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Die Fußball-Jungs (14)

15/02/2026 0 comments Article Jungs Spargeltarzan
This entry is part 14 of 14 in the series Die Fußball-Jungs
Windelgeschichten.org präsentiert: Die Fußball-Jungs (14)

Die Fußball-Jungs – Kapitel 14

Wütend zimmerte den Ball auf das leere Tor. Mädchen waren doch alle gleich. Nämlich einfach bescheuert! Es war noch nicht einmal zwei Stunden her, dass er die unglaublich coole dreizehnjährige Isabel kennengelernt hatte und schon waren die beiden im Streit auseinander gegangen. Alles nur wegen Noah, dem blöden Windelpisser! Um Isi, wie Isabel nur genannt wurde, zu imponieren, hatte er Noahs Windel vor den anderen Kindern erwähnt und darüber gelacht. War ja auch einfach nur mega peinlich, dass ein achtjähriger Grundschüler noch mit Pampers im Spielepark herumrannte. Aber anstatt mitzulachen hatte Isi Partei für Noah ergriffen und war furchtbar sauer geworden. Sogar zu Boden gestoßen hatte sie ihn! Von einem Mädchen wurde er noch nie so angegangen. Nun ließ der Zwölfjährige seinen Frust an dem Ball aus, den er jetzt schon fast eine halbe Stunde wieder und wieder in das Netz kickte. Der Tag im Spielepark war für ihn gelaufen!

„Jonathan?“, hörte der blonde Junge plötzlich die Stimme seines Vaters.

„Geh weg!“, keifte er Frank an, ohne ihn anzusehen.

Der Vater der beiden Jungs hatte schon geahnt, dass er den fußballbegeisterten Siebtklässler hier beim Elfmeterschießen finden würde und war alleine auf die Suche nach seinem älteren Sohn gegangen. Seine Mutter Ingeborg, die fürsorgliche Oma von Jonathan und Noah, war bei der Grillhütte geblieben und bereitete mit dem quirligen Achtjährigen weiter das Essen vor. Zwar hatten Frank und Jonathan kein besonders gutes Vater-Sohn-Verhältnis, doch vermutlich konnte er mehr erreichen, wenn er unter vier Augen mit dem pubertären Hitzkopf sprach.

„Lass uns doch bitte reden.“, versuchte Frank ein trotz der abweisenden Reaktion seines Sohnes ein Gespräch aufzubauen.

„Da gibt’s nichts zu reden! Ihr seid doch eh alle gegen mich!“, fauchte Jonathan wütend und schmetterte den Ball mit voller Wucht gegen den Torpfosten.

„Niemand ist gegen dich, Jonathan.“, versuchte Frank mit ruhiger Stimme weiterzusprechen. Doch sein aufgebrachter Sohn fiel ihm ins Wort.

„Doch! Ihr seid alle immer auf Noahs Seite.“, das Gesicht des Jungen wurde rot und in seinem Hals bildete sich ein dicker Kloß, „Immer dreht sich alles um Noah! Und was ist mit mir?“

