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Windelfreunde (6)

08/03/2026 0 comments Article Gemischt giaci9
This entry is part 6 of 6 in the series Windelfreunde
Windelgeschichten.org präsentiert: Windelfreunde (6)

#6: Große Jungs gehen aufs Klo!

Kleinfeldern – Samstag, den 15. Dezember 2012, kurz nach 10

»Hier, die müsste eine gute Größe haben«, befand Robin und reichte ihm eine Keksdose. Fenix nahm sie entgegen und nickte höflich: »Mhm.«

Nachdem er gestern zusammen mit Jakob Weihnachtskekse gebacken hatte, durfte er ein Drittel der Kekse mit nach Hause nehmen. So hatte es die liebe große Schwester seines Freundes ihm angeboten und der Zehnjährige fand das äußerst fair. Während Jakob noch oben in seinem Zimmer war und sich eine frische Pampers anzog sortierten sie unten schon die Kekse, denn die beiden Freunde hatten nach dem Frühstück verkündet, dass sie den Rest des Tages auf der anderen Seite des Dorfes bei Fenix zu Hause verbringen würden.

»Aber nicht alles beim Playstation spielen vernaschen heute«, zwinkerte ihm die liebe große Schwester seines Freundes zu.

Fenix kicherte nervös: »Nee, wir wollen kein Playstation spielen …«, antwortete er wahrheitsgemäß.

Robin zog die Augenbrauen hoch: »Kann es sein, dass du mich anflunkerst?«

»Nöö«, murmelte Fenix und schüttelte energisch den Kopf. Er überlegte einen Moment lang, dann lupfte er den Saum seines orangenen Kaputzenhoodies.

Robin war sichtlich erstaunt als sie die aus Fenix Jeans herrausschauenden Windelbündchen als solche erkannte. Zwei Finger breit ragten die weiß-grünlichen Plastik-Stofffetzen aus seiner Jeans hervor und machten deutlich kenntlich, dass sich Fenix eine Windel angezogen hatte. Nicht nur Jakob zog sich grade eine frische Pampers an, Fenix hatte offenbar davor dasselbe gemacht!

Der Zehnjährige fuhr mit seinem rechten Fuß nervös über die Fliesen und spielte am Deckel der Keksdose herum, dann erklärte er: »Nachdem Jakobs Mama das eben gesagt hat mit wir brauchen beide frische Pampers haben Jakob und ich gedacht das wäre wirklich cool. Also hab ich mir auch wieder eine neue angezogen grade. Aber ich will nicht dass Jakobs Mama mich nochmal erwischt, deshalb gehn wir besser raus …«

Der Zehnjährige war ganz aufgeregt, als er ihr das so erklärte. Nachdem sie ihn seit gestern mehrfach wegen den Windeln, die er sich von Jakob ausgeborgt hatte, gedeckt hatte, vertraute ihr der Junge nun augenscheinlich. Vielleicht erhoffte er sich auch, dass sie wieder eine Ausrede parat hatte, sollte er erwischt werden. So wie es vor dem Frühstück mit seiner Nachtwindel geschehen war.

»Ohh Fussel«, sprach ihn Robin mit dem Kosenamen an, den eigentlich normalerweise nur Nick nutzte: »Aber dann geht doch zu euch, das Wetter ist heute doch wirklich nicht so toll …«

Wieder schüttelte der blonde Junge seinen Kopf: »Nee. Papa soll das auch nicht herausfinden«, seufzte er: »Jakob hat es echt gut. Er darf immer Windeln tragen, bei ihm hat seine Mama nix dagegen!«

»Aber nur weil ohne Windeln ständig seine Hosen nass wären«, antwortete Robin: »Ansonsten hätte Mama ihm die schon längst weggenommen. Ach, ihr zwei … Dann zieht euch aber dick an! Und kommt rein wenn euch kalt ist, dann fällt mir schon was ein wegen deiner Pampers. Bevor ihr euch erkältet!«

Kaum hatte sie ihren Satz ausgesprochen, kam auch schon Jakob in die Küche gelaufen. Der Elfjährige trug seinen Lieblingspulli, einen schwarz-organenen Wilde-Kerle-Kaputzenpullover an dessen Halsausschnitt zu Robins Erleichterung das kindliche Automuster eines warmen Unterhemdes erkennbar war. Unter seiner olivgrünen Cargohose trug er seine blau-weiß-geringelte Strumpfhose, das konnte sie trotz der Hausschuhe an seinen Füßen sehen. Einen Zwischenstopp im Bad hatte er höchstens zum Zähneputzen genutzt, denn seine dunkelbraunen Haare standen immer noch wild in alle Richtungen ab. Wenigstens seine Pampers war frisch, da konnte sie sich sicher sein, denn in der engen Hose wäre seine Windel im nassen Zustand deutlich zu sehen gewesen. Und der Geruch nach frischer Windelcreme, der von dem Elfjährigen ausging tat sein Übriges. Nein, über Jakob musste sie sich zum Glück keine Sorgen machen.

»Bist du warm genug angezogen?«, fragte sie den Freund ihres kleinen Bruders, während Jakob sie zur Verabschiedung umarmte.

Der Junge mit den großen blauen Augen zuckte unschlüssig mit den Schultern.

