie jeden Moment auslaufen würden. Doch die dicke Klebewindel hielt stand. Trotzdem verharrte Fenix einige Momente reglos in der Hocke und gab der herausgeforderten Pampers Zeit, alles Feuchte wegzusaugen. Erst als er anschließend aufstand und die Kabine wieder verließ, spürte er, wie dick die Windel wirklich geworden war und erschrak. Ab jetzt durfte er auf keinen Fall weiter reinmachen, sonst würden seine Freunde am Ende doch noch herausfinden, dass er seine Windel auch benutzte und sie nicht nur ein Unterhosenersatz war. Und wenn nicht seine Freunde, dann zumindest Frau Raabe und auch das musste er unbedingt vermeiden.

Hamburg – Freitag, den 18. August 2023, 17 Uhr

Das gute Wetter hatte sich die ganze Woche über gehalten und auch am Freitagnachmittag kratzten die Temperaturen in Norddeutschland an der Dreißig-Grad Marke. Viele der Bewohner des größten Hamburger Studentenwohnheims hatten sich an die Elbe und in angrenzende Freibäder und Parks verzogen. Jakob Kerkwald war erst vor einer Viertelstunde von seinem Praktikum in der Staatsanwaltschaft zurückgekehrt, hatte Jeans und Hemd gegen Shirt und Shorts getauscht, seinen Rucksack zusammengepackt und hatte sich grade auf sein Bett gesetzt, als sein Handy vibrierte. Bin da, lautete Fenix Nachricht.

Der einundzwanzigjährige Polizist wartete in seinem kleinen Skoda vor dem Fahrradparkplatz des Studentenwohnheims. Fenix war froh, das gesamte Wochenende frei zu haben, auch wenn er angesichts von Jakobs Einladung ein bisschen nervöser war, als er zugeben wollte. Doch sein Kindheitsfreund hatte ihm versichert, dass er sich keine Sorgen zu machen brauchte und Fenix glaubte dem jungen Studenten, den er erst vor einer Woche zum ersten Mal seit vielen Jahren wiedergesehen hatte. In Pampers legospielend auf einem Autoteppich, was zugegebenermaßen sehr gut zu dem Bild, das er noch von früher von Jakob hatte, passte.

Obwohl sein großer Bruder Nick seit mehr als zehn Jahren mit Jakobs Bruder David zusammen war und ihre beiden Familien dadurch dauerhaft miteinander verbunden waren, hatte Fenix seit der Zeit in Kleinfeldern keinen Kontakt mehr zu Jakob gehabt. Er hatte aber auch nie nach ihm gefragt, wenn er Nick getroffen hatte, was aber auch nur noch selten war. Selbst Weihnachten hatte Nick dieses Jahr mit den Kerkwalds gefeiert, anstatt mit Papa und ihm. Fenix hatte sich, als er das erfahren hatte, freiwillig zum Bereitschaftsdienst über die Feiertage gemeldet.

Noch heute plagte ihn ein schlechtes Gewissen wenn er an Jakob dachte, so wie der penetrante Wunsch, sein dreizehnjähriges Ich an den Schultern zu packen und was hast du dir dabei gedacht zu brüllen. Doch als er Jakob vor einer Woche auf einer großen Hamburger ABDL-Party völlig unerwartet wiedergetroffen hatte, hatte der ihm fast sofort verziehen. Und seitdem fühlte es sich für Fenix so an, als wäre ein Teil von ihm, der jahrelang gefehlt hatte, plötzlich wieder da. Fast unentwegt schrieben sie sich Nachrichten, selbst während der Arbeit. Als er vorgestern bei einer Observation alle paar Minuten auf sein Privathandy geschaut hatte und Nachrichten beantwortete, war das selbst seiner Kollegin aufgefallen. »Mensch Fenix, haste ne neue Freundin?«, hatte sie ihn gefragt, woraufhin sich Fenix an seinem Kaffee verschluckt hatte.

»Ich weiß, nicht so cool wie der Streifenwagen. Aber immer noch besser als nix«, begrüßte Fenix seinen Freund, als dieser die Beifahrertüre öffnete.

»Oh ja«, pflichtete Jakob ihm bei, legte seinen Rucksack auf die Rückbank und Fenix fuhr los: »Mit dem Polizeiauto wären wir auch viel schneller unterwegs«, scherzte er und spielte damit auf ihre Fahrt am Montag an, auf der Fenix ihn im Streifenwagen nach Hause gefahren hatte. Auf der einen Seite war das nur fair gewesen, immerhin hatte er Jakobs Feierabend durch eine Aktensuchaktion deutlich nach hinten verschoben. Aber auf der anderen Seite hatte er auch einfach noch etwas mehr Zeit mit Jakob verbringen wollen. Also waren sie anschließend noch einen Döner essen gegangen und dann hatte er Jakob angeboten, ihn noch nach Hause zu fahren.

»Oh, wenns dir nix ausmacht … voll gerne! Wo parkst du denn?«, hatte Jakob gefragt, während er die Reste des Dönerpapiers in den Mülleimer vor dem Justizgebäude stopfte, zu dem sie wieder zurückgelaufen waren.