Bei genauerem Hinsehen erkannte Frank, dass eine Träne die Wange seines älteren Sohnes herunterlief. Der geschiedene Vater brauchte einen Moment, um die Situation zu verstehen: Seine Mutter und er hatten Jonathan als Aufpasser für seinen kleinen Bruder auserkoren, bis das Essen fertig war. Jedoch ohne vorher mit ihm darüber zu sprechen. Die Erwachsenen hatten, wie so oft, über seinen Kopf hinweg entschieden und ihm eine Aufgabe zugemutet, die für den Zwölfjährigen hier und heute einfach nur blöd war. Schließlich war er selber noch ein Kind, dass im Spielepark seinen Spaß haben wollte, kein Erziehungsberechtigter, der aufpasst, dass Noah keinen Unsinn macht. Da die beiden Brüder eh kein besonders gutes Verhältnis hatten, war der Ärger von vornherein vorprogrammiert gewesen. Frank stieß einen Seufzer aus. Erwachsene die über den Kopf des Kindes hinweg entscheiden wollten, hatte er in seinen jüngeren Jahren auch erlebt: Sein Vater hatte sich anfangs nicht mit seiner Berufswahl anfreunden können. Für den Landwirten stand von Anfang an fest, dass Frank den landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern eines Tages übernehmen und fortführen würde. Aber Frank hatte andere Pläne. Das bäuerliche Leben auf dem Dorf war nichts für ihn. Und so entbrannte ein erbitterter Streit zwischen Vater und Sohn. Frank erinnerte sich an das Gefühl, übergangen worden zu sein. Zwar war der Streit der Kinder eine Kleinigkeit, verglichen mit dem jahrelangen Konflikt in seinem Elternhaus, aber für den Zwölfjährigen war es anscheinend der berühmte sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

„Komm Jonathan…wir holen uns eine Cola und setzen uns in den Schatten.“, schlug Frank vor.

Jonathan zögerte kurz. Ein kühles Getränk, außerhalb der brennenden Sonne, klang wirklich verlockend. Aber eigentlich wollte er gerade einfach allein sein. Mürrisch holte er den Ball und legte ihn in die Box zu den anderen Exemplaren, wo die Besucher des Elfmeter-Torschießens zwischen verschiedenen Größen und Ausfertigungen wählen konnten. Behutsam streichelte Frank seinem Sohn über den verschwitzen Rücken und ging zur nahegelegenen Imbissbude, um zwei eisgekühlte Colaflaschen zu holen.

In der Grillhütte hatten es sich Oma Ingeborg mit ihrem Enkel Noah und den Geschwistern Isi und Anton gemütlich gemacht. Die Kinder hatten ausgiebig vom Streit zwischen Jonathan und Isi erzählt. Wie Jonathan Witze über Noahs Windel gemacht hatte und ihn vor den anderen bloßgestellt hatte. Ingeborg brauchte ihren jüngeren Enkel aber kaum trösten, da dieser schon wieder ausgelassen mit seinem neuen Freund, dem siebenjährigen Anton, herumalberte und immer wieder laut loslachte.

„Du Noah? Wolltest du deine Oma nicht noch was fragen?“, erinnerte die dreizehnjährige Isi.

„Ähhh, jaaa.“, antwortete Noah etwas peinlich berührt.

Nachdem das Mädchen erfahren hatte, dass Noah eine Windel trug, hatte sie ihn gefragt, ob er einen Windelwechsel brauchte. Noah hatte schon einmal volle Kanne hinein gestrullert und immer mal wieder kleinere Ladungen Pipi in die Windel gemacht. Aber ob die jetzt schon gewechselt werden musste, konnte er nicht genau sagen. Dafür war Oma die richtige Ansprechpartnerin. Die Rentnerin mit der grauen Kurzhaarfrisur, die sich eben noch mit Isi unterhalten hatte, schaute ihren Enkel an und merkte sofort, dass ihm die Frage unangenehm war und er nicht so recht mit der Sprache rausrücken wollte.

„Was ist denn los, Noah?“, fragte Ingeborg ruhig und streichelte Noah über den blonden Lockenkopf.

„Ähhh, Oma? Könntest du…“, der sonst so quirlige Grundschüler wurde plötzlich leise und flüsterte fast schon, „Könntest du mal gucken, ob ich eine neue Windel brauche?“

„Hast du schon so viel Pipi gemacht, Noah?“, reagierte Ingeborg etwas erstaunt.

„Schon ein bisschen.“, lächelte Noah verschmitzt, währen seine Oma seine Windel überprüfte.

