Kein Zurück (25)
Kapitel 25: Mom, wie konntest du
Freitag auf Samstag hatten Mom und Steffi geplant, einen Kurztrip nach Stuttgart zu machen. Sie wollten am Freitag los, nachdem ich aus der Schule zu Hause war, und sich abends das Musical Tarzan anschauen. Warum sich Mom und Steffi ausgerechnet ein Musical mit einem halbnackten Mann ansehen wollten, verstand ich zwar nicht, aber hey, ihnen musste es schließlich gefallen. Nach dem Musical wollten sie in einem Hotel bleiben und am Samstag noch in die Sauna gehen, da sich Musical, Hotel und Sauna im selben Gebäudekomplex befanden. Bis Abend wollten sie wieder zurück sein. Steffi war nervös, weil sie seit Annes Geburt noch keine Nacht ohne sie verbracht hatte. Ich sollte mich die eineinhalb Tage um Anne kümmern. Karin, eine nette Kollegin von Mom und Steffi, die ich kannte, war für mich rund um die Uhr erreichbar, falls ich Probleme mit Anne hatte. Alles war bis ins Kleinste durchgeplant und organisiert.
Ich war sehr selten krank, aber in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erwischte es mich mit einer Magen-Darm-Sache. Ich konnte jedenfalls die ganze Nacht schon nicht schlafen, weil es in meinem Bauch rumorte. Um vier Uhr wurde mir plötzlich richtig übel und gleichzeitig heiß und kalt. Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig ins Bad, wo ich über eine Stunde festhing, während ich die Kloschüssel abwechselnd im Sitzen und auf den Knien brauchte. Verdammt, ausgerechnet heute. Ich wollte Mom und Steffi ihren Ausflug nicht verderben.
Am Morgen, als Mom aufstand, sah sie mich im Bad und sagte: „Oh Gott, Nico. Was machst du denn hier? Du bist ja ganz grün im Gesicht.“
Ich hatte in der Not nicht einmal die Tür zugemacht.
„Ich habe mir mal wieder eine Magen-Darm-Sache eingefangen und die letzten Stunden im Bad verbracht.“
„Okay, du gehst heute auf keinen Fall in die Schule. Ich rufe gleich mal an. Traust du dich irgendetwas zu essen?“
„Nein, das bleibt sicher nicht drin.“
„Gut dann bringe ich dich jetzt ins Bett und dann hole ich dir einen Tee.“
Als wir gerade in meinem Zimmer waren und ich noch nicht einmal im Bett lag, musste ich schon wieder schleunigst ins Bad. Dabei war mir so schwindlig, dass ich beinahe hingefallen wäre. Ich konnte mich gerade noch mit der Hand am Türrahmen abfangen.
Als ich mit Schüttelfrost wieder aus dem Bad kam, stand Mom vor der Türe und führte mich nochmal zurück in mein Bett.
Sie sagte: „Das war gerade ziemlich gefährlich, das machen wir jetzt anders. Hier ist ein Eimer und …“ Sie zog meinen Bettkasten auf und nahm eine Tena heraus: „Das sollte für dich ja kein Problem sein.“
Mir ging es zu dreckig, um mich zu wehren, und so ließ ich es zu, dass mich Mom wickelte. Ich konnte nicht einmal sagen, wie es sich angefühlt hatte, denn ich war in diesem Moment mit anderen Gefühlen aus meiner Magengegend beschäftigt. Danach kam Mom etwa alle halbe Stunde, um nach mir zu sehen und achtete darauf, dass ich genügend Flüssigkeit zu mir nahm.
Gegen Mittag fragte Mom: „Na, geht es dir schon ein bisschen besser?
