### 1. Schichtbeginn
Amber stand vor dem Spiegel im Umkleideraum des Rangierbahnhofs und zog die blaue Arbeitsjacke über den Rollkragenpulli. Die Umkleide erinnerte mit den alten Heizkörpern und kalten Fliesen sehr an die Umkleiden eines dörflichen Sportheims. Die Arbeitsacke war abgetragen, aber warm, und roch nach Diesel, Metall und dem leichten Rauch der alten Heizung, was auch ein wenig schön war. Die Hände zitterten leicht, nicht aus Kälte, sondern aus Vorfreude. Jede Schicht war anders, und das mochte Amber. Kein Tag war wie der andere, keine Nacht wie die vorherige. Heute durfte Amber eine schwere Ladung von Nürnberg nach Kufstein, welches in Österreich, direkt an der deutschen Grenze, liegt, fahren. Die Ausbildung für Fahrten nach Österreich hatte Amber zwar schon seit einem Jahr, einen Halt in Kufstein hatte Amber jedoch noch nie gemacht.
Die Windel lag bereits auf der Bank, diskret in eine schwarze Plastiktüte verpackt. Amber hatte gelernt, sie schnell und unauffällig in der Toilette zu wechseln, während die Kolleg:innen sich noch über Fußballergebnisse oder die neuesten Gerüchte aus der Leitstelle unterhielten. Niemand fragte, niemand kommentierte. Vielleicht dachten sie, Amber hätte einfach eine besonders empfindliche Blase oder tränke zu viel Tee. Vielleicht dachten sie gar nichts. Das war Amber nur recht.
Die Inkontinenz war vor einem halben Jahr gekommen, erst mit kleinen „Unfällen“, dann mit der Gewissheit, dass der Körper nicht mehr so funktionierte wie geplant. Der Arzt war genauso verunsichert und vermutete die Ursache läge beim Stress, vorallem, weil es so plötzlich aufgetreten ist. „Können Sie damit leben?“, hatte er gefragt. Amber hatte genickt. Was blieb ihr denn anderes übrig?
Am Anfang war das Ganze eine eher beschämende Prozedur, aber sobald Amber raus aus der Umkleide und im Führerstand war, war alles okay. Alleine sein und die langen Fahrten taten in den ersten Wochen gut, sich an das Gefühl zu gewöhnen. Nach einiger Zeit hatte Amber auch ausprobiert zuhause die Windeln zu tragen um das Gefühl besser kennenzulernen und sich wohler zu fühlen. Zu anderen Anlässen im Alltag blieben die Windeln jedoch noch weit entfernt. „Es kann doch nicht sein, dass ich jetzt ständig Windeln tragen muss.“, dachte sich Amber.
Da sich die Inkontinenz jedoch nicht so schnell lösen ließ begann Amber immer mehr lange soziale Events zu meiden, weswegen sie sich selten mit Kolleg:innen traf.
Die Windel auf Arbeit war zur Routine geworden, wie das Eincremen der Hände im Winter oder das Überprüfen der Bremsen vor der Abfahrt. Ein stiller Begleiter, der aber auch Sicherheit gab. Amber hatte sich an das Gefühl gewöhnt, an das leichte Rascheln unter der Arbeitshose, an den Moment, in dem man sich nach einer langen Schicht im Waschraum umzog und spürte: Heute war alles okay.
„Servus, Amber!“, rief Meier, der Rangierer, vom Flur. „Dein Zug steht bereit, Gleis 7, direkt neben der 185. Gute Fahrt!“
„Bin schon unterwegs, danke dir!“, rief Amber zurück und schloss den Spind.
Meier, einer der Rangierbegleiter, hat eigentlich einen Vornamen, aber nur die Wenigsten kennen den. Meier ist vor einigen Jahren aus Kroatien nach Deutschland gekommen und arbeitet jetzt schon seit mehreren Jahren als Rangierbegleiter. Als Amber ins Unternehmen gekommen ist hat Meier ihr sehr viel erklärt und stand ihr zur Seite, falls etwas unklar war. Normalerweise steht schon auf dem Plan, wo die Züge stehen, jedoch liebt Meier es, zu jedem Lokführer persönlich zu gehen und Bescheid zu geben, dass der Zug bereit ist.
Und so tat er es auch bei Amber.
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### 2. Kalter Morgen
Der Güterzug war lang, fast 750 Meter, beladen mit Containern, die im schwachen Licht der Rangierlampen riesig wirkten. Amber kletterte die Metalltreppe zum Führerstand hinauf, setzte sich in den gefederten Sitz und atmete den vertrauten Geruch ein: Öl, warmes Metall, Staub. Die Instrumente leuchteten in allen möglichen Farben auf, als Amber die Systeme hochfuhr. Das leise Summen der Elektronik, das Klicken der Schalter – das war wie eine Begrüßung. Amber schaltete das Licht im Führerstand wieder aus um die Sterne am Himmel noch etwas beobachten zu können. Das Weichenmeer war bedeckt mit Nebel auf dem bereits einzelne Sonnenstrahlen landeten und die Wiesen neben den Gleisen zum Glitzern brachten.