»Na, wie gesagt, wenn euch zu kalt ist, kommt einfach wieder. Ach, wollt ihr die Kekse jetzt mitnehmen, oder nicht?«

»Jau!«, rief Jakob, löste sich aus der Umarmung, griff nach der Dose und sprintete in den Flur. Fenix folgte ihm, die Jungen hockten sich hin und stiegen in ihre Klettstiefel und beiden Kindern schaute dabei am Po eine Pampers über dem Hosenbund heraus.

»Fenix, deine … Spezialhose!«, umschrieb Robin das Problem. Bei Jakob sparte sie sich den Hinweis.

Fenix verstand sofort: »Oh, shit!«

»Hey, nicht solche Schimpfwörter …«, ermahnte Robin ihn ihm nächsten Atemzug, doch da hatte ihr kleiner Bruder schon die Haustüre geöffnet. Im nächsten Moment waren beide Jungen herausgelaufen, Fenix hatte sich die Jacke über seinen anschließend gut kaschierten Windelpo gezogen und winkte ihr noch kurz zu, danach lief er seinem Freund hinterher.

In der Einfahrt von Fenix grellweißen Neubaukastenhaus erkannte Jakob eine Viertelstunde später das Mofa seines großen Bruders. So wie Fenix heute Nacht bei ihm übernachtet hatte, hatte Jakobs großer Bruder Dave bei Fenix Bruder Nick übernachtet, nur das die beiden ein Paar waren. Aber abgesehen davon, dass das ein bisschen peinlich war, interessierte das Jakob nicht besonders. Fenix schloss schnell auf, sie ließen die Keksdose in der Küche stehen und Fenix knuddelte, ohne seine Jacke auszuziehen, kurz seinen Vater, dann waren sie bereits wieder draußen.

Es war ein windiger, nebliger Dezembersamstag. Die Sonne war schon vor Stunden aufgegangen, aber trotzdem war es so dunkel, dass in den meisten Häusern das Licht brannte. Es regnete nicht, aber auf Jakobs Jacke sammelten sich trotzdem feine Wassertropfen. Durch den Nebel fühlte sich alles feucht an und noch kälter als es ohnehin war. Zwischen den Häusern waren sie halbwegs vom Wind abgeschirmt, doch sie spürten die kalten, kräftigen Luftzüge über ihre Köpfe hinwegfegen. Ziellos ging Jakob ein paar Meter auf dem modernen, hellgrauen Bürgersteig, bevor er neben einem frisch gepflanzten Baum stehenblieb.

»Pipipause!«, rief er zu Fenix. Er spreizte seine Beine leicht, sah in die Ferne, dann drückte er und im nächsten Moment wurde es warm in seiner bis dato frischen Windel.

»Jetzt schon wieder?«, wunderte sich Fenix, bevor er sich unweit von seinem Freund hinhockte um ebenfalls in die Hose zu machen. Obwohl Jakob vorher keinerlei Harndrang verspürt hatte floss sein Pipi nun in Strömen in die Pampers, sammelte sich zwischen seinen Beinen und floss sogar bis zu seinem Po hinter. Wunderbar heiß wurde seine Pampers, eine echte Wohltat bei diesem kalten Wetter! Kaum hatte er fertiggepinkelt, drückte er die Beine wieder zusammen und quetschte dadurch das dicker gewordene Windelfließ zusammen, sodass das warme Pipi noch weiter hinter zu seinem Po schwappte, bevor sich die Windel langsam aufplusterte und die Flüssigkeit restlos aufgesaugte. Fenix brauchte ein paar Momente länger, dann stand auch er wieder auf: »Boah, sooo schön warm!«

»Hast du viel gemacht?«, fragte Jakob neugierig. Fenix schüttelte den Kopf und Jakob wollte grade damit angeben, dass er seine Pampi total geflutet hatte, da kickte Fenix ihren Fußball zu seinem Freund: »Habt ihr hier nen Bolzplatz?«

»Klar! Oben, hinter der Jahnhalle«, antwortete Jakob, rannte dem Ball hinterher und passte ihn dann zurück.

 

Hamburg – Montag, den 14. August 2023, kurz nach 11

Im Laufschritt hielt Jakob auf die Toiletten zu. Er war so in das Lesen der Akte, die er eigentlich nur schnell digitalisieren sollte, versunken, dass er lange Zeit gar nicht bemerkt hatte wie dringend er pinkeln musste. Erst kurz vor knapp hatte er das drückende Gefühl wahrgenommen. Das war ihm lange nicht mehr passiert.

Da er nicht wie in seiner Kindheit einen Sicherheits-Pullup unter seiner Hose trug, hatte er sofort reagiert und war die Treppen in den nächsten Waschraum hochgestürmt. Grade noch rechtzeitig, wie er feststellen musste, denn seine Boxershorts war bereits leicht klamm, als er sich an das Pissoir stellte.

Vielleicht wäre eine Drynites heute Morgen doch keine schlechte Idee gewesen.

Kurz ertappte sich Jakob bei dem Gedanken, was Fenix wohl dazu sagen würde.

Würde er ihn dazu verdonnern morgen zur Sicherheit eine Windel zum Praktikum zu tragen? Vielleicht, ja.

Würde ihm das gefallen? Vermutlich, ja.

War es eigentlich überhaupt keine tolle Sache, mit Zweiundzwanzig manchmal immer noch zu vergessen rechtzeitig auf Toilette zu gehen? Schon, ja.

Säße er jetzt trotzdem lieber im Kellerarchiv an seinem Schreibtisch und würde gemütlich in eine Windel pieseln? Eigentlich ja.