Sein neu gewonnener Freund Anton schaute neugierig, als Ingeborg kurz darauf aus der Tasche eine frische Pampers, Feuchttücher und die Wickelcreme herausholte und alles auf den Tisch legte. Der Siebenjährige fand es komisch aber auch spannend, dass der Junge, der sogar älter war als er, jetzt wie ein Kleinkind gewickelt wurde. Zuhause hatte er, wenn überhaupt, die Windeln zum Hochziehen angezogen bekommen. Aber das kam nur noch äußerst selten vor. Wenn in seiner Klasse 1b eine fiese Magen-Darm-Grippe herumging, zog Mama ihm sicherheitshalber eine Hochziehpampers an. Aber gebraucht hatte er diese schon ewig nicht mehr, da er es doch immer noch rechtzeitig auf die Toilette geschafft hatte. Im Gegensatz zu Noah wurde er von seinen Geschwistern auch nie deswegen geärgert.

„Komm Anton, wir warten draußen.“, stupste Isi ihren kleinen Bruder an, „Ich glaube, Noah will dabei keine Zuschauer haben.“

Der neugierige Junge löste seinen Blick von den Wickelutensilien und folgte seiner Schwester aus der Hütte, wo die frisch gegrillten Würstchen auf die hungrige Meute warteten.

„Dann leg dich mal auf die Eckbank. Dann kann von draußen auch keiner zusehen.“, instruierte Ingeborg ihren Enkel, der sich sogleich auf das weiche Polster legte und sich die Hose von den Beinen strampelte. Zum Vorschein kam die deutlich benutzte Pampers, die gelb angelaufen und ziemlich aufgeplustert war. Behutsam wurde Noahs Hose zur Seite gelegt und die beiden Klebestreifen der Windel geöffnet.

„Die ist ja wirklich reif für einen Wechsel, mein Schatz.“, beurteilte Ingeborg den Füllstand und zog ein paar Feuchttücher aus der Plastikverpackung, um ihren Enkel im Windelbereich damit abzuwischen, „Musst du nochmal Aa, oder kann ich dir gleich die frische Pampers anziehen?“

Noah wurde kirschrot und schüttelte energisch den Kopf: „Nö Oma, ich war doch zuhause auf Klo, bevor wir losgefahren sind!“

„Ja schon, aber das ist ja ein paar Stunden her. Bist du ganz sicher, dass du nicht musst?“

So genau wusste Noah das natürlich nicht, aber er hatte jetzt einfach keine Lust auf die Toilette zu gehen. Außerdem hasste er es, fremde Toiletten für das große Geschäft zu benutzen. Da hielt er es lieber zurück, bis er zuhause gehen konnte.

„Ich muss nicht, Oma.“, bekräftigte Noah seine Aussage und schaute Ingeborg dabei zu, wie sie die frische Pampers auseinander faltete.

„Popo hoch.“ lächelte Ingeborg und zog die nasse Windel weg. Das trockene Exemplar wurde unter Noah Po platziert und der Windelbereich mit der Penaten-Creme eingeschmiert. Das weiche Saugvlies fühlte sich gut an seiner Haut an, als Noah seinen Popo wieder herunternahm und seine Oma das vordere Teil der Windel umklappte, bevor sie die beiden Klebestreifen fest verschloss.

„Mal sehen, ob es hier Mülleimer gibt.“, begab sich Ingeborg auf die Suche, nachdem sie die nasse Windel zusammengerollt hatte. Aber scheinbar gab es nur eine Restmülltonne an der Seite der Grillhütte.

Noah hatte sich seine Hose wieder angezogen und stürmte hinaus zu Anton und Isi. Der Siebenjährige schaute etwas ungläubig auf die zusammengerollte Pampers, die Ingeborg hinaus zur Mülltonne brachte. Einen Blick auf Noahs Po konnte er sich auch nicht verkneifen. Die vorher deutlich sichtbare Beule war verschwunden. Hätte er es nicht besser gewusst, hätte er gedacht, dass sein Spielkamerad eine ganz normale Unterhose trug.