„Amber an Leitstelle, Zug 4711, bereit zur Abfahrt.“
„Verstanden, Signal kommt sofort. Gute Fahrt“, antwortete die verzerrte Stimme aus dem Funk.
„Danke.“, bedankte sich Amber.
Der Zug setzte sich langsam in Bewegung, erst zögernd, dann mit einem sanften Ruck. Amber spürte, wie die Vibrationen durch den Körper gingen, wie der Rhythmus der Räder auf den Schienen etwas in ihnen beruhigte. Hier draußen, auf den Schienen, gab es nur den Zug, die Strecke und die Stimme der Leitstelle im Funkgerät.
Manchmal, wenn der Zug durch die hügeligen Landschaften fuhr, stellte sie sich vor, die Welt bestünde nur aus diesen Momenten: dem gleichmäßigen Summen, dem gelegentlichen Regen, dem fernen Glimmen des Sonnenuntergangs am Horizont. Hier war alles einfach. Keine Blicke, keine Fragen, keine Erwartungen. Nur die Arbeit. Hier war Amber einfach Amber.
Ohne Erwartungen – doch es sind nicht die Erwartungen an Leistung oder Karriere die Amber fertig machen, sondern die Erwartung an das Geschlecht. Geschlechternormen und Erwartungen an Amber aufgrund des Geschlechts sind wie ein Lagerfeuer mit einer Haube, sodass es keine Luft mehr bekommt. Es geht einfach viel besser ohne. Es hat sie eine lange Zeit gebraucht, sich einzugestehen, nicht-binär zu sein, und noch viel länger, das im Arbeitsumfeld zu erwähnen.
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### 3. Warten, warten
Gegen Vormittag machte Amber Halt. Der Zug stand auf einem Abstellgleis, während der Güterzug von einem IC überholt werden sollte. Das Abstellgleis auf dem der Zug stand war kurz vor dem Bahnhof, wo der IC auch einen Halt hatte. Da dieser wohl bereits genug Verspätung hatte sollte er dort die Haltzeit verkürzen und die Verspätung wieder reinholen. Ein bisschen Warten kann nicht schaden, viel Pause hat man ja nicht.
Die Windel war noch trocken, aber Amber spürte den leichten Druck, der sich im Laufe der Schicht immer bemerkbar machte. Kein Problem, noch nicht. Sie trank einen Schluck aus der Thermoskanne und lehnte sich zurück. Draußen zog der Himmel langsam von hellblau zu einem vollen Blau. Bald wird die Sonne richtig warm werden. Normalerweise gehen die Schichten bis in die tiefe Nacht, die frühen Morgen passten Amber jedoch besser, da früh aufstehen leichter fiel als spät in der Nacht wach zu bleiben. Aus dem Fenster zog die frische Frühlingsluft in den Führerstand rein und Amber atmete tief ein.
Am Abstellgleis vorbei schoss der IC in seiner tollen silber-grauen Lackierung. Amber war ein großer Fan von ICs, hat es aber leider noch nicht in den Fernverkehr geschafft. Jeder Wagen glitzerte nur so in der grellen Frühlingssonne. Ein wenig verlor sie sich in den Gedanken an die schönen Zugreisen als Passagier und als damals noch keine Ersatzwindeln mit im Gepäck eingeplant waren. Doch mittlerweile war es okay, vielleicht auch mehr als okay. Manchmal genoss Amber es auch einfach die Sicherheit, ganz ohne Schamgefühl.
Plötzlich knisterte das Funkgerät. „Der IC vor dir hat ein Problem am Bahnsteig, aber in ein wenigen Minuten sollte das gelöst sein.“
„Alles klar.“, antwortete Amber, seufzte und starrte weiter auf das rote Signal. Solche Dinge passierten. Man musste geduldig sein.
Während ein Regionalzug in die andere Richtung vorbeifuhr, dachte Amber an die erste Zeit nach dem unaufklärenden Arzttemin. Die Scham, die Angst, dass jemand es merken könnte. Die nächtlichen Internetrecherchen, die Bestellungen bei speziellen Versandhäusern, die Erleichterung, als die ersten Windeln angekommen waren – diskret verpackt, ohne Aufdruck.
Amber dachte an die Windel und wie sie sich anfühlte. So im Alltag vergisst man schnell, dass man gerade eine Windel trägt. Das war auch das Schöne. Obwohl sie eine Windel trug, wurde das Gefühl nicht zu einer ständigen Erinnerung, dass man gerade etwas Komisches macht, sondern eine Erleichterung, dass man sich nicht ständig Sorgen um eine Toilette machen muss.
Nachdem sicher schon 25 Minuten vergangen waren meldet sich erneut die Leitstelle: „Der IC hatte größere Probleme, kann jetzt aber weiterfahren. In wenigen Minuten geht’s weiter.“
„Alles klar, danke.“, antwortete Amber und machte den zug für die Weiterfahrt startklar.