„Ja, danke. Zum Glück.“
„Willst du jetzt etwas essen oder brauchst du eine frische Windel?“
„Nein und nein. Es scheint alles draußen zu sein und ich glaube, ich mache heute einen Fastentag.“
„Okay, aber achte weiter darauf, genug zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In diese Flasche habe ich dir ein paar Elektrolyte gemischt. Die musst du bis heute Abend auf jeden Fall trinken. Was hast du eigentlich gestern Abend gegessen?“
„Ich war mit den anderen Baden und wir haben uns Pizza kommen lassen. Ich hatte eine Pizza mit Meeresfrüchten.“
„Du hattest das schon öfters, nachdem du Meeresfrüchte gegessen hast. Weißt du noch beim letzten Mal? Da hatten wir beschlossen, nicht mehr zu Luigi zu gehen, weil wir dachten, die Meeresfrüchte seinen verdorben gewesen. Ich glaube aber langsam, dass du allergisch bist. Ich denke, wir sollten mal einen Allergietest machen lassen. Kann ja nicht, sein, dass du jedes Mal verdorbene Meeresfrüchte erwischt.“
„Hm, das mit der Allergie könnte sein, jetzt wo du es sagst. Dann wäre es zumindest nichts Ansteckendes und sollte schnell vorbei sein.“
„Übrigens hat Steffi eben angerufen. Sie hätte einen anderen Babysitter für Anne, aber ich glaube, ich kann dich nicht alleine lassen.“
„Doch, natürlich. Ich brauche nicht viel. Heute faste ich ja und trinke nur. Wenn der Krankheitsverlauf so ist, wie die letzten Male, sollte es mir Morgen schon wieder so gut gehen, dass ich mich selbst versorgen kann. Und wenn nicht, stellst du mir zur Sicherheit einfach eine Packung Zwieback hin. Wenn es, was ich aber nicht glaube, schlimmer wird, kümmert sich sicher Karin um mich.“
„Nico, ich weiß nicht. Mir ist nicht wohl dabei dich allein zu lassen.“
„Also ihr werdet jetzt sicher nicht euren Ausflug wegen meinem Durchfall stornieren. Basta.“
„Dann muss ich noch mal mit Karin telefonieren.“
Kurz darauf kam Mom wieder zu mir. Sie wollte wissen: „Nico, jetzt noch mal ganz ehrlich. Keinen falschen Heldenstolz. Wie schlimm ist es?“
„Heute Morgen war es schlimm, aber jetzt geht es mir schon wieder besser. Ich werde jetzt noch ein paar Tage einen flauen Magen haben, aber dann ist alles wieder gut. Ihr werdet eine tolle Zeit in Stuttgart haben.“
Mom sah mich lange an. Man sah ihren inneren Konflikt. Zum Glück siegte aber die Vernunft über den übertriebenen Beschützerinstinkt.
„Okay, dann machen wir es so“, sagte Mom: „Anne und der Babysitter kommen heute und über Nacht bis morgen auch zu uns, damit Karin sich im allerschlimmsten Fall um Anne und dich gleichzeitig kümmern kann. Du benutzt nur das obere Bad. Wenn es dir schlechter geht, rufst du sofort Karin an und die kümmert sich dann um dich.“
„Hört sich gut an.“
„Willst du die Windel anbehalten?“
„Ja, sicher ist sicher.“
„Gut, dann lege ich dir hier deine Jogginghose hin, wenn du dich nicht in Windel vor Karin präsentieren oder das Zimmer verlassen willst.“
Ich fragte mich, wer der Babysitter oder wahrscheinlich eher die Babysitterin wohl sein würde. Denn eines war sicher, Nina würde garantiert nicht eine Nacht gemeinsam mit mir unter einem Dach verbringen.
Kurz darauf kamen Mom und Steffi in mein Zimmer, brachten mir Zwieback und frischen Tee und verabschiedeten sich. Ich sagte noch: „Und jetzt bitte keine Abschiedsbussis. Nicht, dass ich doch ‘was Ansteckendes habe. Viel Spaß.“
Steffi fragte: „Und du bist dir wirklich sicher, dass wir dich alleine lassen können?“
„Ja, und jetzt ab mit euch!“
Sie verabschiedeten sich noch ganz lieb von mir. Danach hörte ich, wie sie sich im Wohnzimmer mit jemandem unterhielten. Ich hörte, wie Schritte die Treppe heraufkamen.