Als Antwort klopfte Fenix auf den Kofferraum des Streifenwagens, der im absoluten Halteverbot neben dem Eingang stand und überraschte Jakob damit sichtlich.

»Was? Wie cool!«, rief er begeistert und setzte sich auf den Beifahrersitz, ohne daran zu denken dass seine Tasche noch im Archivkeller lag. Der Polizeimercedes war dasselbe Modell, dass auch seine Eltern mittlerweile fuhren, nur als höhergelegten Kombi. Die Entlohnung, die Eva als Landtagsabgeordnete mittlerweile bekam, machte das problemlos möglich. Im Gegensatz zu dem Opel, den sie früher gehabt hatten, fühlte Jakob sich in dem teuren Wagen immer etwas fehl am Platz.

»Wow, ist das cool«, staunte Jakob ganz wie der Junge, der er im inneren immer noch war. Fenix sah zu ihm rüber und musste unwillkürlich lächeln.

»Wenn du den Knopf drückst, geht das Blaulicht an«, erklärte er grinsend.

Jakob nickte anerkennend: »Aber nicht jetzt, oder?«

Anstatt eine Antwort abzuwarten, nahm Fenix Jakobs Hand, führte sie zum Knopf und Jakob drückte.

»Sonst kann ich hier auf der Straße auf keinen Fall gefahrlos wenden«, erklärte er. In den Fensterscheiben der anderen Autos spiegelte sich das blaue Blitzlicht, Fenix setzte den Blinker, die Autos auf beiden Fahrbahnen hielten kurz an und er wendete den Wagen schnell über alle Fahrspuren hinweg. Fenix nutze das Blaulicht noch, um sich in die Abbiegespur zum Johannes-Brahms-Platz einzufädeln, dann schaltete er es pflichtgemäß wieder aus.

»Wo wohnst du eigentlich?«, fragte Fenix im selben Atemzug.

»Oh, oben in Winterhude«, antwortete Jakob und gab die genaue Adresse des Studentenwohnheims durch. Fenix trug sie ins Navi ein und seufzte: »Ohh, shit, jetzt ist ja mega der Berufsverkehr …«´

»Soll ich das Blaulicht wieder anmachen?«, kicherte Jakob. Dann lachten sie beide verschwörerisch.

Dabei war es definitiv nichts Schlimmes für sie, eine halbe Stunde miteinander im Auto zu sitzen. Jakobs Studentenwohnheim lag auf dem Weg zum Polizeipräsidium, also würde ihr Ausflug Fenix auch nicht in Erklärungsnöte bringen. Stattdessen unterhielten sie sich angeregt über die gemeinsame Aktensuche, wofür die Polizei die Akte überhaupt brauchte, dann mussten sie an ein gemeinsames Erlebnis von früher denken und schließlich hatte Jakob eine Idee.

»Hey … Max Knopp feiert am Wochenende seinen zwanzigsten! Auf dem Hof, wie bei Halloween früher, quasi! Wir könnten zusammen hingehen!«, schlug er seinem Freund vor.

Plötzlich schien der sonst so souverän wirkende Fenix verlegen: »Echt? Ich glaub nicht, dass ich da eingeladen bin …«

»Das is doch egal! Ich nehm dich mit und dann übernachten wir in meinem alten Zimmer!«, schwärmte Jakob: »Komm, das wird wie früher!«

»Brauchst du dann auch eine Pampers in der Nacht?«, foppte Fenix seinen Kindheitsfreund und wollte damit eigentlich nur vom Thema ablenken.

»Klar. Genau wie du, was denn sonst? Sonst wird noch unsere Gästematratze nass«, antwortete Jakob erstaunlich nonchalant.

In den nächsten Tagen hatten sie noch ein paar Nachrichten zu dem Thema ausgetauscht, die Abfahrtszeit geklärt und so hatte es Jakob irgendwie geschafft, dass Fenix zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder nach Kleinfeldern fuhr.

Kleinfeldern – Samstag, den 15. Dezember 2012, halb Drei

Unruhig schaukelte Jakob mit den Füßen gegen die langen Stuhlbeine des Bahrhockers. Die vier Freunde saßen nebeneinander am Tresen des kleinen Gasthofes und teilten sich zwei Teller Pommes. Jedenfalls Fenix und Maxi, denn Benni und Jakob hatten schon keinen Hunger mehr und bauten ein Kartenhaus aus Bierdeckeln. Benni platzierte grade eine ziemlich heikle Karte in der Mitte der dritten Etage während Jakob ihm gespannt zusah und dabei an seiner Apfelschorle nippte. Benni ließ los, da wackelte der Unterbau auf der linken Seite plötzlich, also griff der Viertklässler direkt wieder nach der Karte die er grade erst platziert hatte. Jakob rutschte gespannt nach vorne um besser sehen zu können wie ihr Kartenhaus wackelte. Er stützte sich dabei mit seinen Füßen auf dem Barhockergestell ab, rutschte mit seinem Po nach vorne und … spürte mit einem Mal die warme, völlig sattgesaugte Windelmasse an seinem Po, die nun nach vorne zwischen seine Beine quetschte. Kurz dachte er darüber nach, wie voll seine Pampers schon um diese Uhrzeit war und bekam ein schlechtes Gewissen, was im nächsten Moment der Erkenntnis wich, das er extrem dringend pinkeln musste.