Der Rest der Fahrt verlief einigermaßen problemlos. Bis auf lange Wartezeiten im Bahnhof von Kufstein gab es nicht mehr Verspätungen.
In neon-orangener Warnweste stieg Amber am späten nachmittag aus der grauen Vectron-Lokomotive aus und machte sich auf den Weg zum Hotel. Nächte in einer anderen Stadt sind nicht selten, wodurch sie nicht unendlich viel Zeit in der eigenen Wohnung verbringt.
Beim Laufen merkte Amber die Windel, sie fühlte sich schwerer an as heute morgen. Irgendwann zwischen dem langen Halt und jetzt musste es passiert sein. Ohne es zu bemerken, das war ihr Problem. Zwar fühlte Amber manchmal, wie voll die Blase ist, aber nie, ob sie aktiv dagegen halten muss.
Amber kam ins Hotel und zog sich entspannte Klamotten an. Da die Windel noch nicht komplett nass war bestand noch nicht die Not, sie auszuziehen. Nachdem sie sich das Gesicht gewaschen hatte lag sie noch ein wenig im Bett rum, da die lange Schicht und das lange Warten ganz schön müde gemacht haben. Nach einiger Zeit ging es dann zum Abendessen. Amber stand hektisch auf, da aus dem kurzen Ausruhen fast schon ein verfrühtes ins-Bett-gehen wurde. Ohne groß nachzudenken und mit der Jacke unter dem Arm stürmte sie die Treppen herunter um den Bus in die Stadt zu bekommen. Da nicht nur Amber, sondern auch der Bus Verspätung hatte, schaffte sie es noch rechtzeitig in die Altstadt.
In der Altstadt waren viele Einkaufsläden mit Schaufenstern und nochmal mehr Leuten die die späte Frühlingssonne in der Stadt genießten. Auch Amber genoss die warme Luft, da Winter alles andere als eine Lieblingsjahreszeit war. Die in den Schaufenstern reflektierende Spiegelung musterte Amber genau. Da vorhin keine Zeit war auf Outfit oder Frisur zu achten war wohl jetzt die Zeit dafür. Die Haare waren gar nicht so schlimm, da der Zopf das Meiste zusammengehalten hat. Sie hatte sich vorhin ein einfaches Tshirt und eine helle Jeans angezogen, aber die Kombination passt gar nicht so schlecht. Während Amber die Jeans, und wie sich ihre Hüfte darin bewegt, begutachtet kommt die Erinnerung an vorhin wieder hoch: Sie trug immernoch die Windel! Durch die Jeans wurde die Windel so gedrückt, dass sie sich einfach an den Körper angeschmiegt hat und Amber gar keinen Unterschied mehr fühlen konnte. Die Jeans war nicht einmal so eng, aber anscheinend eng genug, um die nasse Windel unbemerkbar zu machen.
Ein wenig Panik breitet sich in Amber aus. Wie kann sie so etwas vergessen haben? Was macht sie, wenn es jemand sieht? Der Kopf voller Gedanken, die Schritte nur schneller. Jetzt fühlte sie die Windel auch bei jedem Schritt, jede Bewegung ihrer Beine bewegten das Vlies an ihrer Haut.
Im Restaurant angekommen kehrte ein wenig Entspannung ein. Am Nebentisch saßen ein paar junge Leute mit denen Amber allmählich ins Gespräch kam. Sie erzählte über ihre berufliche Reise nach Kufstein. All das, während sie dort in einer nassen Windel saß, doch das vergaß sie während der regen Gespräche wieder schnell. Die Leute vom Nebentisch waren zum Urlaub hier, aber nur zum Zwischenstopp, da sie noch bis nach Sizilien fahren wollen. Sie sind in Norddeutschland gestartet und machten einen Trip nach Süditalien. Einer von ihnen, Thomas, war sehr interessiert in Ambers Job und sie unterhielten sich viel darüber. Als es später wurde verabschiedete sich Amber von der tollen Gruppe und machte sich auf den Weg ins Hotel. Als sie aufstand merkte sie kurz den Druck in ihrer Blase, der sich über die zwei Stunden im Restaurant aufgebaut hatte. „Bis ins Hotel schaff ich das schon.“, dachte sie sich und verließ das Restaurant, ohne nochmal auf die Toilette zu gehen.
Als Amber im Hotel angekommen ist wäre sie zu gerne einfach ins Bett gefallen und eingeschlafen, doch das ging noch nicht. Sie machte sich noch bettfertig und zog einen Schlafanzug an. Beim Umziehen merkte Amber die sehr nasse Windel, welche nochmal nasser geworden ist als zuvor. Anscheinend hatte sie es doch nicht „bis ins Hotel geschafft“. Abdrücke auf der Jeans waren keine zu sehen. Bemerkt hatte Amber davon wieder gar nichts, was ihr nicht gerade Hoffnung machte, dass ihre Inkontinenzprobleme irgendwann gelöst seien.
Erleichtert fällt Amber ins Bett. Sie war noch nie zuvor mit Windel in der Öffentlichkeit und shcon gar nicht mit einer Nassen. Aber sie ist froh, dass alles gut gegangen ist.