„Isi, ich hab voll Durst.“, meldete sich Anton zu Wort, nachdem sich nun auch Ingeborg und Noah nach draußen gesellt hatten.

„Ich hab Hunger!“, quengelte auch Noah los. Sein Magen hatte schon vor einer Stunde angefangen zu grummeln, „Können wir jetzt essen? Die Würstchen werden doch kalt!“

„Hm, da hast du nicht ganz unrecht, Schatz. Aber ohne Frank und Jonathan?“

„Die kommen bestimmt nicht mehr rechtzeitig!“, maulte Noah und schaute sehnsüchtig auf die fertigen Grillwürstchen, die am Rande des Grillrostes warm gehalten wurden, ohne zu verbrennen.

„Frank kann doch später mit Jonathan essen, wenn die wieder hier sind.“, schaltete sich nun die dreizehnjährige Isi ein, „Ich glaube, dass Jonathan gerade eh wenig Lust hat, mit zu essen!“

„Nun gut. Was ist mit euch, Isi und Anton? Wollt ihr auch eine Wurst und Nudelsalat?“

Antons Augen begannen zu leuchten: „Jaaaa! Danke Frau…ähh“

Die Rentnerin lachte: „So ein höflicher junger Mann. Nenn mich einfach Ingeborg.“

Bevor sich alle am Tisch eingefunden hatten, war Noah bereits mit seinem Teller zum Grill geflitzt und lud sich das bestaussehende Grillwürstchen mit einem großen Löffel Nudelsalat auf. Daneben ertränkte er die freie Fläche des Tellers in Tomatenketchup und hatte so als erster einen Platz am Tisch ergattert.

„Wartest du bitte noch, bis alle was auf dem Teller haben, Noah?“, ermahnte seine Oma ihn freundlich.

Es dauerte nicht lange, bis sich auch die Anderen am Tisch eingefunden hatten und Noah endlich anfangen durfte zu essen. Neben Würstchen und Nudelsalat gab es auch leckere Apfelschorle, an der sich vor allem Anton bediente. Aber auch Noah hatte einen tierischen Durst, den er mit dem zuckerhaltigen Getränk ausgiebig stillte. Im Gegensatz zu Anton musste er ja nicht aufs Klo gehen, wenn er beim Spielen mal musste. Er hatte das Pampers-Privileg und konnte es einfach überall laufen lassen. Nicht einmal der Streit mit seinem großen Bruder konnte ihm dieses wunderbare Gefühl kaputtmachen.

Mit einem Zischen löste Frank den Kronkorken von der eiskalten Colaflasche. Er und sein Sohn hatten sich ein schattiges Plätzchen, Abseits der Menschenmenge, gesucht und auf einer Parkbank Platz genommen. Die Sonne stand hoch am klaren blauen Himmel und erwärmte die Luft, durch die entfernt ausgelassenes Kinderlachen drang. Der Zwölfjährige hatte sich zwar etwas beruhigt , aber ihm war trotzdem nicht wohl bei der Sache. Eine Standpauke wie von Mama hatte er von seinem Vater nicht zu erwarten, jedoch hatte er ein ernsthaftes Gespräch vor sich. Neben dem Gefühl der Wut machte sich ein Stechen in der Magengegend breit. Frank schaute in die Ferne und nahm einen großen Schluck von der dunklen Limonade.

„Was ist denn passiert?“, fragte Frank mit ruhiger Stimme.

Der Angesprochene musste sich einen Ruck geben, eher er mit einer Antwort herausrückte: „Noah hat einfach genervt! Er hat mir alles kaputt gemach!“

Wütend stampfte Jonathan mit dem Fuß auf den staubigen Sandboden und nahm einen Schluck Cola. Wäre der Nervzwerg einfach mit Isis Bruder bei irgendeiner Attraktion für kleine Kinder geblieben, dann wäre der ganze Mist nicht passiert! Aber Noah musste natürlich wieder wie eine Klette an ihm hängen und ihn beim Autoscooter wie einen Trottel aussehen lassen. Und das, wo er doch gerade Isi, dieses unglaublich coole Mädchen, kennengelernt hatte.