Der Fall von Aylin Çelik ging ihm nicht aus dem Kopf. Die Siebzehnjährige war im Spätsommer 1999 verschwunden. Wobei nie so ganz klar gewesen war, ob sie einfach für immer von Zuhause abgehauen war oder ob ihr etwas zugestoßen war. Ihr Vater und auch ihre beste Freundin schienen felsenfest überzeugt gewesen, dass Aylin nicht freiwillig verschwunden war. Doch die Tatsache, dass sie bereits zweimal für mehrere Tage verschwunden war, sprach definitiv dagegen.

Jedoch beteuerte Marie, ihre Freundin, in ihrer Aussage, sie habe immer gewusst, wo Aylin gewesen sei, selbst wenn ihr Vater ahnungslos gewesen war.

Mehr als zwanzig Jahre später ließ der Fall eine drängende Frage in Jakobs Kopf aufkommen: Was war aus Aylin geworden?

Er hatte ihren Namen in die Systeme, auf die er am Computer Zugriff hatte, eingegeben. Im digitalen Archiv stand rein gar nichts zu ihr. Theoretisch konnte es noch weitere Akten im Kellerarchiv geben, aber dann müsste es am Ende der Mappe auf seinem Tisch eigentlich einen Vermerk dazu geben. Wie bei einem besonders spannenden Buch hatte er bereits auf die letzte Seite vorgeblättert und nachgeschaut. Nichts. Und normalerweise standen solche Verweise auch direkt auf dem Deckblatt, hatte er mittlerweile gelernt.

Vielleicht lief Aylin irgendwo da draußen rum und es hatte lediglich niemand der Hamburger Staatsanwaltschaft Bescheid gesagt. Vielleicht endete ihre Geschichte aber auch mit einem Eintrag in Vermi/Utot, der Polizeidatenbank für vermisste Personen und unidentifizierte Tote. Auf die hatte der Jurastudent keinen Zugriff. Vielleicht war das besser so. Aktuell waren etwa 10.000 Menschen in Deutschland als vermisst gemeldet, das hatte er vor einigen Wochen in Kriminalwissenschaften gelernt, seinem Lieblingsstudienfach, das nicht zuletzt dazu beigetragen hatte, dass er sich für ein Praktikum bei der Staatsanwaltschaft beworben hatte. Die Hälfte aller Vermisstenfälle klärte sich innerhalb eines Monats auf, 80 Prozent innerhalb von drei Monaten und nur drei Prozent blieben länger als ein Jahr vermisst.

Der letzte Eintrag in Aylins Akte war 16 Monate nach ihrem Verschwinden angefertigt worden.

Dass Personen, die so lange als vermisst geführt wurden, wieder unversehrt auftauchten war die absolute Ausnahme.

Auf dem Vermisstenplakat, das damals überregional verteilt worden war, sah Aylin seiner großen Schwester Robin ähnlich, fand Jakob. Nur dass sie keine Locken hatte, sondern lange, glatte Haare. Und kräftige Augenbrauen. Neben dem Plakat und der ursprünglichen Vermisstenanzeige bestand der Großteil der Akte aus Aussagenprotokollen von Stammgästen des Happyrave, einer Bremer Großraumdiscothek. Beinahe jedes Wochenende war Aylin mit ihrer Freundin Marie im Regionalzug nach Bremen gefahren und hatte dort bei einem gemeinsamen Freund übernachtet. Die ›Bremer Clique‹ hatte sich gebildet, so nannten es die Ermittler in den Akten. Sie wohnten über Norddeutschland verteilt, sodass es mehrere Wochen gedauert hatte, alle zu vernehmen. Marie und Aylin kamen aus Hamburg, Axel, Sabine und Franca aus Bremen selbst und der Rest der Gruppe stammte aus Niedersachsen. Letztere waren der Polizei – und auch den Freunden selbst – teilweise nicht einmal mit ihrem vollen Namen bekannt und so waren die Personen, die unter Aktenvermerken wie Alf und Robi auftauchten, nie vernommen wurden. Niemand aus der Gruppe hatte genau gewusst, woher sie stammten und auch nach Veröffentlichung der Vermisstenplakate hatten sie sich nicht gemeldet. Ein Dreivierteljahr später wurde ihr Fall in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY – ungelöst ausgestrahlt, was zwar zu Anrufen aus der Bremer Tranceszene führte, jedoch keine neuen Erkenntnisse zutage brachte.

Aylin Çelik hatte Freitags die Schule geschwänzt, einen Rucksack gepackt, niemandem etwas von ihren Plänen erzählt und wurde seitdem nie wieder gesehen. Nicht mal ihren Reisepass hatte sie mitgenommen.

 

Kleinfeldern – Samstag, den 15. Dezember 2012, halb 11

Die kalte Nässe hatte den Spielplatz an der Mehrzweckhalle sowie den angrenzenden Bolzplatz in Beschlag genommen. Der Rasen war halb Matsch, halb Sumpf, und nachdem es sich in Winterstiefeln nur schlecht Fußball spielte und in einem Sumpf noch viel schlechter hatten die beiden Freunde ihren Fußball nach ein paar lustlosen Pässen neben einem der Torpfosten liegen gelassen. Auf dem kleinen Spielplatz fühlten sich die Metallstangen des Klettergerüstes selbst durch die Handschuhe eiskalt an und ausnahmslos alles war nass. In einem spontanen Anfall von Tatendrang waren die beiden Jungen das aufgespannte Seil-Kletter-Spinnennetz hochgeklettert, hingen nun ganz oben zwischen zwei Seilen und ließen ihre Beine baumeln. Im winterlichen Wetter konnte man grade noch die backsteinerne Mauer der Mehrzweckhalle sehen, alles andere wurde vom Nebel verborgen.