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### 4. Rückfahrt
Um 5:45 Uhr ging es wieder auf den Rangierbahnhof Kufstein. Sie brachte den Zug wieder zurück nach Nürnberg, diesmal aber mit leeren Containern, was einen erheblichen Unterschied in Beschleunigung und Bremsen macht.
Die Rückfahrt nach Nürnberg verlief komplikationslos, wobei das Wetter etwas unfreundlicher wurde. Diesmal hatte Amber die Windel schon vor Verlassen des Hotels angezogen, da es hier keine Umkleiden am Rangierbahnhof gab. Ihre Gedanken waren immer noch bei gestern. Sie war ein wenig schockiert, dass sie wirklich gar nichts gemerkt hatte, als sie mit der nassen Windel außer Haus gegangen ist. Und noch weniger, als sie dann nach dem Restaurantbesuch noch voller wurde.
Bei größeren Unebenheiten oder höheren Geschwindigkeiten machen dich die Bewegungen des ZUges schon bemerkbar – doch nicht einfach so, sondern dabei bemerkt Amber ihre Windel. Wenn diese zusätzlich noch nass war, da die Zeit einfach unbemerkt verging, so fühlte Amber noch viel stärker das warme Reiben an ihrer Haut.
Am frühen Nachmittag kam Amber zurück an den Rangierbahnhof und stellte den Zug ab.
Amber stieg aus, streckte sich und atmete die frische Luft ein. Der Himmel war jetzt eine Mischung aus blauen Kreisen und weißen Wolkenschlössern, während es anfing ein wenig zu tröpfeln. Es war recht ruhig auf den Gleisen, nur der Regen auf den Containern machte auf sich aufmerksam.
„Alles klar bei dir?“
Die Stimme kam so unerwartet, dass Amber zusammenzuckte. Lena stand plötzlich neben ihr, die Hände in den Taschen ihrer Arbeitsjacke vergraben, der Atem als kleine Wolke in der Luft sichtbar. Sie war erst vor ein paar Monaten ins Team gekommen, frisch von der Ausbildung, mit diesem offenen Lächeln, das Amber von Anfang an sympathisch gefunden hatte. Amber und Lena hatten am Anfang viel Zeit miteinander verbacht, da der Einstieg in den Güterverkehr für Lena auch kein Leichter war.
„Alles gut“, sagte Amber und versuchte, das Gähnen zu unterdrücken. „Nur die übliche Müdigkeit.“
Lena trat näher. „Ich bewundere dich, weißt du? Immer so ruhig, immer konzentriert. Als ob dich nichts aus der Bahn werfen könnte.“
Amber spürte, wie sich etwas in der Brust zusammenzog. War das ein Kompliment? Eine Andeutung? Oder einfach nur Höflichkeit? Sicherlich war es ziemlich zusammenhangslos.
„Man lernt die Zeit zu lieben.“, murmelte Amber und blickte lächelnd auf die Gleise. „Nach ein paar Jahren kennt man jeden Bahnhof in Deutschland und von überall hat man die Sonne aufgehen sehen.“
Lena lachte leise. „Das klingt, als würdest du die Züge mehr lieben als die meisten Menschen ihre Partner.“
Amber zuckte mit den Schultern, aber ein kleines Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. „Züge sind einfacher. Die haben keine Erwartungen, denen kann ich vertrauen.“
Für einen Moment war es still. Dann sagte Lena: „Weißt du, ich finde es cool, wie du das machst. Mit allem.“ Sie zögerte, als wolle sie noch etwas hinzufügen, aber dann schüttelte sie nur den Kopf. „Egal. Ich wollte nur Hallo sagen.“
Amber spürte, wie die Unsicherheit in ihr aufstieg. Was meinte sie mit „mit allem“? Bezog sie sich auf das Nicht-Binär-Sein? Auf die Art, wie Amber mit den langen Schichten umging? Warum komplementierte Lena so zufällige und zusammenhangslose Dinge an ihr?
„Lena…“, begann Amber, obwohl sie selber nicht wusste was sie sagen wollte.
„Hm?“
„Achso, nichts. Alles gut.“, wimmelte Amber ab und lachte ihr zu.
Lena seufzte beim Blick auf die Uhr. „Ich muss weiter. Wenn du mal reden willst, über irgendwas, dann bin ich da.“, fügte sie flüchtig hinzu, während sie in Richtung Bahnhofsgebäude verschwand.
Amber nickte, ohne zu wissen, was sie sagen sollte. „Danke.“
Verwirrt blieb Amber noch einige Sekunden stehen, bevor sie sich auch auf den Weg nach Hause machte.
Außerhalb der Umkleiden traf sie erneut Meier.
„Servus Amber! Wie war’s in Österreich?“, begrüßte er sie.
„Ach du, ganz gut. Aber diesmal war die Rückfahrt besser als die Hinfahrt.“, erklärte Amber. „Kufstein ist echt schön, der Bahnhof ist ganz süß.“
„Toll, hast du was Schönes gemacht auch?“, hakte er neugierig nach während er seine Arbeitsjacke anzog.