„Kaputt gemacht? Du meinst das nette Mädchen, oder?“

Jonathan seufzte: „Sie hasst mich jetzt bestimmt!“

„Du hast dich nicht gerade wie ein Gentleman benommen. Aber vielleicht lässt sich das ja wieder in Ordnung bringen.“

„Niemals! In den Staub geschubst hat sie mich. Und das nur wegen…“, wütend schlug Jonathan mit der Faust auf die Holzbank, was ihn vor Schmerz aufstöhnen ließ, „Fuck!“

„Deine Mutter würde jetzt meckern, weil du so schlimme Ausdrücke verwendest.“, schmunzelte Frank.

„Boah, das tut scheiße weh!“, fluchte der Zwölfjährige und hielt seine Hand und den Oberkörper, musste aber über den Kommentar seines Vaters lachen.

„Jonathan, so etwas sagen wir nicht.“, äppelte er Heike mit verstellter Stimme nach.

„Tja, für Pädagogik war immer Heike zuständig. Bei mir habt ihr mehr Quatsch gelernt.“, lachte Frank und erinnerte sich an die Zeit, als die Jungs noch klein waren.

„Wie damals, als du mir beigebracht hast, dass ich auch nach einer Wurst für dich fragen soll, wenn die Frau beim Schlachter mir eine schenkt?“, kicherte Jonathan.

„Oh ja, deine Mutter war überhaupt nicht begeistert davon. Hat leider auch nicht so wirklich funktioniert.“

„Mama war sooo sauer auf dich.“

Das herzhafte Lachen tat dem Siebtklässler gut. Doch mit den Erinnerungen an die lustige Zeit mit seinem Vater kamen ihm auch die Trennung seiner Eltern und den damit verbundenen Streit wieder ins Gedächtnis. Es war lange her, dass er sich so gut mit seinem Vater unterhalten hatte. Zu lange. Frank war immer viel arbeiten gewesen und nach der Scheidung war die Zeit, die er mit seinen Kindern verbrachte noch viel weniger geworden. Da war nicht viel Platz für lange und tiefsinnige Gespräche. Auch hegte Jonathan seit langem einen gewissen Groll gegen seinen Vater, da dieser durch seine Affäre das gemeinsame Familienglück zerstört und letztendlich aus ihrem Zuhause ausgezogen war. Hätte es nicht einfach so laufen können wie bei anderen Familien? Simon musste nicht jedes zweite Wochenende an den Arsch der Welt gefahren werden, um Zeit mit seinem Vater verbringen zu können. Musste denn immer alles so verdammt kompliziert sein?

„War sie oft.“, versuchte Frank das Gespräch weiterzuführen und merkte sogleich, dass dieser Kommentar absolut unpassend war, wenn man an seine damalige Affäre dachte.

„Boah, du Idiot hast sie ja auch betrogen mit dieser blöden Kuh!“, schnaubte Jonathan halb wütend. Sein Vater konnte echt so ein Trottel sein, wenn es darum ging, die richtigen Worte zu finden.

Frank blickte in die Ferne und nippte an seiner Cola. Er wusste genau, dass sein Sohn Recht hatte. Da sparte er sich lieber weitere Kommentare.