»Mir ist kalt …«, gab Fenix zu.

Jakob grummelte: »Ja, mir auch …«

Fenix sah seinen Freund fragend an: »Sollen wir doch wieder zu dir gehen? Robin hat gesagt ihr fällt eine Ausrede ein wegen meiner Pampers.«

»Echt?«, wunderte sich Jakob hörbar überrascht und freute sich: »Dann lass zurückgehen!«, befand er und begann, ohne auf die Reaktion seines Freundes zu warten nach unten zu klettern.

Im nächsten Moment, noch während Jakob in den Seilen hing, drang das Klackern einer Fahrradkette zu den beiden Fünftklässlern. Es wurde deutlicher, lauter, dann lüftete sich der Nebel und Jakob erkannte den blonden Jungen, der da auf seinem Fahrrad saß sofort.

»Maxi!«, rief er erfreut. Neben Fenix war Maxi mittlerweile einer seiner besten Freunde, auch wenn er erst in die dritte Klasse ging und damit zwei Klassen unter ihm war. Die anderen Schüler in Jakobs 5A waren nicht mit Drittklässlern befreundet, das waren höchstens deren kleinen Geschwister. Aber das kümmerte Jakob nicht.

Der Bauernjunge bremste sein Rad ab und kam vor Jakob zum Stehen: »Was machst du denn hier?«, fragte er seinen Freund.

Jakob zuckte mit den Schultern während Fenix hinter ihm die letzten Stufen mit einem Sprung nahm: »Uns war langweilig bei mir. Und du?«

Maxi stützte seine Ellenbogen auf dem Lenker seines teuren Mountainbikes ab und seinen Kopf wiederrum auf seinen Händen, dann stieß er betrübt Luft aus: »Opa und Papa streiten, deshalb wollte ich weg vom Hof …«

Jakob lief ein Schauer über den Rücken. Weder Maxis Vater Alfred Knopp noch sein Großvater Herbert waren ihm Geheuer und das aus gutem Grund: »Mhm« nickte er, dann schlug er pragmatisch vor: »Wollen wir zu mir?«

Maxi nickte erleichtert: »Besser als draußen auf jeden Fall. Hast du den Lego-Dino noch, den wir an deinem Geburtstag gebaut haben?«, frage er, während er sein Fahrrad über den Kiesweg schob und neben den beiden Jungen herlief.

»Nee, der ist jetzt ein Flugzeug.«

Maxi lachte und war froh, dass ihn jemand auf andere Gedanken brachte: »Warum kein Panzer?«

Fenix sprintete zwei Schritte und schloss zu ihnen auf: »Panzer?«, fragte er.

Jakob erklärte: »In der OGS bauen wir grade zusammen mit Benni aus der 4a einen Panzer! Du solltest auch mal kommen, das ist echt lustig!«

»Nee, das ist doch in der Grundschule?!«, wunderte sich Fenix: »Da gehör ich nich hin!«

Jakob lachte: »Naja, ich bin doch auch da!«

Fenix wollte grade etwas erwidern, da schnitt Maxi ihm das Wort ab: »Ja, du trägst aber ja auch noch Windeln! Eigentlich gehörst du sogar in den Kindergarten«, kicherte er provokant.

Jakob schubste den neben ihm laufenden Drittklässler spielerisch, piepste ein sehr empörtes »Heeey!« und bekam so nicht mit, dass Fenix im selben Moment rot anlief. Dem Zehnjährigen wurde plötzlich bewusst, dass er seine eigene Windel nun nicht mehr nur vor Jakobs Eltern verstecken musste, sondern auch vor dessen Freund Maxi. Robin konnte ihm vielleicht bei ihrer Mutter helfen, aber wie sollten sie Maxi erklären, dass auch er plötzlich tagsüber Windeln trug?

»Ja und, du brauchst Nachts doch auch noch welche!«, verteidigte sich Jakob derweil lachend gegenüber Maxi.

»SEI STILL!«

Mit beiden Händen schubste Maximilian seinen Freund wutentbrannt auf den Bürgersteig. Jakob reagierte schnell und fing sich mit seinen Händen ab noch bevor er hinfiel. Schockiert sah Jakob zu seinem Grundschulfreund auf und auch Fenix fragte sich, was mit Max loswar.

»Tschuldigung, Tschuldigung!«, sagte der Drittklässler im nächsten Moment viel leiser, lies ohne nachzudenken sein Fahrrad los und reichte Jakob eine Hand um ihn hochzuziehen: »Tut mir leid! Das wollte ich nicht! Entschuldigung, Jakob!«

Sein Fahrrad krachte hinter ihm zu Boden.