„Oh ja, ich war Essen und hab ein paar nette Leute getroffen…“, erzählte Amber bis ihr die Erinnerungen der nassen Windel, welche sie dort die ganze Zeit anhatte, in den Kopf kamen. „Ja, das war schön. Sehen wir uns morgen früh?“, lächelte sie ihn an.
„Leider nicht, ich hab frei. Aber nächste Woche sehen wir uns wieder!“
Die Beiden verabschiedeten sich und machten sich auf den Heimweg.
Amber dachte noch weiter über der Unterhaltung mit Lena nach, obwohl sie das nur mehr verwirrte. So gut kannte sie Lena auch noch nicht und sie haben sich bis jetzt auch immer nur über Arbeitsthemen unterhalten, nichts Persönliches. Daher war Amber umso verwirrter, dass Lena auf einmal so begeistert von ihr war.
### 5. Rucksack
Die nächsten Schichten verliefen wie immer – lang, anstrengend, aber auch befriedigend. Doch irgendetwas hatte sich verändert. Immer wenn Lena und Amber sich begegneten, war da dieses kleine Lächeln, dieser Blick, der länger als nötig hielt. Manchmal brachten sie sich Kaffee mit, wenn sie wussten, dass der andere eine frühe Schicht hatte. Manchmal standen sie einfach zusammen in der kühlen Morgenluft und redeten über nichts und alles.
Eines späten Abends, als Amber den Zug zum Abstellen rangierte blieb sie noch kurz im Führerstand sitzen und trank ihren Tee zuende. Die Windel war feucht, aber nicht unangenehm – ein Zeichen, dass die Schicht zu Ende ging. Amber hatte gelernt, es zu akzeptieren, aber manchmal, wenn der Stress besonders groß war, machte sich der Körper bemerkbarer.
Plötzlich klopft es an der Tür, Amber öffnete vorsichtig die Tür.
Lena steckte den Kopf herein. „Stör ich?“
„Oh Hallo, Nie“, lächelte Amber und rutschte zurück auf den gefederten Sitz.
Beim Aufstehen und Hinsetzen merkte Amber die feuchte Windel an ihrem Körper unter der Arbeitshose, welche die Windel glücklicherweise gut verstecken konnte.
Lena setzte sich, reichte Amber eine Tüte mit Keksen. „Ich dachte, du könntest was Süßes vertragen.“
„Danke.“ Amber nahm einen Keks, biss hinein. „Woher wusstest du, dass ich hier bin?“
„Ich hab deinen Zug im System gesehen.“ Lena zögerte. „Und ich dachte… vielleicht magst du Gesellschaft.“
Amber spürte, wie die Anspannung der letzten Stunden langsam nachließ. „Immer, und vorallem mit Keksen.“
Für eine Weile aßen sie und redeten über die vergangenen Tage und die neue Regelung ihrer EVU mit den Pausen. Lena regte sich darüber auf, dass es nicht in allen Bahnhöfen ordentliche Toiletten gibt und sie ja so oft nach den Schichten dringend auf Toilette muss.
„Wie machst du das denn? Kann ich dich das so fragen? Du musst doch auch mal auf Klo.“, fragte Lena neugierig
Amber wusste nicht, was sie antworten sollte. „Ehm, ich weiß nicht, bei mir geht es. Ich find irgendwie immer eine Lösung.“
Das war gelogen.
‚Wie soll ich ihr denn von meiner Inkontinenz erzählen?‘, zweifelte Amber.
„Ach naja, vielleicht geht es auch nur mir so. Wie sieht dein Wochenende aus?“, schweifte Lena verzweifelt ab.
Doch dann passierte es: Lena stand auf, um ihre Jacke abzulegen, und stieß dabei versehentlich gegen Ambers Rucksack, der vom Sitz gerutscht war.
„Oh sorry!“, rief sie während der Rucksack auf den Boden fiel. Der Inhalt verteilte sich auf dem Boden – ein Buch, ein Notizblock, und, halb verdeckt von Ambers Jacke, eine Windel.
Lena bückte sich sofort, um alles aufzuheben. Amber wollte etwas sagen, doch die Worte blieben ihr im Hals stecken. Lena hielt die Windel in der Hand, ihr Blick blieb kurz hängen und sie hielt inne, dann packte sie die Windel zurück in die Tasche. Sie sagte nichts. Stattdessen packte sie alles zurück in die Tasche und reichte sie Amber, als wäre nichts passiert.
„Danke“, flüsterte Amber.
Lena lächelte nur. „Sorry, wo waren wir nochmal?“, fragte sie verlegen.
An diesem Abend kehrte Amber mit einem komischen Gefühl nach Hause. Die Luft wahr kühl, der Himmel klar, sie atmete tief ein und aus. Sie konnte nicht fassen, dass Lena entdeckt hatte, dass sie eine Windel in ihrem Rucksack hatte.