Das Haus, in dem Mom und ich wohnten, hatte Mom von ihren Eltern geerbt, die bei einem Unfall starben, als ich noch klein war. Sie hatten das Haus als seniorengerecht geplant. Da heißt, wir hatten im Erdgeschoß das Bad, ein WC, die Küche, eine kleine Vorratskammer, das Wohnzimmer mit Wintergarten und ein Esszimmer, das als späteres Schlafzimmer gedacht war. Oben waren drei Zimmer und ein kleines Bad mit WC. Das Esszimmer als Esszimmer zu nutzten, war unpraktisch, weil es zu weit von der Küche weg war. Wir aßen also normalerweise in der Küche und in das Esszimmer hatte Mom sich ein Arbeits-/Lesezimmer mit Schlafcouch eingerichtet. Oben hatten wir unsere Zimmer und das zweite, kleinere Kinderzimmer war Gästezimmer und Bügelraum.
Ich hörte Mom durch die Tür erklären: „Hier ist Nicos Zimmer und dort das obere Bad. Das ist beides im Moment Quarantänegebiet. Das Gästezimmer, in dem du schläfst, ist hier und du und Anne nutzt das Bad und WC unten.“
Dann gingen sie wieder nach unten wo Mom und Steffi sich verabschiedeten und es wurde ruhig.
Kurz darauf klopfte es an meine Tür.
„Ja.“
Die Tür ging auf und Nina steckte den Kopf herein: „Hallo Nico. Oh, du siehst aber blass und schwitzig aus. Wie geht es dir?“
OH MEIN GOTT! Ich lag mit einer Windel im Bett und Nina stand in meinem Zimmer. Mom, wie konntest du mir das nur antun?
„Hallo Nina. Danke, es geht mir schon wieder besser.“
„Steffi und deine Mutter haben zwar gesagt, ich brauche mich nur um Anne zu kümmern und du würdest dich selbst um dich kümmern oder Karin würde sich um dich kümmern, wenn es dir schlechter geht. Aber wenn du irgendwas bauchst, bin ich natürlich auch für dich da. So böse bin ich nicht mehr auf dich, dass ich dich krank alleine lasse. Brauchst du jetzt ‘was? Essen oder etwas zu trinken? Musst du irgendeine Medizin regelmäßig nehmen?“
„Nein danke. Heute faste ich und zu trinken habe ich noch genug. In der Flasche sind Elektrolyte, die sollte ich als erstes leertrinken.“
„Okay“, sagte Nina und reichte mir die Flasche zum Trinken. „Gut. Dann gehe ich jetzt wieder zu Anne und schaue später nochmal nach dir. Ich lasse die Tür auf, und wenn du etwas brauchst, schreist du einfach, ja?“
„Ja. Danke. Und wasche dir sicherheitshalber die Hände. Ich glaube zwar, dass es von den Meeresfrüchten auf der Pizza gestern kommt und ich da vielleicht allergisch bin, aber sicher ist sicher, nicht, dass es doch ‘was Ansteckendes ist.“
Ich überlegte, was ich jetzt ich machen sollte. Die Windel möglichst schnell ausziehen? Dann fiel mir aber wieder ein, warum Mom sie mir angezogen hatte. Wollte ich wirklich riskieren, dass ich mich beim nächsten Spurt aufs Klo auf die Nase legte? Ich entschied mich für die Sicherheit der Windel. Außerdem hatte ich mir die Windel ja nicht selbst angezogen, sondern Mom. Sollte ich eine Hose darüber anziehen? Aber mir war ja eh schon so warm. Nach der fast schlaflosen Nacht schlief ich ein, während ich noch über meine Windel nachdachte. Ob und wie oft Nina in der Zeit nach mir sah, hatte ich nicht mitbekommen.