Dann fiel ihr Kartenhaus um.

»Benniiiii!«, tönte Max und griff nach einem der umgefallenen Bierdeckel: »Kommt, lass uns wieder Kegeln gehen!«, schlug er ungeduldig vor, als wäre nicht er der Grund gewesen, warum sie überhaupt gewartet hatten. Benni sprang sofort auf und stellte die beiden Teller auf die abgesenkte Seite des Tresens, sodass sie nicht im Blickfeld der Gäste waren, die bald in das Wirtshaus kommen würden. Jakob sammelte die Karten zusammen und stellte sie wieder an die Seite, dann gingen die Jungen rüber zur Kegelbahn. Jakob merkte nichts davon, dass seine Blase kurzzeitig kapitulierte und ein kurzer, aber äußerst kräftiger Pipistrahl in seine Pampers prasselte, denn seine Windel war längst viel zu nass als das er da noch einen Unterschied ausmachen könnte.

Schon aus dem Flur hörte Jakob das Klick-Klack-Rumms des Kegelautomaten. Die altertümliche Maschine, die Jakob heute zum ersten Mal gesehen hatte kümmerte sich darum, alle Kegeln wieder aufzustellen und die Kugel zurück zum Abwurf zu rollen. Das war ganz schön cool, grade die Kugeln, die auf einer kleinen Rollbahn neben der Kegelbahn zurückrollten, um dann in einer Sammelstelle am Abwurfpunkt zu landen. Zwischen den Runden sah Jakob der Maschine gerne beim Arbeiten zu, irgendwie war das interessant.

Doch jetzt war etwas anders: Die Maschine machte nur noch rums-rums-rums und die Kegeln schienen in der Decke festzustecken. Benni schob schnell Max und Fenix zur Seite und drückte den Notschalter des Bedienpanels.

»Ist die jetzt Fritte?«, fragte Max mit großen überraschten Augen.

Benni schüttelte den Kopf: »Nee, da hat sich nur was verheddert. Passiert ständig. Ich geh mal schnell nach hinten. Lasst bitte die Anlage aus während ich hinten bin, okay?«

»Darf ich mitkommen?«, fragte Jakob interessiert.

Benni zuckte mit den Schultern: »Ja, klar.«

In der Holzvertäfelung des Kegelraumes gab es eine Art Geheimtüre, die in den Technikraum neben den Kegeln führte. Benni stieg zuerst hindurch, machte das Licht an, dann folgte Jakob. Innen drin roch es ganz eigenartig, es war Eng. Zahnräder, Riemen und Seile versperrten einem die Sicht. Und Spinnenweben.

Jakob pustete und wischte sich etwas herabgefallenen Staub aus dem Gesicht.

»Hier, da, die haben sich verheddert. Das ist das Problem«, erkannte Benjamin und deutete auf die in Hüfthöhe vor ihnen baumelnden Kegeln. Der Viertklässler kniete sich hin, dann robbte er zwischen den Kegeln hindurch auf die andere Seite der Bahn: »Ich muss Mama manchmal damit helfen, die kann sich nicht mehr so gut bücken«, erzählte er, während Jakob sich staunend umsah und dabei ein weiteres Mal von seinem ignorierten Harndrang überrascht wurde. Wieder mit Hochdruck, aber diesmal eine ganze Weile lang flutete Jakob seine randvolle Pampers und auch wenn er davon überhaupt nichts mitbekam, so fühlte er sich trotzdem erleichtert in diesem Moment. Und entspannt.

»Kannst du mal von der anderen Seite den hier durch die Schlaufe ziehen?«, bat Benni ihn.

Jakob reagierte nicht und schien ganz woanders.

»Jakob?«, fragte Benjamin erneut.

»Hm?«

»Hier. Den da durch die Schlaufe ziehen!«, wiederholte der Viertklässler seine Bitte und Jakob, dem es etwas unangenehm war grade geträumt zu haben kniete sich sofort hin um seinem Freund zu helfen. Als er sich hinhockte schwappte heißes Pipi in seiner Pampers umher, aber das war nichts Bemerkenswertes für ihn. Seine Blase rebellierte mit einem kurzen Stechen dagegen dass er durch die Bewegung beim entheddern der Kegel unbewusst einhielt und zum ersten Mal bekam Jakob nun mit, dass er pinkeln musste. Und war prompt genervt davon.

»So, und jetzt halt mal kurz!«, wies Benni ihn an.