### 6. Im Waschraum
Die nächsten Tage waren anders. Lena verhielt sich nicht anders als sonst – sie brachte Kaffee vorbei, erzählte von ihrer Schicht, lachte über die gleichen Dinge. Doch manchmal, wenn ihre Blicke sich trafen, lag etwas in der Luft, etwas Unausgesprochenes, das nur drauf wartet, freigelassen zu werden.
Eines Abends, als Amber sich im Waschraum umzog, klopfte es leise an der Tür. „Amber? Treffen wir uns später noch?“
Amber, welche gerade nur noch ein Unterhemd und ihre Arbeitshose anhatte und die frische Windel schon in der Hand hielt, öffnete die Tür einen Spalt. Lena stand da, zwei Becher Kakao in der Hand, und ihr Blick fiel für einen kurzen Moment auf die Windel. Doch sie sagte nichts. Stattdessen reichte sie Amber einen Becher.
„Danke, ja gerne“, lächelte Amber.
Lena betrat entegen Ambers Erwartung, welche sich eigentlich weiter umziehen wollte, den Waschraum. Daraufhin versuchte Amber hektisch irgendwie die Windel zurück in ihren Rucksack zu packen, während sie ebenfalls versuchte ihr Unterhemd zu verdecken, unter dem sie nämlich keinen BH trug und versuchte den Kakao irgendwo abzustellen.
Lena, welche anscheinend nicht auf den Gedanken kam wegzuschauen, blieb still vor Amber stehen, bis diese ihre Windel im Rucksack hat verschwinden lassen und den Kakao mit beiden Händen vor sich hielt, dass man nicht durchs Unterhemd schauen kann.
„Weißt du“, begann sie nach einer kurzen Pause, „manchmal denke ich, wir sind die Einzigen, die wirklich verstehen, was es heißt, hier zu arbeiten. Die Nächte, die Einsamkeit, die kleinen Geheimnisse, die man mit sich rumträgt.“
Amber spürte, wie ihr Herz schneller schlug. „Geheimnisse?“
Lena lächelte. „Jeder hat welche. Manche sind nur… sichtbarer als andere.“
Amber atmete tief durch. „Und was machst du, wenn du eines entdeckst?“
„Ich respektiere es.“ Lena hielt ihrem Blick stand. „Und ich bin da, wenn du reden willst.“
Verlegen, aber sehr erleichtert und erfreut lächelte Amber Lena an. „Danke. Kann ich mich jetzt noch fertig umziehen?“, fragte sie höflich.
„Oh ja sorry, ich habs gar nicht gecheckt.“, antwortete Lena verlegen und verschwindet mit einem Lächeln aus dem Waschraum.
So komisch wie die Situationen mit Lena teilweise waren, so gerne mochte Amber an ihr, dass sie so ehrlich ist und manchmal auch einfach tollpatschig. In vergangenen Beziehungen hatte Amber genug Erfahrungen mit konstanter Unehrlichkeit gemacht, wodurch sie umso dankbarer ist, wenn Leute direkt sagen, was sie denken, ohne um den heißen Brei herumzureden. Natürlich redete Lena manchmal in Rätseln, doch Amber war motiviert herauszufinden, was sie damit meinte.
Als Amber fertig war gingen beide noch zu Amber nach Hause und verbrachten den Abend mit einem guten Film.
### 7. Mitfahrgelegenheit
Die nächsten Wochen verliefen im gewohnten Rhythmus: Nächte auf den Gleisen, das Rattern der Räder, das Knistern des Funkgeräts. Doch zwischen Amber und Lena entwickelte sich etwas Neues. Ein Lächeln hier, ein Kaffee dort, ein Blick, der länger als nötig hielt.
Öfter nach der Schicht kam die eine Person zur anderen in den Führerstand und es wurde noch ein paar Minuten, oder manchmal auch Stunden, geplaudert.
Eines Morgens, als Amber einen Zug von Nürnberg nach München fuhr, stieg auch Lena zu. „Ich fahr bis Ingolstadt mit, dann übernehme ich da einen anderen Zug“, erklärte sie und setzte sich auf den Beifahrersitz. „Stör ich?“
„Nie.“ Amber lächelte und konzentrierte sich auf die Strecke.
Die Fahrt verlief ruhig. Sie redeten über die neuen Fahrpläne, über die absurde Pausenregelung, über die alten Loks, die langsam ausgemustert wurden. Doch dann, als der Zug in ein langes Abstellgleis rollte, weil ein ICE Vorrang hatte, wurde Lena plötzlich unruhig. „Sowas kann ich gar nicht. Wir sind kurz vor Ingolstadt, ich muss auf Toilette, und jetzt stehen wir hier. Ich hab dir ja schonmal mein Problem mit der neuen Regelung erklärt. Manchmal hab ich ein paar Probleme mit meiner Blase, wobei es eher bei langen Schichten ein wirkliches Problem ist.“
Amber spürte, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte. Lena hatte nach der Entdeckung im Rucksack und im Waschraum noch nie das Thema wieder erwähnt.
„Ich auch“, gab Amber leise zu.