Jakob rappelte sich wieder auf und sah überrascht zu seinem zwei Jahre jüngeren Freund: »Was sollte das?«

»Ich weiß, ihr pullert ja auch beide noch ins Bett«, gab Maxi zähneknirschend zu: » … und du machst ja sogar tagsüber in die Hosen … muss mir nicht peinlich sein bei euch.«

»Eben«, nickte Jakob: »Du weißt doch noch, wies an meinem Geburtstag war …«

Maxi zögerte einen Moment, dann streckte er Jakob seine Hand aus: »Wieder Freunde? Hast du dir wehgetan?«

»Freunde«, erwiderte Jakob den Handschlag: »Alles gut.«

»Tschuldigung wegen dem Witz mit dem Kindergarten und deiner Windel …«, fügte Maxi hinzu, während er sein Fahrrad wieder aufhob.

Jakob klopfte sich den Split von der Hose und sah verschmitzt zu seinem Freund, bemüht die Situation aufzulockern: »Wenn mich jemand schubst bin ich ja wenigstens gepolstert!«

 

Hamburg – Montag, den 14. August 2023, 16 Uhr

Das Klingeln des altertümlichen Wandtelefons ließ Jakob zusammenzucken. Den ganzen Tag war es im Archiv ruhig gewesen, sodass das elektronische Läuten die Stille so unsanft wie unerwartet durchbrach.

Musste er da jetzt rangehen?

Wer würde ihn schon anrufen?

Andererseits, für wen sollte das Telefonat sonst sein?

Zögerlich griff der Zweiundzwanzigjährige nach dem Hörer: »Hallo?«

»Herr Kerkwald! Ich hatte schon gedacht sie wären bereits im Feierabend!«, hörte er die Frauenstimme auf der anderen Seite der Leitung und verstand, dass es sich um Frau Bierhoff, seine Praktikumsbetreuerin, handeln musste.

»Wie kommen sie denn voran mit dem Digitalisieren?«, erkundigte sie sich und Jakob bekam sofort ein schlechtes Gewissen. Er hatte fast den ganzen Tag lang nur Aylins Akte gelesen, sodass der Stapel neben ihm kaum kleiner geworden war.

»Äh, Gut …«, log er.

»Sehr schön«, antwortete die Dame: »Ich sehe, sie kennen sich da unten bestens aus. Wir haben da nämlich einen kleinen Notfall: Die Kollegen von der Kripo bräuchten eine der alten Akten zur Herausgabe – heute noch. Haben sie etwas zum Mitschreiben?«

Frau Bierhoff diktierte ihm einen Fallnamen sowie das ungefähre Datum und fügte dann noch eilig an, dass ein Polizeibeamter die Akte in einer Viertelstunde abholen werde.

Schnurstracks stand Jakob auf und durchforstete Jakob die 2001er-Regale, Meterweise Akten die genau so alt waren wie er selbst. Leider waren die Ordner nur unvollständig nach Datum sortiert, das hatte er schon während des Digitalisierens bemerkt. Das Telefon klingelte erneut, da hatte er die fragliche Akte grade in der Hand.

Frau Bierhoff, die wissen wollte, wo er denn bliebe. Der Beamte von der Polizei sei bereits da und würde warten.

Und so rannte Jakob zum zweiten Mal an diesem Tage die Treppe nach oben, diesmal allerdings nicht auf dem Weg zu den Toiletten. Wobei er beim Vorbeirennen realisierte, dass das vielleicht doch keine schlechte Idee wäre.

Jakob schüttelte diesen Gedanken aus seinem Kopf heraus. Er war Zweiundzwanzig, Jurastudent, Praktikant bei der Staatsanwaltschaft und musste jetzt eben zwei Minuten einhalten. Das würde kein Problem sein. Das war keine Situation wie früher als Kind, oder wie in einer billigen Windelgeschichte, wo man beim Lesen genau wusste, dass sich der Protagonist früher oder später unweigerlich in die Hose machen würde sobald er sich verkniff aufs Klo zu gehen.

Als er den Hauptflügel des langgezogenen, in den fünfziger Jahren erbauten Gebäudes erreicht hatte, senkte er sein Tempo zu einem Laufschritt um nicht aufzufallen. Staatsanwälte in Anzügen und allerei weitere Beamte und Angestellte, allesamt älter und Erwachsener als er, zumindest kam es ihm so vor, kreuzten seinen Weg und würdigten ihn keines Blickes. In der Eingangshalle hielt Jakob nach einem Polizisten Ausschau, bevor ihm Frau Bierhoff auffiel. Und dann die Person neben ihr.

»Hey, Jakob!«

Da man kaum zweimal innerhalb so weniger Tage von derselben Person überrascht sein konnte musste Jakob unabsichtlich Lachen: »Fenix, was machst du denn hier?«

»Aktenshuttle offenbar, und du?«

»Ähm … ein Praktikum hier, für mein Studium …«, antwortete er etwas verlegen und gab Fenix die Akte, während er seinen Kindheitsfreund musterte. Fenix sah nicht aus, als wäre Aktenshuttle seine Hauptbeschäftigung und auch nicht so, als würde er bei der Polizei nur ein Praktikum machen. Der junge Mann, den er vor wenigen Tagen in Shorts und Windel wiedergetroffen hatte, trug nun eine materialistische Polizeiweste mitsamt Funkgerät, Pfefferspray und Handschellen am Gürtel sowie einem Aufdruck auf der Brust, der ihn als Beamter vom Kriminaldauerdienst auswies.

Dementsprechend war Fenix vermutlich Polizeikommissar.

»Und die zweite Akte?«, fragte Fenix, der die Mappe währenddessen aufgeschlagen hatte.

»Die … zweite?«, wurde Jakob unsicher.