Jakob tat wie befohlen und pinkelte nun mit Absicht in seine Windel. So stark er konnte strullerte er los, denn jetzt wo er bemerkt hatte wie dringend er musste störte es ihn ungemein. Bis hoch zu den Bauchbündchen und bis hinter seinem Po wurde seine überaus herausgeforderte Pampers glibberig-nass und kuschelig warm doch sie hielt der Flut stand. Benjamin fädelte währenddessen langsam das Seil um den von Jakob gehaltenen Kegel und kaum ebbte der eine Drang ab, spürte Jakob einen weiteren. Zwar nicht ganz so dringend wie sein Harndrang, doch nichts, was er noch lange aufschieben konnte: Er musste Groß. Grade in dieser Position, hingehockt und vollgepullert, mit klatschnasser Windel um den Po und in einer kleinen Kammer geschützt vor den neugierigen Blicken seiner Freunde fühlte es sich so vertraut wie vollkommen natürlich an: Der Gedanke, seinen Stinker einfach in die Pampers zu drücken, wie er es sein halbes Leben lang jeden Tag gemacht hatte.

Jakob gefiel diese Vorstellung, aber natürlich kam das nicht in Frage für ihn.

Schließlich war er Elf und kein Kindergartenkind mehr.

»Nee, das ist doch ein Mist!«, fluchte Benni genervt, dann sah er zu Jakob rüber: »Kannst du die Kegel mal von oben rüberheben? Über dieses Metallding?

Jakob brauchte einen kurzen Moment bis er reagierte, doch dann nickte er und hatte sofort verstanden, was sein Freund von ihm wollte. Er stand auf, streckte seinen Arm und zog den Kegel von oben durch die Seilschlaufe die sein Freund gebildet hatte.

»So, das wars«, nickte Benjamin erleichtert, als er den schweren weißen Holzkegel entgegennahm. Doch Jakob hatte bereits etwas anderes gefunden; Im Staub auf dem Boden war ein Foto eingeklemmt, zwischen der Holzwand und den Fliesen, er hatte bis grade darauf gestanden.

»Schau Mal!«

»Boah, das ist ein Porsche, oder?«

Gefolgt von Benni lief Jakob zurück zu ihrem Tisch. Nur Fenix fiel auf, dass Jakob ein bisschen breitbeiniger ging als sonst.

»Zeig noch mal!«, bat Benjamin ihn und riss nach dem Foto, doch Jakob wandte sich schon Max zu: »Ich wusste gar nicht, dass dein Papa mal einen Porsche hatte!«

Für alle Jungen sichtbar legte er das Foto auf den Tisch.

Alfred Knopp, der Vater von Maximilian, in einem dunkelroten Porsche-Cabrio. Mit breitem Grinsen und einer jungen Frau mit langen, lockigen schwarzen Haaren auf dem Beifahrersitz.

»Ich auch nicht, krass!«, wunderte sich Max und griff nach dem Foto: »Ich glaub das ist voll alt«, wunderte er sich und sah sich das Foto aus der Nähe an: »Ich glaub das ist da gemacht worden wo jetzt die neue Scheune steht!«

»August 1999«, las Fenix von der Rückseite ab.

Benni staunte: »Krass. Aus dem 19. Jahrhundert! Älter als wir! Wer ist die Frau neben deinem Papa da?«

»Keine Ahnung«, antwortete Maxi.

»Auf jeden Fall nicht deine Mama.«

Der Bauernsohn nickte: »Nö, stimmt.«

»Sieht ein bisschen aus wie Jakobs Schwester«, fand Fenix.

»Hä, spinnst du?«, wunderte sich Jakob: »Außerdem war die doch noch ein Baby damals!«

»Ja klar, ich mein ja nur sie sieht so ähnlich aus. Klar ist sie das nicht!«

»Ist doch egal!«, meinte Maxi: »Ich frag mich eher, warum Papa keinen Porsche mehr hat!«

Doch die anderen Jungen blieben bei dem Thema: »Ob das deine Mama ist, Benni, bevor sie graue Haare hatte?«, schlug Fenix vor.

»Die hatte immer schon graue Haare«, lachte Benjamin.

Kurzentschlossen nahm sich Jakob das Foto und lief rüber zum Tresen. Fenix mit ihm, dann folgten auch Max und Benjamin.

»Frau Raabe, Frau Raabe?«, rief er nach der Wirtin, die grade die langen Biergläser spülte: »Sind das sie auf dem Foto?«

Die alte Frau stellte zuerst die Gläser ab, dann lächelte sie die Jungen freundlich an, kniff ihre Augen zusammen und zog ihre Brille runter.

»Mein Gott, das ist ja der Alfred …«, staunte sie und strich den Staub vom Bild: »Und … wie hieß sie noch … Ach du meine Güte …«

Dann wurde sie plötzlich ernst und Jakob erschrak, weil es so plötzlich war. »Wo habt ihr das her??«, fragte sie.

»Aus … das … beim Kegelautomaten hinten drin war das …«, erklärte Jakob eingeschüchtert.