Lena blickte sie an, als würde sie erst jetzt verstehen, wofür die Windeln in Ambers Rucksack sind. „Wirklich?“
Amber nickte. „Ja schon, deswegen hab ich ja auch…“ Sie zögerte, dann deutete sie auf ihren Rucksack.
Lena lächelte. „Ach so, stimmt ja… Aber funktioniert das, also ehm… oder wie machst du das?“, stammelte sie vor sich hin.
Amber zögerte zu antworten, da sie nicht wusste, was sie überhaupt antworten solle.
Plötzlich meldet sich die Leitstelle und unterbricht die Stille. „Der ICE vor dir ist schon länger weg, das Signal ist jetzt frei, sorry.“
Beide schauen wieder auf die Schienen und warten darauf, dass Amber den Zug wieder in Bewegung setzt.
Die Stille im Führerstand war merkwürdig. Amber hätte so gerne über das Thema gesprochen, da sie endlich das Gefühl hatte, das jemandem anvertrauen zu können, schämte sich aber auch davor, ihre Expertise zu teilen.
### 8. Ingolstadt
Als der Zug in Ingolstadt einrollte, half Lena noch beim Abkuppeln der Wagen.
Sie schaute hastig auf ihre Uhr. „Ich muss weiter“, sagte sie und zögerte. „Aber… vielleicht können wir mal was zusammen machen? Nicht nur im Zug.“
Amber spürte, wie ihr Herz schneller schlug. „Gern.“
Amber wusste nicht ganz, was Lena damit meinte, da die Beiden sich soch schon einmal bei Amber zuhause getroffen hatte. Gegen ein Treffen mit Lena hat sie natürlich trotzdem nichts.
Lena grinste. „Dann bis bald, gute Fahrt.“
Und als Lenas Zug abfuhr, blieb Amber mit einem seltsamen Gefühl zurück – die langen Gespräche mit ihr im Führerstand taten ihr echt gut.
### 9. Der Waschraum
Ein paar Tage später begegneten sie sich nach der Schicht im Waschraum. Amber stand vor dem Spiegel, wusch sich das Gesicht, während Lena ihre Arbeitsjacke auszog.
„Boah, heute war anstrengend“, seufzte Lena und streckte sich. „Ich glaub, ich brauch erstmal ’ne Dusche.“
Amber nickte. „Ich auch.“
Beide duschten sich kurz in den Duschen des Waschraums, welche mit Sichtschutz getrennt waren. So konnte Amber auch vorsichtig ihre Windel in der Duschkabine ausziehen. Sie versuchte die Windel so geräuschlos wie möglich an ihren Beinen herunterrutschen zu lassen, während Lena das Wasser noch nicht aufgedreht hatte und es noch komplett still im Waschraum war.
Als Amber mit dem Duschen fertig war trocknete sie sich in der Duschkabine ab und blickte auf ihre Windel, welche auf der kleinen Sitzfläche lag.
Wenn sie die Windel einfach in die Hand nimmt und versucht sie irgendwo zu verstauen, dann sieht Lena das bestimmt, wenn sie noch im Waschraum ist. Und obwohl sie Lena davon quasi schon erzählt hat, ist es einfach etwas anderes, wenn sie das so sieht. Da die Windel noch nicht nass war entschied sich Amber die Windel wieder anzuziehen. Das Gefühl nach dem Duschen war schön, da sich die weiche, warme Haut sich so an das weiche Vlies reibt.
Amber verlies die Dusche und traf Lena an den Waschbecken, während sie ihre Haare kämmte. Sie hatte Schulterlange hellbraune Haare. Sie hatte sich das Handtuch über die Brust gemacht wodurch man ihre Schultern und Arme sehen konnte. So unscheinbar wie sie manchmal wirkte hatte Lena doch Einiges an Muskeln, was Amber nicht wenig gefiel. Amber war eher auf der schlanken Seite, versuchte aber regelmäßig Sport zu machen. Seitdem sie aber immer öfter Windeln trägt bleibt immer mehr die Motivation weg, sich in Sportklamotten zu schmeißen.
Amber wollte ihren Föhn rausholen um nicht in die frische Abendluft mit nassen Haaren zu steigen. Beim Wühlen in ihrer Tasche fiel ihr ihre kleine Bodylotion raus und landete auf dem Boden.
„Oh, ups.“, kommentierte Amber kurz und bückte sich hastig runter um die kleine Plastikflasche aufzuheben. Ohne nachzudenken drehte sie sich mit dem Rücken zu Lena und beugte ihren Rücken nach unten, ohne in die Knie zu gehen. Sie hatte ebenfalls ihr Handtuch über ihre Brust gemacht, wodurch das Ende gerade so ihren Hintern bedeckte. Doch nicht, wenn sie sich so nach unten beugt.
„Oh, ich wusste nicht, dass man auch mit Unterwäsche duschen kann.“, kommentierte Lena kichernd.
Amber schnellte ruckartig auf, fasste sich an den Hintern und schaute Lena in ihre Augen.
Wie erstarrt schwiegen sich Beide an. Ambers Herz raste. Sie konnte nicht fassen, dass Lena das entdeckt hatte, was Amber doch eigentlich versuchen wollte, vor ihr zu verstecken.