Wortlos klappte Fenix die Akte zusammen, hielt sie mit dem Deckblatt nach vorn und tippte auf das Etikett: Akte Eins von Zwei.

Genau der Aufkleber, den es bei Aylins Akte nicht gab.

»Herr Kerkwald!«, tadelte ihn seine Vorgesetzte: »Kriegen sie das unter sich geregelt, sie kennen sich ja offensichtlich bereits?«, fügte sie noch an, bevor sie sich in den Feierabend verabschiedete.

»Dann such ich nochmal weiter …«, antwortete Jakob seinem Freund kleinlauter als es nüchtern betrachtet, notwendig gewesen wäre.

»Was dagegen, wenn ich mitkomme?«, fragte ihn der breitschultrige, junge Polizist der niemand anderes als sein Kindheitswindelfreund war.

Jakob schüttelte den Kopf: »Gerne!«, dann führte er seinen Freund runter ins Archiv. Wieder überlegte er kurz, zu den Toiletten abzubiegen, war sein Bedürfnis mittlerweile doch schon etwas dringender. Aber die paar Minuten konnte er auch noch warten. Wäre jetzt auch irgendwie peinlich, Fenix auf dem Flur warten zu lassen, weil er schnell aufs Klo musste. Der würde sich bestimmt seinen Teil dazu denken und ihm zuflüstern, dass er doch besser wieder Windeln tragen sollte wie als Schulkind früher.

»Du studierst Jura?«, fragte Fenix seinen einen Kopf kleineren Freund, während sie durchs Treppenhaus gingen.

Jakob nickte: »Viertes Semester. Und du bist Kommissar?«, fragte er staunend.

Fenix lachte verlegen: »Sozusagen, ja. Hab nach dem Abi gehobener Dienst gemacht an der Polizeihochschule und bin jetzt seit nem‘ halben Jahr Kommi auf Probe, ja …«

»Boah, wie krass!«, staunte Jakob, während sie ins Archiv gingen: »Was sagt Nick dazu?«, fügte er hinzu.

»Der findet das tatsächlich nicht so cool«, zuckte Fenix mit den Schultern: »Aber er sagt auch, dass es gut ist, dass auch Leute wie ich bei der Polizei sind. Keine Ahnung, wir reden nicht viel miteinander …«

Jakob öffnete die Archivtüre und um keine Stille aufkommen zu lassen wechselte Fenix rasch das Thema: »Und das hier ist also dein Reich?«

»Mhm«, nickte Jakob: »Überall wo das Licht hin scheint!«, zitierte er König der Löwen und natürlich fand Fenix das lustig.

»2001 ist eigentlich hier«, erklärte Jakob und deutete auf drei Regalgänge von denen genau einer freigelegt war. Die Regale waren verfahrbar auf Schienen montiert und es gab nicht zwischen jedem Regal einen Gang, sondern man musste sich immer das Regal nach vorneschieben an das man grade ranwollte. Jakob ging an die Stelle, wo er eben die erste Akte herausgezogen hatte: »Vielleicht ist sie ja direkt daneben«, kommentierte er.

War sie nicht.

Nicht mal im selben Gang, wie sich eine Viertelstunde später herausstellte.

»Dafür, dass ihr so viel besser bezahlt werdet als wir ist das hier aber ein ziemlicher Saustall«, kommentierte Fenix augenzwinkernd, da kniete sich Jakob bereits vor die nächste Reihe. Kaum war er in der Hocke, meldete sich seine Blase überdeutlich. So langsam wurde es wirklich dringend!

Aber wenn die zweite Akte nicht im vorherigen Gang war, konnte sie eigentlich nur hier sein! Sie waren also kurz davor die Akte zu finden! Jakob fing von Links an, Fenix von rechts. Sie lasen Ordnerbeschriftungen, zogen Akten raus und schoben sie wieder rein, bis sich beide in der Mitte trafen.

Jakob griff zuerst nach der letzten Akte und war konsterniert: »Hm, auch nicht … das ist eigentlich komisch! Hast du bei dir auch hinter die Akten geschaut, ob das vielleicht durchgerutscht ist?«

Jakob drückte die rosafarbene Sammelmappe zurück in das dichte Regal und wartete auf eine Reaktion, doch Fenix antwortete nicht. Fragend sah er zu seinem Freund.

Und realisierte dann, dass der woanders hinschaute: Auf ihn.

Er folgte dem Blick und verstand, dass Fenix zwischen Jakobs Beine sah – und im nächsten Moment wusste er warum: Jakob kniff sich unbewusst mit einer Hand in den Schritt! Weil er so dringend musste, eine Routine aus vergangenen Tagen, mehr oder weniger.

Ertappt zog er sie sofort weg.

Fenix zog die Augenbrauen hoch und es wurde kurz still. Jakob unterdrückte den Impuls, sich sofort wieder in seinen Schritt zu kneifen, denn er musste mittlerweile wirklich dringend pinkeln – und seine Körperhaltung tat das Übrige.

»Jaki, kann es sein, dass du mal Pipi musst?«, frage ihn Fenix in einem Tonfall der zum zerschmelzen gut zu seinem inneren Siebenjährigen passte.

Jakob blieb kurz die Luft weg, und einen Moment lang war er schockiert, dass ihn Fenix so etwas auf der Arbeit fragte.

Aber er wusste auch, dass hier sonst niemand war.