»Da habt ihr nichts zu suchen!«

Doch Benni verschränkte die Arme: »Die Kegeln hatten sich wieder verheddert, ich habs nur repariert und Jakob hat mir geholfen dabei!«

»Beim nächsten Mal sagt ihr Bescheid stattdessen!«, kanzelte sie eine schlecht gelaunte Esther Raabe ab, während sie das Foto hektisch unter die Registrierkasse wegschob. Die Jungen waren gar nicht angetan davon, dass Bennis Mutter ihnen ihr Fundstück weggenommen hatte, aber fanden sich damit ab und kegelten weiter. Obwohl das Bild durch Esthers Reaktion noch deutlich spannender geworden war, vergaß selbst Jakob es kurze Zeit später wieder, immerhin drückte sein Stinker immer stärker und das Einhalten war wesentlich einfacher, wenn er in der Kegelstube auf seinem Stuhl saß und nicht Nachforschungen zu alten Fotos betrieb.

Autobahn A7 – Freitag, den 18. August 2023, halb Sechs Uhr Abends

Nachdem sie das Maschener Kreuz passiert hatten, waren sie langsam dem Stop-and-Go des Hamburger Berufsverkehrs entkommen. In Fenix Playlist wechselte grade Major Tom zu Der Kommisar von Falco und zauberte dem Zweiundzwanzigjährigen ein Lächeln auf die Lippen. Das Lied durfte auf keiner Präsidiumsparty fehlen, aber trotzdem mochte er den Song. Während der weiße Fabia durch die langgezogene Kurve rollte, sah Fenix zu seinem Beifahrer, der mit dem Kopf im Takt der Musik wippte.

Check it out

E-Gitarre, eingängiger Rhythmus und ein gute Laune machender Synthesizer. Fenix rollte sein Fenster etwas herunter und lies die Sommerluft hinein, gegen die die Klimaanlage bis dato erfolgreich angekämpft hatte. Jakob drehte die Musik lauter.

Drah‘ di net um

Schau, schau, der Kommissar geht um

Bei der ersten Wiederholung des Refrains sangen sie beide mit.

Dann stupste Jakob ihn plötzlich an: »Äh … können wir am nächsten Rastplatz kurz rausfahren? Ich muss mal …«

Fenix drehte das Radio wieder leiser: »Jetzt? Wir sind doch grade erst losgefahren!«

Jakob zuckte mit den Schultern und zog einen Schmollmund.

»Auf der Rückfahrt nehm ich dich nur mit, wenn du ne‘ Pampers anhast!«, foppte Fenix seinen Freund.

Jakob verschränkte die Arme, doch spielte das Spiel mit: »Manno, das ist ja wie früher!«

»Ich glaub wir sind grade an einer vorbeigefahren. Wie dringend ists denn?«

»Geht schon«, wiegelte Jakob ab.

Fenix hob die Augenbrauen: »Nicht dass du großer Junge gleich die Hose nass hast.«

»Das schaff ich schon.«

Einen Moment lang füllte nur die Musik die aufgekommene Stille, bis Jakob nachdenklich ergänzte: »Ich glaub zum letzten Mal eine Windel auf ner Autofahrt getragen hab ich mit Vierzehn …«

Fenix schluckte.

Falco füllte die Stille.

Dann räusperte Fenix sich: »Wie ist das damals eigentlich ausgegangen mit deinen Windeln?«

»Naja, ich war dann ja ziemlich motiviert trocken zu werden, sagen wir mal so«, antwortete Jakob leise: »Nachdem die ganze Schule wusste, dass ich noch Windeln brauche war ich schon Ende der siebten wieder fast trocken und hab nur noch zur Sicherheit Drynites getragen …«

Fenix unterbrach seinen Freund: »Krass, wusste ich gar nicht. Da war ich ja auch noch in der 7B.«

» … konnte mich ja schlecht hinstellen und sagen I’m a big boy now wie in der Huggies-Werbung. Aber als ich in der achten Klasse dann gar keine Windeln mehr gebraucht hab, hab ich natürlich geschaut, dass die Anderen das mitbekommen. Dann war ich wenigstens nur noch Jakob, der letztes Schuljahr noch Windeln getragen hat. Das ist mir noch lange nachgehangen, bis zur Oberstufe oder so. Aber ich mein, nachts hab ich auch bis dann gebraucht um trocken zu werden. Aber das war ja nicht schlimm, hat ja keiner mitbekommen. Ich mochte die Windeln ja weiterhin, da hat mich das nachts nie wirklich gestört.«

»Mich auch nicht damals«, pflichtete Fenix ihm bei.

Jakob sah seinen Freund nachdenklich an: »Und bei dir?«

»Als ich aufs Internat bin, hab ich mir das natürlich direkt abgewöhnt. Wochenends hab ich manchmal noch welche getragen …«

»War das hart auf dem Internat?«, unterbrach Jakob seinen Freund. Er hatte sich damals immer gefragt, wie es Fenix wohl ging, nachdem er nicht mehr bei ihm auf der Schule gewesen war. Ein paar Mal hatte er damals Nachrichten an Fenix geschrieben, ohne sie abzuschicken. Sein bester Jugendfreund, mit dem er alles Teilen konnte und der alles über ihn wusste, aber der eines Tages seiner ganzen Klasse sein peinlichstes Geheimnis verraten hatte, hatte mit seinem plötzlichen Verschwinden trotz allem ein Loch in Jakob gerissen.