Als ich aufwachte, ging es mir schon besser und ich musste wieder auf Klo, aber inzwischen war es nicht mehr so eilig. Ich zog mir die Jogginghose an und ging ins Bad. Nachdem ich fertig war, beschloss ich, die noch trockene und saubere Windel lieber noch einmal anzuziehen. Ich legte mich mit der Jogginghose über der Windel wieder ins Bett und ließ die Bettdecke weg. Zur Abendessenzeit schaute dann auch noch Karin vorbei. Ich versicherte ihr, dass es mir schon wieder sehr viel besser ging. Ich knabberte ein bisschen Zwieback und trank brav meinen Tee. Inzwischen war mir sogar schon wieder nach Fernsehen zu Mute.
Nachdem Nina Anne ins Bett gebracht hatte, kam sie zu mir ins Zimmer: „Na, schon besser? Du hast ja langsam wieder normale Farbe im Gesicht.“
„Ja danke. Wird langsam.“
„Brauchst du noch etwas von mir? Wenn nicht, gehe ich jetzt ins Wohnzimmer und bin dann später im Gästezimmer.“
„Willst du mir nicht noch etwas Gesellschaft leisten?“
„Nein. Und du solltest dich auch besser ausruhen. Gute Nacht und gute Besserung. Schlaf gut.“
***
Zum Glück konnte ich die Nacht ohne Unterbrechungen durchschlafen. Ich schlief bis um halb neun. So spät wurde es bei mir sonst nie. Am Morgen fühlte ich mich auch schon wieder halbwegs fit. Ich steckte mir eine Mülltüte in die Hosentasche und ging ins Bad. Ich zog mir die Windel aus, die trocken und bis auf einen kleinen Bremsstreifen fast noch sauber war. Zum Glück hatte ich nur noch leichten Durchfall. Dann versteckte ich die Mülltüte mit Windel im Badschrank. Mom hatte sicher Verständnis, dass die Regel, dass Nina nichts von den Windeln wissen durfte, wichtiger war als sofortige Entsorgung. Außerdem war die Windel außer verschwitzt ja nicht benutzt. Dann duschte ich, zog mich ohne Windel an und ging in die Küche. Fast zur selben Zeit kam Nina mit Anne. Nina hatte noch ihren kurzen Schlafanzug an und sah darin sehr süß aus.
„Morgen, Nina. Na Anne, du siehst ja putzmunter aus. Hast wohl gut und lange geschlafen?“
„Preiset den Herren! Lazarus ist von den Toten zurückgekehrt. Guten Morgen, Nico.
„Ich schätze, die Theorie mit der Allergie hat sich bestätigt. Ich denke nicht, dass es einem nach einem Infekt so schnell wieder so gut geht.“
„Willst du frühstücken?“
„Danke, aber ich mache mir selbst ‘was und einen Tee. Ich kenne mich hier ein bisschen aus.“ Tatsächlich war es so, dass ich Nina die ganze Zeit sagte, wo die Sachen waren, die sie zum Frühstück für sich und Anne zusammensuchte.
Ich fragte Nina: „Hat Anne Steffi noch gar nicht vermisst? Steffi hat sich ja furchtbare Sorgen deswegen gemacht.“
„Bis jetzt ist mir noch nichts aufgefallen. Mal sehen, wie der Tag wird.“
Während ich langsam aß, meinen Tee trank und Nina und Anne frühstückten, sagte Nina verlegen zu mir: „Du, darf ich dich mal ‘was fragen? Ich weiß, ich bin hier nur Gast und ich hätte mich nur um Anne kümmern und dich in deinem Zimmer eigentlich nicht sehen sollen. Ich habe da etwas gesehen, was ich nicht hätte sehen sollen. Ja, auch das hätte ich ignorieren und für mich behalten sollen. Aber das beschäftigt mich so. Du hast mich doch mal gefragt, ob ich vor Anne schon andere Kinder gewickelt habe. Ich habe dich damals gar nicht gefragt, ob du vor Anne schon mal jemanden gewickelt hast.“
Zum Glück musste ich nicht lügen: „Anne war der erste Mensch, den ich jemals gewickelt habe.“
„Und wann wurdest du das letzte Mal gewickelt?“
Langsam dämmerte mir, was Nina so beschäftigen könnte.