„Ähm, eh… Das hat dich doch gar nichts anzugehen!“, verteidigte sich Amber.
„Ja, sorry, das war ein blöder Kommentar. Ich meinte nur, ich wusste ja sowieso, dass du Windeln trägst, daswegen dachte ich, dass ich das sagen kann. Es tut mir leid, wenn dich das verletzt hat.“, entschuldigte sich Lena.
„Nein, du hast Recht. Du weißt es ja. Es weiß nur kein anderer. Ich weiß einfach noch nicht wie ich damit umgehen soll.“
„Alles gut, das musst du doch auch nicht. Ich finds doch nicht schlimm.“, lächelte Lena. „Jetzt föhn deine Haare, sonst wirst du krank.
Amber fing an sich die Haare zu föhnen und war immer noch ein bisschen verwirrt, was gerade passiert ist. Aber es war trotzdem ein gutes Gefühl, da sie endlich jemanden hatte, der verstanden hat, was abgeht.
### 10. Umziehen
Sie standen eine Weile schweigend in der Umkleide und zogen sich an, jeder in seinen Gedanken. Dann drehte Lena sich plötzlich zu Amber um. „Weißt du, ich find’s gut, dass wir… keine Geheimnisse voreinander haben.“
Amber lächelte. „Ja. Das ist… schön.“
Lena grinste.
„Wobei du mir noch kein Geheimnis von dir erzählt hast. Oder gezeigt hast.“, zwinkerte Amber während sie andeutete sich, so wie vorhin, herunterzubeugen.
„Hahaha, willst du mich hier jetzt ausfragen? So einfach geht’s nicht!“, konterte Lena
„Ach komm, ich hab dir schon meine Windel gezeigt, jetzt kannst du mir auch irgendwas von dir zeigen.“, antwortete Amber erwartungsvoll.
„Na gut.“, erwiderte Lena, welche gerade nur eine Unterhose und ein Tshirt trägt, und geht ein paar Schritte in Richtung Amber. „Ich weiß nicht, ob ich dir das schon einmal gesagt habe, aber ich mag dich echt gern.“, lächelt Lena sie an, während sich ihre Blicke treffen.
Ambers Herz setzte für einen Moment aus und ihr fehlten die Worte. Bei dem Anblick, wie Lena gerade vor ihr stand, und ihren Augen, wie sie sich beide gerade anschauten wurde sie schwach. Sie ließ ihr Oberteil fallen, was sie gerade anziehen wollte und geht nah an Lena heran, sodass sich ihre Hände berühren.
„Ich dich auch, Lena.“, flüsterte sie.
Obwohl Lena kleiner war als Amber legte sie ihre Hand auf ihre Wange.
„Darf ich dich küssen?“, fragte Lena noch
Ohne zu zögern küssten sich die beiden jungen Triebfahrzeugführerinnen in der Umkleide des Rangierbahnhofs Nürnberg-Süd.
Noch nie hat sich etwas so befreiend für Amber angefühlt wie dieser Moment. Ihr ganzer Körper kribbelte und sie konnte nicht fassen, was passiert. Jetzt erst verstand sie die ganzen Komplimente, welche Lena ihr manchmal ganz ohne Zusammenhang gemacht hat. Jetzt machte alles Sinn.
Sie drückte ihren Körper an Lenas und fühlte ihre warme Haut, ihre weichen Hände und auch ihre Windel, welche sich unter Ambers Jeans befand und mittlerweile auch ein wenig nass war.
Sie umarmten sich lange bis sich Ambers Puls wieder einigermaßen beruhigt hatte.
Sie saßen noch eine Weile am Rangierbahnhof und beobachteten gemeinsam den Sonnenuntergang.
„Weißt du noch, als ich dich nach Tipps gefragt hatte, wie du mit langen Schichten und zur Toilette gehen umgehst und genau dann die Leitstelle angerufen hat?“
„Oh ja, das weiß ich noch. Ich wollte dir eigentlich noch antworten, aber hab mich nie getraut es anzusprechen.“
Und so beginnt Amber Lena ihre Geschichte mit den Windeln zu erzählen. Sie erzählte nicht alle Details, aber die Wichtigen, die für Lena relevant wären.
„Ich kann dir auch mal eine Windel zum Ausprobieren geben, dann kannst du sehen wie du dich fühlst. Und keine Sorge, es ist normal sich am Anfang nicht zu trauen da rein zu pinkeln. Da muss man sich dran gewöhnen. Aber ich kann dir ja helfen.“, erklärte Amber.
„Ehm, okay, gerne. Also ich weiß natürlich nicht, ob das was für mich ist, aber ich würde es mal ausprobieren, wenn du meinst, dass du so gut damit zurecht kommst.“, antwortete Lena leicht verunsichert.
Zum Abschied gab Amber Lena noch einen Kuss ohne vorher zu fragen, in der Hoffnung, dass das für sie klar geht.
Autor: Brot_Kruemel | Eingesandt via Formular
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