»Neee«, wiegelte Fenix ab: »Ich wollte das ja selbst. Aber ich glaub für dich wärs trotzdem nix gewesen, auch ohne Windeln.«

Kleinfeldern – Samstag, den 15. Dezember 2012, halb Sechs am späten Nachmittag

»Tschööö Leute!«, verabschiedete sich Jakob von seinen Freunden und zog die schwere Eingangstüre des Wirtshauses auf. Während drinnen so langsam die ersten Gäste saßen, ein paar Stammgäste aus dem Ort, aber auch Fremde, war es draußen schon Dunkel geworden. Die Kegelbahn wurde mittlerweile von zahlenden Gästen genutzt, also hatten sich die vier Jungs wieder auf ihr Kartenhaus konzentriert. Das war auch spaßig gewesen und es hatte sogar ein Mädchen mitgemacht, was mit seiner Familie aus Bayern hier war über das Wochenende. Auch wenn Jakob sich fragte, warum aus aller Welt man nach Kleinfeldern reiste.

Kaum war er draußen, zog der Elfjährige seine Kapuze hoch. Nieselregen und Kälte schlugen ihm entgegen und brachten ihn dazu, sich auf seinem Nachhauseweg zu beeilen.

Nicht, dass er das nicht ohnehin vorgehabt hatte.

Bei jedem Schritt spürte er die dicke, völlig durchnässte Pampers zwischen seinen Beinen. Kuschelig warm, aber eben auch schwer und so breitgequollen, dass sie beim Gehen nervte. Die Innenseiten seiner Oberschenkel waren schon nass, da wo sie an der Pampers rieben. Es war höchste Zeit für einen Windelwechsel.

Aber vor allem war es auch höchste Zeit für etwas anderes: Jakob musste dringend aufs Klo! Für sein großes Geschäft. Und das schon seit einer ganzen Weile.

Das war überhaupt der Grund, warum er jetzt schon auf dem Weg nach Hause war. Schon vor zwei Stunden hatte er das gespürt und seitdem eingehalten, was langsam immer schwerer geworden war. Jetzt war es wirklich höchste Eisenbahn. Jakob hatte sogar überlegt, im Wirtshaus auf die Toiletten zu gehen, aber zum einen waren die wirklich eklig und zum anderen hatte er eine komplett vollgestrullerte Pampers an, die er wirklich nicht so einfach aus und vor allem schwerlich wieder anziehen konnte. Das ging schon zur Not, aber er wohnte ja auch nicht weit weg vom Wirtshaus.

Doch die Bewegung und die frische Luft, die ihm entgegenschlugen halfen überhaupt nicht. Sein Magen rumorte und mit jedem Schritt wurde das Einhalten für den Elfjährigen schwieriger. Nachdem sie von der Kegelbahn zum Tresen umgesiedelt waren, hatte Jakob sich auf seine Ferse gesetzt, so wie früher, wenn er mit anderen Kindern gespielt hatte und seinen Stinker einhalten wollte bis er alleine war – was bemerkenswert ähnlich zu der Lage war, in der er grade steckte. Nur mit dem wichtigen Unterschied, dass er heute eingehalten hatte damit er Zuhause aufs Klo gehen konnte und nicht damit er wie früher in seinem Kinderzimmer in seine Pampers drücken konnte.

Oder doch nicht?

Als Jakob die Verkehrsinsel auf der Hauptstraße überquerte und dahinter in die enge Gasse in seine Straße einbog fühlte es sich so an, als würde er den Kampf jeden Moment verlieren. Er blieb stehen, hielt eine Hand an seinen Bauch und drückte die andere gegen seinen Po, wo sie ohne helfenden Effekt im durchnässten Windelfließ versank. Er spannte seine Pobacken an, stellte sich auf die Zehenspitzen – komischerweise half das um einzuhalten – und hielt kurz die Luft an.

Das wirkte.

Er schnaufte erleichtert aus und hockte sich kurz hin, auch wenn das eine Position war die ganz und gar nicht hilfreich war in seiner Lage.

Wieder hielt er kurz die Luft an und dachte nach.

In zwei Minuten wäre er zu Hause, das musste er doch irgendwie schaffen!

Seine Mama würde ausrasten, wenn er mit Stinker in der Windel zu Hause ankommen würde. Sein großer Bruder würde ihn fertig machen, Papa wäre wirklich enttäuscht und Robin … vermutlich auch die.

Das durfte nicht passieren!

Im selben Moment, in dem Jakob diesen Entschluss fasste begann sein Körper zu pressen – ohne dass er es wollte, er tat es einfach. Es war vollkommen natürlich, logisch, gewohnt. Hingehockt an einem stillen Ort, gewickelt und so, dass es niemand mitbekam.