Nach einem Moment des Schweigens meldete sich Jonathans Magen mit einem deutlich hörbaren Knurren: „Ist das Essen eigentlich fertig?“

„Ja, Noah und Oma haben sicher schon gegessen. Du hast bestimmt einen riesigen Kohldampf, oder?“

Der Zwölfjährige nickte und rappelte sich wortlos auf. Insgeheim hoffte er, dass Oma und Noah bereits wieder im Spielepark unterwegs waren und er seinem kleinen Bruder erst einmal nicht über den Weg laufen würde. Frank brachte die leeren Colaflaschen zurück und ging entspannt mit seinem Sohn zurück zur Grillhütte. In der Tat waren Ingeborg und Noah zusammen mit den Geschwistern Isi und Anton bereits mit dem Essen fertig und hatten den beiden Anderen einen gedeckten Tisch hinterlassen. Jonathan setzte sich sofort vor einen der Teller und füllte sich Würstchen und Nudelsalat auf. Das Frühstück war wirklich zu lange her, sodass er einen Bärenhunger hatte! Auch Frank konnte endlich sein Stück Schweinenacken mit einem weiteren alkoholfreien Hefeweizen genießen und füllte sich das noch warme Fleisch auf.

„Noah? Wir müssen jetzt los.“, gab Anton seinem heutigen Spielkameraden Bescheid. Noah kniete mit seiner dreckigen Hose zwei Meter von ihm entfernt im Sand und schaute abwesend in die ferne. Er hatte überhaupt nicht mitbekommen, dass Anton von seiner Mama gerufen wurde.

„Hm? Was?“, fragte der Achtjährige leicht verwirrt.

„Hast du gerade in deine Windel gemacht?“, kicherte der Junge mit dem Augenpflaster.

„Quatscht, hab ich gar nicht!“, versuchte Noah zu verneinen, obwohl er tatsächlich seine Pampers mit einem großen Schwall warmen Pipi geflutet hatte. Die Babywindel hatte seit dem letzten Windelwechsel einiges aushalten müssen und fühlte sich nun richtig prall und glitschig zwischen seinen Oberschenkeln an.

„Wir fahren jetzt nach Hause.“, wiederholte Anton mit trauriger Stimme, „Hat voll Spaß gemacht mit dir!“

„Och nöö, jetzt schon? Wir müssen doch noch die Grube fertig ausbaggern!“, erwiderte Noah. War es wirklich schon so spät? Anton und er hatten nach dem Essen so viel Spaß gehabt, dass de Zeit wie im Flug vergangen war. Inzwischen hatten sie sich auf dem großen Sandplatz des Spieleparks eingefunden, wo sie mit Spielzeugbaggern und Muldenkippern großen Löcher buddelten und den Sand anderswo auftürmten.

„Ja, voll doof. Ich würde viel lieber hier bleiben. Aber Mama sagt, dass wir jetzt los müssen.“

Noah legte seinen Bagger zur Seite, stand auf und klopfte sich den Sand von der Hose. Der Rand seiner Pampers schaute heraus, seitdem er sich hingekniet hatte, aber das störte ihn heute nicht mehr. Er hatte es genossen, zum Pullern nicht auf die Toilette zu müssen und keines der anderen Kinder hatte ihn auf seine deutlich erkennbare Windel angesprochen. Da das gemeinsame Bauvorhaben nun eh nicht mehr fertiggestellt werden konnte, begleitete er Anton zu seinen Eltern.

„Anton, du bist ja voller Sand!“, lachte seine Mutter und versuchte, wenigstens den groben Staub abzuklopfen, „Habt ihr schön gespielt, Mäuschen?“

„Ja Mama, wir haben voll den großen Sandberg aufgeschüttet! Guck, da vorne ist er.“, erzählte der Siebenjährige begeistert und auch Noah quasselte auf die dreifache Mutter ein.

„Das ist doch schön, Jungs. Freut mich, dass ihr so viel Spaß hattet.“, lächelte Antons Mama und wuschelte ihm durch die kastanienbraunen Haare, „Aber bevor wir losfahren gehst du bitte nochmal auf die Toilette, Anton.“

Der Junge schüttelte den Kopf: „Ich muss nicht, Mama.“

„Wir fahren noch ein ganzes Stück, Mäuschen. Geh bitte jetzt nochmal schnell, damit du während der Autofahrt nicht musst.“

Anton rollte mit den Augen und machte sich schnell auf den Weg zum nächstgelegenen Toilettenhäuschen. Beim gemeinsamen Spielen hatte er immer mal wieder auf Noahs Windelpo geschaut und sich gefragt, wie es sich wohl anfühlte, stundenlang eine nasse Pampers anzuhaben und sich nicht darum kümmern zu müssen, rechtzeitig pullern zu gehen.