„Von meiner Mom mit drei oder vier schätze ich und von einer Freundin beim Vater-Mutter-Kind-Spielen so ungefähr mit fünf. Daran kann ich mich aber nicht mehr erinnern.“
Ich sah, dass Nina mit dieser Antwort nicht zufrieden war. Jetzt war ich mir ziemlich sicher, dass sie gestern meine Windel gesehen hatte. Also fuhr ich fort: „Kann es sein, dass gestern, als ich schlief, meine Decke verrutscht ist und du meine Unterwäsche gesehen hast?“
Nina nickte verlegen.
„Meine Unterwäsche der Marke Tena?“
Wieder ein Nicken.
„Okay, also das erste und letzte Mal, dass ich, seit meinem fünften Lebensjahr von meiner Mom gewickelt wurde, war gestern. Mir ging es so schlecht und mir war schwindlig, dass ich, als ich dringend ins Bad musste, beinahe hingefallen wäre. Da entschied Mom, dass eine Windel sicherer wäre und mir ging es so dreckig, dass ich mich nicht dagegen gewehrt habe.“
„Dann brauchst du nicht jede Nacht Windeln?“
„Nein.“ Das war zwar nicht so ganz richtig, aber auch nicht gelogen. Außerdem war da ja auch noch Moms Regel, dass ich mit Nina nicht drüber reden durfte, dass ich gerne Windeln trug.
„Aber warum habt ihr Windeln in deiner Größe? Die von Anne sind dir doch zu klein, oder?“
„Also, das kam so: Anfang der Sommerferien wollte ich in einem Segelflugzeug mitfliegen. Ich hatte Angst, dass ich aus Nervosität aufs Klo muss, was in einem Segelflugzeug ja nicht geht. Dann habe ich gehört, dass es bei längeren Segelflügen üblich ist, Windeln zu tragen. Steffi hat das übrigens auch schon gemacht, also Segelfliegen mit Windel. Daher wollte ich sicherheitshalber beim Segelfliegen eine Windel tragen. Ich habe Steffi gefragt, ob sie mir eine von Annes Windeln gibt, aber die waren zu klein, wie du schon vermutet hast. Da hat Steffi mir eine Packung in ‘M‘ besorgt. Weil ich seither nicht mehr Segelfliegen war, sind da noch fast alle übrig.“
„Ah, verstehe.“
Nina schwieg eine Weile, aber etwas beschäftigte sie noch: „Tut mir leid, dass ich dich darauf so indiskret angesprochen habe. Aber ich habe mich beim Wickeln von Anne schon öfter gefragt, wie sich es wohl anfühlt, wenn man eine Windel tragen muss. Also ob das nicht sehr unangenehm ist.“
„Ach so. Du kannst gerne eine von meinen haben, wenn du das mal ausprobieren willst. Die dürften dir auch passen. Ich habe ja genügend.“
„Nein, so habe ich das natürlich nicht gemeint. Das traue ich mich nicht. Ich wollte fragen, ob du es mir beschreiben kannst, wie sich das anfühlt. Also ich verstehe natürlich, wenn dir das zu peinlich ist und du da nicht darüber reden willst.“
„Nö, kein Problem. Also eine trockene Windel fühlt sich an wie eine Unterhose, nur dicker und weicher. Aber sie ist bequemer, weil sie besser sitzt und nicht verrutscht oder zwickt. Außer, dass sie zwischen den Beinen ein bisschen drückt.“
„Hast du sie damals beim Segelfliegen oder gestern gebraucht?“
„Ja, aber zum Glück nur für Pipi. Der Segelflug hat deutlich länger gedauert als geplant. Ohne hätte ich echt Probleme bekommen.“
„Und wie ist das dann? Sehr ekelig?“
„Nein, überhaupt nicht. Die Windel saugt alles komplett auf. Es wird nur warm und sie wird etwas dicker, aber es fühlt sich überhaupt nicht feucht an.“