Hatte er tausende Male so gemacht, Zuhause, im Kindergarten, im Urlaub und auf langen Ausflügen, selbst als Sechsjähriger noch, wo ihm längst klargewesen war, dass er dafür schon zu alt gewesen war. Deswegen hatte er sich ja versteckt und überhaupt erst so lange eingehalten! Er war tapfer gewesen dass er es überhaupt so lange geschafft hatte und die Erleichterung, die ihm in diesen Momenten durchfuhr war immer wirklich toll gewesen. Grade wenn er lange eingehalten hatte, manchmal sogar zwei Tage – wie heute. Dann gab es nichts befreienderes als endlich die Pampers zu benutzen.

Aber jetzt hatte er andere Pläne. Ruckartig stand er auf, drückte wieder mit einer Hand dagegen, ganz egal ob die Windel dadurch an seinem Po auslief, so feste er konnte. Und ging weiter.

Er war jetzt Elf, das war definitiv zu alt, um ein Hosenscheißer zu sein! Er schaffte es durch die Gasse, seine Straße entlang und erreichte endlich sein Zuhause, ohne dass ihm ein Unfall passiert war. Dunkel stand es in der Nacht da, im Gegensatz zu den Häusern der Nachbarn war nur im Badezimmer oben Licht an. Bisher hatte er sich nicht getraut zu laufen, doch die letzten Schritte zur Haustüre rannte Jakob und die zwei Treppenstufen nach oben nahm er mit einem Sprung.

Dann klingelte er. Wie er das immer machte, indem er dreimal schnell nacheinander auf den Klingelknopf drückte.

Aus dem gekippten Badezimmerfenster über der Haustüre drang das Geräusch der laufenden Dusche.

Jakob wartete darauf, dass jemand öffnete und hibbelte dabei von einem Fuß auf den anderen. Wieder hielt er die Luft an.

Warum dauerte das so lange?

Jakob wurde panisch und sein Herz klopfte plötzlich schnell. Als er zum zweiten Mal auf die Klingel drückte, bemerkte er, dass das Auto gar nicht in der Einfahrt stand.

»Hallo?«, rief er und klingelte ein drittes Mal, doch das Einzige, was er hörte war das Rauschen des Duschkopfes.

Sein Bauch tat weh.

Das Einhalten hatte ihn über die letzten Stunden regelrecht erschöpft.

Jetzt war er fast am Ziel!

Tapfer klingelte Jakob weiter und versuchte noch ein-zwei Mal, sich durch Rufen Gehör zu verschaffen, bis er damit aufgab und stattdessen die Idee hatte, es an der Wohnzimmertüre zu versuchen. Vielleicht war die ja offen und wenn nicht dann war es vielleicht besser, dort zu klopfen. Oder die Kellertüre. Die musste doch offen sein!

In einem kleinen Dorf wie Kleinfeldern war es nicht besonders leichtsinnig, Kellertüren oder Garagen nicht abzuschließen, selbst Haustüren. Erstrecht, wenn die Kellertüre nur durch den Garten zugänglich war, der durch eine dichte Hecke von der Straße getrennt war. Doch zwischen der Hauswand, dem Boden und dem dichten Gestrüpp gab es ein kleines Loch durch das Jakob schon einige Male gehuscht war. Routiniert duckte der Elfjährige sich, seine Knie versanken im Matsch, dann krabbelte er unter der Hecke hindurch.

Mit seinen Händen stütze er sich auf der kalten, nassen Erde ab während er seine Jeans völlig verdreckte, aber das war ihm in diesem Moment egal. Sein Bauch schmerzte, Jakob hielt die Luft an und im nächsten Moment presste er.

Mit aller Kraft, auch wenn es eigentlich nicht viel davon bedurfte.

Sofort drückte der Haufen seine Pobacken auseinander und als diese Barriere erst einmal gefallen war, gab es da nichts mehr was ihm noch helfen konnte. Sofort stieß sein Stinker gegen den Widerstand des aufgequollenen Saugflieses, was seit mehreren Stunden in der Hose spannte, doch drückte es mühelos weg. Im Bruchteil einer Sekunde spürte Jakob wie sein Haufen zwischen seinen Beinen nach vorne Quoll, bis zum Vorderteil der Windel und das obwohl noch nicht mal alles aus ihm raus war. Die Erleichterung unfassbar! Er bekam nicht mal mit, wie er sich plötzlich noch ein weiteres Mal vollpinkelte, während sein Stinker immer weiter aus ihm rausdrückte, stattdessen führte die Last, die in diesem Moment gradezu mit Händen greifbar von ihm abfiel dazu, dass er extra stark mitpresste. Er drückte seinen Po nach hinten und stemmte sich mit seinen Händen nach oben gegen den Heckenbusch, weil das die Position war, die sein Körper verlangte. Kurz holte er Luft, dann drückte er weiter, während seine Augen langsam wässrig wurden. Er dachte nicht über die Konsequenzen nach, in diesem Moment zählte allein die Erleichterung. Der Haufen, der in seine Windel quoll, seinen Po hoch und zwischen seine Beine, war klebrig und warm aber zu Jakobs Überraschung fühlte sich nichts daran eklig an, obwohl das eigentlich, völlig unbestreitbar, eigentlich eklig war.

Aber in dem Moment war er einfach froh um seine Pampers und darum, endlich nichtmehr einhalten zu müssen.