Also schüttelte er mit dem Kopf: »Muss nich …«, murmelte er betont bockig.

»Oder hast du eine Pampi um?«, fragte ihn Fenix nun.

Nicht mehr ganz so leise und wesentlich empörter antwortete Jakob nun: »Nö! Ich bin doch schon groß!«

»Wenn du so ein großer Junge bist, dann musst du jetzt aber zum Klo laufen! Ansonsten ist gleich ruck-zuck deine Hose nass!«, munterte er seinen Kindheitsfreund auf und Jakob stand tatsächlich auf und lief, eine Hand zwischen seine Beinen drückend, zur Treppe. Scherzhaft rief Fenix noch hinterher: »Jungs mit nassen Hosen nimmt nämlich sonst die Polizei fest!«

 

Kleinfeldern – Samstag, den 15. Dezember 2012, kurz vor Elf

Der Geruch von kaltem Rauch und Bierschaum erinnerte Fenix an das Wirtshaus, das sie nach der Beerdigung seiner Mutter besucht hatten. In diesem kleinen grauen Dorf in der Pfalz, in dem er vorher erst zwei Mal gewesen war und seitdem nie wieder. Auch die Möbel sahen aus, als wären sie im selben Laden gekauft worden: Grobe, kantige Eichenholzmöbel deren Holz irgendwie leicht grünlich wirkte. Die Hocker am Tresen und selbst die Stühle an den Tischen hatten keine Polsterung, sodass man auf ihnen nur unbequem saß. Vorausgesetzt man hatte grade keine dicke Pampers um. Ein Kissen zum Anziehen.

Außerdem war sitzen eh nicht ihr Ziel. Benni aus der 4a, mit dem Jakob und Maxi offenbar Legopanzer in der Grundschule bauten, lief zwischen den umgedrehten, auf den Tischen gestellten Stühlen hindurch zum Tresen.

»Mama, Mama, dürfen wir Kegelbahn?«, fragte er eine alte Frau mit faltigem Gesicht, die grade hinter dem Tresen Gläser spülte.

Wie Fenix soeben erfahren hatte gehörte Bennis Familie das einzige, kleine Wirtshaus in Kleinfeldern. Zufällig waren die drei Kinder auf den Jungen mit den blonden Locken getroffen als der grade die Mülltonnen auf die Hauptstraße stellte. Benni hatte sich sichtlich gefreut und vorgeschlagen, dass sie doch auf der hauseigenen Kegelbahn spielen könnten, nachdem alle sie zugegeben hatten, dass sie grade nicht wirklich wussten was sie machen wollten.

Bennis Mutter sah ihren Sohn leicht skeptisch an: »Hast du den Müll rausgebracht?«

Benni nickte: »Jap«, und streckte die Hand schon nach dem Schlüssel aus.

»Und die Kartoffeln sind fertiggeschält?«, lautete ihre nächste Frage.

»Ja!«, antwortete er einsilbig: »Die meisten!«

Er griff nach dem Schlüssel.

»Benjamin Raabe!«, ermahnte ihn seine Mutter »›Die Meisten‹ ist nicht ›fertiggeschält‹, das is‘ nur halb geschält!«

»Mann Mama!«, quengelte der angesprochene Neunjährige: »Ich muss IMMER Kartoffeln schälen! Pascal nie! Das ist sooo unfair!«

»Benjamin …«, setzte seine Mutter erneut an, doch der angesprochene Kartoffelschälverweigerer war schneller: »Außerdem hab ich doch jetzt Freunde da, sollen die auch Kartoffeln schälen?«

Die Wirtin seufzte einen langen Moment, was Benni als Zustimmung interpretieren schien. Er griff nach dem Schlüssel und sprintete schon zur Türe.

»Aber Jungs, packt eure Sachen zur Garderobe und zieht eure dreckigen Stiefel aus, sonst macht ihr mir hier alles schmutzig!«, rief sie noch.

»Jaja, Mami! Hab dich lieb!«, antwortete Benni und kickte seine Turnschuhe unter die Garderobe ohne vorher die Klettverschlüsse zu öffnen. Jakob schien es kaum erwarten zu können aus seinem blauorangenen Anorak herauszukommen. Er streifte ihn ab und musste sich ganz schön strecken um an die Haken an der Wand zu kommen.

Der kleinkindhafte Rand seiner Pampers war dabei für alle Kinder deutlich zu sehen.

Für Benni schien das nicht weiter bemerkenswert, doch Max sah ein wenig spöttisch zu seinem fast zwei Jahre älteren Freund. Er suchte Fenix Augenkontakt um sicherzustellen, dass auch er das mitbekam.

›Guck mal, wie peinlich!‹, schien er Fenix sagen zu wollen.

Fenix fand das wirklich albern von Maxi. Sie waren doch Freunde! Und außerdem hatte Maxi doch eben erst zurecht festgestellt, dass sie alle drei ein Windelproblem hatten.

Wobei das bei ihm ja gar nicht stimmte, im Gegensatz zu Maxi brauchte er ja eigentlich keine Windel mehr. Aber an Jakobs Geburstags-Übernachtungsparty hatte er vorgegeben, Bettnässer zu sein damit es für Maxi nicht so peinlich war und nun spielte sich ausgerechnet der so auf.

Fenix sah genervt weg und achtete penibel darauf, dass seine Jacke seine eigene Windel verdeckte, als er sich zum ausziehen seiner Stiefel hinsetzte.