„Wirklich? Interessant. Ich kann das gar nicht glauben, dass eine Windel bequem ist und sich selbst nach dem Pinkeln immer noch trocken anfühlt.“
„Weißt du was? Du hast mich in Windeln gesehen und ich gehe davon aus, dass das niemals jemals von dir erfahren wird. Da kann ich dir vertrauen, oder?“
„Ja, natürlich.“
„Dann denke ich, wenn es dich interessiert, wie sich eine Windel anfühlt, und du das ausprobieren willst, ist heute die optimale Möglichkeit. Ich habe Passende da. Du musst dir keine Sorgen machen, dass dich hier jemand in Windeln überraschen könnte und du musst dich nicht dafür rechtfertigen. Außerdem muss dir das nicht peinlich sein. Anne trägt Windeln und ich habe gestern auch eine getragen. Wenn du mir vertraust, dass ich das, genauso wenig wie du weitererzähle, würde ich dir folgenden Deal vorschlagen: Ich gehe jetzt nach oben ins Bad und putze meine Zähne. Danach lege ich eine Windel ins untere Bad. Ob du sie heute probierst oder in deine Tasche steckst und mitnimmst, um sie später zu probieren, oder sie für den nächsten Durchfall aufhebst, ist mir egal. Ich werde einfach vergessen, dass da eine Windel im Bad war. Ich werde keine dummen Sprüche machen und dich zu dem Thema nie wieder fragen. Es wird nie eine Windel im Bad gegeben haben.“
Ohne Ninas Antwort abzuwarten, ging ins Bad nach oben, putzte meine Zähne. Dann ging ich in mein Zimmer, nahm eine Tena, legte sie ins untere Bad und ging zurück in die Küche. Ich nahm mir ganz fest vor, egal wie sehr mich das interessierte und wie sehr ich auf Kohlen sitzen würde, selbst wenn ich mir die Zunge abbeißen müsste, ich würde mein Versprechen halten und Nina nicht auf die Windel ansprechen. Jetzt war eh erst einmal etwas anderes viel wichtiger als Windeln. Bis heute Abend hatte ich Zeit, um meine Chancen bei Nina zu verbessern. Und eine Windel war sicher für vieles praktisch, aber definitiv nicht als romantisches Geschenk. Während Nina sich im Bad frisch machte und umzog, beschäftigte ich mich mit Anne und räumte nebenher die Küche auf. Ich überlegte krampfhaft, wie ich jetzt bei Nina einen guten Eindruck machen konnte. Es war einfach zu blöd, dass ich das nicht vorher gewusst hatte, denn dann hätte ich mir schon mal Gedanken machen können. Jetzt war es zu spät, um Janina anzurufen und um Rat zu fragen. Ich musste improvisieren. Aber mein Hirn war wie leergefegt. Waren das noch die Nachwirkungen meiner Krankheit oder war ich einfach unkreativ? Immer wenn ich an Nina dachte, sah ich nur ein Bild von mir und ihr in ihrem süßen Schlafanzug. Aber die Sprechblasen blieben leer.
Autor: Hans_Steam | Eingesandt via Ticket
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Diese Mütterlichen Instinkte hab ich von meiner Mutter auch mal erfahren dürfen, leider ging es bei uns nicht so gut aus wie Nico und Seiner Mutter. War wieder eine sehr schöne und interessante Fortsetzung. Das Nina nun doch noch mit Nico zusammen sein musste, obwohl Sie Ihm ja aus dem Wrg gehen wollte, ist schon eine interessante Wendung., auch das Interesse an einer Windel, wie es sich anfühlt und so, klingt faszinierend. Bin gespannt wie es weitergeht und was sich daraus entwickelt.
Wie immer sehr spannend und schön zu Lesen.
Bin schon total gespannt auf teil 26
Sehr spannend weiter so