Jakob lies alles raus und würde das Gefühl, was ihn anschließend überkam nie wieder vergessen.

Im MP3-Player ihres Nokia-Handys rappte Cro, als Robin die knarzende Holztreppe nach unten ging und erst im Flur, dann im Wohnzimmer das Licht einschaltete. Ihre nassen Haare hatte sie mit einem Handtuch umwickelt, war in ein eine bequeme Leggins-Hoodie-Kombo gehüpft und wollte grade nach der Fernbedienung greifen, da nahm sie eine Bewegung im Garten war!

Im nächsten Moment erkannte sie ihren kleinen Bruder und machte rasch die Terassentüre auf: »Bärchen, komm doch rein! Was machst du denn im Garten?!«

Doch Jakob war wie erstarrt und schien beinahe erschrocken sie zu sehen. Seine Hose war voller Matsch, seine Haare trotz Kapuze am Pony nass.

»Ich hab geklingelt, aber du hast nicht aufgemacht!«, quengelte er.

»Jaaa. War Duschen«, verdrehte sie die Augen: »Sorry, jetzt bin ich ja da. Komm rein, mir wird kalt …«, drängelte sie, während sie die Türe offenhielt.

Langsam setzte sich Jakob in Bewegung und Robin fiel sofort der Watschelgang auf, den sie so schon lange nicht mehr bei ihrem kleinen Bruder gesehen hatte.

»Du … du … du hast nicht aufgemacht«, sagte der schmächtige Elfjährige: »Aber ich … ich … musste so dringend, da …«

Dann blieb er auf der Terrasse stehen und fing an zu weinen. Robin ging nach draußen, ignorierte dabei, dass ihre Socken nass wurden und nahm ihren kleinen Bruder in den Arm: »Och Bärchen …«, sagte sie, bevor sie verstanden hatte, was mit Jakob los war.

Bevor sie fragen konnte, roch sie alles und war selbst kurz entsetzt. Doch dann strich sie ihrem kleinen Bruder über die Kapuze: »Ach Jaki … du hast die Hose voll? Das kriegen wir wieder hin«, munterte sie ihn auf, legte eine Hand um seine Schulter und nahm ihn mit ins Haus. Noch im Wohnzimmer zog sie ihm die völlig verdreckte Jeans aus, sah anhand der Strumpfhose, dass Jakobs Pampers zu allem Überfluss auch noch übel ausgelaufen war und ging mit dem aufgelösten elfjährigen Windelkind nach oben ins Badezimmer. Jakob stammelte noch ein zwei Entschuldigungen und Begründungen, doch hörte erst auf zu weinen, als sie ihn unter die Dusche stellte.

»Wir vergessen einfach beide, dass das passiert ist. Versprochen«, rief sie ihm durch das Wasserrauschen zu, bevor sie die volle Pampers in Jakobs Windelmülleimer verschwinden ließ und diesen anschließend direkt ausleerte.

Autor: giaci9

Windelfreunde

Windelfreunde (6)
Post Views: 506
Tags: aufhalten, alles, präsentiert, windelfreunde, ewig
5 3 Abstimmungen
Article Rating
Abonnieren
Anmelden
Benachrichtige mich bei
guest
guest
1 Kommentar
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Micha zwo
Micha zwo
Gast
10/04/2026 18:55

Ein wunderschöner Teil, klasse geschrieben, bei mir entstehen sofort Bilder im Kopf (sehe Jakob und Fenix und ihre Freunde vor mir). Dann noch das Missgeschick, dass Jakob groß in die Windel macht, ob ihm das noch öfter passiert (als Kind, Jugendlicher, Erwachsener) ? Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!!

1
Antworten

Report

Vorlesen

Weitere Teile dieser Geschichte

  • Windelfreunde
  • Windelfreunde (2)
  • Windelfreunde (3)
  • Windelfreunde (4)
  • Windelfreunde (5)
  • Windelfreunde (6)
  • Windelfreunde (7)

Archiv

Neueste Beiträge

  • Elida (2)
  • Windelfreunde (7)
  • Die Lehre (14)
  • Laura (20)
  • Kleiner Hase und das große Chaos (7)

Neueste Kommentare

  • Micha zwo bei Windelfreunde (7)
  • Petra bei Die Lehre (14)
  • Burli bei Elida (2)
  • Soe Lückel bei Die Lehre (14)
  • Gummihose bei Florians Schatten (28)
  • Petra bei Die Lehre (14)
  • Aufzugstinker bei Die Lehre (14)
  • Timo bei Kleiner Hase und das große Chaos (7)

zufällige Geschichten

  • Die Pillen (1)
  • Verwandschaft
  • My Little Wing
  • Sam’s Windelgeschichte
  • Niko

Newsletter

© Windelgeschichten.org 2014 - 2025

wpDiscuz
  • Startseite
  • Autoren Übersicht
  • Index
  • Lesezeichen
  • Informationen
  • Windelgeschichten APP
  • über uns
  • Newsletter
  • Newsletter Archiv
  • Einsendungen
  • Support
  • Nutzerbedingungen