Auf der anderen Seite des Spieleparks packten Frank und Ingeborg ebenfalls alles für den Heimweg zusammen. Es war spät geworden, die letzten mitgebrachten belegten Brötchen vertilgt und die Fahrt nach Hause würde sicher aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch Jonathan half mit, alle mitgebrachten Sachen zusammenzusuchen.

„In Kühlschrank steht noch der Rest vom Nudelsalat. Holst du den bitte, Jonathan?“, fragte Ingeborg, als sie die übrig gebliebenen Grillwürstchen in eine Tupperdose legte.

„Hier Oma, da war auch noch die angebrochene Flasche Apfelschorle.“. meldete der Teenager, als er mit den Lebensmitteln nach draußen kam.

„Danke, mein Engel. Wo ist eigentlich dein Bruder? Immer noch beim Spielplatz?“

„Keine Ahnung.“, grummelte Jonathan. Seit ihrem Streit waren sich die beiden für den Rest des Tages aus dem Weg gegangen. Anfangs war Oma mit dem Zwerg durch den Park gegangen, aber kurz darauf war er mit Anton alleine unterwegs gewesen.

„Kannst du ihn bitte holen? Dein Vater und ich müssen noch den Grill sauber machen.“

Genervt stöhnte Jonathan auf. Er hatte wirklich keine Lust, sich jetzt durch die Menschenmassen zu drängeln, um das Spielkind zurück zur Grillhütte zu bringen. Aber stattdessen den schmutzigen Grill zu reinigen war auch keine tolle Idee. Also stiefelte der Siebtklässler los, um Noah abzuholen.

„Ey Blondie!“, ertönte plötzlich eine Mädchenstimme, als Jonathan etwa auf der Hälfte des Weges war. Er erkannte die Stimme sofort: Es war Isi! Das Mädchen, dass ihn zur Mittagszeit in den Staub geschubst hatte, weil er gemein zu seinem kleinen Bruder war. Erschrocken drehte sich der Zwölfjährige zu dem coolen Mädchen um.

„H-hey Isi.“, murmelte Jonathan etwas verlegen.

„Suchst du deinen Bruder?

„Ja, also…ähh…nein…“, stammelte der sonst so selbstsichere Junge, „Ich soll ihn abholen. Wir fahren gleich wieder nach Hause.“

„Wegen heute Mittag…“, setzte Isi in ruhigem aber bestimmten Ton an, „Denk einfach mal drüber nach. Ich weiß, kleine Geschwister können echt nervig sein und manchmal sind sie echt eine Plage. Aber Noah ist gar nicht so übel. Sei nicht immer so kacke zu ihm!“

Jonathan wurde schlagartig heiß und sein Puls begann zu rasen. Zwar schrie Isi ihn dieses mal nicht an, aber ihre Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Er hatte Noah vor den anderen bloßgestellt, nur um die Lacher auf seiner Seite zu haben.

„War blöd, ich weiß.“

„Stell dir vor, ich wäre deine große Schwester und würde so was mit dir machen.“

Jonathan schluckte den Kloß, der sich in seinem Hals bildete herunter und nickte stumm.

„Ciao Blondie, mach’s gut. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.“

Bevor er erwidern konnte, machte sich Isi auf den Weg zu ihrer Familie und ließ Jonathan stehen. Er brauchte einen Moment, bis das Herzklopfen nachließ. Er hatte wirklich noch nie so ein besonderes Mädchen kennengelernt.