Jakob nicht. Als der sich hinhockte sah man sogar das grüne Pampers-Logo hinten auf der Windel.

Diesmal war Maxi weniger zurückhaltend: »Jakob, dir guckt da was aus der Hose raus!«, kicherte der Drittklässler.

Jakob grummelte genervt: »Boaah Max!«

»Lass ihn doch«, mischte sich zum Glück Benni ein, denn Fenix traute sich grade nicht etwas zu sagen, auch wenn er mindestens genauso genervt von Max grade war wie Jakob. Eher noch mehr! Doch er hielt sich lieber im Hintergrund. Seine eigene Jacke zog er um einen Kleiderbügel, um sich nicht so weit strecken zu müssen und trotzdem strich er anschließend penibel seinen Hoodie wieder glatt.

Jetzt wusste er, warum Jakob im Sportunterricht immer seine T-Shirts in die Hose stopfte, auch wenn die anderen Jungen das altmodisch fanden.

Als sie den verwinkelten Flur in den Anbau, der vor vielen Jahren einmal eine Scheune gewesen war, langgingen spürte Fenix die dicke Windel zwischen seinen Beinen bei jedem Schritt. Sie war kuschelig warm und so unglaublich weich. Seine Hose schien über der superdicken Windel zu spannen, obwohl die Pampers noch nicht mal halbvoll war. Viel dünner jedenfalls, als das schwere, durchnässte Ding das er heute Morgen nach dem Frühstück getragen hatte und was so schön warm gewesen war. Seine Windel war wunderbar, doch Fenix bekam plötzlich Panik.

Er sah zu Jakob, der vor ihm ging. Dessen Pampers schaute zwar immerhin nicht mehr aus seiner Hose heraus, aber sein Po schien so dick und die Falte zwischen seinen Pobacken fehlte… Man sah doch, dass er eine Windel trug! Sah das bei ihm genau so aus? Was, wenn Max das bemerken würde?

Während Benni an der Kegelbahn erst alle Lampen, dann die Bahn selbst anschaltete, griff Fenix nach Jakobs Arm und zog seinen Freund zu sich rüber.

»Ich geh kurz aufs Klo, die Pampers ausziehen«, flüsterte er seinem Freund zu.

Jakob sah ihn enttäuscht an: »Wegen Max?«

Fenix nickte: »Ja! Und Benni, der weiß ja nix.«

Jakob zog die Augenbrauen zusammen und war damit offenbar gar nicht zufrieden: »Das ist doch belämmert! Max ist voll der Idiot grade deswegen!« Dann überlegte er kurz: »Darf ich etwas versuchen?«

Fenix sah seinen Freund fragend an, aber als ihm klar wurde das Jakob nicht vorhatte, ihm seinen Plan genauer zu erklären, sondern nur auf ein Okay wartete, nickte er schnell.

»Ähmm … Leute?«, sagte Jakob etwas lauter, sodass sich die beiden anderen Jungen zu ihm drehen: »Fenix hat ja heute Nacht bei mir übernachtet … und … Maxi, weißt du noch wie ich an meinem Geburtstag den Kirschsaft über seine Hose geschüttet hab beim Essen?«

Maxis Augen leuchteten aufgeregt: »Ja, Oh mein Gott! Fenix Hose war voll nass und dann hat er eine Hose von Jakob bekommen als Ersatz, aber Jakob hat ja keine Unterhosen, also musste er echt eine von Jakobs Windeln anziehen!«, erklärte er Benni aufgeregt.

Benni lachte: »Ohaaa«

Fenix lief rot an und sah zu Boden. DAS war Jakobs Plan? Das konnte ja heiter werden!

»Ähhhhh jaaaa …«, fuhr Jakob fort: »Das ist mir heute Morgen wieder passiert, mit … mit Kakao! Beim Frühstück!«, log Jakob.

Max schaltete schnell: »Oh mein Gott, Fenix hat wieder eine Windel an heute!«

Jakob klapste Max auf den Arm: »Jahaa! Und weil ich wusste, dass du deswegen Witze machen würdest wie bei mir eben wollte ich das sagen bevor ihr das bemerkt! Weil das voll peinlich ist für ihn. Er braucht die ja gar nicht! Das ist nur, weil ich wieder was verschüttet hab und er Wechselkleidung gebraucht hat!«

Er sah Max in die Augen: »Also ärgert ihn bitte nicht deswegen.«

»Neee, natürlich nicht. Versprochen!«, antwortete Max entschuldigend und Benni nickte ebenfalls, auch wenn er es natürlich lustig fand. Nachdem der Drittklässler mit ein paar geübten Knopfdrücken die altertümliche Kegelbahn gestartet hatte, einen Zettel zum aufschreiben der Punkte vom Block abgerissen hatte und mit nach vorne gebracht hatte, spielten die Jungen Schnick-Schnack-Schnuck um zu entscheiden, wer anfangen durfte.

Fenix gewann, rollte die erste Kugel und spürte noch beim Abwurf, wie sein Pullover an seinem Rücken hochrutschte und hatte keinen Zweifel daran, dass die anderen beiden Jungen in diesem Moment seine Windel sehen konnten. Die Kugel zog nur leicht nach links, räumte Acht Pins auf einmal ab und Fenix nahm die nächste Kugel aus der Ablage ohne seinen Pullover wieder zu richten.

Autor: giaci9 | Eingesandt via Mail

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