Eine Stunde später saßen Frank, Ingeborg und die beiden Jungs wieder im Auto und fuhren auf der linken Spur der Autobahn. Vor der Abfahrt hatte Noah noch eine frische Pampers angezogen bekommen und roch dezent nach Penaten-Creme. Jonathan hörte über seine Kopfhörer Musik und schaute gedankenverloren aus dem Fenster des BMWs. Immer wieder schaltete er auf seinem MP3-Player weiter zum nächsten Lied, da nichts aus seiner Musiksammlung wirklich zu seiner Stimmung passte. Noah war nicht nachtragend gewesen, wegen des Streits von heute Mittag. Aber die Worte von Isi gingen ihm einfach nicht aus dem Kopf. Was sie wohl gesagt hätte, wenn sie von seinem Problem mit dem Bettnässen wüsste? Wenn sie ihn vor allen Anderen deswegen heruntergeputzt hätte? Immerhin hatte er selber letzte Nacht zur Sicherheit eine von Noahs Windeln getragen und diese sogar im Schlaf vollgepisst! Nach der Ankunft auf dem Bauernhof musste er sich unbedingt darum kümmern, die nasse Pampers irgendwie loszuwerden.

„Ach, so ein Mist!“, fluchte Frank, als sich der Boardcomputer seines Wagens mit einem Piepsen meldete.

„Was ist los, Papa?“, fragte Noah neugierig. Jonathan wurde aus seinen Gedanken gerissen und nahm einen der Kopfhörer aus dem Ohr.

Der Vater der beiden Kinder nahm den Fuß vom Gaspedal und zog herüber auf die rechte Spur der Autobahn: „Der Sprit reicht nicht für die ganze Rückfahrt. Wir müssen tanken. Aber hier an der Autobahn ist mir das zu teuer. Ich nehme die nächste Abfahrt und suche eine Tankstelle, wo es günstiger ist.“

Tankstelle? Bei diesem Stichwort klingelte etwas in Jonathans Kopf! Der Plan, den er zusammen mit Noah ausgeheckt hatte, um den gestohlenen Fußballsticker von Thomas Müller wieder aufzutreiben, am ihm wieder in den Sinn. Sein kleiner Bruder hatte scheinbar schon wieder vergessen, was sie noch heute Vormittag besprochen hatten, denn der Achtjährige war wieder seelenruhig in sein Comicheft vertieft. Aber Jonathan hatte eine Idee, wie er seinem Bruder eine Freude machen und sich entschuldigen könnte.

„Ich muss gleich auch nochmal aufs Klo, wenn wir bei der Tankstelle sind.“, meldete er sich bei seinem Vater und begleitete ihn kurz darauf zur Kasse, nachdem der Wagen vollgetankt war.

„Einmal die Drei mit Karte, bitte. Und…ähh…mein Sohn bräuchte einmal den Toilettenschlüssel.“

Der Kassierer überreichte Jonathan einen Schlüssen mit einem viel zu großen Anhänger und erklärte ihm, wo die Toiletten auf dem Tankstellengelände waren. Tatsächlich musste der Zwölfjährige dringend pinkeln. Die kleine Toilettenkabine stank fürchterlich, sodass er in Rekordzeit seine Blase entleerte und schnell wieder zurück zur Kasse lief. Frank hatte bereits wieder im Auto Platz genommen, sodass Jonathan alleine war.

„Hier ist der Schlüssel. Und ich hätte gerne…“, der Siebtklässler schaute in sein Portmonee, „Zwanzig von den Fußballsticker-Packs.“ Der letzte Zehn-Euro-Schein seines Taschengeldes landete in der Registrierkasse und die Aufkleber in seiner Hosentasche. Der Zwerg musste ja nicht gleich sehen, was er gekauft hatte. Zufrieden stieg der Zwölfjährige zurück in den BMW und Frank setzte die Heimfahrt fort.

Autor: Spargeltarzan | Eingesandt via Formular

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Die Fußball-Jungs

Die Fußball-Jungs (13)
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Tags: kapitel, jungs, präsentiert, fußball, wütend
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